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Bistum Trier
Freitag, 27. April 2018

Zum Rendezvous mit 60 Leuten

Erkundungsteam stellt sich in Prüm vor und wirbt um Mithilfe

Prüm – Ein bisschen Aufregung, Spannung, Ungewissheit und die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen: Es ist ein bisschen wie bei einem echten ersten „Rendezvous“, als die rund 60 Männer und Frauen sich im Kongresszentrum des Jugendgästehauses in Prüm treffen, um das „Erkundungsteam“ des Bistums Trier für die neue Pfarrei der Zukunft Prüm kennenzulernen. Es ist eines von zehn Dreierteams, die das Bistum auf dem Weg der Umsetzung der Synode in die pastoralen Räume entsendet, um gemeinsam mit den Menschen vor Ort die regionalen Gegebenheiten zu „erkunden“. Was das genau bedeuten soll, stellte das Team in Prüm bei der Veranstaltung „Rendezvous im Raum“ am 25. April vor.

„Wir sind nicht hier, um Ihnen irgendetwas von oben vorzugeben und überzustülpen oder für den Bischof zu spionieren, sondern im Gegenteil, wir wollen vor Ort mit den Menschen gemeinsam schauen, welche Wünsche und Anregungen es gibt“, stellte Teammitglied Roland Hinzmann gleich zu Anfang klar. Der Pastoralreferent aus dem Dekanat Schweich-Welschbillig ist gemeinsam mit dem Theologen und Pädagogen Andreas Schäfer vom Caritasverband Trier und der Erzieherin und Elternbegleiterin Karen Alt aus dem Hochwald als „Erkunder“ für drei Pfarreien der Zukunft zuständig, darunter auch Prüm. Die Teams bestehen immer aus zwei Hauptamtlichen des Bistums und einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin der Caritas. Erkunden bedeute, den Sozialraum zu analysieren und herauszufinden, wo die Menschen leben, arbeiten, zur Schule gehen, einkaufen oder ihre Freizeit verbringen. „Wir wollen wir uns mit Ihnen auf den Weg machen und herausfinden, was die Leute brauchen, damit es ihnen besser geht und wie wir als Kirche dazu beitragen können“, führte Teamkollege Schäfer aus. „Sie können uns sagen, wo wir genauer hinschauen sollen – ob das ein sozialer Brennpunkt ist, ob das eine Initiative von Alleinerziehenden ist, ob es das Dorf mit vielen alleinstehenden alten Menschen ist, aktive Vereine oder andere christliche Gemeinschaften: Wir möchten exemplarisch Projekte, Menschen, Initiativen kennenlernen und die Vielfalt vor Ort entdecken.“ Das könne das Team aber nur mit den Menschen vor Ort gemeinsam, dazu brauche es ihre Unterstützung, motivierte auch Karen Alt die Frauen und Männer, die an diesem Abend aus Prüm, Bleialf, Schwirzach oder Schönecken gekommen waren.

Unter ihnen waren an diesem Abend viele, die der Erkundung zunächst skeptisch oder zögerlich gegenüberstanden, wie eine erste Übung auf der Bühne des Saals zeigte, bei der sich alle von „motiviert/positiv“ über „neutral/abwartend“ bis zu  „skeptisch“ aufstellen sollen. Einige, darunter die Vertreter der Initiative „Kirche vor Ort“ wünschten sich in ersten Rückmeldungen „mehr Konkretes“ und bemängeln, dass es zu wenig um Strukturen oder die Vermögensfrage gehe. Eine Teilnehmerin fragte, was denn nach den zwei Jahren der Erkundung komme, wenn alles „dokumentiert sei“. Hinzmann bestätigte, dass das Erkundungsteam nicht da sei, um Strukturfragen zu klären. Die Erkundung, so versicherte er der Eifelerin, höre nicht auf nach zwei Jahren. „Das ist eine Haltung für die Zukunft. Sie zeigt ja gerade, dass sich das Bistum für die Menschen interessiert, ihnen zuhören will und ihnen Möglichkeiten eröffnen möchte, eigene Projekte und Ideen umzusetzen.“

Bei zwei Übungen in Kleingruppen fragte das Erkundungsteam zunächst wie angekündigt nach dem „Sozialraum“, in dem sich die Eifeler in der neuen Pfarrei der Zukunft Prüm bewegen: Mit Stecknadeln konnten die Rendezvous-Gäste abstecken, wo sie wohnen, leben und arbeiten. Das Ergebnis zeigte anschließend wenig Überraschendes: Vieles bündelt sich um die größeren Orte wie Prüm oder Schönecken. Bei der zweiten Übung waren dann konkrete Ideen- und Themenvorschläge gefragt, welche Orte und Initiativen sich das Erkundungsteam anschauen und mit welchen Personen es konkret in Kontakt treten soll. Beim Ausfüllen der Plakatwände nutzten viele der bereits schon in Kirchenchören, Gemeinderäten oder anderen kirchlichen verbänden engagierten Interessierten, um auch miteinander in Kontakt zu kommen. „Genau das ist es eigentlich, was ich mir unter Erkundung vorstelle“, sagte Werner Wallenfang, Schulleiter an der Sankt Matthias Schule Bitburg. Über den Tellerrand meines Dorfs hinausschauen und andere Dörfer, andere Menschen kennenlernen – mich vernetzen, das finde ich wichtig. Auch die Stadtbürgermeisterin von Prüm, Mathilde Weinandy, ist zum Rendezvous gekommen. Ihr sei es eine „Herzensangelegenheit, dass die Gemeinschaft der Kirche nicht auseinanderfällt“, sagte sie. „Ich erhoffe mir, dass das christliche Leben in unseren Gemeinden hier in der Eifel gestärkt wird“. Das wollen auch die drei Erkunder und werben am Schluss des Rendezvous, sich aktiv an der Erkundung zu beteiligen: „Sie können sich vielfältig engagieren, als Miterkunder, die mit uns exemplarisch auf Ortsbesuche gehen, als Koordinator eines eigenen lokalen Erkundungsteams oder als Türöffner, die uns interessante Kontakte vermitteln“, fasste Alt zusammen. Trotz anfänglicher Skepsis stehen am Ende viele Namen auf den drei Plakatwänden, was das Erkundungsteam natürlich freut. Sich erst einmal beschnuppern und sich dann auf ein zweites Treffen einlassen und etwas Neues wagen: Ein typisches Rendezvous eben.

Weitere Informationen gibt es auf: www.erkundung.bistum-trier.de.