Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Kirchliches Amtsblatt - Bistum Trier

Wenn Sie einen Artikel aus dem Kirchlichen Amtsblatt (KA) zitieren wollen, können Sie zur Quellenangabe nach diesem Muster verfahren: KA [Bistum Trier] Jahrgang (Jahreszahl) Artikel-Nummer, also z.B. für das Abschlussdokument der Bistumssynode die Quellenangabe: "veröffentlicht in: KA Bistum Trier, 160 Jg.(2016) Nr. 120".

Im Folgenden nennen wir über der Überschrift des jeweiligen Artikels neben diesen Angaben und dem Datum zur inhaltlichen Orientierung außerdem die Rubriken aus dem KA (z.B. "Akten", "Erlasse des Bischofs", "Verordnungen und Bekanntmachungen", "Kirchliche Mitteilungen" etc.)

Erlasse des Bischofs - Donnerstag, 1. Oktober 2020 - Jahrgang: 164 - Artikel: 163

Ordnung für die Berufseinführungsphase und Kaplanszeit der Priester im Bistum Trier

Die Ordnung für die Berufseinführung der Kapläne im Bistum Trier vom 20. September 2004 (KA 2004 Nr. 212; HdR 630.14) wird ersetzt durch die

Ordnung für die Berufseinführungsphase und Kaplanszeit der Priester im Bistum Trier

 

1. Ziele

Ziele der Berufseinführungsphase sind der Erwerb von Grundbefähigungen für den pastoralen Dienst, die Einübung in die spezifisch priesterlichen Vollzüge sowie die Förderung eines persönlich verantworteten und geistlich vollzogenen Lebens und Dienstes.

Ziele der Kaplanszeit sind die Vertiefung der in der Berufseinführungsphase erworbenen Kompetenzen.

Darüber hinaus wird der Priester aufgrund seiner Interessen und Begabungen individuell gefördert und qualifiziert.

2. Einsatz und Dauer

2.1 Berufseinführung

Die Berufseinführung dauert in der Regel drei Jahre.

Sie beginnt mit der Aufnahme in den Pastoralkurs I.

Sie endet mit dem Wechsel zur zweiten Dienststelle.

Sie gliedert sich in folgende Phasen:

  • Pastoralpraktikum (Pastoralkurse I und II bis zur Diakonenweihe);
  • Diakonatspraktikum (Pastoralkurs III bis zur Priesterweihe);
  • Kaplanszeit (Priesterweihe bis zum Wechsel zur zweiten Dienststelle).

Auf Vorschlag des Leiters der Berufseinführung wird dem Seminaristen durch den Bischof für die gesamte Zeit eine unter festgelegten Kriterien geeignete Einsatzstelle zugewiesen.

2.2 Qualifizierungsphase

Die Qualifizierungsphase dauert mindestens zwei Jahre. Auf Grundlage des unter 3.2.2 beschriebenen Einsatzgespräches wird dem Kaplan durch den Bischof eine für die Qualifizierungsphase geeignete Einsatzstelle zugewiesen.

3. Aufgaben und Förderungsmaßnahmen in der Berufseinführung und in der Qualifizierungsphase während der Kaplanszeit

Der Pastoralpraktikant/Diakon/Kaplan versieht seinen Dienst unter der Leitung eines Priesters. Er nimmt Aufgaben wahr, die sich aus der Ordnung für die Priesterbildung im Bistum Trier (HdR 630.1, Nr. 16-25) und dieser Ordnung ergeben. Vor Ort wird eine Kultur der mitbrüderlichen Gemeinschaft und des gemeinsamen Gebetes gepflegt (vgl. 4.2).

3.1 Berufseinführungsphase

In der Berufseinführung geht es darum, pastorale Grundkompetenzen einzuüben und zu entwickeln.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die pastorale Tätigkeit durch eine missionarische und diakonische Haltung geprägt ist. Die folgenden Fächer sind dafür relevant:

  • Homiletik;
  • Liturgik;
  • Pastoralpsychologie;
  • Pastoraltheologie;
  • Religionspädagogik und Katechetik;
  • Spirituelle Theologie.

