Unsere WebSeite verwendet Cookies (kleine Textdateien, die sie auf Ihrem Rechner ablegt); dadurch bleibt bistum-trier.de für Sie möglichst leicht zugänglich und komfortabel. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung . Sie können in den Einstellungen Ihres Browsers bestimmen, ob er Cookies akzeptiert oder nicht. Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Montag, 30. November 2015

„Zeuginnen und Zeugen der Liebe Gottes“

Bistum Trier würdigt ehrenamtliches Engagement in einem Festakt

Trier – „Heute wird deutlich, wie enorm groß das Engagement der vielen Frauen und Männer im Bistum Trier ist. Sie bringen ihre Talente und Gaben ein zum Wohl der Menschen – zusätzlich zum Engagement in Familie und Beruf, oft viele Stunden und jahrelang und unentgeltlich.“ Das hat Mechthild Schabo, Leiterin des Arbeitsbereichs Ehrenamtsentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) Trier, bei einem Festakt am 27. November in Trier betont. Bischof Dr. Stephan Ackermann verlieh drei Frauen und vier Männern die Dankesurkunde des Bistums für ihr ehrenamtliches Engagement und würdigte zwei Initiativen.

Bei der Ehrenamtsentwicklung sei die Anerkennungskultur ein wichtiger „Baustein“, sagte Dr. Hans Günther Ullrich, Abteilungsleiter Ehrenamt, Bildung und Gesellschaft im BGV: „Wir wollen nicht einfach wortlos zur Kenntnis nehmen, wenn gute Arbeit geleistet wird. Wir wollen, dass dies öffentlich Anerkennung findet.“ Jeder Mensch, jeder Christ habe eine Berufung, die vor allem dann ihren Sinn erweise, wenn sie eingebracht werde in die Gemeinschaft.

Wo Selbstorganisation möglich ist, ist gelungenes Ehrenamt möglich

Michaela Tholl, Referentin im Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung, erklärte, wenn bei diesem Festakt Menschen und Initiativen hervorgehoben würden, beleuchte das die Vielfalt und die hohe Qualität der ehrenamtlichen Arbeit in der Kirche. So zeigten etwa die „Sozialen Initiativen“ in der Pfarreiengemeinschaft Blankenrath und der „Kinderkleiderladen St. Augustinus Trier“, dass gelungenes und motiviertes Ehrenamt dort entstehe, wo Selbstorganisation möglich ist. Wo gute Rahmenbedingungen und Begleitung durch das Hauptamt gegeben seien, könnten Ehrenamtliche die Nöte und Bedarfe feststellen und darauf reagieren. So gibt es in Blankenrath mit der Unterstützung von Pfarreiengemeinschaft, Zivilgemeinde und Caritasverband eine Vielfalt an Initiativen, von Fahr- und Besuchsdiensten über Spielenachmittage und Gesprächskreise bis hin zur Pflege von Wanderwegen. Im Kinderkleiderladen St. Augustinus in der Pfarrei Hl. Edith Stein in Trier arbeiten die Beteiligten seit 1983 „Hand in Hand, basisdemokratisch und selbstorganisiert“. Über 30.000 Euro sind bei dem Basar, der den Weiterverkauf von Kinderkleider ermöglicht, zusammengekommen. Damit werden etwa der Sozialfonds der Pfarrei, die Messdienerarbeit oder das Frauenhaus unterstützt.

Vielfältiges Engagement im liturgischen oder organisatorischen Bereich

Irmgard Dernbach aus Ochtendung ist seit 1988 Lektorin und Kommunionhelferin, besucht Kranke, singt seit 1985 im Kirchenchor und vertritt die Küsterin. „Sie ist vielfältig engagiert im liturgischen Bereich“, sagte Laudatorin Hildegard Becker, Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft (PG) Ochtendung-Kobern. Die Gemeinschaft insgesamt und besonders der caritative Bereich lägen ihr am Herzen. „Es ist wichtig, dass es in der Pfarrei Menschen wie sie gibt - sie gibt der Kirche ein Gesicht.“ Marlene Dröschel aus Nachtsheim ist Mitglied im Pfarrgemeinde- und Pfarreienrat, ist als Katechetin und in der Vorbereitung und Durchführung von Schul- und Wortgottesdiensten tätig, betreut Wallfahrten, Ferienfreizeiten und die Sternsingeraktion. Der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Nachtsheim Alois Dreser nannte Dröschels Tun „authentisch in ihrer christlichen Überzeugung“. Der Glaube sei der Grund auf dem sie steht und handelt. „Pfarrei und Pastor sind stolz, sie zu haben. Sie motiviert uns.“

