Bistum Trier - Redaktion Koblenz http://www.bistum-trier.de/ de-de Bistum Trier - Redaktion Koblenz Sat, 24 Feb 2018 11:01:40 +0100 Sat, 24 Feb 2018 11:01:40 +0100 Bistum Trier news-87115 Tue, 20 Feb 2018 10:37:56 +0100 Mittagspause bei den Mönchen http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/mittagspause-bei-den-moenchen/ Johannes absolviert ein freiwilliges soziales Jahr in Maria Laach. Als erster FSJ-ler in der Benediktinerabtei erhält der 20-Jährige mehr als nur einen Blick hinter die Klostermauern. Glees – Johannes schaut über das verschneite Gelände der Benediktinerabtei Maria Laach. Auf dem Turm der Klosterkirche weht der Wind eisig über die Giebeldächer. „Dort ist die Gärtnerei, hier die Schmiede, da hinten die Klosterbücherei und links ist der Friedhof zu sehen.“ An vielen dieser Orte hat Johannes Heuft während seines freiwilligen sozialen Jahrs (FSJ) schon gearbeitet. Der 20-Jährige aus Kottenheim ist der erste FSJler bei den Mönchen.

Die Idee, einen FSJler einzusetzen, habe es schon länger gegeben, so Pater Philipp, der Johannes betreut. Bei einer Feierlichkeit in der Nachbargemeinde hat der Pater von dem Vorhaben erzählt; Johannes war von diesem Angebot direkt begeistert. „Ich dachte, die Chance bekommst du nie wieder, so hinter die Kulissen zu schauen“, sagt der Abiturient über die Entscheidung für das FSJ in der Benediktinerabtei.

Er kennt das Kloster schon seit seiner Kindheit, doch nun hat er einen ganz anderen Einblick in das Leben der Mönche. „Viele Dinge habe ich vorher gar nicht so gekannt oder gesehen. Der Hase läuft hier schon anders und ich bin froh, dass ich das hier so mitbekommen darf.“

Sein Tagesablauf hängt davon ab, in welchen Bereichen er eingeteilt ist. In der Elektrowerkstatt, in der kleinen Schreinerei von Bruder Jakobus, im Veranstaltungsbereich „Klosterforum“, an der Klosterpforte oder bei der Pflege des Mönchsfriedhofs hat er schon geholfen. In der Elektrowerkstatt macht er die Inventur oder repariert Lampen auf dem Gelände. Kurz vor dem Mittagessen kann Johannes am Mittagsgebet mit den Brüdern teilnehmen; oder er geht gleich ins Refektorium. Dort isst er zusammen mit den Mönchen. „Das ist eine sehr gute Erfahrung – Tag für Tag. Ich finde es klasse, dass ich da mitessen darf.“ Nachmittags geht es dann zum Beispiel an die Pforte, wo er sich um das Telefon oder Besucher an der Tür kümmert.

Viele seiner Freunde zeigen sich begeistert von Johannes' FSJ-Stelle und möchten sich von ihm durch die Abtei führen lassen. „Das ist schon etwas Besonderes hier“, zieht er nach der Hälfte seiner FSJ-Zeit Bilanz. Wie es für ihn nach dem 31. August weitergeht, steht noch nicht ganz fest, doch es sollte etwas Musikalisches sein. „Entweder Klavierbauer; oder ich studiere Musikjournalismus oder Komposition.“

Für September suchen die Patres wieder einen FSJler. „Wir erwarten eine gewisse Offenheit. So etwas wie Pfortendienst klingt vielleicht langweilig; aber ich glaube, Johannes hat da eine Menge zu tun, was eine gewisse Sensibilität oder Geduld verlangt.“ Das Besondere sei, dass die Brüder die Verbundenheit zwischen dem Kloster, seinen Betrieben und der Welt vor den Klostermauern mitgeben können. „Und man kann ein Stück weit der Gemeinschaft angehören. Da ist auch eine große Sympathie und Offenheit der Brüder Johannes gegenüber, und sie freuen sich, dass er bei uns ist.“

Der Freiwilligendienst kann als fachpraktischer Teil der Fachhochschulreife anerkannt werden. Die Freiwilligen erhalten ein monatliches Taschengeld, die Sozialversicherungsbeiträge werden übernommen, der Kindergeldanspruch bleibt bestehen. Bewerbungen für ein FSJ oder einen BFD (Bundesfreiwilligendienst) sollten unbedingt frühzeitig erfolgen an: Soziale Lerndienste, Dietrichstraße 30a, 54290 Trier oder online. Weitere Informationen unter:www.soziale-lerndienste.de  und www.facebook.com/soziale.lerndienste sowie Telefon 0651 993796-302.

(jf)

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news-87081 Mon, 19 Feb 2018 11:32:48 +0100 "Warum lässt Gott das Leiden in der Welt zu?" http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/warum-laesst-gott-das-leiden-in-der-welt-zu/ Bereits seit vielen Jahren kommen Schüler aus Koblenz und Lahnstein nach den Abiturprüfungen zusammen, um sich ohne schulische Zwänge wissenschaftlichen Themen zu widmen. Vallendar – „Warum lässt Gott das Leiden in der Welt zu?“ mit keiner geringeren Frage beschäftigten sich Teilnehmende der Schüler-Akademie des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums Koblenz und des katholischen Johannes-Gymnasiums Lahnstein.

Immer kurz nach dem schriftlichen Abitur und vor den mündlichen Prüfungen können sich Schülerinnen und Schüler seit mehr als zehn Jahren mit Themen unter anderem aus den Bereichen Ethik, Wirtschaft, Naturwissenschaften und der Theologie auseinandersetzen. „Und zwar frei von schulischen Zwängen“, betonten Carl Josef Reitz, Schulleiter des Cusanus-Gymnasiums und Rudolf Loch, Schulleiter des Johannes-Gymnasiums.

45 Jugendliche und sechs Lehrer von beiden Schulen nahmen sich zwei Tage Zeit, um sich in der Jugendbildungsstätte Sonnenau in Vallendar der Theodizeefrage über Workshops, durch ein Gespräch mit der Holocaust-Zeitzeugin Henriette Kretz, einem Wortgottesdienst und vielen Diskussionen anzunähern.

„Die Tage waren für uns auch für die Abiturvorbereitung gut, darüber hinaus war es aber auch ein interessantes Thema“, erklärten Antonia, Anna, Max und Amelie vom Lahnsteiner Gymnasium. „Wir haben gelernt, keine Angst mehr vor dem Tod zu haben und durch die Zeitzeugin wurden wir ermutigt, mit Leid besser umzugehen.“ Doch auch der Austausch mit den Schülern des Cusanus-Gymnasiums sei ihnen wichtig gewesen. Jennifer vom Cusanus-Gymnasium fand es interessant, so viele unterschiedliche Einblicke in verschiedene Sichtweisen zu erhalten. „Meine Meinung zu dem Thema hat sich nun gefestigt, aber ich habe auch Neues dazugelernt.“ Dem konnte Lukas aus Koblenz zustimmen: „Ich kann nun andere Denkprozesse nachvollziehen.“

Den Startschuss bildete ein Vortrag von Prof. Dr. Georg Langenhorst, Professor für Didaktik des katholischen Religionsunterrichts und Religionspädagogik an der Universität Augsburg.

Die Ergebnisse ihrer Arbeiten präsentierten die Jugendliche unter anderem in Form einer Podiumsdiskussion, eines Interviews oder eines kleinen Theaterstücks.

Die Fördervereine beider Schulen und die Schulstiftung des Cusanus-Gymnasiums unterstützten die Akademietage.

