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Kirchliches Amtsblatt - Bistum Trier

Wenn Sie einen Artikel aus dem Kirchlichen Amtsblatt (KA) zitieren wollen, können Sie zur Quellenangabe nach diesem Muster verfahren: KA [Bistum Trier] Jahrgang (Jahreszahl) Artikel-Nummer, also z.B. für das Abschlussdokument der Bistumssynode die Quellenangabe: "veröffentlicht in: KA Bistum Trier, 160 Jg.(2016) Nr. 120".

Im Folgenden nennen wir über der Überschrift des jeweiligen Artikels neben diesen Angaben und dem Datum zur inhaltlichen Orientierung außerdem die Rubriken aus dem KA (z.B. "Akten", "Erlasse des Bischofs", "Verordnungen und Bekanntmachungen", "Kirchliche Mitteilungen" etc.)

Verordnungen und Bekanntmachungen - Donnerstag, 1. Oktober 2020 - Jahrgang: 164 - Artikel: 169

Fünfte Dienstanweisung des Bischöflichen Generalvikars für die Dekanate im Zusammenhang mit der Corona-Krise

Sehr geehrte Herren Dechanten,

sehr geehrte Damen und Herren Dekanatsreferentinnen und -referenten,

sehr geehrte Herren Pfarrer,

sehr geehrte Diakone, Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten,

die Sommerferien liegen hinter uns und wie befürchtet steigt nach der Urlaubszeit die Zahl der Corona-Infizierten wieder. Ob es an Aufenthalten im Ausland, an der verminderten Aufmerksamkeit für die Hygiene- und Abstandregeln oder an der steigenden Zahl der Corona-Tests liegt, bleibt unklar – wahrscheinlich kommen alle Faktoren zusammen.

Die Pandemie wird uns – so sieht es derzeit aus –noch längere Zeit begleiten. Wir werden damit leben müssen.

Das heißt aber nicht, dass wir nur noch auf die Einhaltung der Einschränkungen achten. Bei aller gebotenen Vorsicht halte ich es vielmehr für erstrebenswert, dass wir mit kreativen Lösungen das (kirchliche) Leben in unserem Bistum gestalten. Manch einer hat mir in der vergangenen Zeit berichtet, dass vieles nicht so möglich ist wie noch Anfang des Jahres, aber vieles in neuer Form möglich wird. An vielen Orten werden Menschen kreativ, entdecken neue Möglichkeiten und Ideen, um als Gläubige das Leben weiter zu gestalten, der Vereinsamung entgegenzuwirken, Hilfe anzubieten und in Gottesdiensten den Glauben zu feiern.

Mein Appell, nicht leichtfertig zu werden, bleibt bestehen. Deswegen habe ich nach Rücksprache mit dem Krisenstab Corona entschieden, weiterhin mit Dienstanweisungen zu arbeiten. Ich verlängere mit nur wenigen Änderungen die bisher geltende Dienstanweisung (vgl. KA 2020 Nr. 140) bis zum 31. Oktober 2020. Wir werden sie laufend überprüfen und auf die Landesverordnungen Rheinland-Pfalz und Saarland abstimmen. Bitte halten Sie sich selbst durch regelmäßigen Blick auf die Bistums-Homepage auf dem Laufenden.

1. Zur Feier der Gottesdienste und der Taufen, Erstkommunion und Trauungen beachten Sie bitte das separate Schutzkonzept „Schritt für Schritt“

in der jeweils aktuellen Online-Fassung: https://www.bistum-trier.de/liturgie/schutzkonzept-corona.

Auch Gruppengottesdienste für die entsprechenden Zielgruppen sind gemäß des jeweils aktuellen

Schutzkonzeptes „Schritt für Schritt“ möglich.

2. Unter Beachtung der Möglichkeiten vor Ort kehren die Pfarreiengemeinschaften zur Vielfalt und Anzahl der Feier der Gottesdienste zurück. In jeder Pfarreiengemeinschaft soll am Sonntag wenigstens eine Heilige Messe zur öffentlichen Mitfeier mit Kommunionausteilung gefeiert werden.

3. Dort, wo die Firmvorbereitung bereits vor der Aussetzung der Gottesdienste abgeschlossen war, treten die Weihbischöfe mit den Verantwortlichen vor Ort zwecks einer Terminierung nach dem 31. August 2020 in Kontakt. Weitere Firmgottesdienste können, vorausgesetzt, die Sakramentenvorbereitung ist gewährleistet (siehe Punkt 4 und 14), in Absprache mit dem zuständigen Weihbischof für die Zeit nach den Herbstferien terminiert werden.

