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Sonntag, 15. März 2015

Weihbischof Peters: „Ein großer Wurf“

Dekanat Maifeld-Untermosel stellt nach zweijährigem Prozess neue Seelsorge-Schwerpunkte vor

Niederfell –Nah am Menschen Seelsorge betreiben, als Kirche gesellschaftlich wahrnehmbar und dabei authentisch sein: Das hat sich das Dekanat Maifeld-Untermosel auf die Fahnen geschrieben und dazu in einem zweijährigen Prozess neue Schwerpunkte der Seelsorge ausgearbeitet. Hauptamtliche der Dekanatskonferenz und Ehrenamtliche des Dekanatsrates arbeiteten dabei eng zusammen, um Gesellschaft und Kirche in den Blick zu nehmen. Am 13. März hat die Steuerungsgruppe Pastorale Planung das neue Konzept in einer Feierstunde im Herz-Jesu-Haus Kühr in Niederfell vorgestellt. Mit den rund 100 Gästen aus dem Dekanat feierte auch der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters, der zuvor den Gottesdienst in der Hauskapelle zelebrierte.

Fünf neue Schwerpunkte pastoraler Arbeit bringt das Dekanat auf den Weg: „Gottesdienst in der Vielfalt menschlichen Lebens“, „Asyl – Migration – Integration“, „Gemeindediakonie“, „Armut und Reichtum“ sowie „Beginn und Ende menschlichen Lebens“. Dechant Jörg Schuh betonte bei der Vorstellung des Konzepts, dass man gleichzeitig auf „Bewährtes“ setze und seelsorgerische Arbeitsfelder wie Kinder-, Jugend- und Familienarbeit oder die Arbeit mit ehrenamtlichen Gremien wie bisher fortsetze. Schuh zeigte sich froh darüber, dass an diesem Abend auch viele Politiker und Vertreter verschiedener Sozialverbände und Institutionen gekommen waren. „ Wir wollen als Kirche nicht auf einer Insel der Seligen sein, sondern mitten in der Gesellschaft. Das geht nur mit Ihrer Unterstützung.“ Einen besonderen Dank sagte Schuh dem ehemaligen Dekanatsreferenten Günther Leisch, der an diesem Abend auch noch einmal offiziell verabschiedet wurde. Einen „langen Weg mit fairen Kämpfen um die Schwerpunkte und die Wortwahl des neuen Programms“ nannte Dekanatsratsvorsitzende Brigitte Stockhausen die zweijährigen Planungen der Steuerungsgruppe. Diese bestand aus den drei Hauptamtlichen Günther Leisch, Dechant Jörg Schuh und Rudolf Demerath sowie den drei Ehrenamtlichen Brigitte Stockhausen, Eduard Bildhauer und Helga Boer vom Dekanatsrat. „Ich wünsche mir, dass es nicht bei dem „Papier“ bleibt, sondern dass uns viele Mitchristen unterstützen, sich in den vielfältigen Bereichen engagieren“, so Stockhausen.

Das können die im Dekanat lebenden Christen etwa durch Mitarbeit im Schwerpunkt Asyl oder dem Schwerpunkt Gemeindediakonie ehrenamtlich tätig werden. Beide stellte der zuständige Pastoralreferent Werner Huffer-Kilian vor. Während beim Schwerpunkt Asyl die Idee im Vordergrund stehe, den Flüchtlingen ein Gefühl von „Angekommen-Sein“ zu vermitteln, stünden bei der „Gemeindediakonie“ die Vernetzung von Ehrenamtlichen, der Dienst am Menschen im karitativen Handeln im Vordergrund. Auch sei ein Repair Café geplant, in dem Menschen sich treffen und ihre Begabungen für andere einsetzbar machen können. Die neue Dekanatsreferentin Marion Jensen möchte mit ihrem Schwerpunkt für das Thema Armut und Reichtum sensibilisieren und gesellschaftspolitisch Stellung beziehen. Pastoralreferent Ansgar Feld möchte im Schwerpunkt „Beginn und Ende des menschlichen Lebens“ Fragen aufwerfen, der sich die heutige Gesellschaft stellen muss und Begleitangebote in diesen Lebenssituationen stärken. In seinem zweiten Schwerpunkt „Gottesdienst in der Vielfalt menschlichen Lebens“ geht es Feld darum, gemeinsam mit den Menschen ansprechende Gottesdienstformen zu entwickeln, die auf die Bedürfnisse verschiedener Milieus eingehen. 

Weihbischof Peters nahm das neue Programm auch im Namen und mit Dank von Bischof Stephan Ackermann entgegen und nannte das neue Konzept „einen großen Wurf“. In seiner Predigt hatte Peters betont, die Menschen im Dekanat könnten stolz auf das Ergebnis des zweijährigen Prozesses sein – es sei auch ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg der Strukturreform im Bistum Trier. Parallel zu der seit 2013 laufenden „großen“ Synode auf Ebene des Bistums habe hier auch ein synodaler Prozess auf mittlerer Ebene stattgefunden. Peters bezog das Tages-Evangelium, in dem Jesus 72 Arbeiter „wie Schafe unter die Wölfe“ ausschickt und sie dazu anhält, den Frieden Gottes in jedes Haus zu tragen, auch auf die heutige Situation der Kirche. „Die 72 stand symbolisch für die damals bekannten Völker. Damit sagt Jesus, dass nicht nur die Apostel auserwählt sind, seine Botschaft weiterzugeben, sondern alle Christen. Heute sind damit also nicht nur die Hauptamtlichen angesprochen, sondern wir alle.“ Die wichtigste Ressource der Kirche seien nicht das Geld oder die Immobilien, die sie verwalte, sondern die Menschen. Mit dem Bild der Schafe unter den Wölfen habe Jesus verdeutlicht, dass es durchaus Verfolgungen, Missgunst und Diskriminierung gegen „seine Arbeiter“ geben werde. Auch das sei heute vielerorts leider traurige Realität, wo Christen verfolgt würden – beispielsweise durch Terrormilizen wie den IS oder Boko Haram. Christen seien in dieser Zeit besonders herausgefordert, zusammenzustehen und in ihrem Rahmen Nächstenliebe zu praktizieren. Trotz aller Widrigkeiten zeige das Engagement im Dekanat Maifeld-Untermosel, dass die Kirche sich mit den Menschen und ihrer Lebenssituation auf den Weg mache. Während des Gottesdienstes sorgte der Chor „Frohsinn“ des Herz-Jesu-Hauses unter der Leitung von Patrick Nicolay für die musikalische Untermalung.