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Bistum Trier
Donnerstag, 12. Februar 2015

Messe Dienen für „alte“ Anfänger

Rayerschied geht neue Wege und wirbt erwachsene Ministranten

Rayerschied – Zum Fest der Darstellung des Herrn Anfang Februar werden in katholischen Kirchen traditionell die Kerzen geweiht. In Rayerschied stehen in diesem Jahr aber drei besondere Kerzen auf dem Altar der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk: Sie sind Symbol für drei Erwachsene, die während des Gottesdienstes vorgestellt und in ihren Dienst als Messdiener eingeführt wurden.

Meist beginnen Kinder ihren Dienst als Ministranten nach der Erstkommunion und sind in diesem Dienst ehrenamtlich bis zur Firmung, manchmal auch darüber hinaus, tätig. In den letzten Jahren spürten die Gemeinden jedoch deutlich den demografischen Wandel, erklärte Markus Koch, Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Rayerschied. „Die geburtenschwachen Jahrgänge fordern ebenso ihren Tribut, wie die Tatsache der geringer werdenden Kirchenbindung. Dies führt dazu, dass immer weniger Kinder bereit sind, diesen wichtigen Dienst zu übernehmen.“ Kirche müsse daher in Zukunft offen sein für Menschen, die einen anderen Glaubensweg hinter sich haben, betonte Gemeindereferentin Kathrin Altmeppen in ihrer Begrüßung vor dem Gottesdienst. Zwei der drei neuen Messdiener seien in ihrer Kindheit keine  Ministranten gewesen.

Für Neu-Messdienerin Ingrid Kasper aus Benzweiler ging jetzt ein Lebenstraum in Erfüllung: „Früher als junges Mädchen wäre ich gerne Messdienerin geworden, aber damals durften wir ja nicht, sagt sie. Ulrich Hübel aus Pleizenhausen, der ebenfalls als Kind nicht ministrierte, fügt hinzu: „Als Kind habe ich mich dabei nicht wohlgefühlt. Deshalb habe ich damals den Dienst nicht aufgenommen.“ Auch der in der Pfarrei engagierte Koch, eigentlich ein „alter Hase“, hat sich wieder für den Dienst beauftragen lassen. Er hat das Projekt mit initiiert, betont aber, die bisherige Messdienerarbeit im Bereich Kinder und Jugendpastoral solle damit keineswegs ersetzt werden. Sie leiste einen wichtigen Beitrag zur Gemeindeentwicklung.

Neben den drei neuen erwachsenen Messdienern waren so auch vier jugendliche Ministranten während des Gottesdienstes dabei. Gottesdienste erhielten durch Ministranten einen festlichen Rahmen, betonte auch Altmeppen. Bei den Jugendlichen seien insbesondere Jana und Nico Hübel aus Pleizenhausen hervorzuheben, da sie bereits lange Jahre den Dienst verrichteten. „Ihr seid jetzt so etwas wie „Obermessdiener“, die die jungen und alten Anfänger in ihrem Dienst begleiten und unterstützen müssen.“ Dafür gab es Applaus von den Gemeindemitgliedern. Das Projekt sei mit der Einführung der erwachsenen Messdiener nicht zu Ende, betonte Koch. „In Rayerschied haben weitere fünf Erwachsene Interesse bekundet, Messdiener werden zu wollen.“ Zwar ist Rayerschied in der Pfarreiengemeinschaft eine Art Pilotgemeinde, sagt Altmeppen. Aber es brauche auch in den anderen Gemeinden Menschen, die sich in den Dienst nehmen lassen“, betont Pfarrer Günther Vogel. „Selbst in Rheinböllen, wo wir viele Messdiener haben, ist es gerade bei Beerdigungen unter der Woche schwierig, Ministranten zu finden, da diese meist weiterführende Schulen in Hargesheim oder Simmern besuchen, und erst spät nachmittags nach Hause kommen.“

Wer sich als Kind, Jugendlicher oder Erwachsener für den Ministrantendienst interessiert, kann sich im Internet unter www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de oder bei Markus Koch, Tel.: 06766-732 informieren.