4. Die Sakramentenkatechese ist unter den gegebenen Bedingungen der Kontakt- und Infektionsschutzregeln zu gestalten (vgl. dazu die jeweils gültigen Landesverordnungen). Die Verantwortlichen sind gebeten, eine Sakramentenvorbereitung zu konzipieren, die virtuelle/digitale Formate und Online-Materialien mit realen Begegnungsmöglichkeiten verbindet (vgl. Punkt 14).1 Bereits vorhandene Katechese-Konzepte für die Zeit der Kontaktbeschränkungen werden erbeten an internet-redaktion(at)bistum-trier.de , damit wir sie auf der Bistums-Homepage online stellen können.

5. Sterbeämter oder Wort-Gottes-Feiern im Zusammenhang von Sterbefällen werden unter Berücksichtigung der Vorgaben des Schutzkonzeptes „Schritt für Schritt“ gefeiert. Die Beisetzung auf dem Friedhof darf entsprechend den aktuellen örtlichen Vorgaben stattfinden. Die Kontrolle der Beachtung dieser Regel ist nicht Sache der Liturgin bzw. des Liturgen! Auf das Bereitstellen von Weihwasser und Erde am Grab ist zu verzichten.

Das Kondolenzgespräch kann nach den aktuellen Erlassen der Bundesländer wieder als persönliches Gespräch unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln geführt werden. Weitere Hinweise zu Kondolenzgesprächen sind in der am 8. April 2020 per Mail versandte Praxishilfe2 zu finden.

6. Priester, die aufgrund eines fachärztlichen Gutachtens die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe attestiert bekommen, sowie Ruhestandspriester können allein sonntags und werktags die Heilige Messe für die Gläubigen feiern. Die persönliche Gefährdung ist ein „gerechter Grund“ zur Zelebration „ohne die Teilnahme wenigstens irgendeines Gläubigen“ gemäß can. 906 CIC. Das fachärztliche Gutachten ist beim Priesterreferat im ZB 1.2 des BGV einzureichen.

7. Die Gläubigen, die die Gottesdienste in der Kirche nicht mitfeiern können, sind einzuladen, zuhause Gottesdienste, die über die Medien verbreitet werden, mitzufeiern und in dieser Weise auch geistlich zu kommunizieren.

Alternativ eignen sich auch die Gottesdienstvorlagen und Anregungen zum persönlichen Gebet, die von vielen Pastoralteams im örtlichen Pfarrbrief oder auf der Homepage publiziert werden. Auch im Paulinus erscheinen wöchentlich Vorlagen für Hausgottesdienste und die persönliche Andacht.

8. Die Kirchen sind auch außerhalb der Gottesdienstzeiten offen zu halten als Orte des persönlichen Gebetes. Soweit möglich, sollte hier auch eine Seelsorgerin bzw. ein Seelsorger als Ansprechperson anwesend sein.

9. Ferien- und Freizeitmaßnahmen mit Übernachtung im Rahmen der Kinder- und Jugendpastoral in den Herbstferien 2020 sind innerhalb Deutschlands möglich, wenn die Infektionsschutzregeln eingehalten werden können. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt plus Betreuung.

10. Die Hauptamtlichen, die Dekanate und die Pfarreien, die Verbände und die Jugendeinrichtungen sind aufgerufen, mit kreativen Ideen zur Beschäftigung und mit attraktiven Angeboten zur Betreuung auf Kinder, Jugendliche und ihre Familien zuzugehen und dort, wo keine Ferien- und Freizeitmaßnahmen möglich sind, Alternativen zu Ferienfreizeiten und Katechese anzubieten – unter strenger Beachtung der jeweils geltenden Kontaktbeschränkungen.

Die offenen Jugendeinrichtungen des Bistums und die Abteilung Jugend im Bischöflichen Generalvikariat mit ihren Fachstellen für Kinder- und Jugendpastoral unterstützen dabei gern.

Unter dem Link https://padlet.com/ksjtrier/x5n5f2h7k0qu  finden sich Empfehlungen für alternative Ferienangebote, das Schutzkonzept für Ferienmaßnahmen, ein Musterhygieneplan sowie ein Methodenpool mit praktischen Vorschlägen und Ideen zur Durchführung von physischen und digitalen Angeboten. Im Saarland gilt die maximale Gruppengröße von 10 Personen, in Rheinland-Pfalz bis zu 25 Personen (einschl. der Betreuer/innen). Das Bistum empfiehlt, die Gruppen klein und überschaubar zu halten.

