Unsere WebSeite verwendet Cookies (kleine Textdateien, die sie auf Ihrem Rechner ablegt); dadurch bleibt bistum-trier.de für Sie möglichst leicht zugänglich und komfortabel. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung . Sie können in den Einstellungen Ihres Browsers bestimmen, ob er Cookies akzeptiert oder nicht. Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Notfallhelfer in der ökumenischen Notfallseelsorge im Dekanat Simmern-Kastellaun:

Notfall-Seelsorge: ökumenisch und interreligiös

Wo Menschen in Grenzsituationen geraten, sind Verständnis, Kenntnis der Lage und gute Zusammenarbeit aller gefordert, die helfen möchten; so bekommen die Betroffenen möglichst gut und ihrer Lage entsprechend Beistand und Hilfe. Die „Notfallseelsorge“ wird alarmiert, wenn eine Reanimation misslingt, wenn Menschen plötzlich sterben und die Todesnachricht überbracht werden muss und bei vielen ähnlichen Schicksalsschlägen. Wir lassen uns dann auf die Betroffenen ein, knüpfen Netzwerke um sie herum, um ihnen das Überleben und Weiterleben zu erleichtern.

Trifft es Menschen aus südlichen Ländern, binden wir seit einiger Zeit die Mitglieder der Moscheegemeinde Simmern mit in diesen Dienst ein. Sie vermitteln dann, sie übersetzen bei Bedarf und tun auch sonst möglichst alles, um den Betroffenen die Sicherheit zu geben, dass ihre Anliegen erkannt und gewürdigt werden. Gerade nach den „NSU“-Verbrechen ist das Misstrauen in Grenzsituationen teilweise immer noch sehr hoch.

Ich freue mich sehr, dass die DITIP Moscheegemeinde sich bereit erklärt hat, mit uns in der Notfallseelsorge zusammen zu arbeiten, Hand in Hand mit den Rettungskräften. Ausgangspunkt für diese Zusammenarbeit und die daraus erwachsene Ausbildung auch von muslimischen Notfall-Helfern war ein Unfall auf der angrenzenden Autobahn:

Eine Familie mit türkischem Hintergrund war in ihrem Auto von einem anderen Wagen touchiert worden, ins Schleudern geraten und gegen die Mittelleitplanke gerast. Eines der Kinder wurde aus dem überfüllten Wagen herausgeschleudert und verstarb. Die Familie lieferte der Rettungsdienst in die nahe gelegene Klinik ein. Nach und nach füllte sich der Besuchsraum der Klinik mit Familienangehörigen, die hilfreich sein wollten; sie riefen immer mehr Verwandte dazu, um die verunglückte Familie zu trösten. Allmählich entstand eine Situation, die das Arbeiten für die Pflegekräfte fast unmöglich machte.

Es war ein glücklicher Zufall, dass ein Mann aus der Moscheegemeinde gerade einen Verwandten im Krankenhaus besuchte. Er erkannte die Situation, setzte sich mit dem – für ihn erkennbaren – Familienoberhaupt der Unfall-Familie zusammen und forderte ihn auf, die große Ansammlun von Angehörigen im Krankenhaus zu unterbinden. Dazu bot er die Räume der Moscheegemeinde als Treffpunkt an; dann fragte er nach, wer von den Verwandten als Kontaktperson bei der Familie bleiben solle – und sorgte dafür, dass alle anderen die Klinik tatsächlich verließen…

Ehrenamt – das ist ja das Angebot, vorhandene Kompetenzen zu erkennen, zu fördern und ihren sinnvollen Einsatz zu fördern; mit der Einbindung auch von muslimischen Notfallhelfern entspricht die ökumenische Notfallseelsorge im Dekanat Simmern-Kastellaun dieser Vorstellung – sogar über die religiösen Grenzen hinweg.

Weiteres: