Unsere WebSeite verwendet Cookies (kleine Textdateien, die sie auf Ihrem Rechner ablegt); dadurch bleibt bistum-trier.de für Sie möglichst leicht zugänglich und komfortabel. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung . Sie können in den Einstellungen Ihres Browsers bestimmen, ob er Cookies akzeptiert oder nicht. Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Verordnungen und Bekanntmachungen - Samstag, 1. Juni 2019 - Jahrgang: 163 - Artikel: 95

Handlungsanweisungen der ökologischen Leitlinien

 

1. Zweck

Diese Verfahrensanweisung beschreibt die Umsetzung der ökologischen Leitlinien des Bistums Trier.

2. Ziele

Das Bistum verfolgt mit der Umsetzung der ökologischen Leitlinien folgende Ziele:

• Schöpfungsverantwortliches und ressourcenbewusstes Handeln

• Leit- und Vorbildfunktion

• Erkennen nachhaltiger Einsparpotenziale

• Imagepflege

• Verbesserung der eigenen Umweltleistung

• Beachtung von gesundheitserhaltenden und –fördernden Maßnahmen

• Schonung von Ressourcen im Interesse eines globalen Umweltschutzes.

3. Geltungsbereich

Diese Verfahrensanweisung gilt für alle in der Pastoral sowie in der Verwaltung im Bistum Trier mit seinen Pfarreien/Kirchengemeinden und Einrichtungen tätigen Haupt- und Ehrenamtlichen.

4. Verfahrensanweisungen Handlungsfeld Gebäude und Grundstücke

 

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Bauabteilung

 

Bei Neubauten und Erweiterungen ist auf sparsamen und schonenden Umgang mit Bauland und natürlichen Ressourcen zu achten.

In Abhängigkeit von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit wird der Sanierung eines Bestandsgebäudes der Vorrang vor einem Neubau gegeben.

Bei Konzeption, Konstruktion und Baustoffwahl ist der problemlose Rückbau nach Ende der Nutzungsdauer zu bedenken.

Bei der Auswahl der Baustoffe ist der jeweilige Anwendungsfall zu berücksichtigen. Hierbei sind folgende Gesichtspunkte zu prüfen: Baukonstruktion, Bauphysik, Ökologie, Wirtschaftlichkeit, gegebenenfalls Denkmalgerechtigkeit.

Auf die Verwendung von Baustoffen auf Mineralölbasis wird nach Möglichkeit verzichtet. Recyclingfähige Baustoffe sind gegenüber anderen zu bevorzugen.

Bauholz wird vorzugsweise aus regionaler Forstwirtschaft verwendet. Bei Holzbaustoffen ist auf das FSC-Gütesiegel zu achten. Tropenhölzer dürfen nur in begründeten Fällen zur Anwendung kommen. Das FSC-Gütesiegel ist in jedem Fall Voraussetzung.

Bei Putzen und Anstrichen sind in der Regel rein mineralische Produkte zu verwenden.

Insbesondere bei Dämmstoffen, Bodenbelägen und anderen Ausbaumaterialien ist auf Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit zu achten.

Als Bodenbeläge sind PVC, Vinyl und Laminat ausgeschlossen

Bei Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen intensiv genutzter Gebäude wird ein höherer als der gesetzlich vorgeschriebene Dämmstandard angestrebt.
Sind Baumaßnahmen ganz oder teilweise drittfinanziert, sind hierbei die Zuschussrichtlinien der Zuschussgeber zu berücksichtigen.

Bei Haushaltsgeräten und technischer Gebäudeausstattung sind nach Möglichkeit Geräte mit hoher Effizienzklasse anzuschaffen.

Abhängig von Gebäudetyp und Nutzungsintensität ist dem Einsatz regenerativer Energieträger gegenüber fossilen Brennstoffen der Vorrang zu geben. Der sinnvolle Einsatz thermischer Solaranlagen für Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ist jeweils zu prüfen. Anzustreben ist, die Gebäude klimaneutral oder zu Plusenergiehäusern zu entwickeln.

