Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Zur Reichweitenmessung der Seiten nutzen wir eine anonymisierte Statistik, die keine personenbezogenen Rückschlüsse auf Sie zulässt. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Datenschutzerklärung

Bistum Trier
Mittwoch, 14. Mai 2014

Fatimakapelle feiert Jubiläum

500 Frauen und Männer pilgern mit bei Lichterprozession in Kisselbach

Kisselbach – Kleine Kapelle, großes Jubiläum: Gestern hat der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters in Kisselbach einen festlichen Gottesdienst anlässlich des 60sten Geburtstags der Fatimakapelle gefeiert. Rund 500 Männer und Frauen pilgerten anschließend gemeinsam mit dem Weihbischof in einer Lichterprozession von der Pfarrkirche St. Apollonia zu der Kapelle am Waldrand. Gemeinsam mit Peters zelebrierten den Gottesdienst Pfarrer Günther Vogel, Pater Josef Thazhathuveettil VC, Diakon Andreas Denner und Diakon Karl-Werner Fachinger.

 Die letzten Sonnenstrahlen begleiten die Pilgerinnen und Pilger auf ihrem Weg vorbei an leuchtenden Rapsfeldern. Das Ziel: Der Waldrand am Horizont, wo vor 69 Jahren ein aus dem Zweiten Weltkrieg heimgekehrter Soldat ein Marienbild an einen Baum heftete. Dankbar für seine Rückkehr schrieb er: „Maria hat mir auf wunderbare Weise geholfen“. Das Marienbild zog seitdem Sonntag für Sonntag Gläubige aus Kisselbach und der Umgebung an, die für die Gefallenen und Vermissten des Krieges beteten. Im Frühjahr 1954 bauten Freiwillige unter der Regie des damaligen Pfarrers Gregor Csóti eine Marienkapelle, die am 27. Mai 1954 eingeweiht wurde. Der Ort sei bewusst gewählt worden, erklärt der heutige Pfarrer Günther Vogel: Sie stehe an einem alten Grenzpunkt. Und so, wie diese ehemaligen Grenzen heute keine Bedeutung mehr haben sollten, so sollten durch die Fürsprache der Gottesmutter Maria als Friedenskönigin trennende Grenzen zwischen den Konfessionen, aber auch zwischen den Völkern überwunden werden. Jeweils am 13. jedes Monats von Mai bis Oktober seien seither Gläubige in Lichterprozessionen zur Kapelle gepilgert, um für Frieden, aber auch persönliche Anliegen zu beten.

 Der 13. hat für Katholiken eine besondere Bedeutung: An diesem Tag wird der Marienerscheinungen im portugiesischen Fatima 1917 gedacht. Daran erinnerte auch Weihbischof Peters in seiner Predigt, die er im Wald vor der Fatimakapelle hielt. Drei portugiesische Hirtenkinder hätten damals von sechs Marienerscheinungen berichtet. Maria habe ihnen unter anderem Einblicke in die Hölle, in die Brutalität des Krieges und in ein Attentat gewährt – die so genannten drei Geheimnisse von Fatima. Die Kinder seien damals in einem kirchenfeindlichen Regime aufgewachsen, das Feiertage abschaffte, Priester und Ordensleute verfolgte. „Maria hat die Kinder mit Leid und Trauer konfrontiert, aber ihnen gleichzeitig die Hoffnung auf Frieden, auf das Himmelreich mitgegeben“, sagte Peters. Der Aufruf zum Frieden sei aktueller denn je: „Denken wir an den Sudan, an die verschleppten Mädchen in Nigeria, an Syrien und viele verfolgte und benachteiligte Christen weltweit.“ Die Botschaft sei klar: „Der Glaube wird am Ende mächtiger sein als Panzer und Waffen.“

 Nach der Predigt dankte Peters besonders dem Ehepaar Gisela und Toni Wald, die sich seit 60 Jahren ehrenamtlich um die Kapelle kümmern. Peters überreichte ihnen eine Dankesurkunde des Trierer Bischofs Stephan Ackermann für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement. Wie schon auf dem Hinweg begleiteten der Musikverein Liebshausen und der Kirchenchor Kisselbach die 500 Männer und Frauen auf dem Rückweg zurück zur Pfarrkirche, wo Peters den sakramentalen Segen spendete.