Unsere WebSeite verwendet Cookies (kleine Textdateien, die sie auf Ihrem Rechner ablegt); dadurch bleibt bistum-trier.de für Sie möglichst leicht zugänglich und komfortabel. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung . Sie können in den Einstellungen Ihres Browsers bestimmen, ob er Cookies akzeptiert oder nicht. Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Bistum Trier
Donnerstag, 19. April 2018

Neues entdecken – Neues anstoßen

Erkundungsphase im Bistum Trier gestarte

Schwalbach – Die Umsetzung der Synode des Bistums Trier verunsichert viele Gläubige in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Das hat auch Oliver Besch, Diakon in Oberthal-Namborn, am Mittwoch, 18. April bei einer Veranstaltung zur sogenannten „Erkundungs-Phase“ in Schwalbach festgestellt: „Sie alle haben eine Vorstellung von Pfarrei. Jetzt kommt eine Veränderung, die sehr gravierend ist.“ Fragen wie: „Wie soll das weiter funktionieren?“, oder „Wie soll das kirchliche Leben weiter stattfinden?“, seien berechtigt, sagte Besch vor rund 50 Interessierten aus Schwalbach und Umgebung. „Vieles wird anders werden und anders funktionieren. Unsere Aufgabe als Erkunder ist es jetzt, zu schauen, was ist gut und wie können wir uns als Kirche, als Christen neu ausrichten. Dazu ist die Phase der Erkundung da.“ Diakon Besch ist einer von insgesamt 30 Erkundern, die im ganzen Bistum unterwegs sind. In Teams zu dritt, die aus zwei Hauptamtlichen Mitarbeitern oder Mitarbeiterinnen des Bistums bestehen, sowie einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Caritas, gehen sie in die künftigen Pfarreien der Zukunft. Besch erkundet zusammen mit Gemeindereferentin Anne Kiefer die Pfarreien der Zukunft Lebach, Völklingen, Saarlouis und Dillingen.

Doch was genau macht ein Erkunder oder eine Erkunderin? „Der Schlüssel ist das Abschluss-Dokument der Synode“, erklärt Diakon Besch. Dort heißt es, die Kirche der Zukunft solle sich am Sozialraum der Menschen orientieren und viel mehr eine missionarisch-diakonische Kirche sein. „Erkunden heißt zunächst, den Sozialraum zu analysieren“, erläutert Anne Kiefer. „Das heißt, die Lebenswelten der Menschen im direkten Kontakt mit ihnen zu entdecken.“ Man möchte also zunächst wissen, wo die Menschen leben und wo sich ihr Leben abspielt: Wo wohnen sie, wo arbeiten sie, wo gehen sie einkaufen, wo verbringen sie ihre Freizeit? Aus den Begegnungen und Gesprächen wolle man dann Themen extrahieren und Neues entdecken: Was die bisherigen Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten, aber auch, was man vielleicht noch einmal verstärkt in den Blick nehmen kann.

In Bezug auf die „missionarisch-diakonische“ Kirche erklärte Besch: „Missionarisch heißt nicht, wie viele Menschen können wir bekehren! Es geht auch nicht darum, mehr Menschen in die Kirche zu bringen – da muss ich Sie enttäuschen.“ Es gehe vielmehr darum: Wie kann ich das Evangelium zusammen mit den Menschen neu entdecken, auch wenn das vielleicht nicht das Thema Nummer eins für die Menschen ist. Anne Kiefer ergänzte: „Wir müssen uns fragen, wozu sind wir Kirche in der Welt?“ Man brauche einen klaren Auftrag und diesen Auftrag müssen die Menschen auch sehen können. „Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, zu denen man mit allen Nöten, Sorgen und Ängsten kommen kann.“

Den Erkundern geht es zunächst einmal nur um das reine Gespräch mit den Menschen. „Wir wollen uns nicht gleich auf ein Thema drauf stürzen“, sagte Besch. „Wir wollen keine vorschnellen Lösungen präsentieren oder gleich Projekte planen. Wir machen hier auch keine Visitation oder spionieren für den Bischof. Nichts geschieht geheim. Es wird nichts nach Trier weitergegeben, was Sie nicht auch erfahren.“ Über ihre Gespräche und Erfahrungen wollen die Erkunder regelmäßig auf den verschiedenen Internetseiten informieren. Wo genau die Erkunder jedoch hingehen, das sollen die Gläubigen in den neuen Pfarreien der Zukunft selbst bestimmen.