11. Stornokosten für einen kirchlichen Veranstalter für Maßnahmen und Veranstaltungen bis zum 31. Oktober 2020, die wegen der Beachtung der in dieser Dienstanweisung gemachten Vorgaben abgesagt werden müssen, werden vom Bistum übernommen. Dekanate reichen bitte die entsprechenden Unterlagen über den ZB 1 (Geschäftsstelle) ein, die Kirchengemeinden über die Rendanturen, die Verbände und anderen Bistumseinrichtungen über ihre Fachabteilung.

Die Unterlagen sollen bis zum 15. September 2020 an den entsprechenden Stellen eingereicht sein. Eine Rückerstattung wird allerdings erst zeitverzögert erfolgen.

12. Alle Großveranstaltungen wie z. B. Pfarrfeste, die für den Zeitraum bis mindestens 31. Oktober 2020 geplant sind, sind abzusagen.

13. Maßnahmen und Veranstaltungen in kleinerem Rahmen, insbesondere Treffen von Gruppen und kirchlichen Vereinen, Schulungen, Veranstaltungen im Rahmen der Seniorenpastoral, Kirchenführungen, Einkehrtage, Katechese können bei geeigneten Räumlichkeiten und unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder stattfinden.

In jedem Fall muss eine Gefährdungsbeurteilung (siehe Anlage 1) schriftlich vorliegen.

Chorproben können stattfinden. Ein eigenes Schutzkonzept ist auf der Homepage des Bistums zu finden und unbedingt einzuhalten.

14. a) Dienstgespräche und Sitzungen von Pastoralteams und Hauptamtlichen können bei Vorhandensein ausreichend großer Räumlichkeiten und unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln auch mit physischer Präsenz abgehalten werden. In diesem Falle muss eine Liste der Teilnehmenden geführt werden, damit evtl. Ansteckungswege nachverfolgt werden können.

Wo es sinnvoll ist, können diese Gespräche weiterhin als Telefon- oder Videokonferenz geführt werden.

b) Die Sitzungen von Räten und Gremien sind nur mit einer schriftlich dokumentierten Gefährdungsbeurteilung (siehe Anlage 1) zulässig.

Wo es sinnvoll ist, können diese Gespräche weiterhin als Telefon- oder Videokonferenz geführt werden.

c) Auf der Bistums-Homepage (https://t1p.de/GFPfarrheime-Corona ) finden Sie vom Arbeitsbereich Arbeitsschutz im BGV erstellte Bewertungskriterien für Besprechungsräume, damit vor Ort eigenständig beurteilt werden kann, wo mit wie vielen Personen nötige Besprechungen gehalten werden können.

d) In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass am 28. April 2020 die Gesamt-MAV und der Dienstgeber eine Dienstvereinbarung zur Einführung und Verwendung einer Cloud-Computing-Lösung (G Suite) abgeschlossen haben, die neue, virtuelle Formen der Zusammenarbeit fördert. Nähere Informationen zur G Suite als solcher sind unter https://cloud.bistum-trier.de  zu finden. Die Dienstvereinbarung, die Nutzungsbedingungen und das Antragsformular stellen wir im Portal zur Verfügung.

e) Zur Nutzung von anderen Anbietern von Videokonferenzen beachten Sie bitte die datenschutzrechtlichen Hinweise unter: https://t1p.de/bistum-tr-mitarbeiterinfo-corona

15. Dienstreisen über den dienstlichen Zuständigkeitsbereich hinaus sind nur möglich bei unaufschiebbarem dienstlichem Bedarf. Hierüber entscheidet der zuständige Vorgesetzte.

16. Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen mit Übernachtungen einschl. Exerzitien sind möglich, wenn Infektionsschutzregeln durch die Tagungshäuser und Veranstalter eingehalten werden und Übernachtungen im Einzelzimmer möglich sind.

17. Die Pfarrheime, Pfarrbüchereien und weitere kirchliche Orte der Begegnung (z.B. offene Jugendeinrichtungen) können im Einvernehmen mit der Kirchengemeinde oder dem zuständigen kirchlichen Träger und unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln wieder geöffnet und ggf. vermietet werden.

18. Räume in Pfarrheimen, Offenen Einrichtungen usw. können an externe Gruppen vermietet werden.

Bei der Berechnung der möglichen Anzahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern in dem betreffenden Raum gilt es die Abstandsregeln des jeweiligen Bundeslandes (Rheinland-Pfalz und Saarland) strikt einzuhalten.

