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Bistum Trier
Montag, 23. Februar 2015

Keine Frömmigkeitsübung sondern Symbol der Hoffnung

Bischof Ackermann segnet neuen Kreuzweg in der Pfarrei St. Peter Westum ein

Westum – Unzählige Kreuzwege gibt es im Bistum Trier – manche sind gepflegt, manche renoviert, andere zerfallen und nicht mehr genutzt. Die Einsegnung eines ganz neu errichteten Kreuzwegs ist allerdings etwas Außergewöhnliches – auch für den Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann, wie er selbst am 22. Februar in Westum betont hat. „Auch für mich als Bischof ist das eine Premiere“, begrüßte Ackermann die Gläubigen beim Festgottesdienst, der der Einsegnung des neuen Kreuzwegs in der Pfarrei St. Peter vorausging. Stellvertretend für die Unterstützung der ganzen Dorfgemeinschaft dankte Ackermann dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Hans-Günther Fleck und dem Verwaltungsratvorsitzenden Erwin Ritterrath.

In seiner Predigt betonte Ackermann, das Festhalten an der Tradition des Kreuzweges sei mehr als eine Frömmigkeitsübung. „Es ist vielmehr die Möglichkeit, sich mit sich selber und seinem Glauben auseinander zu setzten. Selbst der Weg von Jesus, der unweigerlich mit dem Tod am Kreuz verbunden ist, erweist sich durch den Glauben und das Vertrauen auf Gott als richtiger Weg.“ Gerade in der Fastenzeit, der Zeit der Reinigung und der Erneuerung, sei das Beten des Kreuzweges eine sinnvolle Hilfe bei der Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, dem eigenen Glauben und dem eigenen Kreuz. „Das Kreuz bringt vieles von unserem Glauben auf den Punkt. Es ist das Logo des Christentums“. Dass es nicht immer leicht sei, Christ zu sein, zeige sich gerade in der heutigen Zeit. Überall auf der Welt würden Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet, wie das Beispiel von 21 ermordeten koptischen Christen aus Ägypten in Lybien aktuell zeige.

Für die Kritiker bedeute der Kreuzweg vielleicht das Festhalten am Alten, an Traditionen. „Für uns Christen ist der Kreuzweg aber auch ein Zeichen der Hoffnung. Der Hoffnung auf das göttliche Geschenk, das uns zu Ostern gegeben wird. Wenn wir unser Leben als einen Weg im Zeichen des Glaubens sehen, dann ist das Kreuz ein positives Vorzeichen. Es hilft uns, als Menschen zu leben, die an die Kraft von Frieden und Versöhnung glauben, die aber auch trauern können. Trauern, um die Chancen und Möglichkeiten, die wir nicht nutzen“. Der Weg des Lebens brauche, wie der Weg des Glaubens, auch die Kraft zur Umkehr. Die Herausforderung bei der Umkehr liege darin, gegen die eigene „Schwerkraft“ ankämpfen zu müssen.  

Mit dem neuen Kreuzweg knüpfe die Pfarreiengemeinschaft Sinzig an die Tradition des Karfreitagsgebetes an, erklärte der Westumer Verwaltungsratsvorsitzende Erwin Ritterrath. Vor rund 30 Jahren vom damaligen Pfarrer Bruno Strickstrock initiiert, sei der Kreuzweg immer wieder entlang der heutigen Strecke gebetet worden. 2012 sei in der Gemeinde der Gedanke aufgekommen, den Weg mit festen Stationen auszubauen. Unter der „Schirmherrschaft“ des Verwaltungsrates habe man bald Bernd Dobrzynski aus Rieden als Künstler für das Projekt gewinnen können, der die Basalt-Stelen entwarf. „Dieser Kreuzweg steht auf starken Fundamenten. Denn nicht nur Einzelpersonen oder Familien, sondern eine Vielzahl an Vereinen und Gruppierungen hat sich in dieses Projekt mit eingebracht“, unterstrich Ritterrath. Über dieses Engagement und den „Chefbesuch“ des Bischofs freute sich auch Mitzelebrant Dechant Achim Thieser. Die 14 neuen Stationen erstrecken sich auf rund drei Kilometern von der Kirche St. Peter entlang des Wirtschaftsweges bis zum Wegekreuz auf der Koisdorfer Höhe.