„Wir wollen jetzt mit möglichst vielen interessierten Menschen ins Gespräch kommen, um potentielle Miterkunder und Miterkunderinnen zu gewinnen.“ Jeder, der sich an dem Prozess beteiligen möchte, sei dazu herzlich eingeladen. Das Miterkunden kann sehr unterschiedlich aussehen. Man kann ebenso wie die hauptamtlichen Erkunder losziehen und mit Menschen sprechen, oder an Orte gehen, die man vielleicht vorher noch nicht im Blick hatte, um zu sehen, was es in den künftigen Pfarreien der Zukunft neben dem Altbekannten noch gibt. „Wir brauchen Sie, die Sie uns sagen: Dann und dann sind viele Leute an diesem und jenem Ort; und wir gehen dann hin und auf die Leute zu“, erklärte die Gemeindereferentin. Der Kontakt mit den Menschen ist das A und O. „Wir brauchen Menschen vor Ort, die auch nach Themen oder Befindlichkeiten Ausschau halten. Aber auch Menschen, die sagen: ‚Ich habe da schon ganz lange ein Thema, das mich bewegt!‘“

„Das Wenigste, was uns Erkundern passieren kann, ist, dass keiner etwas macht und nichts passiert. Wir sind nicht gekommen, um Dinge kaputt zu machen. Wir sind hier, um zuzuhören, uns umzusehen und Themen zu sammeln“, stellte Besch immer wieder klar. „Wir machen ein Angebot und freuen uns, wenn jemand mitmacht.“ Trotzdem soll die Erkundungsphase auch Dinge anstoßen. Aus den Ergebnissen der Sozialraumanalyse können sich Ansatzpunkte für den missionarisch-diakonischen Auftrag ergeben. Die Initiative liege dabei bei den Miterkundern. „Sie können gucken: Was kann sich vielleicht neu entwickeln? Was kann man neu machen? Wenn am Ende zwei, drei Dinge erwachsen, ist viel gewonnen!“, sagte Kiefer. „Die Miterkunder gehen nicht alleine los, sondern in kleinen Gruppen, die sich einem oder zwei Themen oder Motivationen annehmen und sich damit beschäftigen“, sagte Diakon Besch. „Vielleicht gelingt es dieser Gruppe, dass sich aus diesem Thema ein Projekt im Raum Saarlouis entwickelt, dass einen ganz neuen Ansatz verfolgt. Und vielleicht macht dieses Projekt Schule und findet Nachahmer in Ihrer oder auch in anderen Pfarreien der Zukunft.“ Das sei die Idee und die Hoffnung hinter der Erkundungsphase.

Die Erkunder werden in den nächsten Wochen und Monaten weitere Treffen und Veranstaltungen für Interessierte in den künftigen Pfarreien der Zukunft veranstalten. Für die Pfarrei der Zukunft Saarlouis wird es am 24. April, von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr im Us Vereinshaus, Friedhofstraße 2 in Differten sowie am 15. Mai, von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr im Pfarrheim St. Johannes, Kurt-Schumacher-Allee 100 in Steinrausch weitere Auftaktveranstaltungen zur Erkundungsphase geben.

Weitere Informationen zum Treffen am Mittwoch: www.saarlouis.erkundung.info Weitere Informationen zur Erkundung im Bistum Trier: www.erkundung.bistum-trier.de

(dh)