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Bistum Trier
Freitag, 6. März 2015

Vom Tagebuch bis zum Telegramm

Ausstellung über Entwicklung der Gottesdienstform seit Konzil vor 50 Jahren

Trier   Ein leicht verblichenes Foto zeigt einen Bademantel an der Tür. Und davor einen Mann am Telefon.  “Eines der ungezählten Telefongespräche”, schrieb der Trierer Theologe Prof. Balthasar Fischer 1962 neben das Bild von Prälat Dr. Johannes Wagner in sein Konzilstagebuch. Das Buch ist nur eines der vielen Fundstücke, die die Ausstellung „Erstlingsgabe des Konzils“ im Deutschen Liturgischen Institut (DLI), Weberbach 72a, zeigt. Genau 50 Jahre nachdem die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in Kraft getreten ist (7. März 1965) will die Ausstellung des DLI und der Theologischen Fakultät Trier Einblick geben in die Entwicklung der Gottesdienstform seit dem Konzil. Und die Begeisterung der Beteiligten damals aufzeigen. Noch bis zum 31. Juli ist sie geöffnet.

„Die Ausstellung ist erzählte Zeitgeschichte“, sagt Pallottinerpater Jürgen Riegel von der Theologischen Fakultät. Mit Fotos, Grafiken, Dokumenten und Anschauungsobjekten führt sie von grundsätzlichen Fragen der Erneuerung über Formen des Gottesdienstes und Varianten des Christwerdens bis zu baulichen und architektonischen Fragen. Wie vollzog sich der Wandel von der lateinischen Sprache in Gottesdiensten zur deutschen? Wie kam es dazu, dass Laien in den Gottesdienst eingebunden wurden, als Kantoren, Lektoren oder Kommunionhelfer – und welche Rolle spielen sie? Und: Warum steht der Altar seit dem Konzil nicht mehr an der Wand, sondern wurde zum sinngemäßen Mittelpunkt einer Kirche? „Es erwartet den Besucher das ganze Spektrum des Gottesdienstes, wie er jetzt ist und wie er sich in den letzen 50 Jahren entwickelt hat“, sagt Riegel. Es sei ein großer Schritt damals gewesen, der „den Menschen die Liturgie näher gebracht hat“.

Die Idee zur Ausstellung hatte der Rektor der Theologischen Fakultät, Prof. Klaus Peter Dannecker, der zudem Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung des DLI ist. Als der 50. Jahrestag der Liturgiereform näher rückte, habe er überlegt, wie deren Umsetzung am besten „plastisch und anschaulich“ dargestellt werde könne. Unter anderem mit Hilfe von Jürgen Riegel und einiger Studenten, die sich in einem Seminar mit dem Thema befassten, wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Die Beteiligten durchstöberten das Archiv des DLI, ordneten Fotos und Dokumente zu – so etwa ein Telegramm des Meißener Bischofs Otto Spülbeck an Dr. Johannes Wagner (Leiter des DLI bis 1975). Wagner selbst schrieb Postkarten aus dem Konzil, die er nie absendete und die nun in der Ausstellung zu sehen sind.  In der Trierer Pfarrei St. Matthias erhielten die Studenten ein Kindertaufkleid. Aus Eppelborn organisierte ein Student das Altar-Modell der Kirche St. Sebastian Eppelborn, nach dem der Künstler Heinz Oliberius den Kirchenraum neu gestaltet hatte.  „Die Ausstellung soll Appetit machen und die Lebendigkeit unseres Glaubens zeigen“, sagt Dannecker. „Wir wollen die Freude an der Liturgie weitergeben.“

Die Ausstellung kann kostenlos besucht werden während der Öffnungszeiten des DLI, Montag, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 8 bis 12.30 Uhr. Nach Voranmeldung ist auch eine Führung durch die Ausstellung möglich. Weitere Informationen gibt es beim DLI, Weberbach 72a, 54290 Trier, Tel.: 0651-94808-0, E-Mail: dli(at)liturgie.de.