Damit verbunden ist insbesondere auch der Erwerb folgender Kompetenzen:

  • Soziologische und analytische Kompetenzen zur Orientierung der pastoralen Tätigkeit am Sozial- und Lebensraum;
  • Kompetenzen zur Leitung und Begleitung von Gruppen und Gremien;
  • Kommunikationskompetenzen;
  • Ausbildung von Team- und Konfliktfähigkeit;
  • Kompetenzen im Projektmanagement;
  • Kompetenzen im Führen und Leiten.

3.1.1 Förderungsmaßnahmen während der Berufseinführung

Folgende Förderungsmaßnahmen sind, neben der Vereinbarung zwischen dem Bischöflichen Generalvikar und dem Regens des Bischöflichen Priesterseminars über die Zusammenarbeit zwischen dem Pastoralkurs der Priesterkandidaten und der Berufseinführung der Pastoralassistentinnen und -assistenten vom 25. Mai 2009, vorgesehen:

  • Arbeitsgemeinschaften zur Reflexion der persönlichen Situation und zu Themen pastoraler Grundaufgaben;
  • Studientage oder Blockveranstaltungen zum kirchlichen und staatlichen Recht, insbesondere zum Sakramentenrecht;
  • Studientage oder Blockveranstaltungen zu Führen und Leiten;
  • zwei einwöchige Exerzitienkurse;
  • darüber hinaus kann der Kandidat aus dem Fortbildungsprogramm des Bistums, des Theologisch-Pastoralen Instituts Mainz (TPI) oder eines anderen anerkannten Bildungsträgers, nach Rücksprache mit dem Leiter der Berufseinführung, eine Kurswoche frei wählen.

3.1.2 Praxisprüfungen bis zur Priesterweihe

Praxisprüfungen werden in der Vereinbarung zwischen dem Bischöflichen Generalvikar und dem Regens des Bischöflichen Priesterseminars über die Zusammenarbeit zwischen dem Pastoralkurs der Priesterkandidaten und der Berufseinführung der Pastoralassistentinnen und -assistenten, geregelt.

3.2 Qualifizierungsphase

Für die Qualifizierungsphase während der Kaplanszeit wird ein individueller Kontrakt (inkl. einer Aufgabenumschreibung) zwischen dem Kaplan und der Priesterreferentin bzw. dem Priesterreferenten geschlossen, der sowohl den Interessen und Begabungen des Kaplans als auch den pastoralen Bedarfen des Bistums Rechnung trägt.

Mögliche Felder für eine persönlichkeitszentrierte Förderung und Qualifizierung sind:

  • Qualifikation im missionarischen oder diakonischen Bereich;
  • Qualifikation im pastoralpsychologischen Bereich;
  • Qualifikation im religionspädagogischen Bereich;
  • Qualifikation in supervisorischer oder beraterischer Tätigkeit;
  • Qualifikation im Management;
  • Qualifikation in Medienkompetenz;
  • Qualifikation für die Übernahme des Pfarramtes;
  • Geistliche Begleitung von Einzelnen und Gruppen;
  • Klinische Seelsorgeausbildung;
  • Weltkirchliches Engagement;
  • Wissenschaftliche Weiterbildung;
  • Weitergabe des Glaubens und Glaubenskommunikation.

3.2.1 Informationsgespräch nach der Priesterweihe

In einem Gespräch mit der Priesterreferentin bzw. dem Priesterreferenten, der zuständigen Referentin bzw. Referenten für Personalentwicklung und allen Kaplänen, das sechs Monate nach der Priesterweihe stattfinden soll, werden mögliche Einsatzorte für die Qualifizierungsphase in der Kaplanszeit und Fortbildungsangebote für die Kapläne vorgestellt. Zu diesem Gespräch lädt der Leiter der Berufseinführung ein und leitet es.

3.2.2 Einsatzgespräch

In einem Einsatzgespräch, das die Priesterreferentin bzw. der Priesterreferent verantwortet, werden der Einsatzort und die jeweilige Qualifizierung/Schwerpunktsetzung besprochen. Dieses findet etwa sechs Monate vor der Versetzung des Kaplans (i. d. R. zum 1. September eines Jahres) statt.

