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Bistum Trier
Donnerstag, 9. Oktober 2014

Anerkennen, was Gott Großes getan hat

Seligsprechungsverfahren Pater Haw: Diözesane Phase abgeschlossen

Trier – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat am 8. Oktober in Trier die „diözesane Phase im Seligsprechungsverfahren für den Diener Gottes Pater Johannes Maria Haw“ abgeschlossen. Nun werden die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen zur weiteren Prüfung nach Rom weitergeleitet. Das Seligsprechungsverfahren für den Gründer des Johannesbundes war im März 2011 mit Erlaubnis der zuständigen römischen Kongregation eröffnet worden.

In der feierlichen Schlusssitzung im Gotischen Saal des Domkreuzganges, bei der auch die Ordensoberen der von Haw gegründeten Johannesschwestern und Johannesmissionare anwesend waren, stellte der vom Trierer Bischof mit der Durchführung des Verfahrens beauftragte Delegat Prälat Dr. Klaus Peters noch einmal den Prozessverlauf zusammenfassend dar. Demnach gehörten zum Prozess unter anderem die Befragung von Zeugen und die Inspektion der Wirkstätten von Pater Haw; eine historische Kommission hatte Dokumente zusammengetragen, gesichtet und auf ihre Qualität hin überprüft.

Bischof Ackermann dankte allen Beteiligten für ihre Arbeit, begutachtete das Original der Akte und vergewisserte sich über die angefertigten Kopien. Nach der Anordnung des Bischofs, die Dokumente nun nach Rom zu übergeben, leistete die Überbringerin der Dokumente, Sr. Celeste Gonçalves, den entsprechenden Eid. Anschließend legten auch der Bischof, Delegat Peters, Kirchenanwalt Prälat Prof. Dr. Maximilian Hommens, die Notare Michael Klahm und Karin Pohl sowie Postulator Pater Johannes Ambach den Eid ab, dass sie das Verfahren ordnungsgemäß durchgeführt hatten. Nach der Verlesung des Protokolls, der Schlusserklärung des Bischofs und der Versiegelung der Dokumente endete die Sitzung mit dem Gebet für die Seligsprechung Pater Haws.

Im Anschluss an die Sitzung fand ein Gottesdienst in der Trierer Kirche St. Irminen statt, deren Rektor Pater Haw von 1906 bis 1909 war und an der noch heute Johannesschwestern tätig sind. Der Bischofsvikar für die Orden und Offizial Prälat Dr. Georg Holkenbrink betonte in seiner Predigt, in dem Seligsprechungsverfahren gehe es darum, „in Freude über das, was wir, was viele einzelne von uns glaubend im Leben und Wirken des Johannes Maria Haw als gnädiges Wirken Gottes erkannt haben“ um die Prüfung dieser Glaubenserfahrungen und um deren Bestätigung durch die Kirche zu bitten. Haw habe als Priester und Seelsorger Einblick erhalten in die vielfältigsten Formen von Nöten und sei diesen Nöten mit Entschlossenheit begegnet. Er sei nicht müde geworden, „den nach geistlicher Orientierung Suchenden den Weg zu weisen zu dem Leben in Fülle, das es in der lebendigen Beziehung mit Gott und seinem Sohn, Jesus Christus, gibt“.

Holkenbrink erinnerte daran, dass mit der Weiterleitung der Ergebnisse der diözesanen Prüfung nach Rom letztlich nicht eine Ehrung für Pater Haw und sein verdienstvolles Wirken erbeten werde. „Die Selig- oder Heiligsprechung ist keine posthume Verleihung eines Verdienstordens der Kirche für besonders herausragende Leistungen. Wir erbitten vielmehr, dass die Kirche anerkenne, was Gott Großes an, in und durch diesen Menschen getan hat. Wir bezeugen somit, dass allein Gottes gnädiges Handeln den Menschen zum Heiligen macht.“                                                                                                                    

Johannes Haw, 1871 in Schweich geboren, wurde am 30. März 1895 im Trierer Dom von Bischof Michael Felix Korum zum Priester geweiht. Nach kurzer Tätigkeit als Kaplan in Koblenz war er als Pfarrvikar in Holz und dann als Pfarrer in Wintersdorf tätig. Unter den Bergleuten in Holz lernte Haw die Not der Familien kennen, die von Alkoholabhängigkeit betroffen waren. Seit dieser Zeit engagierte er sich im Kampf gegen den Alkoholismus, wurde Direktor des Katholischen Mäßigkeitsbundes im Bistum Trier und übernahm nach drei Jahren als Geistlicher Rektor des Hospitals St. Irminen in Trier die Leitung des Katholischen Mäßigkeitsbundes für Deutschland. Haw gab den Abhängigen nicht nur fachliche Unterstützung, sondern half ihnen mit geistlichen Übungen, der Abhängigkeit und der Neigung zu widerstehen. Um dieses Konzept besser umsetzen zu können, gründete er den „Johannesbund“, mit Sitz in Leutesdorf. Dort kaufte er ein Haus für Alkoholabhängige und -gefährdete. Aus der von Haw gegründeten Vereinigung entstanden zwei Orden: die Johannesschwestern von Maria Königin und die Missionare vom heiligen Johannes dem Täufer. Haw gründete auch die heute noch bestehende „Katholische Schriften-Mission Leutesdorf“. Am 28. Oktober 1949 starb Haw in Leutesdorf und liegt dort in der Ölbergskapelle begraben.