Ein Hygieneschutzkonzept muss vom Veranstalter vorher beim Vermieter vorgelegt werden.

Außerdem sind die Namen mit vollständiger Anschrift aller Teilnehmenden aufzuführen und für drei Wochen aufzubewahren.

Nach der Veranstaltung muss zudem der Raum vom Mieter desinfiziert (Tische/Stühle usw.) werden. Bei Vermietung ist der Mieter für die Einhaltung der Regeln verantwortlich, es sei denn, das Pfarrheim wird als Betrieb gewerblicher Art geführt.

19. Die Seelsorge ist unter den gegebenen Bedingungen aktiv zu gestalten. Dies heißt insbesondere:

a. Persönliche Krankenbesuche erfolgen nach den aktuellen Erlassen der Bundesländer unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln. Für die Hauptamtlichen, die in der Krankenhauspastoral tätig sind, gelten die Hinweise der Fachabteilung ZB 1.1 Pastorale Grundaufgaben (siehe https://www.bistum-trier.de/fileadmin/user_upload/200327__Hinweise_Schutzmassnahmen_ZB1_1_und_ZB1_2.pdf)  .

b. Das Sakrament der Krankensalbung und der Wegzehrung wird den Gläubigen, die es wünschen, gespendet. Auf die Einhaltung der Hygienevorschriften ist zwingend zu achten.

c. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger sind auf jeden Fall telefonisch und digital verlässlich für die Gläubigen erreichbar. Wer wann und wie erreichbar ist, wird in ortsüblicher Weise kommuniziert.

d. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger entwickeln für die verschiedenen Zielgruppen kreativ katechetische, geistliche und diakonische Angebote und veröffentlichen sie in geeigneter Form (Podcast, Homepage usw.). Angebote finden Sie unter: https://t1p.de/medial-mitbeten  sowie https://t1p.de/diakonisch-handeln-corona  Linkadressen mit neu en Vorschlägen bitte senden an:

internet-redaktion(at)bistum-trier.de

e. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger sind zusammen mit den gewählten Mandatsträgerinnen und -trägern aufgerufen, auf andere Weise auch im diakonischen Bereich zu überlegen, wo gerade jetzt tatkräftige Hilfe nötig und möglich ist (z. B. Nachbarschaftshilfe, Telefonkontakt zu Alleinstehenden und Personen in Quarantäne, Kinderbetreuung usw.). Vernetzungen mit anderen Akteuren, insbesondere mit den Kommunen, sind empfehlenswert.

f. Soweit die Infektionsschutz- und Abstandsregeln eingehalten werden können, nehmen die Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre wieder ihren Dienst im Pfarrbüro auf, einschließlich des Publikumsverkehrs. Sofern die Abstandsregeln nicht einzuhalten sind, ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen oder sind geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen.

Bitte beachten Sie regelmäßig die ständig aktualisierten Hinweise auf der Homepage des Bistums Trier:

https://www.bistum-trier.de/home/corona-virusinformationen und auch die jeweiligen Landesver-ordnungen für Rheinland-Pfalz bzw. das Saarland.

Als Ansprechpartnerinnen und -partner für die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der territorialen Seelsorge stehen während der Dienstzeit die für Sie zuständigen Referentinnen und Referenten des ZB 1.2 zur Verfügung.

Als Ansprechpartnerinnen und -partner für die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der kategorialen Seelsorge stehen während der Dienstzeit die für Sie zuständigen Referentinnen und Referenten des ZB 1.1 zur Verfügung.

Bleiben Sie behütet – ich wünsche uns allen eine robuste Gesundheit!

 

Trier, den 28. August 2020

 

Dr. Ulrich Graf von Plettenberg

Bischöflicher Generalvikar

 

1 Vgl. z.B. https://www.katholisch.de/artikel/25562-projektverlegt-firmvorbereitung-in-computerspiel-minecraft  oder: https://www.katholisch.de/artikel/20439-wie-zocker-etwasueber-jesus-lernen

2 https://www.trauer.bistum-trier.de/corona-trauer-hinweisefuer-seelsorgende

 

Redaktioneller Hinweis:

Die Anlagen 1 und 2 zu dieser Dienstanweisung gelten weiter in der Fassung vom 27. Mai 2020 (vgl. KA 2020 Seite 198-200).

 

Weiteres:
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