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Bistum Trier
Montag, 11. August 2014

Wegweisender Denker, nah bei den Menschen

Bernkastel-Kues Zum 550. Todestag von Nikolaus von Kues ist dem Theologen, Kirchenpolitiker, Mathematiker und Philosophen mit einer Feierstunde am 10. August in dem von ihm gestifteten St.-Nikolaus-Hospitals (Cusanusstift) in Bernkastel-Kues gedacht worden. Viele Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft nahmen an der Feier teil. Im Rahmen des Festaktes wurde auch eine neu erworbene Handschrift für die cusanische Bibliothek vorgestellt.

Nikolaus von Kues, der auch als Cusanus bekannt ist, sei einer der „ersten großen Europäer“ gewesen, der zudem „stets der Mosel verbunden war“, sagte Stadtbürgermeister Wolfgang Port über den Gelehrten aus dem 15. Jahrhundert, der aus dem heutigen Bernkastel-Kues stammte. Als historische Gestalt, so ergänzte Staatssekretär Walter Schumacher in seiner Festansprache, sei Cusanus fest „im kollektiven Gedächtnis verwurzelt“ und genieße eine andauernde Popularität. Zum einen wohl deshalb, weil er seine Herkunft nicht vergessen habe und „stets nah bei den Leuten war“. Seine Sorge um die einfachen Gläubigen sei für einen Kardinal, Fürstbischof und päpstlichen Legaten nicht selbstverständlich gewesen. Zum anderen fühle man sich ihm verbunden wegen seiner „Bereitschaft zum Dialog“, wie etwa sein Umgang mit dem Islam, der in seinen Schriften deutlich werde. Letztlich sei das St.-Nikolaus-Hospital ein „einzigartiges Zeugnis seiner Menschlichkeit“.

Dessen Rektor, Pfarrer Leo Hofmann, betonte in seinem Grußwort die „fortschrittlichen und wegweisenden Gedanken“ des Kardinals mit seiner Jahrhunderte langen Wirkungsgeschichte und den zahlreichen, internationalen Forschungseinrichtungen. „Wir sind dankbar und stolz für sein kostbares Erbe“, sagte Hofmann, und verwies auch auf das im Jahre 1458 aus dem kompletten Familienvermögen gestiftete Cusanus-Hospital als das älteste Altenheim Deutschlands sowie die größte erhaltene mittelalterliche Gelehrtenbibliothek.

Um einen Band reicher ist die Cusanus-Bibliothek durch den Ankauf einer Sammelhandschrift aus dem 15. Jahrhundert, die der Öffentlichkeit im Rahmen des Festakts in einer neuer Bibliotheksausstellung erstmals gezeigt wurde. Sie enthält unter anderem eine Abschrift der Vaterunser-Auslegung von Nikolaus von Kues und ist seine einzige theologische Abhandlung in deutscher Sprache. „Die Handschrift ist an den Ort gekommen, an den sie hingehört und seine größte Wirkung erzielen kann“, sagte Dr. Martin Hoernes von der Kulturstiftung der Länder, die den Ankauf unterstützt hat. Der Kodex soll durch das Trierer Cusanus-Institut erforscht werden, dem auch der Stifts-Bibliothekar Marco Brösch angehört. Er hatte die Handschrift im Kunsthandel ausfindig gemacht. Die Ausstellung mit dem Titel „Das Erbe des Cusanus“ ist an jedem letzten Wochenende eines Monats, jeweils samstags von 11 bis 15 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr, zu sehen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.cusanus.de.