(jf)

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news-87075 Mon, 19 Feb 2018 09:23:29 +0100 Botschaften für Eine-Welt http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/botschaften-fuer-eine-welt/ Bis zu den Sommerferien widmet sich die Pfarrgemeinde Heimbach-Weis-Gladbach durch eine Veranstaltungsreihe internationalen Begegnungen. Heimbach-Weis – „Sehnsucht nach Me(h)er – Werde Botschafter für Eine-Welt“, unter diesem Motto steht das Projekt der Pfarrgemeinde Heimbach-Weis-Gladbach, das bis zu den Sommerferien zu unterschiedlichen Aktionen einlädt. Eine Gruppe von fast 15 Ehrenamtlichen hat sich im Juni 2017 zusammengeschlossen und jeder von ihnen hat zu einem bunten Programm beigetragen.

 Der Zeitraum von Aschermittwoch bis zu den großen Ferien steht ganz im Zeichen von internationalen Begegnungen, ob während der Ausstellung „Jenseits von Lampedusa – Willkommen in Kalabrien“, wenn Flüchtlinge zum gemeinsamen Essen einladen (9. März), während des traditionellen Fastenessens (18. März) der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) oder wenn nach der Fronleichnamsprozession (3. Juni) beim „White Table“ viele Nationen zusammenkommen.  „Wir sitzen buchstäblich alle in einem Boot und müssen einen Blick darauf habe, wer noch außerhalb unseres Bootes steht und diese Menschen gezielt mit einbinden“, erklärt die Gemeindereferentin Anne Basten, die das Projekt leitet. Es gehe darum, neue Räume zu erschließen und mehr Menschen durch unterschiedliche Veranstaltungen anzusprechen.

Neben einem Jugendgottesdienst (11. März) und weiteren thematischen Gottesdiensten gibt es eine biblische Nachtlesung (30. März) in einem Zelt auf dem Markplatz in Heimbach-Weis. „Wir gehen bewusst nach draußen, denn Kirche findet nicht nur im begrenzten Kirchenschiff statt“, erklärt Beate Zwick vom Organisationsteam. Für Kinder gibt es einen bolivianischen Tag des Meeres (24. März) im Pfarrheim von Heimbach-Weis und am gleichen Tag wird für Jugendliche und Erwachsene der Film „Und dann der Regen“ gezeigt.

In einem eher analytischen Rahmen setzt die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Mülhofen-Engers die gesamte Veranstaltungsreihe durch den Politikwissenschaftler Nico Beckert (17. April) aus Vallendar. Er referiert über das solidarische Menschwerden in Einer-Welt und im Besonderen über die Beziehungen zwischen Europa und Afrika, erklärt Günther Salz, Mitglied des Organisationsteams und Vorsitzender der KAB Mülhofen-Engers. Eingebunden sind in die Veranstaltungsreihe zudem die Stadt Neuwied mit den „internationalen Wochen gegen Rassismus“ (12. bis 25. März) und auch das Berufsbildungswerk (BBW) des Heinrich-Hauses ist durch eine gemeinsame Schiffs- und Kanufahrt für Familien (Mai/ Juni) vertreten. Die Musikgruppe Los Masis aus Bolivien tritt am 22. Juni im Pfarrgarten in Heimbach-Weis auf.

„Es ist ein sehr vielschichtiges und vielseitiges Programm, bei dem unterschiedliche Menschen eingebunden werden“, betont Pfarrer Heinz Christ. „Wir müssen unseren Blick weiten“, betont Anne Basten, „Das gilt nicht nur für die weltkirchlichen Themen, sondern auch für die Themen vor Ort“. So sollen in Zukunft gezielt Osteuropäerinnen angesprochen werden, die im Dorf ältere Menschen pflegen und fernab ihrer Heimat sind.

Die Initialzündung für das Projekt war eine Ausschreibung der Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier für Initiativen und Projekte im Rahmen der Eine-Welt-Arbeit. Die Stelle bietet vielfältige Unterstützung, wie die Begleitung bei der Entwicklung von Projekten, die Beratung vor Ort und eine finanzielle Unterstützung von bis zu 1000 Euro.

Weitere Informationen zu einzelnen Programmpunkten gibt es in der Pfarrgemeinde St. Margaretha Heimbach-Weis-Gladbach unter Tel.: 02622-82465 oder auf www.pfarreiengemeinschaft-heimbach-engers.de

(jf)

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news-86961 Thu, 15 Feb 2018 10:53:49 +0100 Migration mit Offenheit begegnen http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/migration-mit-offenheit-begegnen/ Durch einen etwas anderen Aschermittwochsgottesdienst wurde die Ausstellung "Jenseits von Lampedusa - willkommen in Kalabrien" in Neuwied eröffnet. Neuwied – Es geht um Menschlichkeit, Solidarität und darum, Menschen auf der Flucht eine neue Heimat zu geben. Eröffnet im Marienhaus-Klinikum St. Elisabeth gastiert die Wanderausstellung „Jenseits von Lampedusa – willkommen in Kalabrien“ seit dem 14. Februar im Kreis Neuwied, wo sie im Dekanat Rhein-Wied zahlreiche Stationen von der Deichstadt, über Dierdorf bis nach Waldbreitbach durchlaufen wird.

Es sind Bilder zwischen Freude und Leid, Aufnahmen von Begegnungen und Fotos des neuen Miteinanders: Auf mehr als 15 Stellwänden zeigt die Wanderausstellung, was die kleine Gemeinde Riace in Süditalien erreichen konnte, weil sie zusammenhielt und sich der Integration von Flüchtlingen annahm. Doch finden sich nicht nur emotionale Momentaufnahmen eines selbstverständlichen Umgangs mit Fremden in der Wanderausstellung wieder. Auch zahlreiche Informationen, Begleittexte und ausführliche Beschreibungen erzählen von den Begebenheiten, den Erfahrungen und den Erlebnissen in der Gemeinde.

Passend zum Thema einer gelebten Integration legte auch der Gottesdienst mit dem die Ausstellung eröffnet wurde, seinen Fokus auf das Herz, das Heilen von Brüchen und das erneute Zusammenwachsen. Das betonte auch Gemeindereferentin Monika Hühnerbein aus der Pfarrgemeinde St. Clemens in Dierdorf: „Unter dem Motto herzzerreißend wollen wir heute den Rissen in unserer Gesellschaft nachspüren.“ Und dies geschah nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten, denn mit Unterstützung der Künstlerin Petra Schiller entstand während des Gottesdiensts ein großflächiges Bild in Herzform: „Wir wollen das vorgezeichnete Herz gemeinsam mit Asche schmücken“, erklärte Schiller, die die Anwesenden motivierte, durch Formen oder Worte ihr Innerstes auf die Leinwand zu bannen und damit auch die Wanderausstellung zu bereichern. 

In den kommenden Wochen ist die Ausstellung „Jenseits von Lampedusa – willkommen in Kalabrien“ auch an verschiedenen Schulen zu Gast, so zum Beispiel in Dierdorf, Horhausen, Waldbreitbach und Neuwied. Schüler sind dann eingeladen, über ihre Sichtweisen zu sprechen und zu reflektieren. Auch in mehreren Gemeinden wird die Ausstellung als besondere Aktion passend zur Fastenzeit aufgebaut werden. Begleitveranstaltungen runden dort die Begegnung mit dem Thema Integration ab.

Die Wanderausstellung „Jenseits von Lampedusa – willkommen in Kalabrien“ ist noch bis zum 16. Februar im St. Elisabeth Krankenhaus zu sehen, anschließend macht sie in der Dierdorfer Pfarrei St. Clemens Station wo am 17. März zusätzlich ab 14 Uhr ein Gottesdienst in der Muttersprache Jesu im syrisch-aramäischen Ritus gefeiert wird. Am 21. Februar gastiert die Ausstellung in der Realschule plus in Waldbreitbach, und am 22. und 23. Februar ist sie im Gymnasium sowie in der Realschule Neustadt/Wied zu sehen. Weitere Stationen der Wanderausstellung sind am 27. und 28. Februar sowie am 1. März das Kurfürst-Salentin-Gymnasium Andernach sowie die Pfarrei St. Matthias. Am 2. März werden die Werke in der FBS Neuwied sowie am 3. März erneut in St. Matthias ausgestellt, und am 4. März können die Stellwände in Heilig Kreuz bewundert werden. Am 9., beziehungsweise 11. März stehen dann das Pfarrheim in Gladbach, das Pfarrheim in Heimbach-Weis sowie die Finissage in Block auf dem Programm.