An diesem Gespräch nehmen teil: Die Priesterreferentin bzw. der Priesterreferent, der Leiter der Berufseinführung und der Kaplan. Die Ergebnisse des Einsatzgespräches werden in einem Protokoll festgehalten (vgl. 2.2). Anschließend werden die Ergebnisse in der Personalkommission durch die Priesterreferentin bzw. den Priesterreferenten vorgestellt. Diese schlägt dem Bischof den Einsatzort und die jeweilige Förderung/Qualifizierung vor.

4. Personalführung und -begleitung

Die Personalführung und -begleitung während der Berufseinführung dient der Förderung sowohl des geistlichen Lebens und der menschlichen Reifung als auch der theologischen Bildung und der pastoralen Befähigung (vgl. Rahmenordnung für die Priesterbildung vom 12. März 2003, Nr. 157 ff.).

Folgende Personen sind daran beteiligt:

4.1 Der Leiter der Berufseinführung

Der Regens als der Leiter der Berufseinführung ist Dienst vorgesetzter. Er ist verantwortlich für die gesamte Berufseinführungsphase. Er ist insbesondere verantwortlich für die Zusammenarbeit und die Kommunikation aller an der Ausbildung Beteiligten.

Folgende regelmäßige Kontakte sind unabdingbar:

  • Vor Beginn des Einsatzes, in der Mitte und am Ende der Berufseinführung treffen sich der Pastoralpraktikant/Diakon/Kaplan, der Pfarrer, ggf. die Praxisanleiterin bzw. der Praxisanleiter und der Leiter der Berufseinführung, um den pastoralen Einsatz zu reflektieren.
  • Der Leiter der Berufseinführung trifft sich mit dem Pastoralpraktikanten/Diakon/Kaplan in der Regel zweimal im Jahr zum Austausch über die beruflichen Erfahrungen.

Darüber hinaus hat der Leiter der Berufseinführung eine besondere Fürsorgepflicht für den Pastoralpraktikanten/Diakon/Kaplan und ist zuständig bei auftretenden Konflikten. Er überprüft, ob die entsprechenden Leistungen zu den gesetzten Zielen erbracht sind (Pastoralkurs). Ein halbes Jahr nach der Priesterweihe gibt es ein Sondierungsgespräch hinsichtlich der Perspektiven der beruflichen Entwicklung (vgl. 3.2.1). Die Abschlussreflexion der Berufseinführungsphase findet mit den Kaplänen und Praxisanleiterinnen bzw. Praxisanleitern auf Einladung des Leiters der Berufseinführung statt. Diese ist zwischen dem Informations- und dem Einsatzgespräch zu terminieren.

4.2 Der fachvorgesetzte Priester

Ein Priester ist Fachvorgesetzter. Diese Funktion kann der Leiter der Berufseinführung nach Rücksprache mit dem Pfarrer an einen geeigneten Priester übertragen.

Aufgabe des fachvorgesetzten Priesters ist es, den Pastoralpraktikanten/Diakon/Kaplan in die verschiedenen Bereiche des pastoralen Dienstes einzuführen.

Es finden regelmäßige Dienstbesprechungen statt, in denen die pastoralen Tätigkeiten des Pastoralpraktikanten/Diakons/Kaplans und seine Erfahrungen besprochen werden. Der fachvorgesetzte Priester sorgt für eine Kultur der mitbrüderlichen Gemeinschaft und des gemeinsamen Gebetes, die mit dem Pastoralpraktikanten/Diakon/Kaplan besprochen und vereinbart wird. Er legt dem Leiter der Berufseinführung zum Abschluss der Berufseinführung eine Beurteilung vor, die aufgrund eines gemeinsamen Reflexionsgespräches zwischen dem Pastoralpraktikanten/Diakon/Kaplan, dem fachvorgesetzten Priester und ggf. den Praxisanleiterinnen bzw. Praxisanleitern zu erstellen ist.

4.3 Die Praxisanleiterin/Der Praxisanleiter

Nach Rücksprache des fachvorgesetzten Priesters und des Pastoralpraktikanten/Diakons/Kaplans mit dem Leiter der Berufseinführung wird für bestimmte pastorale Felder eine geeignete Praxisanleiterin oder ein geeigneter Praxisanleiter bestellt.

