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Freitag, 30. Mai 2014

„Vertrauen und Würde“

 Trier/Regensburg – Jannik Czernikiewitz (19) sitzt auf einem hellblauen Würfel. „Vertrauen und Würde“ steht auf seiner rund einen halben Meter langen und breiten Sitzgelegenheit. Neben ihm und gegenüber sitzen, ebenfalls auf bunten Würfeln und Rechtecken, seine Kollegen Oliver Buchholz (22), Sophie Klein (19) und Anika Bauer (19). Die vier jungen Leute kommen aus dem saarländischen Lebach. Sie engagieren sich ehrenamtlich bei der Malteserjugend und sind so auch auf dem Katholikentag in Regensburg präsent. Gerade haben sie ein wenig Freizeit – und da zog es sie in das Zelt des Bistums Trier in Regensburg auf der sogenannten „Kirchenmeile“. Hier trinken sie Wein und Wasser, bekommen Brot angeboten und unterhalten sich zum zentralen Thema des Standes: die Trierer Bistumssynode.

Trotz des schlechten Wetters kämen viele unterschiedliche Menschen in das Zelt des Bistums, erklärt Synoden-Vize-Sekretärin Elisabeth Beiling. Darunter seien einige, die wie die jungen Malteser im Stand ihres Heimatbistums vorbeischauen wollen. Andere sind einfach nur „neugierig“ auf die Synode. „Was macht ihr da genau?“, „Was bedeutet das?“ und „Was kann das bringen?“ seien häufige Fragen, die Beiling von Besucherinnen und Besuchern gestellt würden. „Obwohl die Leute, die vorbei kommen, sehr unterschiedlich sind, haben viele etwas gemeinsam“, sagt Beiling: „Die Suche“. Viele stellten sich die Frage, wie es mit der Kirche in der Zukunft weiter gehe. Zwar wollten sie am Glauben festhalten, hätten aber dennoch den Wunsch, dass sich die Kirche verändere. Julia Bengler kommt aus dem oberpfälzischen Weiden. „Ich habe hier zum ersten Mal von der Synode gehört“, sagt die 27-Jährige. „Und ich finde sie gut, weil auch Laien, Menschen aus der Gemeinschaft, einbezogen werden, um etwas zu verändern.“ In der Mitte des Zeltes steht eine große rote Leinwand. Neben bunten Puzzle-Stücken, die darauf abgebildet sind, das Logo der Synode, ist auch ein Auszug aus dem Synodengebet zu lesen: „Der Heilige Geist gebe uns den Mut, Schritte in die Zukunft zu wagen.“ Dieser Satz hat Roswitha Schmid (54) aus Cham in den Stand des Bistums Trier gezogen. Denn: „Der Glaube gibt einem Halt“, sagt die Oberpfälzerin.

Es ist ein reges Kommen und Gehen. Manche Menschen stehen vor dem weißen Zelt und werfen einen neugierigen Blick auf das Innere. „Kommen Sie doch herein!“, laden Mitwirkende des Standes sie dann ein. „Wollen Sie ein Glas Wein? Oder ein Wasser?“ Einige kommen auch ohne Einladung und stöbern – manche nur für ein paar Minuten, andere verweilen. Sie lesen die Schautafeln über die Synode, setzen sich auf die Würfel, oder nutzen ein Rechteck als Stehtisch. „Die offene Art des Standes gefällt mir besonders“, sagt Julia Bengler. Auch Kardinal Reinhard Marx schaut vorbei, setzt sich auf ein hellblaues Rechteck und unterhält sich. „Es ist schön, die Trierer wieder zu sehen“, sagt der Erzbischof von München und Freising, der bis 2008 Bischof von Trier war. „Und ich bin immer neugierig, was in Trier passiert.“

„Mit Christus Brücken bauen“, lautet das Leitwort des 99. Katholikentags in Regensburg. Die Bistumssynode passe auch zu diesem Thema, erklärt Manfred Thesing, Vorsitzender des Katholikenrats im Bistum Trier: „Wir wollen Brücken bauen zu den sich rasant verändernden Rahmenbedingungen im dritten Jahrtausend und zu den veränderten Lebenswirklichkeiten der Menschen.“ Das finden auch die vier jungen Lebacher Malteser gut. „Es gefällt mir, dass die Synodalen bunt gemischt sind“, sagt Anika Bauer.  „Und dass so auch die Jugend mit dabei ist.“ Und dadurch, dass rund 60 Prozent der 279 Mitglieder der Synode Laien sind, „fühlt man sich mitten drin“, sagt Jannik Czernikiewitz. Gleich macht er sich mit seinen Kollegen wieder auf, um den Katholikentag weiter zu erkunden. Aber jetzt genießt er erstmal eine kurze Auszeit auf „seinem“ Synodenwürfel, mit dem Denkanstoß: „Vertrauen und Würde“.  Im Juni 2012 hat Bischof Dr. Stephan Ackermann die Bistumssynode ausgerufen. Eröffnet wurde sie im Dezember 2013. Sie ist insgesamt auf rund zwei Jahre ausgelegt. Weitere Informationen zur Synode gibt es im Internet unter www.synode.bistum-trier.de.