Weitere Informationen gibt es auf https://www.topographiendermenschlichkeit.de/kalabrien/ oder im Dekanat Rhein-Wied unter Tel.: 02631-34277-0

(red)

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news-87079 Wed, 14 Feb 2018 10:39:00 +0100 Perspektiven wechseln – Horizont erweitern http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/perspektiven-wechseln-horizont-erweitern/ Die Fastenzeit beginnt in Koblenz traditionell mit einem künstlerischen Gottesdienst. Der Aschermittwoch der Künstler findet seit Jahren in der Herz-Jesu-Kirche statt. Koblenz – Gemeinsam haben sich die Verantwortlichen des Aschermittwochs der Künstler und die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes in der Koblenzer Herz-Jesu-Kirche auf die Suche nach einem Perspektivwechsel gemacht.

„Es handelt sich hier um einen Aschermittwochsgottesdienst der besonderen Art, der aus Koblenz nicht mehr wegzudenken ist“, begrüßte Dechant Thomas Hüsch die Gäste. Kirche und Gesellschaft ständen vor Herausforderungen, die neues Denken zulassen müssen, also nach einem Perspektivwechsel verlangen.

Ein Perspektivwechsel sei ein Wechsel des Blickwinkels und des Standpunktes, erläuterte Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski, Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. „Der Standpunkt bestimmt unseren Blick auf die Welt, auch wenn wir uns diesem oft nicht bewusst ist.“ Ohne Perspektive könne man sich die Welt nicht erschließen: „Perspektivlos können wir nicht leben“. Doch es sei wichtig, andere Perspektiven einzunehmen, denn „sonst gehe ich davon aus, dass meine Sichtweise, die einzig wahre ist und habe keine Offenheit mehr gegenüber anderen.“ Diese Annahme führe wiederum zu psychischer und physischer Gewalt. „Wenn wir jedoch andere Perspektiven, vielleicht auch die unseres Feindes annehmen, weitet sich unser Horizont und wir bekommen einen menschlicheren Blickwinkel auf die Welt.“

Einen Perspektivwechsel stellte auch die Kunstinstallation von Kyra Spieker dar. Rund um den Altar hing reflektierende Chromfolie und spiegelte den gesamten Kirchenraum wider. „Durch diese Verkleidung entdecken wir den Altar neu, obwohl er fast komplett verhüllt ist. Zudem tritt er neu in unser Bewusstsein“, verdeutlichte Zaborowski. Das Kunstwerk ändere die gewohnte Perspektive auf den Altar.

Eine Szene aus dem Theaterstück „Ghetto“ von Joshua Sobol, ein Auszug aus dem Ballettstück „Les Autres“, Musik des Jugendkammerchors der Singschule Koblenz, des Ensembles des Koblenzer Jugendtheaters, des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Organisten Johannes Lamprecht sowie das Evangelium haben den Perspektivwechsel vermittelt, sagte Zaborowski.

Neben Zaborowski und Dechant Hüsch leiteten Superintendent Rolf Stahl und Pfarrer Stephan Wolff den Gottesdienst.

Die Installation „wandeln“ von Kyra Spieker ist noch bis Montag, 2. April in der Herz-Jesu-Kirche (Löhrrondell 1a) zu sehen. Bei einer Wortgottesdienstfeier am Freitag, 16. Februar um 18.30 Uhr steht das Thema „Wandeln“ und der Altar im Mittelpunkt. Am Sonntag, 18. Februar um 18 Uhr gibt es eine Eucharistiefeier in der Herz-Jesu-Kirche unter der Mitwirkung von Kyra Spieker. Anschließend sind alle Interessierten zu einem Künstlergespräch eingeladen.

(jf)

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news-86665 Mon, 05 Feb 2018 14:07:40 +0100 Kosten sparen und die Schöpfung bewahren http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/kosten-sparen-und-die-schoepfung-bewahren/ Heizkosten senken und gleichzeitig die Schöpfung bewahren? Josef Bokern ist Energiebeauftragter der Pfarreiengemeinschaft Vallendar und zeigt, wie es geht. Vallendar – Viele sehnen sich nach dem tristen Winterwetter nach Frühling und Wärme. Das Thema Wärme beschäftigt in der kalten Jahreszeit auch viele Pfarrgemeinden, denn Kirchen richtig zu beheizen und dabei die Kosten sowie die CO2-Belastung für die Umwelt nicht aus den Augen zu verlieren, ist eine Wissenschaft für sich. Josef Bokern ist seit 2010 ehrenamtlicher Energiebeauftragter der Pfarreiengemeinschaft Vallendar und hat nicht nur den Energieverbrauch der Pfarrkirche St. Marzellinus und St. Petrus im Visier.

Seit November 2016 gibt es in der Kirche eine neue Heizungsanlage, die die Temperatur im Kirchenraum konstant auf 15 Grad hält. Bokern erwartet durch die neue Gas-Brennwertheizung eine Kohlendioxideinsparung von 40 Prozent pro Jahr. Dazu kommt noch eine Einsparung bei den Stromkosten für die Umwälzpumpen von etwa 85 Prozent. „Die Investition in die neue Heizungsanlage wird so über die Jahre, nicht nur die von der Gemeinde zu stemmenden Verbrauchskosten deutlich senken, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, erklärt der Rentner.

„Zwar kostet es im Moment viel Geld, aber wir müssen in neue Heizsysteme und Beleuchtungsanlagen investieren.“ Im Oktober werden alle Lampen auf LED umgestellt sein, sagt Bokern. Die Investitionen hierfür betragen fast 100.000 Euro. „Wir rechnen mit einer Kohlendioxideinsparung von rund 8,4 Tonnen und wir sparen auch bei den Folgekosten: LED-lampen leuchten etwa 15.000 Stunden, heutige Halogenlampen lediglich 500 Stunden.“

Nach Tipps zum Energiesparen gefragt, sagt Bokern: „Die Kirchengemeinden sollten erstmal auf die Heizungssteuerung und dann auf das Alter der Heizung achten.“ Die Heizungsanlage, die in Vallendarer Pfarrkirche ausgetauscht wurde, war aus dem Jahr 1988.

Das große Thema sei meistens die Finanzierung, „da sollte man ruhig auch mal einen Kredit aufnehmen, um eine neue Heizungsanlage einzubauen.“

Auf der Agenda von Josef Bokern stehen nicht nur Kirchen, sondern auch weitere Räumlichkeiten der Gemeinde. Er engagiert sich im Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel und nimmt Kindertagesstätten in den Blick. „Kitas im Koblenzer Raum und darüber hinaus haben das gleiche Problem: Hier gibt es veraltete Technik und schlechte Einstellungen.“ So erinnert Bokern sich an Heizungen in Kitas, die weder am Abend, an Wochenenden oder in den Ferien abgesenkt werden. In manchen Fällen sei dies auch gar nicht möglich, da Wohnungen oder Pfarrheime von der Heizung mitversorgt werden. Hinzu käme die finanzielle Lage und die ungeklärte Zuständigkeit: „Wer trifft die Entscheidung und wer gibt das Geld, das Ganze zu verwirklichen?“
Es bedarf in den Gemeinden eine Modernisierung, „um den Klimaschutz, den wir uns auf die Fahne geschrieben haben, einzuhalten“, fasst Bokern zusammen.

Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel kooperiert im Projekt „Energiesparen in Kirchengemeinden“ eng mit dem Bistum Trier. Energieberichte, die im Rahmen des Projektes erstellt werden, werden vom Bistum anerkannt. Der Energiebericht stellt eine Voraussetzung für die Beantragung von Mitteln aus dem Klima-Fonds dar, der allen katholischen Kirchengemeinden im Bistum zur Verfügung steht. Weitere Informationen zum Thema „Energiesparen in Kirchengemeinden“ gibt es beim Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel unter www.umweltnetzwerkkircherheinmosel.de oder bei Rüdiger Kape in der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz unter Tel.: 0261-108-420.

(jf)

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news-86565 Fri, 02 Feb 2018 09:26:53 +0100 Von der Honorarkraft zur Chefin http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/von-der-honorarkraft-zur-chefin/ Felicitas Flöthner leitet seit Januar die katholische Familienbildungsstätte Koblenz, doch die Bendorferin ist schon viel länger mit der Einrichtung verbunden. Koblenz/ Bendorf – Vor der Anmeldung steht eine Frau mit asiatischem Aussehen und wartet. Felicitas Flöthner deutet mit der Hand in Richtung Friedrich-Ebert-Ring. „Da müssen Sie entlang“, sagt sie der Frau, die nur wenige Brocken Deutsch versteht. Sie hatte sich auf dem Weg vom Koblenzer Ordnungsamt zur Ausländerbehörde verlaufen. „Auch bei solchen Situationen helfen wir ad hoc weiter, das ist doch selbstverständlich“, sagt die neue Leiterin der katholischen Familienbildungsstätte (FBS) und des Mehrgenerationenhauses in Koblenz.

„Jeder Tag ist anders. Gespräche, Telefonate und E-Mails können meinen Plan stark verändern“, berichtet Felicitas Flöthner, die nach einem halben Jahr als kommissarische Leiterin seit Januar die Leitung übernommen hat. Neben To-Do-Listen, die abgearbeitet werden müssen, gebe es auch die täglichen Herausforderungen, die schneller Entscheidungen bedürfen. „Da geht es zum Beispiel um Menschen, die die Teilnahmegebühr nicht bezahlen können. Hier muss ich prüfen, ob uns Mittel zur Verfügung stehen damit wir diesen Menschen entgegenkommen können“, erklärt die Leiterin. Daneben kümmert sie sich um die Programmplanung, die Akquise neuer Honorarkräfte, pflegt Netzwerke, tauscht sich mit anderen Familienbildungsstätten aus oder nimmt an Sitzungen teil.

Vor ihrer Tätigkeit als kommissarische Leiterin war sie mehr als fünf Jahre die Vertretung in Abwesenheit der damaligen Leitung. Mit der Koblenzer FBS ist sie aber schon viel länger verbunden.

Felicitas Flöthner studierte erst in Bochum Mathematik und katholische Religion auf Lehramt und bekam während dieser Zeit ihre drei Kinder. „Doch als dann das Referendariat anstand, habe ich mich dagegen und für ein Pädagogikstudium entschieden“, erläutert die Dortmunderin. Mit drei Kindern und einem Mann, der sich ebenfalls im Referendariat befand, sei dies nicht anders möglich gewesen. „Es war ganz klar eine Familienentscheidung“, sagt die Leiterin, die in Saarbrücken, Landau und Koblenz studierte und nun in Bendorf heimisch geworden ist.

Doch ihre Kenntnisse aus den Bereichen der katholischen Religion und der Mathematik seien in ihrer heutigen Position durchaus nützlich. „In manchen Gruppen kommt das Gespräch schon mal auf das Thema „Glaube“ zu sprechen, da kann ich dann aus der Theologie heraus weiterhelfen; und in meinem jetzigen Tätigkeitsfeld muss ich routiniert mit Zahlen umgehen.“

Nach ihrem Pädagogik-Abschluss bewarb sie sich als Honorarkraft bei der FBS. „Zu den Eltern-Kind-Kursen konnte ich meine eigenen Kinder mitnehmen“, erklärt sie schmunzelnd die Möglichkeit Kind und Beruf zu verbinden. Heute studieren ihre Tochter und ihre zwei Söhne selbst.

Im Laufe der Zeit ist sie ins Projektmanagement eingestiegen und ihre Arbeitszeit bei der FBS wurde aufgestockt. Seit zehn Jahren widmet sie sich zudem dem Thema Kommunikationstraining für Paare, auch neben ihrer Leitungsposition. „Die Kurse machen mir sehr, sehr viel Spaß und erden mich.“ Bei den Wochenendseminaren werden Paaren Techniken für eine gute Kommunikation an die Hand gegeben. Die Workshops werden vom Bistum Trier unterstützt. In ihrer Freizeit konzentriert sich die 46-Jährige auf ihre Familie: „Die ist mir absolut wichtig!“ Dazu zählen Besuche bei ihren fünf Geschwistern und bei ihren Eltern. Daneben wandert sie gerne oder sie kümmert sich um ihre unzähligen Orchideen.

„Manchmal ist es im Leben an der Zeit, sich auf den Weg zu machen und neue Herausforderungen anzunehmen“, sagt sie mit Blick auf die Frau, die nun den richtigen Weg zur Ausländerbehörde einschlägt.

Weitere Informationen zum Angebot der FBS in Koblenz gibt es auf www.fbs-koblenz.de

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news-86543 Thu, 01 Feb 2018 13:52:11 +0100 Sehnsucht nach einer neuen Gottesdienstform http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/sehnsucht-nach-einer-neuen-gottesdienstform/ Die ersten beiden Gottesdienste zogen jeweils 400 Menschen an, jetzt ist die MusikkircheLive aus Neuwied ein Bistumsprojekt und wird finanziell und personell unterstützt. Neuwied – Seit 1. Januar ist die MusikkircheLive aus dem Neuwieder Stadtteil Block offiziell als Bistumsprojekt eingestuft, das heißt, dass dieser etwas andere Gottesdienst für zwei Jahre mit finanzieller und personeller Anschubhilfe versorgt wird. Dieser Status geht auch mit einigen Verpflichtungen einher, weiß Projektleiterin Margit Ebbecke. „Aus diesem Grund haben wir nun klare Ziel- und Zeitvorgaben, zu denen auch eine Evaluierung und ein Marketing- sowie Finanzkonzept zählen“, erklärt die Dekanatsreferentin des Dekanats Rhein-Wied bei einem Treffen zu dem sich die Projektleitung, Kooperationspartner und Vertreter der Arbeitskreise getroffen haben.

„Wir möchten Menschen ansprechen, die sich vom traditionellen Gottesdienstangebot nicht angezogen fühlen, aber eine gewisse Sehnsucht nach Gemeinschaft spüren und sich fragen, ob Gott einen Platz in ihrem Leben hat“, erklärt Margit Ebbecke das Konzept, welches sie mit Dekanatskantor Peter Uhl, Pastor Heinz Christ und weiteren Haupt- und Ehrenamtlichen aus dem Dekanat und aus der Pfarreiengemeinschaft Heimbach-Engers aufgebaut hat. MusikkircheLive sei ein Angebot für Menschen, die im Rock, Pop und Gospel zuhause sind und die gemeinsam auf die Suche nach einer neuen Glaubensheimat gehen wollen. Dass diese Idee aufgeht, haben die bisherigen Gottesdienste gezeigt. Bei den ersten beiden Veranstaltungen kamen jeweils 400 Gläubige zusammen. „Die Zielvorgabe von 150 bis 200 Personen pro Gottesdienst werden wir daher hoffentlich schaffen“, schaut Margit Ebbecke auf die nachfolgenden Gottesdienste, die ab sofort alle zwei Monate stattfinden. „Wir sind auf einem guten Weg, Menschen anzusprechen“, stellt Pastoralreferentin Elisabeth Beiling fest. Die Ziele für die nächsten zwei Jahre stehen unter den Oberbegriffen „Etablierung und Professionalisierung“ der MusikkircheLive.