Flächenbefestigungen werden möglichst versickerungsfähig hergestellt.

Wo möglich, werden Dach- und Fassadenbegrünungen gepflanzt.

Fachabteilungen u. Einrichtungen

Auf insektenfreundliche Bepflanzung der Freiflächen/der Außenanlagen ist zu achten.

 

Handlungsfeld Beschaffung u. Infrastruktur

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Beschaffung

 

 

Ökofaire Standards sind bei der Festlegung angemessener Beschaffungskriterien (Qualität, Preis, Akzeptanz, Lagerfähigkeit, Recycling, Produktionsaufwand, -kosten, verwendete Rohstoffe, Verpackungen…) zu beachten. Dabei sind Produkte mit Umwelt- und Fairtradesiegel bevorzugt zu beschaffen

Bei der Auswahl und Beurteilung/Bewertung von Lieferanten ist auf Regionalität, Ökologie, soziale Ausrichtung/Verantwortung, Zuverlässigkeit, Service und Kundenorientierung zu achten.

Für die Beschaffung ist zurück zu greifen auf Rahmenverträge des Bistums sowie der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen Deutschlands (WGKD), die besonderen Wert auf die Nachhaltigkeit legen.

Sofern die Funktionsfähigkeit gewährleistet und ökonomisch vertretbar ist, sollen umweltfreundliche Büromaterialien eingekauft werden.

Büromöbel: auf Langlebigkeit und universelle Nutzbarkeit wird geachtet

Für Kopierpapier und auch für Briefumschläge, Hefte etc. wird Recyclingpapier eingekauft. Näheres regelt die Dienstanweisung Recyclingpapier vom 3.5.2018

IS,  Arbeitssicher-

heit

Beim Kauf von Bürogeräten und Anlagen ist der Energieverbrauch zu beachten. Die Geräte sind einer regelmäßigen Wartung und Funktionsprüfung zu unterziehen.

 

Handlungsfeld Energie

a) Energiecontrolling

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Fachabteilungen

u. Einrichtungen

Beteiligung an der Klimainitiative des Bistums:

Jede Abteilung/Einrichtung benennt eine/n Kümmerin/-er für Energiefragen, um den nutzerbedingten Energieverbrauch zu reduzieren.

Fachabteilung

In den Abteilungen werden Zähler eingebaut und ein Energiecontrolling eingeführt.

 

Handlungsfeld Energie

b) Heizen

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Alle

 

Die Raumtemperatur in ungenutzten Räumen wird abgesenkt:

Ø Die Temperatur soll während Dienstreisen, Urlaub etc. entsprechend den technischen Möglichkeiten auf ein Minimum herabgesetzt werden.

Ø Die Temperatur soll während der Nachtzeit, an Wochenenden und Feiertagen soweit gedrosselt werden, um den Energieverbrauch zu reduzieren. In der Heizperiode sind bei Verlassen des Büros nach Dienstende die Thermostatventile der Heizkörper auf Stufe 1 eingestellt.

Es wird darauf geachtet, dass Heizkörper nicht verdeckt sind, etwa durch Mobiliar, Akten, Vorhänge etc..

Zum Lüften der Räume: Wenn technisch möglich sollen Fenster kurzzeitig ganz geöffnet werden (keine Dauerlüftung durch “Kippstellung”). Heizkörper sind während des Lüftens ganz abzudrehen: Fenster und Türen bis auf kurze Durchlüftungen geschlossen zu halten. In der Heizperiode werden bei Verlassen des Büros nach Dienstende die Fenster geschlossen.

Grundsätzlich ist keine Zusatzheizung zu verwenden (zum Beispiel elektrische Heizlüfter etc.). Im Bedarfsfall ist die Verwendung von Zusatzgeräten nur mit Empfehlung der Arbeitssicherheit und Genehmigung der Bauabteilung/Raumkommission möglich.

Bauabteilung

Die technischen Effizienzmöglichkeiten bei den Heizanlagen/-systemen werden ausgereizt (hydraulischer Abgleich, Sommer-/Winter-/ Ferienprogrammierungen etc.)