Richard Esch aus Hillesheim ist seit 44 Jahren aktiv in Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat, als Lektor und Kommunionhelfer, in der Katholischen Bücherei und beim Pfarrfest oder als ehrenamtlichen Betreuer beim SKFM. Er sei das „Gedächtnis der Pfarrei“, sagte der Hillesheim Pfarrer Andreas Paul. Wenn er nun seine Dienste beende, werden „uns Ihr Wissen, Ihr Sachverstand und Ihre ruhige Art“ fehlen. „Miss Pfarrfest“ nannte Dechant Thomas Darscheid, Pfarrer der Neuwieder Pfarreiengemeinschaft St. Matthias, die Geehrte Anneliese Hötling. Seit Jahrzehnten präge sie das Leben der Pfarrei St. Peter und Paul Irlich, lange Jahre als Pfarrgemeinderatsvorsitzende, aber auch im Liturgieausschuss oder im Krankenbesuchsdienst. „Sie ist wach für die nötigen Anliegen und gibt der Kirche in Neuwied ein sympathisches Gesicht.“

Holger Mack aus Lonnig war Messdiener, seit 1985 ist er Gruppenleiter der Katholischen Jugend, außerdem Vorsitzender im Pfarrgemeinde- und Pfarreienrat. Er ist unter anderem in der Bolivienpartnerschaft und im Schützenverein St. Sebastianus engagiert. Als „Mann der Tat“ und „Klingel vor Ort“ würdigte Dechant Jörg Schuh, Pfarrer der PG Ochtendung-Kobern, den Mann, der „das kirchliche Leben und seine Herausforderungen stets im Blick hat“. Der Schwerpunkt von Norbert Weber aus Lehmen liegt auf der Kirchenmusik, doch Pfarrer Bernhard Fuchs, Kooperator in der PG Ochtendung-Kobern, würdigte die „Fülle von Tätigkeiten“: als langjähriger Pfarrbriefredakteur, als Initiator der „Castor-Wallfahrt“ nach Karden und Koblenz, Leiter eines Bolivienprojektes oder bei der Arbeit im Diözesan-Cäcilienverband. Werner Welling aus Ochtendung arbeitet seit Ende der 1960er Jahre in pfarrlichen und überpfarrlichen Gremien – als „Christ, der den Glauben mit innerer Freude und Ausstrahlung lebt“, beschrieb ihn Dechant Schuh. Welling wurde unter anderem für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Lektor und Kommunionhelfer, in der Eine-Welt-Arbeit und der Schönstatt-Bewegung, aber auch als „Pilger, Initiator und Motivator“ von Wallfahrten gewürdigt.

Gemeinsames Gebet zum Abschluss

In der Gebetszeit zum Abschluss des Festaktes sagte Bischof Ackermann, man habe an diesem Tag „auf Wohltaten Gottes im Bistum Trier geschaut. Diese Wohltaten fallen nicht vom Himmel, sondern kommen durch Menschen zu uns, die damit Boten Gottes sind“. Die ehrenamtlichen Tätigen seien „Zeuginnen und Zeugen der Liebe Gottes“. Er verglich die Frauen und Männer mit den Menschen, die in der biblischen Erzählung ihren gelähmten Freund zu Jesus bringen. Wenn der Mann diese Freunde nicht gehabt hätte, wäre er nicht geheilt worden. „Und was sind die ehrenamtlich Tätigen anderes als Freunde der Menschen in unseren Gemeinden?“ In der ehrenamtlichen Arbeit sei es wichtig, miteinander in Beziehung zu treten, den Menschen gegenüber anzusehen und zu schauen, was er braucht. Musikalisch begleitet wurde der Festakt von Dr. Sonja Lehrke (Cello) und Regionalkantor Volker Krebs (Klavier).

Weiteres:

News Details