„Wir stehen für eine neue Gottesdienstform und für neue Formen der Gemeinschaft. Diese Aufträge finden sich ganz klar im Abschlussdokument der Bistumssynode“, erläutert Margit Ebbecke. „Durch die Musik aus dem Leben, bringen wir den Alltag der Menschen in den Gottesdienst“, erklärt sie eine Säule der MusikkircheLive. „Der zweite Teil des Gottesdienstes widmet sich der Verkündigung. Den Abschluss bildet ‚Time & Talk‘, der zu einer neuen Interessensgemeinschaft führen soll.“

Die MusikkircheLive zu organisieren, sei mit großem Aufwand verbunden, berichtet die Dekanatsreferentin. „Es gibt Gott sei Dank Menschen, die sich dafür engagieren“, freut sich Pastor Heinz Christ. Doch es werden weitere Ehrenamtliche in den Projektgruppen wie Marketing, Auf- und Abbau, Inhalt / Gottesdienst, Musik, Finanzen, Technik und für das Welcome-Team, das den Time & Talk begleitet, gesucht. Denn ein Ziel ist es, dass die Gläubigen aktiv die Musikkirche mitgestalten.

Die nächste MusikkircheLive findet am Sonntag, 25. Februar um 18 Uhr in der Kirche Heilige Familie Neuwied-Block (Mittelweg 14) statt. Dieses Mal steht das Motto „Er hat es für mich getan, und für dich“ im Vordergrund. Weitere Infos gibt es auf Facebook (MusikkircheLive – Der andere Gottesdienst) oder beim Dekanat Rhein-Wied unter Tel.: 02631-34277-0.

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news-86482 Tue, 30 Jan 2018 15:27:00 +0100 Es begann mit einer Suppenküche http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/es-begann-mit-einer-suppenkueche/ Vor 100 Jahren wurde der Caritasverband Koblenz gegründet. Die Themen des größten Wohlfahrtsverbandes in der Region sind weiterhin aktuell. Koblenz – Seit 100 Jahren gibt es den Caritasverband in Koblenz. Er ist somit der älteste Ortscaritasverband im Bistum Trier und mit 500 Beschäftigten der größte Wohlfahrtsverband in der Region. Das Jubiläumsjahr wird mit unterschiedlichen Veranstaltungen gefeiert. Der Anfang ist zugleich eine Premiere: Die Caritas präsentiert sich auf dem Koblenzer Rosenmontagszug unter dem Motto: „100 Jahre Caritasverband für Schängelscher – Es begann mit einer Suppenküche“.

An diesem Beispiel sei die Aktualität des Caritasverbandes gut sichtbar, „denn auch noch heute sind Suppenküchen ein Thema“, berichtet Caritasdirektorin Martina Best-Liesenfeld. „Mit den existentiellen Nöten durch die beiden Weltkriege begann die Arbeit. Die Zeit des Wirtschaftswunders mit dem aufkommenden Thema der Migration veränderte die Anforderungen bis hin zum heutigen vielfältigen Unterstützungsbedarf, den Menschen in einer multikulturellen, pluralen und immer säkularer gewordenen modernen Welt haben“, fasst die Direktorin Meilensteine der vergangenen Jahrzehnte zusammen.

Neben dem Rosenmontagswagen gibt es noch weitere Besonderheiten während es Jubiläumsjahres wie zum Beispiel die Aktion „1000 x 100 Euro“. Die Koblenzer Caritas bietet dort Unterstützung, wo keine ausreichenden Finanzierungsmittel vorhanden sind wie bei Frühstücksangeboten für wohnungslose Menschen oder bei inklusiven Ferienfreizeiten. Damit diese Hilfe auch in Zukunft möglich ist und nachhaltig gesichert wird, initiiert der Verband in diesem Jahr diese Spendenaktion. „Bürger und Unternehmen sind aufgerufen, mit ihrer Spende ein Zeichen der Solidarität für Menschen zu setzen, die in Koblenz und Umgebung leben, sich aber am Rand der Gesellschaft befinden“, informiert Martina Best-Liesenfeld.

Eine weitere Aktion während des Jubiläumsjahres steht unter der Überschrift: „Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen. Gutes tun, hält unsere Gesellschaft zusammen“. Mitte Februar startet der Verkauf von Rosenbrot zugunsten des Caritasverbandes Koblenz. Das Brot trägt seinen Namen in Anlehnung an das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die auch die Schutzpatronin der Bäcker ist.

Am Gründungstag, 16. Mai, wird es einen Festgottesdienst mit dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann in der Pfarrkirche St. Josef geben. Die Jubiläumsfeierlichkeiten finden ihren Abschluss mit der Solidaritätsaktion „Eine Millionen Sterne“ auf dem Koblenzer Görres-Platz am 17. November.

Einen Überblick über die Geschichte des Caritasverbandes gibt die Festschrift, die die Historikerin Petra Habrock-Heinrich verfasst hat. „Der Aufwand war enorm, aber es hat sich für mich auch persönlich gelohnt“, sagt die Historikerin in Anbetracht der ausführlichen Recherche unteranderem durch Interviews mit Zeitzeugen. „Es war eine Herkulesaufgabe,“, bestätigt Anette Moesta, Vorsitzende des Caritasverbandes Koblenz, „aber Frau Habrock-Heinrich war stets mit Freude dabei.“ Die 142 Seiten starke Festschrift, die einen vertiefenden Einblick in die Entstehung und Entwicklung des Verbandes gibt, entstand unter der Mitwirkung vieler regionaler und langjähriger Unterstützer und Förderer.

Weitere Informationen und eine Übersicht über alle Veranstaltungen und Aktionen gibt es auf www.caritas-koblenz.de/100-jahre

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news-86241 Mon, 22 Jan 2018 14:02:43 +0100 Wer pflegt uns morgen? http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/wer-pflegt-uns-morgen/ Sorgegemeinschaft oder Pflegerobotor? Wie wird zukünftig die Pflege von älteren Menschen aussehen? Dieser Frage widmete sich der dritte Akademietag in Vallendar. Vallendar – „Deutschland entwickelt sich zu einer Gesellschaft des langen Lebens, die Menschen werden immer älter“, damit leitete Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Prodekan der Pflegewissenschaftlichen Fakultät in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV), seine Überlegungen zum Thema des dritten und letzten Akademietages „Wer pflegt uns morgen?“ ein. 

Vieles sei seit langem bekannt: der Mangel an Pflegefachkräften, die bereits jetzt bestehende Versorgungslücke oder die Belastung älterer Menschen, vor allem von Frauen in der Pflege ihrer Angehörigen. Doch es gelte nicht nur zu jammern: Prof. Hülsken-Giesler zeigte an drei Themenfeldern auf, dass sich einiges ändert. So werde – viel später als in vielen anderen Ländern – langsam auch in Deutschland eingesehen, wie wichtig ein attraktives Berufsbild der Pflege ist, was nur durch Professionalisierung, Aufzeigen von Karrierewegen, guter und gerechte Bezahlung und nicht zuletzt von einer starken Interessenvertretung bei der Politik zu erreichen sei. Hinzukommen sollte eine Stärkung des solidarischen Bewusstseins in der Zivilgesellschaft. „Hier sind viele Regionen schon auf einem guten Wege, indem Angebote entwickeln und Strukturen so gestalten, dass ein generationenübergreifendes Miteinander in ‚Sorgegemeinschaften‘ möglich wird.“ Dazu gehörten etwa die Beratung bei Pflegebedarf, die Begegnung zwischen Jung und Alt sowie eine Quartiersentwicklung, die alte Menschen nicht isoliert. Ein durchaus heikles und zugleich chancenreiches Thema seien digitale Technologien, die Routine-Arbeit abnähmen. So könnten Apps im Smartphone Herzschlag und Blutdruck messen oder könne über eine Kamera direkt kommuniziert werden. Die Angst vor einem pflegenden Roboter sei verständlich; einer Umfrage zufolge würden jedoch ein Viertel der Befragten einem Pflegeroboter den Vorzug vor einer gehetzten und ständig wechselnden Pflegekraft geben. Nicht zuletzt müssten in der Pflege auch die Finanzen thematisiert werden.

Hieran knüpfte Dr. Hanno Heil vom Verband der katholischen Altenhilfe in Deutschland, der Interessenvertretung von mehr als 1000 konfessionellen Einrichtungen an. „Pflege ist eine christliche Errungenschaft – sie muss auch außerhalb der Familie geschehen“ Vielmehr sollten die Kirchen als starke Träger im caritativen Bereich ihren Einfluss nutzen, um auf eine bessere Finanzierung von Pflege durch den Staat hinzuwirken. Es sei unerträglich, dass private Träger mit Pflege Millionen verdienten und diese dann im Ausland geringfügig versteuerten.

„Gerade leitende Pflegekräfte sind überfordert in der Situation mit Quereinsteigern, die nur eine oberflächliche Einführung in die Pflege mitbringen“, ergänzte Kathleen Schneider. Die 31-jährige Chemnitzerin studiert Pflegewissenschaft an der PTHV und ist zugleich im Qualitätsmanagement eines ambulanten Pflegedienstes tätig. Geeignete Gemeinschaften zum Älterwerden müssten gefunden, neue Wohnformen überlegt oder bürgerschaftliches Engagement neu bewertet werden.

In der anschließenden Diskussion sprachen sich die Referenten dafür aus, das Thema Pflege aus der „Schmuddelecke und Tabu-Zone“ herauszuholen. Auch die Kirchen hätten die Pflege zu lange aus dem Blickfeld verloren. In Anbetracht auf die neuen pastoralen Räume eröffneten sich auch in der Altenseelsorge ganz neue Ansätze. Uneins waren sich die Podiumsteilnehmer in der Frage eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) für alle 18-jährigen Frauen und Männer. Während Kathleen Schneider lieber Pflegeroboter als unwillige und unkundige FSJler bevorzugen würde sprach sich Hanno Heil für dieses Pflicht-Pflege-Modell aus: Viele FSJler hätten erst über diesen Dienst einen Zugang zu Pflege bekommen. Manfred Hülsken-Giesler ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wie wäre es denn, ein Unterrichtsfach mit dem Titel ‚Sorgetechniken/ Solidarität lernen‘ in der Schule einzuführen?“

(red)

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news-85975 Sat, 13 Jan 2018 17:28:31 +0100 "Packen Sie die Sache selbst an" http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/packen-sie-die-sache-selbst-an/ Prof. Dr. Dr. Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, ermuntert die Zuhörerinnen und Zuhörer des zweiten Akademietages zur Selbstermächtigung. Vallendar – „Werden Sie selbstständig und ermächtigen Sie sich selbst“, hat das Fazit des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg anlässlich des zweiten Akademietages in Vallendar gelautet. Der Tag stand unter der Frage „Kirche der Zukunft in Deutschland. Stachel im Fleisch der Gesellschaft?“

Trotz starker Bewegung zu einer säkularisierten Welt wünsche sich die deutsche Politik Einschätzungen von Christen, sagte Sternberg. Beispiel sei die Debatte um Sterbehilfe in jüngster Vergangenheit und ganz aktuell das Thema der Genchirurgie. „Die Politikerinnen und Politiker fragen uns: Was meint ihr dazu?“ Dabei dürfe man als Christ nicht besserwisserisch auftreten, sondern müsse partnerschaftlich arbeiten. „Dann können wir überzeugend wirken.“

Obwohl die Zahl der Gläubigen zurückgehe, gebe es eine hohe Präsenz kirchlicher Institutionen im gesellschaftlichen Leben, wie im Bereich von Klinken, Kindergärten oder Hilfswerken. Doch nicht nur die Zahl der Kirchenzugehörigen sinke, sondern auch die Anzahl der Priester. „Wir brauchen jedoch Pfarrer, sonst wird die Eucharistie nicht gewährleistet“, betonte Sternberg. „Ich bin aber nicht für eine Priesterkonzentrierung. Ich bin für einen letztverantwortlichen Laien in der Gemeinde.“ Aus dieser Idee heraus ermutigte Sternberg die Zuhörerinnen und Zuhörer in der Aula der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTHV): „Packen Sie die Sachen selbst an und dann können Sie ja immer noch schauen, ob jemand schimpft.“ Dies gelte auch für neue Ideen, die umgesetzt werden könnten. „Wie schaffen wir es, aus der Enge der Kerngemeinde rauszukommen?“, betitelte Sternberg eine bedeutende Frage der heutigen Zeit. „Wir sollten aus der Freude am Evangelium gemeinsam den Glauben weitergeben.“

Als einen aktuellen und großen Punkt sah Sternberg den Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften wie dem Islam und mahnte: „Es dürfen keine Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit abqualifiziert werden. Wir müssen unsere Stimme gegen Ab- und Ausgrenzung erheben.“ Sternberg sprach sich in diesem Zusammenhang für einen islamischen Religionsunterricht aus: „Wer seinen Glauben kennt, ist gegen eine Radikalisierung stark.“

Neben Sternberg waren der ehemalige Student der PTHV und jetzige Direktor der katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen Dr. Thomas Arnold und die stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU im Westerwald Jennifer Groß als Referenten geladen. In einer anschließenden Podiumsdiskussion nahm neben den Referenten auch Bernd Kuhl, Gemeindereferent aus Koblenz-Goldgrube teil. Moderiert wurde die Debatte von Pater Heinz Willi Rivert.

Der nächste Akademietag findet am 20. Januar um 14 Uhr zum Thema „Wer pflegt uns morgen? Die Zukunft der Pflege zwischen Technik und sorgenden Gemeinschaften“ statt.

Bereits zum 43. Mal laden die Pallottiner zur Veranstaltungsreihe ein, die in der Zusammenarbeit mit der Fachstelle der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz und der Katholischen Erwachsenenbildung der Bildungswerke Westerwald und Rhein-Lahn veranstaltet wird.

(jf)

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news-85951 Fri, 12 Jan 2018 18:47:06 +0100 "Moralische Appelle reichen nicht" http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/moralische-appelle-reichen-nicht/ Bischof Dr. Stephan Ackermann ruft beim Neujahrsempfang der Handwerkskammer in Koblenz dazu auf, dass "große Ganze" in den Blick zu nehmen. Koblenz – „Als Bischof und Bürger bedanke ich mich für Ihren Einsatz“, mit diesen Worten hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann das Engagement der rund 500 Gäste beim Neujahrsempfangs der Handwerkskammer (HwK) Koblenz am 12. Januar gelobt.

Der Präsident der HwK, Kurt Krautscheid, sprach von einer engen Verbindung zwischen Handwerk und Kirche: „Ein Slogan unserer bundesweiten Imagekampagne lautet: ‚Am Anfang waren Himmel und Erde. Den ganzen Rest haben wir gemacht!‘“ Auch Bischof Ackermann konnte die Verbundenheit, die seit Jahrhunderten bestehe, bestätigen und fand dafür noch weitere Argumente: „Viele Handwerker engagieren sich ehrenamtlich im kirchlichen Bereich.“ Kirchen, Gemeinden und Orden seien zudem Kunden des Handwerks und nicht zu vergessen: „Jesus von Nazareth ist in eine Handwerkerfamilie hineingeboren.“ Es gebe also ein vielfältiges Beziehungsgeflecht zwischen Kirche und Handwerk.

