Bistum Trier
Mittwoch, 28. März 2018

Mit Kraft und Zärtlichkeit

Bischof Ackermann ermutigt in Chrisammesse, die Frohe Botschaft weiterzutragen

Trier – „Mit Kraft und Zärtlichkeit will Jesus Balsam für unser ganzes Leben sein“: Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann in der Chrisammesse am 28. März im Trierer Dom gesagt. In dem Gottesdienst weihte er die heiligen Öle Chrisam, Katechumenen- und Krankenöl, die für die Spendung der Sakramente wie Taufe, Firmung, Krankensalbung oder Priesterweihe benötigt werden. Außerdem erneuerten die anwesenden Priester ihr Weiheversprechen. Der Blick auf die Heiligen Öle mache deutlich, dass Jesus komme, um den Menschen nahe zu sein mit seiner heilenden, stärkenden Kraft, sagte Ackermann. Dafür stehe das Öl, das kraftvoll und zugleich behutsam wirke.

In seiner Predigt ging der Bischof auf das Bibelwort „Der Geist Gottes ruht auf mir. Denn der Herr hat mich gesalbt; er hat mich gesandt, um den Armen frohe Botschaft zu bringen“ ein, mit dem Jesus eine Prophezeiung von Jesaja aufgreift. Dieses Wort bringe Jesu Auftrag „auf den Punkt“: das gute und bestärkende Wort zu bringen. Weil die Christen durch die Salbung bei der Taufe mit Christus verbunden seien, „sollen auch wir Träger der Frohen Botschaft in dieser Zeit sein“.

Doch, so fragte Ackermann, was macht eine Nachricht eigentlich zu einer guten Nachricht, zu einer frohen Botschaft? In Anlehnung an Papst Franziskus nannte er drei Kriterien: Erstens müsse die Nachricht wahr sein. Menschen könnten eher die schmerzliche Wahrheit ertragen als angelogen zu werden. Jesu Botschaft enthalte allerdings keine „mathematische Wahrheit“, sie sei eine „Weg-Wahrheit“: sie brauche „Vorschuss-Vertrauen“, man müsse sich darauf einlassen. Da sei es hilfreich, als Christen von ungezählten Menschen umgeben zu sein, die sich auf diesen Weg gemacht hätten und deren Leben Tiefe und Hoffnung bekommen habe, weil sie die Botschaft als wahr erfahren haben. Und schließlich habe Gott selbst diese Botschaft durch die Auferstehung Jesu an Ostern als wahr bestätigt.

Zum zweiten müsse eine gute Nachricht konkret werden: „Sie muss etwas mit meinem Leben zu tun haben“. Was abstrakt bleibe, bleibe belanglos. „In Jesus Christus ist die Botschaft konkret geworden und hat ein Gesicht bekommen.“ Diese Konkretheit bleibe etwa in der Feier der Sakramente erhalten: „Im Brot der Eucharistie wird er unsere Speise; in den Heiligen Ölen berührt er uns.“ Jesus wolle auch konkret werden „durch unser Leben“: Die Frohe Botschaft dürfe nicht nur in Büchern oder ein Lippenbekenntnis bleiben. „Von Erlösung zu sprechen, aber immer total unentspannt zu wirken ist nicht authentisch; oder zu sagen ‚Ich glaube an den Gott den Barmherzigkeit‘, aber nicht bereit zu sein, den ersten Schritt zu tun.“ Drittens müsse eine wahrhaft frohe Botschaft dem Leben dienen und den Menschen aufrichten: „Wenn sie erniedrigt, kann sie keine Frohe Botschaft sein“, betonte der Bischof. „Jesus richtet die Menschen wieder auf, seine Botschaft hilft zu leben.“ Ackermann ermutigte die Gottesdienstgemeinde, selbst Träger der Froher Botschaft zu sein – jedoch nicht mit einer „naiven Fröhlichkeit“: „Die Frohe Botschaft hat die Dunkelheit, die Untiefen und das Kreuz in den Blick genommen und kann dem Leben standhalten in allen seinen Windungen.“ Um diese Frohe Botschaft von Herzen und mit Energie zu verkünden: „Deshalb brauchen wir die Salbung mit dem Öl und die Stärkung durch den Geist Gottes.“

Im Anschluss an den Gottesdienst brachten die anwesenden Priester, Seelsorgerinnen und Seelsorger und die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden die heiligen Öle in ihre Pfarreiengemeinschaften.

(JR)