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Bistum Trier
Freitag, 20. April 2018

Besinnliche Momente in der Alltagshektik

Den Glauben leben: Ökumenisches Mittagsgebet auf dem Trierer Hauptmarkt

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Trier – Die Szenerie hat etwas Faszinierendes, wenn nicht sogar Skurriles: Touristen schauen sich staunend die baulichen Schätze in Triers guter Stube an; Einheimische und Besucher Triers sitzen vor den Cafés und Restaurants in der Sonne oder hasten mit prall gefüllten Einkaufstüten eiligen Schrittes über den Hauptmarkt, ohne Marktkreuz oder Brunnen zu beachten. Und mitten im „normalen“ Alltagstrubel versammeln sich plötzlich Menschen auf dem beliebten Platz. An diesem Tag sind auch viele Ordensschwestern dabei. In froher Erwartungshaltung – so jedenfalls sieht es aus. Und richtig: Denn es ist kurz vor 12.15 Uhr. Die hier Versammelten sind zum Bistumsfest nach Trier gekommen und wissen: Zu dieser Uhrzeit steht während der Heilig-Rock-Tage das Ökumenische Mittagsgebet an.

Das wird nicht etwa in der Hohen Domkirche oder der prachtvollen Liebfrauenbasilika gebetet, also nicht „im geschützten Raum“, sondern da, wo das Alltagsleben pulsiert. „Wir lassen uns herausrufen und gehen auf den Hauptmarkt. Es ist wichtig, dass wir draußen stehen und uns zu Wort melden“, hat Anna Werle, Referentin im Arbeitsbereich „Ökumene und Verkündigung“ des Bistums Trier, im Vorfeld der diesjährigen Heilig-Rock-Tage erklärt. An diesem Tag sind es nicht bloß „Insider“, die stehen bleiben. Zur Einstimmung auf das Gebet spielen die Blechbläser des Auguste-Viktoria-Gymnasiums Trier unter der Leitung der Lehrerin Sigrun Spies-Werle. Das hört sich so gut an, dass viele Menschen innehalten und wissen wollen, wer denn da auf dem Hauptmarkt den Ton angibt. Matthias Neff, Geschäftsführer der Ökumenekommission des Bistums Trier und stellvertretender Leiter der Abteilung Pastorale Grundaufgaben im Bischöflichen Generalvikariat, erklärt: „Unter der Überschrift ‚Herausgerufen – du hast mehr verdient‘ gestaltet jeden Tag ein anderer das ökumenische Mittagsgebet.“ Er und Anna Werle hätten dazu Menschen angefragt, die sich ökumenisch engagieren. Und wie es sich für die Ökumene „auf dem gemeinsamen Weg der Kirchen zur einen Kirche“ gehöre, sind Liturgen unterschiedlicher Glaubensrichtungen vertreten, ganz gleich ob nun evangelisch, katholisch oder griechisch-orthodox. An diesem Tag ist es Bruder Peter Berg, Generaloberer der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf, der an ungewohnter Stätte ans Mikrofon tritt und das „Du hast mehr verdient“ aufgreift. „Gottes uneingeschränktes Ja zu jedem Menschen, seine Lebenszusage macht uns wertvoll“, sagt Peter Berg. „So liegt in uns selbst die Kraft und die Chance, unsere Möglichkeiten ins Leuchten zu bringen.“ Sein Appell: „Du bist einmalig. Verstecke dich nicht. Zeige deine Talente und Fähigkeiten. Lebe nicht unter deinem Niveau. Niemand kann alles, und niemand kann nichts.“ Dann singen alle gemeinsam das „Lobe den Herren“ und beten das „Vater unser“.

Zwei Freundinnen aus Saarburg-Beurig sind froh, dass sie das Mittagsgebet nicht verpasst haben. Nein, ihre Namen wollen sie nirgends lesen, wollen kein Aufhebens um ihre Person. Aber ihre Geschichte erzählen sie gerne: Sie sind Freundinnen, gehen schon immer gemeinsam durchs Leben, singen im Chor St. Marien. Und seit der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 reservieren sie stets einen Tag im Terminkalender, um zusammen das Bistumsfest zu feiern. Es geht natürlich auch um das leibliche Wohl und das gemeinsame Mittagessen, aber auch um geistige Kost, spirituelle Impulse. Seite an Seite zu beten, ist den Freundinnen einfach wichtig. Auch Helga Bohnertz aus Koblenz ist extra auf den Hauptmarkt gekommen, um „das Gebet bloß nicht zu verpassen“. Die 72-Jährige findet den ökumenischen Ansatz gut. Aber eben auch die besondere Atmosphäre. „Es ist, als ob die Welt für einige Minuten einfach stehen bleibt. Außerdem kann ich so öffentlich zeigen, dass ich an Gott glaube und das auch lebe.“

Das komplette Programm und unsere Bildergalerie finden Sie unter www.heilig-rock-tage.de

(red)