In seiner Festrede nahm Ackermann das Spannungsverhältnis zwischen Wirklichkeit und Vision in den Blick. „Die Wirklichkeit ist für Sie das betriebliche und alltägliche Umfeld. Dazu zählen die Herausforderungen des demographischen Wandels, der Fachkräftemangel oder das Thema Integration von geflüchteten Menschen.“ Doch darüber hinaus sei es wichtig, einen weiteren Horizont in den Blick zu nehmen. „Es gibt in unserer heutigen Gesellschaft eine höhere Diversität und Pluralität. Das müssen wir wahrnehmen und damit umgehen.“

Man dürfe nicht auf die Kosten anderer Menschen leben. „Das ist nicht nur eine Frage von Christlichkeit.“ Ein Beispiel dafür sei der Klimawandel: „Hier trifft es gerade Menschen, die dafür nicht verantwortlich sind. Auch eine Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt, kann ich nicht gutheißen. Moralische Appelle allein reichen aber nicht aus“, mahnte der Bischof. Toleranz, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit müssten gelebt werden.

Wie können Wirklichkeit und eine motivierende sowie inspirierende Vision zueinander finden? „Was wir im Kleinen im Alltag machen, müssen wir in einer großen Vision einbetten.“ Eine Idee müsse Wirklichkeit werden. Dabei gehe es nicht nur um technische Möglichkeiten, sondern auch um ein Gespür für das große Ganze. „Nämlich den konkreten Einsatz für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Es zählt nicht nur das Endprodukt, sondern die Betriebskultur – der Geist, der in einem Betrieb herrscht. Hier kommen Vision und Wirklichkeit zusammen“, betonte Ackermann. Die Stärke des Handwerks sei, dass es die Lebensbedingungen von Menschen verbessern könne. „Sie leisten einen Dienst am Menschen, am Kunden und an Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Zum traditionellen Neujahrsempfang begrüßte Kammerpräsident Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden Gäste aus Handwerk, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

(jf)

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news-85908 Thu, 11 Jan 2018 15:23:40 +0100 Christliche Gottesdienste in ihrer Vielfalt erleben http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/christliche-gottesdienste-in-ihrer-vielfalt-erleben/ Bereits zum 11. Mal öffnen die Mitgliedsgemeinden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Koblenz ihre Kirchentüren für Neugierige und Gäste aus anderen Gemeinden. Koblenz - Es ist schon zu einer Tradition geworden: Bereits zum 11. Mal öffnen die Mitgliedsgemeinden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Koblenz ihre Kirchentüren für Neugierige und Gäste aus anderen Gemeinden. Wer in Koblenz christliche Gottesdienste ganz unkompliziert in ihrer Vielfalt erleben möchte, hat von nun an jeden Sonntag bis 18. März eine gute Gelegenheit dazu.

Unter dem Motto „Zu Gast bei Anderen“ lädt die ACK alle Interessierten zu ihren Gottesdiensten ein. Anschließend gibt es in der Regel die Möglichkeit zur weiteren Begegnung und zum Austausch. Zum ersten Mal beteiligt sich die Neuapostolische Gemeinde Koblenz, die im letzten Jahr Gastmitglied in der ACK geworden ist und öffnet am Sonntag 11. März um 9.30 Uhr ihre Türen zu einem Gottesdienst mit Gemeindechor und Orchester in der Bodelschwinghstraße 1.

Weitere Möglichkeiten bis Karneval „zu Gast bei Anderen“ zu sein sind am Sonntag, 14. Januar, 10 Uhr, im Mosaik-Gottesdienst der Evangelischen Stadtmission Koblenz, Stegemannstr. 2-4, am Sonntag, 21. Januar, 9.30 Uhr, Heilige Messe der Römisch-Katholischen Pfarrei St. Beatus Karthause, Finkenherd 20, am Sonntag, 28. Januar, 10 Uhr (11.30 Predigt), Göttliche Liturgie der Rumänisch-orthodoxen Gemeinde Epiphania in Bubenheim, Sankt-Maternus-Str. 7, am Sonntag, 04. Februar, 10.30 Uhr, Gottes-dienst mit Orgel und Kindergottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Karthause, Im Dreifaltigkeitshaus, Gothaer Str. 21 und am 11. Februar, 10 Uhr, Familiengottesdienst am Karnevalssonntag mit Prinz und Confluentia (Verkleidung erwünscht) der Römisch-Katholischen Pfarrei St. Pankratius Niederberg, Arenberger Str. 147.

Die weiteren Termine bis 18. März finden sich in einem Informationsblatt, erhältlich bei Pastoralreferent Matthias Olzem im Dekanat Koblenz, Florinspfaffengasse 14, Tel.: 0261-96355822, E-Mail: matthias.olzem(at)bistum-trier.de oder als Download unter www.ack-koblenz.de

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Koblenz ist ein lebendiger, ökumeni-scher Zusammenschluss von 28 christlichen Gemeinden in der Stadt Koblenz. Ihr Ziel ist es, die Einheit der Christen besonders durch den Dialog zu fördern, damit Vorurteile abgebaut werden und eine ökumenische Zusammenarbeit möglich wird. Zur ACK Koblenz gehören zehn Mitgliedskirchen und rund 55.000 Christen. Damit repräsentiert die Arbeitsgemeinschaft ein weites und vielfältiges Spektrum der kirchlichen Ökumene.

(red)

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news-85811 Mon, 08 Jan 2018 17:11:25 +0100 "We first" kann nicht funktionieren http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/we-first-kann-nicht-funktionieren/ Wie christliche Verantwortung in der Gesellschaft und in der Politik des 21. Jahrhundert aussehen kann, skizzierte Bischof Ackermann im Rahmen des Dreikönigstreffens der Jungen Union. Glees – „Ich schaue auf die Uhr und in ihre Gesichter, dann weiß ich, wann meine Redezeit vorbei ist“, mit diesen Worten hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann sein Referat beim Dreikönigstreffen der Jungen Union (Bezirksverband Koblenz-Montabaur) schmunzelnd eröffnet. Nach einem feierlichen Pontifikalamt in der Abteikirche von Maria Laach traf er sich mit rund 40 Mitgliedern und sprach zum Thema „Die christliche Verantwortung in Gesellschaft und Politik im 21. Jahrhundert“.

„Ich danke Ihnen, dass Sie sich im Alltäglichen engagieren und damit Verantwortung übernehmen“, richtete Bischof Ackermann sein Wort an die jungen Politikerinnen und Politiker. Die christliche Verantwortung in Gesellschaft und Politik solle sich darin zeigen, dass der Mensch das Maß der Dinge ist und im Mittelpunkt steht. „Der andere ist wie du. Im Menschsein sind wir verbunden“, erklärte der Bischof, der als Referent geladen war. Die Politik solle sich für alle Menschen einsetzen. „Das kostet auch Kraft und ist nicht immer einfach“, räumte Ackermann ein. „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“, sei keine ausschließlich christliche Weisheit, sondern könne von jedem umgesetzt werden. Der Glaube öffne einen bestimmten Blick auf den Menschen, abseits von Excel-Tabellen. Man solle abends ein Resümee ziehen, indem man sich die Frage stellt: „Habe ich heute einem anderen beim Leben geholfen?“

Ackermann plädierte für eine gute, also faire Streitkultur. „Daran müssen wir arbeiten. Stil und Inhalte dürfen nicht unter die Gürtellinie gehen“, dies stehe in der christlichen Verantwortung. Das Ziel einer Diskussion müsse ein gesellschaftlicher Konsens sein. „Wir arbeiten auf das hin, was uns zusammenführt“, müsse das Motto sein. Dabei dürften die Parteien nicht intrigant sein. „Gott hat uns einen Verstand gegeben, damit wir ihn benutzen“, sagte Ackermann und erklärte die Verbindung von Glaube und Vernunft. Die Politik brauche nicht nur technische Lösungen, sondern auch Visionen. „Die Frage ist: In welcher Welt wollen wir leben?“ Dabei dürfe man nicht blauäugig sein.