 

c) Klimatisierung

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Alle

Die Temperaturen in klimatisierten Räumen orientieren sich an der Außentemperatur.

Alle

Klimaanlagen sind nach Arbeitsbeendigung auszuschalten.

 

d) Beleuchtung

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Alle

 

Künstliche Beleuchtung ist bei ausreichendem Tageslicht auszuschalten.

Lichtquellen sind nach Möglichkeit sparsam zu verwendet.

Bei längerem Verlassen der Diensträume (länger als 10 Minuten) ist die Beleuchtung auszuschalten.

Die Beleuchtung von Fluren, Treppenhäusern und Außenanlagen ist auf das aus Sicherheitsgründen notwendige Maß zu beschränken.

Nach Arbeitsschluss bzw. nach erfolgter Reinigung wird die Beleuchtung ausgeschaltet – mit Ausnahme der aus Sicherheitsgründen erforderlichen Beleuchtung.

Bauabteilung

              Eingesetzt werden LED-Leuchten.

Reinigung

Bei der Reinigung der Räume, Flure und sonstigen Flächen ist besonders darauf zu achten, dass nur die Bereiche und Flächen beleuchtet sind, die gerade gereinigt werden.

Wenn es eine externe Vergabe gibt, dann werden diese Vorgaben zu einem Vertragsbestandteil.

 

 

e) Strom

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Beschaffung

Das Bistum bezieht zertifizierten Ökostrom.

Alle

 

Elektrisch betriebene Geräte werden nach der Nutzung ausgeschaltet.

Büromaschinen werden, sofern zweckmäßig, bei Nutzungsunterbrechung (länger als 1 Stunde) bzw. nach Arbeitsschluss ausgeschaltet.

Der zusätzliche Betrieb von Koch- und Kühlgeräten wird vermieden.

 

Handlungsfeld Wasser

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Hauswirtschaft,

Beschaffung,

Arbeitssicherheit

Es werden nach Möglichkeit umweltschonende und gesundheitsbewusste Reinigungsmittel eingesetzt und sparsam dosiert. Auf den Einsatz effektiver/effizienter Geräte und Hilfsmittel wird geachtet.

Wenn es eine externe Vergabe gibt, dann werden diese Vorgaben zu einem Vertragsbestandteil.

Alle

Der Wasserverbrauch wird grundsätzlich so gering wie möglich gehalten.

Auf tropfende Wasserhähne, Druckspüler etc. ist zu achten und der Hausmeister sofort zu informieren.

Beschaffung

Es werden Toilettenspülkästen mit Wasserspartasten eingesetzt.

 

Handlungsfeld Abfall

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Alle

Grundsätzlich sollte Abfall vermieden werden.

Beschaffung/ Expeditur/ Alle

Kann Abfall nicht vermieden werden, ist auf den Einsatz ökologisch vorteilhafter Verpackungen zu achten, etwa auf Mehrwegverpackungen oder solche aus kompostierbaren Materialien.

Beschaffung/ Alle

Kann Abfall nicht vermieden werden, sollte er umweltverträglich verwertet und entsorgt werden - in der Reihenfolge: Recycling vor energetischer Verwertung vor Beseitigung.

Beschaffung/ Expeditur/ IS/Alle

Bei Transportverpackungen (Kartonagen, Säcke, Folien, Paletten, Styroporformteile und –chips) sind die Hersteller und Betreiber verpflichtet, diese zurück zu nehmen. Deshalb sind die gelieferten Waren, wenn möglich, sofort auszupacken und das Verpackungsmaterial dem Lieferanten unter Hinweis auf dessen Rücknahmepflicht mit zu geben.

Alle/ Hausmeister

In den Bürogebäuden gibt es ein Trennsystem, welches alle relevanten Müllfraktionen nach den Gegebenheiten der jeweiligen Recyclingzentren getrennt erfasst und entsorgt.

