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Verordnungen und Bekanntmachungen - Freitag, 1. Juni 2007 - Jahrgang: 151 - Artikel: 98

Ausführungsbestimmungen zur Kirchlichen Studienbegleitung für Studierende der Katholischen Religionslehre/Theologie/Religionspädagogik mit dem Berufsziel "Religionslehrerin/ Religionslehrer" im Bistum Trier

Gemäß Abschnitt III der „Richtlinien für die Erteilung
der kirchlichen Unterrichtserlaubnis und der
Missio canonica für Lehrkräfte mit der Facultas
„Katholische Religionslehre“ und Geschäftsordnung“
werden folgende Ausführungsbestimmungen
zu Abschnitt I Nr. 3 erlassen:
I. Auf Grund veränderter religiöser Situation von
Kindern und Jugendlichen sind Religionslehrerinnen
und -lehrer für viele Schülerinnen und Schüler
heute wichtige Ansprechpartner in Glaubens- und
Lebensfragen. Sie sind mehr denn je gefordert, persönlich
für den Glauben der Kirche einzustehen.
„Sie sind gesandt, Zeugen des Glaubens in der Schule
zu sein. ... Religionslehrerinnen und Religionslehrer
werden so zu Brückenbauern zwischen Kirche
und Schule, zu Mittlern zwischen zwei Institutionen,
die unterschiedliche Kommunikations- und Organisationsformen
ausgebildet und sich an manchen
Orten entfremdet haben. Deshalb ist es für sie wichtig
zu wissen, dass die Kirche ihre Arbeit schätzt. Sie
können zu Recht die Beauftragung durch den
Bischof (Missio canonica) als Vertrauenserklärung
der Kirche und als Ermutigung verstehen, den
Brückenbau zwischen Schule und Kirche immer wieder
neu zu wagen1.“
Der Beruf der Religionslehrerin oder des Religionslehrers
hat sein eigenes, ihn von anderen Fächern
unterscheidendes Profil und fordert die Persönlichkeit
der künftigen Lehrerin bzw. des künftigen
Lehrers in besonderer Weise heraus. Zur Erlangung
der dazu notwendigen Kompetenzen und damit zur
Missio canonica ist deshalb neben dem erfolgreichen
Studium auch eine spezielle kirchlich verantwortete
Studienbegleitung notwendig im Sinne der Rahmenrichtlinien
für die Erteilung der Missio canonica für
staatliche Lehrkräfte mit der Facultas „Katholische
Religionslehre“ (KA 2007 Nr. 96).
1. Zum Auftrag der Kirchlichen Studienbegleitung
Die Studienbegleitung richtet sich an Studierende der
Katholischen Religionslehre/Theologie/Religionspädagogik,
für die Religionsunterricht ein mögliches
zukünftiges Tätigkeitsfeld darstellt. Sie ist eine studien-
und berufsorientierende Einrichtung der für den
Religionsunterricht zuständigen Bistümer. Sie will die
Persönlichkeitsentwicklung fördern, die berufliche,
pädagogische, seelsorgliche und gestalterische Kompetenz
stärken sowie eine Begleitung im spirituellen
und seelsorglichen Bereich sicherstellen.
In ihrer Schrift zum Religionsunterricht thematisieren
die deutschen Bischöfe drei vorrangige Aufgaben
für den Religionsunterricht2:
1. „Vermittlung von strukturiertem und lebensbedeutsamem
Grundwissen über den Glauben der Kirche“
– Die Wissensvermittlung setzt dieses Grundwissen
bei der Religionslehrkraft voraus;
2. „Vertraut machen mit Formen gelebten Glaubens“
– Das Vertrautmachen setzt eine Vertrautheit
bei der Religionslehrkraft voraus;
3. „Förderung religiöser Dialog- und Urteilsfähigkeit“
– Diese Förderung setzt eine dialogfähige und
religiös verortete Persönlichkeit voraus.
Mit einem personalen und inhaltlichen Angebot
unterstützt die kirchliche Studienbegleitung Studierende
dabei, sich die Voraussetzungen für die Erfüllung
dieser Aufgaben anzueignen. Während Fachwissen,
Fachdidaktik und -methodik primär durch
das Studium an der Hochschule und in der berufspraktischen
Ausbildung erworben werden, leistet die
Studienbegleitung vorrangig einen Beitrag zur
Befähigung für die beiden letztgenannten Aufgaben.
Die von der Deutschen Bischofskonferenz am 1. Mai
2005 in Kraft gesetzten kirchlichen Anforderungen
für das Lehramt in Katholischer Religion unterstreichen:
„Religionslehrerinnen und Religionslehrer sollen
nicht nur theologische Fachleute, sondern auch
Zeugen des Glaubens in der Schule sein. Darum ist
die Entwicklung einer tragfähigen und überzeugenden
Spiritualität in allen Phasen der Aus- und Weiterbildung
unverzichtbar. ... Neben einer entsprechenden
Prägung der wissenschaftlichen Ausbildung
künftigen Religionslehrer eine hohe Bedeutung zu.
Die Bischöfe sind sich bewusst, dass hier gerade
auch für Diözesen eine Aufgabe liegt, die Persönlichkeit
der angehenden Lehrerinnen und Lehrer in
der Ausbildungszeit bewusster zu fördern und sie
geistlich zu begleiten3.“
Wer Religion unterrichtet, kann dies „nicht nur in der
Beobachterperspektive über den Glauben“, sondern
muss dies immer „auch in der Teilnehmerperspektive
vom Glauben“ tun4 . Dies bedeutet, einen persönlichen
Bezug zum Evangelium, zu Jesus Christus und
zum Glaubensbekenntnis der Kirche erkennen zu
lassen: Sowohl Schülerinnen und Schüler, deren Eltern
wie auch die Kolleginnen und Kollegen nehmen
die Religionslehrer als eine vom Bischof mit der Erteilung
des Faches Katholische Religion beauftragte
Person (Missio canonica) wahr und erwarten von ihr
eine Verortung im Glauben und im kirchlichen Leben
sowie die Kompetenz, diesen Glauben im persönlichen
Zeugnis zu verantworten und über ihn
eine fachlich fundierte Auskunft zu geben. Die Studienbegleitung
fördert einen dazu befähigenden
Entwicklungsprozess bei den Studierenden.
Die Studienbegleitung wird im Bischöflichen Generalvikariat
Trier vom Strategiebereich 2: Personalplanung
und Personalentwicklung verantwortet. Vorgesehene
Maßnahmen werden durchgeführt von:

  • einer Mentorin oder einem Mentor in Koblenz, Saarbrücken und Trier sowie
  • einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter derAbteilung Schule und Hochschule.

Sie ist für alle Studierenden mit der Berufsperspektive
Religionslehrerin/Religionslehrer ein Forum zur
Auseinandersetzung mit beruflichen, kirchlichen und
persönlichen Anforderungen in Form von offenen
Angeboten und verbindlichen Elementen. Wichtige
Bestandteile der Studienbegleitung sind das persönliche
Gespräch und die menschliche Begegnung mit
den Verantwortlichen und anderen Studierenden.
Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter der Schulabteilung
informiert über das spezifische Berufsprofil
des Religionslehrers und die kirchlichen Anforderungen
und Voraussetzungen für die Beauftragung und
Bevollmächtigung zur Erteilung des Faches Katholische
Religion durch den Bischof (Missio canonica).
Die Mentorin oder der Mentor vor Ort steht für die
persönliche Begleitung zur Verfügung und vermittelt
entsprechende Angebote bzw. führt entsprechende
Veranstaltungen selbst durch.
Zwischen Mentorat und Katholischer Hochschulgemeinde
gibt es eine verbindliche Kooperation. Sie
zeigt sich vor allem darin, dass
beide Einrichtungen i. d. R. gemeinsam in einem
Gebäude untergebracht sind,

  • konkrete Angebote (geistliche Angebote, Bildungsangebote) der Katholischen Hochschulgemeinde in einer gemeinsamen Semesterplanung als Angebote für das Mentorat vereinbart werden;

 

  • eine gemeinsam verabredete Jahresplanung der Kooperation dient;

 

  • eine regelmäßige Reflexion der Zusammenarbeit stattfindet;

 

  • eine Überprüfung der Kooperation durch des Strategiebereich 2: Personalplanung und Personalentwicklung erfolgt.