Die Praxisanleiterin bzw. der Praxisanleiter begleitet den Pastoralpraktikanten/Diakon/Kaplan in fachlicher Hinsicht in den verschiedenen Aufgabenfeldern und Einsatzgebieten. Sie/Er fördert ihn in seiner fachlichen Entwicklung und leitet zur Durchführung einzelner Aufgaben und Projekte an. Dies geschieht in der Regel durch deren Vor- und Nachbereitung.

4.4 Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft

4.4.1 Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Pastoralpraktikanten und Diakone

Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Pastoralpraktikanten und Diakone ist der Regens. Er leitet die ganztägigen Arbeitsgemeinschaften bis zur Priesterweihe zur Reflexion der persönlichen Situation und zu Themen pastoraler Grundaufgaben der Pastoralpraktikanten und Diakone.

4.4.2 Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Kapläne

Der Leiter der Berufseinführung bittet den Priesterrat um Vorschläge von für diese Aufgabe geeigneten Priestern, die nicht Fachvorgesetzte der Kapläne sein dürfen. Unter Berücksichtigung dieser Vorschläge er stellt der Leiter der Berufseinführung eine Liste von Priestern, aus denen die Kapläne einen Leiter der Arbeitsgemeinschaft auswählen, der sie für die Dauer von fünf Jahren begleitet.

Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Kapläne (AG-Leiter) führt in Zusammenarbeit mit den Kaplänen die Tagungen der Arbeitsgemeinschaft durch.

Sie treffen sich viermal jährlich zu einer ganztägigen AG. Diese dient als geistlich-theologisches Austauschforum und zur kollegialen Praxisberatung. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft teilt seine Wahrnehmungen hinsichtlich des Aus- und Weiterbildungskonzeptes, dem Leiter der Berufseinführung und der Priesterreferentin bzw. dem Priesterreferenten regelmäßig mit.

4.5 Leiter der Qualifizierungsphase während der Kaplanszeit

Der Dienstvorgesetzte während der Qualifizierungsphase der Kapläne ist die Priesterreferentin bzw. der Priesterreferent.

Sie/Er ist verantwortlich für die gesamte Qualifizierungsphase.

Sie/Er hat eine besondere Fürsorgepflicht für den Kaplan und ist zuständig bei auftretenden Konflikten.

Sie/Er überprüft, ob die entsprechenden Leistungen zu den gesetzten Zielen erbracht sind (Cura-Examen und Qualifizierung) und steht in regelmäßigem Austausch mit der zuständigen Referentin bzw. dem zuständigen Referenten für die Personalentwicklung und dem fachvorgesetzten Priester.

Sie/Er ist insbesondere verantwortlich für die Zusammenarbeit und die Kommunikation aller an der Förderung/Qualifizierung Beteiligten.

Folgende regelmäßige Kontakte sind verbindlich:

  • Der Kaplan, der Pfarrer und ggf. die Praxisanleiterin bzw. der Praxisanleiter, die Referentin bzw. der Referent für Personalentwicklung und die Priesterreferentin bzw. der Priesterreferent treffen sich vor Beginn des Einsatzes, in der Mitte der Qualifizierungsphase und an deren Ende.
  • Die Priesterreferentin bzw. der Priesterreferent trifft sich mit dem Kaplan in der Regel mindestens einmal im Jahr zum Austausch über die Förderung/Qualifizierung und die beruflichen Erfahrungen.

4.6 Geistliche Begleitung

Der Pastoralpraktikant/Diakon/Kaplan wählt nach Rücksprache mit dem Spiritual eine erfahrene und in geistlicher Begleitung qualifizierte Person, in der Regel einen Priester, zu seiner geistlichen Begleitung aus.

5. Diese Ordnung tritt am 1. Oktober 2020 in Kraft.

 

Trier, den 21. September 2020, am Fest des Apostels und Evangelisten Matthäus

(Siegel)

Dr. Stephan Ackermann

Bischof von Trier

Weiteres:
 /section>