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Montag, 21. Dezember 2015

Der etwas andere Weihnachtsgottesdienst

Muslime und Christen gestalten gemeinsam Feier an Heiligabend

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Die Weihnachtsbotschaft vom „Frieden auf Erden“ kann nur gemeinsam gelingen: Das hat ein Team von Ehrenamtlichen um Dechant Jörg Meyrer sich in Bad Neuenahr-Ahrweiler zu Herzen genommen und bietet am Heiligabend einen Weihnachtsgottesdienst der besonderen Art an: Um 19.30 Uhr werden Christen und muslimische Flüchtlinge gemeinsam eine Feier in der Kirche St. Laurentius gestalten. Dazu sind alle Menschen eingeladen, die „Weihnachten mal anders“ feiern möchten.

„In der Vorbereitung auf die Weihnachtsgottesdienste kam uns die Idee, einen neuen Akzent zu setzen, etwas zwischen Kinderkrippenspiel und Christmette“, berichtet Dechant Jörg Meyrer. Schnell sei auch deutlich geworden: „Wenn wir die Botschaft von Weihnachten, von Frieden auf Erden für alle Menschen feiern, dann können wir das nicht ohne diejenigen tun, die hierhergekommen sind, um Schutz und Zuflucht zu suchen.“ Seine Ansprechpartner unter den muslimischen Flüchtlingen musste Meyrer nicht lange suchen: Seit September leben bei ihm im Pfarrhaus von St. Laurentius drei junge muslimische Kurden aus Syrien, darunter auch der 27-jährige Sherro Khalil. Die jungen Männer seien sofort bereit gewesen, bei dem Projekt mitzumachen. Khalil wird die Begrüßung mitgestalten und die deutschen Texte übersetzen, und auch christliche Flüchtlinge aus Syrien werden mitwirken. Vor der Kirche werden zunächst Kerzen an die Besucher verteilt, die dann am Friedenslicht aus Bethlehem entzündet werden, erläutert Meyrer den Ablauf. Dann ziehen alle in die noch dunkle Kirche ein, wo an mehreren Stationen der Gottesdienst gefeiert wird. „Wir werden die Geburt Jesu, die wir Christen an Weihnachten feiern, unter dem Aspekt anschauen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es im islamischen und christlichen Glauben gibt.“ Ein Schwerpunkt der Feier sei die Botschaft, die von Weihnachten ausgehe: Frieden auf Erden für alle Menschen. So werde im Gottesdienst etwa auch ein Friedensgebet aus dem Koran vorgetragen.

„Wir möchten mit dem Gottesdienst einfach versuchen, ein Stück Weg miteinander zu gehen, Gastfreundschaft und Solidarität zeigen“, sagt Meyrer auch stellvertretend für seine Teammitglieder Ursula Läufer, Ulrike Phiesel, Brigitte Böge. Einladungskarten in sechs Sprachen hat das Team auch in der Außenstelle der Erstaufnahmestelle Trier in Bad Neuenahr-Ahrweiler verteilt, wo derzeit rund 300 Flüchtlinge untergebracht sind. „Es ist klar, dass es immer noch ein christlicher Gottesdienst ist, aber unsere Gäste sollen einen aktiven Part haben“, sagt Meyrer. Für muslimische Flüchtlinge sei die christlich geprägte Advents- und Weihnachtszeit in Deutschland erst einmal völlig neu. „Aber sie interessieren sich sehr für unsere Kultur und Bräuche und es geht darum, sich gegenseitig zu verstehen und zur respektieren. Und die Friedensbotschaft gilt schließlich allen Menschen.“