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Bistum Trier
Mittwoch, 10. April 2019

Seenotrettung im Mittelmeer faktisch eingestellt

Katholikenrat im Bistum Trier unterstützt Offenen Brief an Bundeskanzlerin

Trier – Ende März stellte die Europäische Union auf Druck von Italien faktisch die Mission Sophia und somit die Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer ein. Zwar ist auf dem Papier das Mandat verlängert worden, allerdings kommen keine Schiffe mehr zum Einsatz. Alle Beteiligten nehmen dadurch billigend in Kauf, dass noch mehr Menschen als bisher im Mittelmeer ertrinken. Ein breites gesellschaftliches Bündnis von derzeit über 250 Organisationen hat daher einen Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel verfasst. Die darin enthaltenen Forderungen umfassen drei zentrale Punkte: einen Notfallplan für Bootsflüchtlinge, „sichere Häfen“ und keine Rückführungen mehr nach Libyen, da Geflüchtete dort Folter und Versklavung ausgesetzt seien. Getragen wird das Schreiben unter anderen von Diakonie, Caritas, Brot für die Welt, Misereor, PRO ASYL, Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International, Sea-Watch, Seebrücke und dem Deutschem Gewerkschaftsbund.

"Es muss schnell was passieren", so Manfred Thesing, Vorsitzender des Katholikenrates im Bistum Trier. "Nach Angaben der UNO sind trotz Seenotrettung im Jahre 2018 über 2.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Und durch die zurückgefahrene Seenotrettung ist die Flucht über das Mittelmeer wieder zur tödlichsten (See-)Fluchtroute der Erde geworden."

Weitere Informationen gibt es in der Geschäftsstelle des Katholikenrats im Bistum Trier, Mustorstraße 2, 54290 Trier, Tel.: 0651-7105591, per E-Mail an katholikenrat(at)bistum-trier.de und auf der Homepage www.bistum-trier.de/katholikenrat

(ih)