Alle

Im Büro sollte Arbeitsmaterial effizient eingesetzt werden: Etwa indem Papier doppelseitig bedruckt wird, man die Rückseite überzähliger Kopien nutzt und vorrangig per E-Mail kommuniziert.

Kanzlei

 

Der übermäßige Einsatz von Papier soll durch elektronische Archivierung / Dokumentenmanagementsysteme vermieden werden.

Beschaffung/ Hausmeister/ Alle

Bevor Arbeitsgeräte weggeworfen werden, wird die Möglichkeit der Reparatur geprüft.

Hausmeister

Leuchtstoffröhren werden vom Hausmeister gesammelt und über eine Elektrofirma entsorgt.

IS

Leere Toner- und Tintenbehälter der Fotokopiergeräte und Drucker sind Sondermüll, werden zentral gesammelt und fachgerecht der Wiederverwertung zugeführt oder entsorgt.

Hierfür bietet die Caritas ein Sammel- und Wiederaufarbeitungssystem an. Die Erlöse kommen sozialen Projekten der Caritas zugute. Die Bestellung von Sammelbehältern erfolgt über die Hompage: www.caritas.de/caritasbox.

Bistumsveranstaltungen

Es werden ausschließlich Mehrweggeschirr, -gläser und –besteck verwendet.

Küche, Bistumsveranstaltungen

Lebensmittelabfälle werden vermieden.

Küche

Küchenabfälle werden getrennt gesammelt.

 

Handlungsfeld Transport und Verkehr

Zielgruppe

Handlungsanweisung

Alle

 

Wie in der KAVO § 30, Anl. 8, § 3 vorgesehen, sind für Dienstreisen und Dienstgänge grundsätzlich öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Näheres regelt Anlage 8 Regelungen zur Erstattung von Dienstreisekosten nach § 30 KAVO.

Flüge sind auf ein Minimum zu reduzieren. Bei Inlandfügen ist der Bahn der Vorzug zu geben. Bei nicht vermeidbaren Flügen werden die CO2-Emissionen über die Klimakollekte kompensiert.

Beschaffung

 

Jobticketregelungen werden unterstützt.

Die Nutzung von Dienstfahrrädern wird gefördert.

Der Fuhrpark wird sukzessive mit umweltfreundlichen Dienstwagen ausgestattet.

 

5. Mitgeltende Unterlagen in der jeweils aktuellen Fassung

• Ökologische Leitlinien des Bistums Trier

• Brandschutzordnung (wird gerade überarbeitet/kurz vor Veröffentlichung)

• Reisekostenrichtlinie

• Mitarbeitervertretungsordnung des Bistums Trier.

6. Schnittstellen zu folgenden Prozessen

• Bauprozesse:

(216) Bauprozess Schule Neu- und Umbaumaßnahmen

(217) Bauprozess Schule Baumaßnahme nach TÜV-Begehung

(231) Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen in KiTas – Betriebsträger

(232) Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen in KiTas – Bauträger

• Beschaffungs-Richtlinie und -Prozesse (noch nicht verabschiedet)

• Richtlinie zur Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ergänzend zur Haushalts- und Rechnungslegungsordnung des Bistums Trier (noch nicht verabschiedet).

7. Kriterien zur Erfolgskontrolle

Regelmäßiger Tagesordnungspunkt in der Sitzung der DKU (einmal jährlich):

• Jährliche Checklistenabfrage an alle Abteilungen

• Energiecontrolling Vergleichende Messung von Strom- und Wasserverbrauchsmengen

• Entwicklung der Einkaufsmengen von Verbrauchsgütern (Papier, Reinigungsmittel, Leuchtmittel usw.)

• Entwicklung der Menge recyclingfähigen Materials

• Änderung des Verhaltens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Blick auf ökologisches Handeln

• Umweltbewusstes Verhalten und Bewahrung der Schöpfung werden den bzw. von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommuniziert und sind Gegen stand der Regelkommunikation

Alle 3 Jahre berichtet die DKU auf der Basis der jähr lichen Auswertung in der LEIKO.

 

Weiteres:
 /section>