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Bistum Trier
Mittwoch, 24. September 2014

„Zwischen Ideal und Alltag“

Informations- und Gesprächsabend zum Thema Familie

Dillingen – Um die Familie „Zwischen Ideal und Alltag“ ging es am 22. September bei einem Vortrags- und Gesprächsabend in der Dillinger Stadthalle. Die Katholische Erwachsenenbildung im Kreis Saarlouis e.V., die Lebensberatung Saarlouis und der Familienbund der Katholiken hatte dazu eingeladen „über die Familie in Gesellschaft und Kirche neu nach zu denken“, wie es KEB-Vorsitzender Horst Ziegler in seiner Begrüßung formulierte. Die Familie als der „erste prägende Ort“ habe sich stark verändert, neben die traditionelle Familie träten viele neue Formen von den Alleinerziehenden bis zu den verschiedenen Patchworkfamilien.

Dagmar Heib, Landtagsabgeordnete und Mitglied der Synode im Bistum Trier, berichtete aus der Arbeit der von ihr geleiteten Sachkommission zum Thema Familie. Dort gehe es etwa um den richtigen Umgang mit den Familien in denen die Beziehungen zerbrochen sind oder auch um die Probleme, die es Familien schwer machen so zu sein wie es für alle gut wäre.

Professorin Dr. Elisabeth Jünemann aus Paderborn stellte die Familie als ein Zusammenspiel von „Funktionalität und Liebe“ vor. Diese beiden Aspekte folgten einer je eigenen Logik und müssten zusammengehalten werden, damit die Familie nicht zerbricht. Verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen machten jedoch das Zusammenspiel von Funktion und Liebe heute schwerer als früher. Die Wirtschaft verlange von den Familien Flexibilität und Mobilität, das Bildungssystem Effizienz und Leistung. Durch ein lückenloses Schulsystem von drei bis 18 Jahren würden Kindergärten und Schulen zu „Kaderschmieden für die Wirtschaft“. Auch die Kirche setze Familien unter Druck, etwa wenn sie die Ehe als einzige adäquate Lebensform für Paare ansehe auf die dann eine Familie aufbauen könne. Kaum vermittelt werde, dass die Familie an sich einen Wert hat. Dazu komme eine „überhöhte Erwartung an das vollkommene Gelingen“ und eine Vernachlässigung des guten Umganges mit den zerbrechenden Familien oder mit den Neuanfängen.

In einer - von Synoden-Sekretär Christian Heckmann geleiteten - Gesprächsrunde bestätigte Diplom-Psychologe Kai Götzinger die hohen Belastungen, denen heute Familien ausgesetzt sind. So benötige eine Familie heute für den Unterhalt in der Regel zwei Berufstätige und das führe zur Verhandlungsfamilie, die genau planen muss. Auf der anderen Seite wollten die meisten Frauen und Männer berufstätig sein. Pfarrer und Synodaler Bernd Seidel aus Saarwellingen beklagte den kirchlichen „Stempel des Ideals“ und damit die Schwierigkeit des Akzeptierens des Scheitern von Beziehungen. Von der Synode erwartet sich Seidel, dass sie den „Nahraum Kirche“ so neu strukturiert, dass Familien dort Unterstützung finden. Auch Psychologe Götzinger wünschte sich, dass die Kirche auf die Familien zugeht und mehr Raum gibt für individuelle Beratung. Professorin Jünemann gab der Sachkommission mit auf den Weg, dafür zu sorgen, dass die Familie „die schönste Umgebung ist, die überhaupt möglich ist“. Sachkommissions-Chefin Heib schließlich wünschte sich, dass man sich drauf verständigen kann, dass unter Familien alle Formen verstanden werden, in denen solidarisch und liebevoll miteinander gelebt wird.