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Montag, 27. April 2015

Denkanstöße in der „Saubar“

Neues Format lädt in Koblenz zur Begegnung mit Menschen und Büchern ein

Koblenz – Der Gewölbekeller der Saubar in Koblenz ist in warmes rötliches Licht getaucht, die Tische sind voll besetzt, Stimmengewirr erfüllt den Raum. Ein typischer Abend in dem Restaurant, das sich inmitten der Koblenzer Altstadt-Gassen befindet. Fast. Denn hier feiert an diesem Abend eine neue kreative Veranstaltungsreihe Premiere. „Denkbares – Begegnungen mit Büchern und Menschen“ heißt das katholische Format, das zu Lesung, Diskussion und Austausch an diesen eher ungewöhnlichen Ort einlädt.

„Ganz bewusst wollten wir mit dieser Reihe an einen völlig neuen Ort gehen - mit ganz anderem Ambiente, als man es sonst von Bildungsveranstaltungen vielleicht gewohnt ist“, sagt Georg Falke von der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz. Für das innovative Format kooperieren er und Initiatorin Gudrun Schäfer vom Forum Vinzenz Pallotti mit der Buchhandlung Heimes, dem Limburger Magazin Eulenfisch, dem Dekanat Koblenz und eben der Saubar, die an diesem Abend die Bühne für das Thema „Andächtig leben“ liefert. Philosophieprofessor Holger Zaborowski von der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar hat dazu sein gleichlautendes Buch mitgebracht. Die kurzen Impulstexte darin handeln nicht nur von den großen Fragen nach Glück, Trauer, Leid oder Schuld. Zaborowski befasst sich mit den grundlegenden Bedürfnissen des Menschen, mit seinen Beziehungen zu anderen, Gott und der Welt. Mit „Gehen“, „Lachen“, „Wohlwollen“, oder „Reisen“ sind seine Texte überschrieben, die in der Kolumne „Liturgie im Leben“ in der Wochenzeitschrift „Christ in der Gegenwart“ erschienen und jetzt in einem Buch gesammelt sind.

Den über 30 Zuhörern liest Zaborowski zunächst einen Text vom „glücken“ vor. In unserer Welt gehe die Tendenz zur Selbstverwirklichung, zu immer neuen Projekten auf dem Weg zum „Glück“ – aber wirkliches Glück sei eine Gnade, die einem geschenkt werde, sagt Zaborowski und stellt die provokante These in den Raum, dass der Mensch nur sehr begrenzt „seines Glückes Schmied ist.“  Um den Text zum „Wohlwollen“ entspinnt sich eine rege Diskussion im Publikum. Das Wohlwollen gegenüber anderen Menschen, aber auch der Natur könne man einüben, so Zaborowski. Ohne den Blick für das Schlechte zu verlieren, sei das Zusammenleben mit der Brille des Wohlwollens leichter. Rasch finden da Zuhörer die Assoziation zum Thema Flüchtlinge. Auch ihnen könnten die Menschen bei allen vorhandenen Problemen mit Wohlwollen begegnen – oft sei es gerade die Brille des Misstrauens, die Gründe liefere, Flüchtlinge vorschnell zu verurteilen.

Das menschliche Grundbedürfnis „essen“ wird schließlich nicht mehr anhand eines Textes, sondern ganz praktisch anhand der Speisekarte der Saubar abgehandelt. „Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Auftakt von „Denkbares“, sagt Schäfer am Ende. Besonders habe sie gefreut, dass auch junge Leute gekommen seien und jedes Alter vertreten war. „Es geht uns darum, neben den eher klassischen Orten für Bildungsveranstaltungen einmal neue Räume, neues Publikum zu erschließen – und das ist heute gelungen“, unterstreicht Falke.

„Denkbares“ gibt es wieder am Donnerstag, 28. Mai zum Thema „Gelassenheit – wie geht das?“ und am Mittwoch, 1. Juli zu „Helden und Legenden - ob sie uns heute noch etwas zu sagen haben“, jeweils von 19 bis 20.30 Uhr in der Saubar.