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Bistum Trier
Montag, 14. März 2016

Wie tanzende Flammen

Weihbischof Dieser firmt Schwerstbehinderte in St. Maternus in Trier

Trier – Ashleys Augen glänzen. Sie blickt neugierig in der Kirche umher, ist voller Bewegungsdrang. „Ich bin ganz aufgeregt“, sagt die 13-Jährige. Die Triererin sitzt im Rollstuhl, hat Probleme beim Sprechen. Und doch sind ihre Worte klar: „Die Firmung ist eine Bestätigung dafür, dass wir erwachsener werden.“ Weihbischof Dr. Helmut Dieser hat am 12. März im Rahmen seiner Firmreise durch das Dekanat Trier Schülern der Treverer-Schule, einer Schule für Schwerstbehinderte, das Sakrament der Firmung gespendet. „Damit der Funke überspringt“ lautete das Motto der Gottesdienstfeier in der Kirche St. Maternus in Trier-Heiligkreuz.

Aileen, Ashley, Chantal, Christin, Danielle, Giuliana, Tobias: sieben Namen, sieben Gesichter, sieben Flammen. Ihr Mobile aus der Vorbereitungszeit, dessen sieben Papier-Flammen tanzen, sobald jemand hineinpustet, veranschauliche die Kraft des Heiligen Geistes, sagt der Weihbischof. „Wenn Gott diese Kraft in die Menschen bringt, dann spüren sie das.“ Er zeichnet den Schülern mit dem Salböl Chrisam ein Kreuz auf die Stirn und spendet ihnen das Sakrament der Firmung. „Das ist etwas Feines, etwas Duftendes, eine Kraft, die von Gott kommt“, sagt Dieser über das Salböl. „Diese Kraft wärmt von innen.“ Gott, der Heilige Geist, wohne in einem drin. Er habe die Kraft, jedem einzelnen zu sagen: „Du gefällst mir. Es ist gut, dass du lebst. Du bist nicht allein.“ Jeder Mensch dürfe so sein, wie er wirklich ist. So lebten es die Jugendlichen vor.

Einer von ihnen ist Tobias, 13 Jahre alt und aus Trier. Für ihn sei die Firmung der Schritt, „so richtig“ in die Kirche aufgenommen zu werden. Obwohl die sieben Schüler der Treverer-Schule aus verschiedenen Pfarreien kommen, haben sie sich bewusst für eine gemeinsame Firmung entschieden. „Hier sind sie in einem geschützten Raum und fühlen sich wohl“, sagt Sabine Morbach, pädagogische Fachkraft und Religionslehrerin an der Schule. Gemeinsam mit Regina Kneip hat sie den Firmunterricht gestaltet. Anfangs sei es ein „bunt gemischter, wilder Haufen“ gewesen. Doch der habe sich zu einer dynamischen Gruppe entwickelt, in der gelacht, diskutiert und auch mal widersprochen wurde. In der Vorbereitung haben sie oft mit Bildern gearbeitet, um „das Abstrakte greifbar zu machen“.

Fühlen, sehen, riechen, hören – in der Messfeier spielen die Sinne eine wichtige Rolle. Und auch die Firmlinge haben ein konkretes Bild vom Heiligen Geist. „Er ist für mich ein Fels in der Brandung, der da ist, ohne dass er immer sichtbar ist“, sagt Tobias. Ashley sieht ihn als „ein Feuer, das von innen wärmt“ und zieht Parallelen zur Apostelgeschichte, in der es heißt, dass am Pfingsttag alle durch „Zungen wie Feuer“ mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden. Sabine Morbach gibt ihren Schülern abschließend noch etwas mit auf den Weg: „Ich wünsche mir für euch, dass der Funke in euch immer weiter glüht“. Ashley strahlt nach dem Gottesdienst. Die anfängliche Aufregung ist verschwunden. Sie sagt: „Ich bin sehr glücklich.“

Auf seiner Firmreise durch das Dekanat Trier spendet Weihbischof Dieser bis zum Abschluss am 26. Juni rund 350 Jugendlichen das Sakrament der Firmung. Im Dekanat Trier leben rund 64.000 Katholiken in sieben Pfarreien(gemeinschaften).