2. Verbindliche Anforderungen der Kirchlichen
Studienbegleitung
Die Teilnahme an den verbindlichen Elementen der
Studienbegleitung wird gegenüber der für den
Religionsunterricht zuständigen Abteilung des Bischöflichen
Generalvikariates Trier durch einen Studienbegleitbrief
dokumentiert und bestätigt.
2.1 Einführungsveranstaltung
Eine Einführungsveranstaltung im ersten Studienjahr
dient dem Kennenlernen und der Information
über die Angebote und Anforderungen der Studienbegleitung
und das kirchliche Profil einer Religionslehrerin
oder eines Religionslehrers (Missio canonica).
2.2 Orientierungsgespräch mit der Mentorin
oder dem Mentor
Ein Orientierungsgespräch ist möglichst im ersten
Studienjahr vorgesehen. Es dient insbesondere

  • der Reflexion der persönlichen Berufsmotivation, Katholischen Religionsunterricht zu erteilen;

 

  • der Hilfe bei fachlichen und berufsbezogenen Klärungs- und Entscheidungsprozessen;

 

  • der Entwicklung der persönlichen religiösen Kompetenz und gelebten Spiritualität im Studium und im künftigen Berufsleben;

 

  • der Beratung im Blick auf die Beantragung der vorläufigen kirchlichen Unterrichtserlaubnis und der Missio canonica.

Weitere Gespräche ohne Verpflichtungscharakter
werden empfohlen.
2.3 Spirituelle Hilfen
Die eigene spirituelle Kompetenz wird gestärkt
durch die Teilnahme an Veranstaltungen zur Einübung
und Vertiefung des geistlichen Lebens in der
Studienbegleitung, der Hochschulgemeinde oder von
Ordens- und geistlichen Gemeinschaften und anderen
kirchlichen Einrichtungen nach Vereinbarung
mit der Mentorin oder dem Mentor.
2.4 Kirchenpraktisches Engagement
Das kirchenpraktische Engagement fördert die
Verbundenheit der Religionslehrerin oder des Religionslehrers
mit verschiedenen Feldern kirchlichen
Lebens und Handelns. Art und Umfang richten sich
nach den jeweiligen Vorgaben des Studienganges
und des Bistums.
Praxisfelder können z. B. sein: Pfarrgemeinde/Pfarreiengemeinschaft/
Dekanat/Hochschulgemeinde/
Kirchliche Verbands- und Jugendarbeit/Einrichtungen
der Caritas/Kirchliche Behinderten- oder Senioreneinrichtungen/
Hospizarbeit.
Alternative Formen sind:

  • ein ehrenamtliches Engagement;

 

  • die Mitwirkung in einem aktuellen studienbegleitenden kirchlichen Projekt;

 

  • ein kirchliches Praktikum in den Semesterferien.

Ein von der Praktikantin oder dem Praktikanten
anzufertigender Kurzbericht und der Nachweis der
jeweiligen Einrichtung dienen als Grundlage für ein
Reflexionsgespräch mit der Mentorin oder dem
Mentor.
2.5 Abschlussgespräch mit der Mentorin oder
dem Mentor
Mit der Mentorin oder dem Mentor ist ein Abschlussgespräch
vorgesehen.
3. Fakultative Angebote der Kirchlichen Studienbegleitung
Ergänzend zum verbindlichen Teil bietet die
Mentorin oder der Mentor weitere Veranstaltungen
an oder weist auf zusätzliche Möglichkeiten vor Ort
hin, die geeignet sind, die persönliche und religiöse
Kompetenz der angehenden Religionslehrerinnen
oder Religionslehrer zu stärken.
Mögliche Bereiche sind: Grundfragen des Glaubens
bzw. der Glaubensverantwortung; Gottesdienste und
Kirchenjahr; Persönlichkeitsentwicklung; Kontakte
zu Personen mit besonderer Verantwortung im
Bistum und anderes mehr.
II. Diese Ausführungsbestimmungen treten am 1.
Juli 2007 in Kraft.

Trier, den 19. Mai 2007

Prälat Dr. Georg Holkenbrink
Bischöflicher Generalvikar


1 Die deutschen Bischöfe, Der Religionsunterricht vor neuen
Herausforderungen, Bonn 2005, S. 34f.
2 Vgl. a. a. O., S. 18.
3 Karl Kardinal Lehmann in seiner Hinführung zu „Kirchliche
Anforderungen an die Studiengänge für das Lehramt in Katholischer
Religion sowie an die Magister- und BA-/MA-Studiengänge
mit Katholischer Religion als Haupt- oder Nebenfach“,
Bonn 2003, S.7.
4 Die deutschen Bischöfe, Religionsunterricht vor neuen
Herausforderungen, a.a.O., S. 34.

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