Eine große Herausforderung in der heutigen Zeit sah der Bischof in der richtigen Balance von Einheit und Vielfalt, von Gemeinschaft und Individuum. „Sie müssen nicht die ganze Welt retten. Sie schauen mehr auf das Lokale, aber das geht nicht losgelöst von einem weiteren Horizont“, betonte Ackermann. Die Verbindung zwischen lokalem Handeln vor Ort und Handeln als Weltbürger sei wichtig. „Orientieren Sie sich am Weltgemeinwohl und denken sie in internationalen Zusammenhängen.“ Daher könne der Ausspruch „We first“ in einer globalen Welt auch nicht funktionieren, war sich Ackermann sicher.

Die Gesichter der Jugendlichen und jungen Erwachsenen schienen den Bischof wohl interessiert und aufmerksam angeschaut zu haben, so dass der Bischof seinen Vortrag nicht abkürzte, sondern eineinhalb Stunden sprach und mit langanhaltendem Applaus für seinen Besuch honoriert wurde. Er gab jedoch zu bedenken, dass Bischöfe keine Politiker seien.

Im Anschluss stellten Teilnehmerinnen und Teilnehmer Bischof Ackermann Fragen nach seiner Einschätzung zur aktuellen (welt-)politischen Lage, aber auch zu religiösen Themengebieten wie zur Debatte über ein verändertes Vaterunser oder zur Ökumene.

(jf)

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news-85809 Mon, 08 Jan 2018 16:27:38 +0100 Glaube und Körperkult http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/glaube-und-koerperkult/ Die Überschrift des ersten Akademietages der Pallottiner lautete "Gott ist im Fleische". Drei Referenten beleuchteten in Vallendar die Thematik aus unterschiedlichen Gesichtspunkten. Vallendar – „Wo und wie erscheint der Herr? Nicht als Gedanke, Idee oder Geist – nein in menschlicher Gestalt, in Fleisch und Blut!“, mit dieser Aussage eröffnete der ehemalige Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar, Professor für Kirchengeschichte und Pallottinerpater Paul Rheinbay (SAC) sein Referat zum ersten Akademietag der Pallottiner am 6. Januar in Vallendar.

Gerade die Deutschen scheuten sich vor der eigentlich korrekten wörtlichen Übersetzung „Fleischwerdung“. Im Wort „Leib“ komme eher zum Ausdruck was gemeint sei: Gestalt gebende Form des Lebens und naturwissenschaftlich nie ganz zu ergründendes Mit- und Zueinander von Organen. Inkarnation – Fleischwerdung – sei die Selbstgabe Gottes, die bis dahin führe, dass Jesus am Abend vor seinem Leiden beim Teilen des Brotes sagt: „Das ist mein Leib für Euch“. Paulus formuliere: „Euer Leib ist Tempel des Heiligen Geistes – verherrlicht also Gott in seinem Leib!“ Der Leib sei das „menschliche Spürorgan, von der Phase des ungeborenen Lebens bis hin zur letzten Phase des Sterbens“, sagte Rheinbay. Pater Rheinbay stellte fest, dass der Leib in unserer Zeit dem „Diktat eines Idealbildes unterworfen“ ist. Junge Menschen stünden unter dem Druck fit und schön zu sein. Dass neben Wellness-Kuren, Kosmetika und alternativen Heilungswegen auch die Kirche „Heilungs-Charismata“ anbiete, werde in der Gesellschaft (noch) nicht bewusst anerkannt oder integriert. Und so klinge es interessant, dass sich ein Großteil der Menschen in der westlichen Welt in einer Befragung dazu bekenne, auf einem spirituellen Weg zu sein. „Mehr und mehr Menschen haben erkannt, dass der Leib ein spirituelles Potential birgt.“ Damit aber Menschen auf diese Spur kämen, brauche es Orte des „Ein-Übens“.

Genau das geschehe im Kloster Arenberg, sagte Schwester Scholastika Jurt, Generalpriorin der Kongregation der Arenberger Dominikanerinnen in Koblenz. Hier werde „leiblich geübt“, im Vitalzentrum, bei der Massage, bei der Berührung des Leibes. Auf einer Körperlotion habe sie gelesen:  „‘Was Deine Haut berührt, wird ein Teil von Dir‘. Ohne Körper gebe es uns nicht, wir hätten ihn und er vielleicht auch uns, und doch seien wir mehr. Viel mehr. Wir sind Leib. Leben entsteht durch Berührung: Menschen nehmen die Welt auf, verhalten sich zu ihr und gehen mit ihr um.“

Hautnah kam der Theologe Christopher Campbell von der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Limburg dem Thema auf die Spur. Er hat Tätowierungen untersucht und analysiert und dabei den Körper als „Kathedrale des Selbst“ entdeckt. Was einem wichtig sei, komme auf den Körper. Das reiche von den Geburtsdaten der Kinder bis hin zum pallottinischen Kreuz. Er vergleiche die Stechmale oft mit der „Innenhaut des Limburger Doms“. Dort fänden sich wie auf den Körpern christlichen Bildern und Symbolen, die wichtig seien. Auf den verschiedenen Körperhautdarstellungen kämen die persönliche Geschichte, Werte, Haltungen, aber auch Identität, Nähe und Erinnern zum Ausdruck.

Insbesondere das Phänomen des Körperkultes und der Tätowierungen warf in der anschließenden Diskussion die meisten Fragen auf. Die Referenten waren sich einig, dass Kirche heute neue Zugänge brauche, Gesprächs- und Übungsräume schaffen müsse, um Glauben verwirklichen und leben zu können.

Der 2. Akademietag findet am 13. Januar (14 - 17.15 Uhr) unter dem Thema „Kirche der Zukunft in Deutschland“ statt. Weitere Informationen gibt es auf www.pthv.de

(red)

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news-85443 Wed, 27 Dec 2017 11:40:24 +0100 Unterstützung beim Berufseinstieg http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/unterstuetzung-beim-berufseinstieg/ Kurz vor Weihnachten hat Andrea Steyven von der Aktion Arbeit dem Projekt Smarts-Up im Haus der offenen Tür in Sinzig einen Scheck über 15.000 Euro überreicht. Sinzig – „Hier kann Kirche zeigen, wofür sie eigentlich da ist“, hat Andrea Steyven, Geschäftsführerin der Aktion Arbeit im Bistum Trier, nach einem Rundgang durch das Haus der offenen Tür (HoT) in Sinzig als Fazit gezogen. Zwei Tage vor Heiligabend übergibt sie einen Scheck über 15.000 Euro für das Projekt Smarts-Up. Dieses unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene beim Berufseinstieg.

Wenn es um den Einstieg ins Berufsleben gehe, gäbe es für viele junge Erwachsene mit individuellem Unterstützungsbedarf wenige fachlich versierte Ansprechpartner und Begleiter, erklärt die Leiterin des HoT Petra Klein. Hemmnisse für den Berufseinstieg können ein fehlender Schulabschluss, eine abgebrochene Ausbildung, junge Elternschaft, Schulden, Gewalterfahrungen und vieles mehr sein. Smarts-Up unterstützt als niedrigschwelliges Angebot Frauen und Männern im Alter zwischen 18 und 35 Jahren in der Region Sinzig, Bad Breisig, Remagen und in den Verbandsgemeinden Adenau und Brohltal.

Die Mehrheit der 70 Begleitungen wird vom Jobcenter an Smarts-Up vermittelt. „Die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter ist wichtig und funktioniert richtig gut“, freut sich Petra Klein. Auch die Verbindung zu den Kooperationspartnern in der Wirtschaft sei gut. Durch diese bietet Smarts-Up den Teilnehmenden die Möglichkeit, Praktika oder eine Ausbildung in unterschiedlichen Arbeitsbereichen zu absolvieren. „Zu uns kommen aber auch Menschen, die mitten im Arbeitsleben stehen, aber seit zehn Jahren keine Bewerbung mehr geschrieben haben und ein paar Tipps möchten“, erklärt Mitarbeiterin Tatjana Francesconi. Eine Begleitung kann ganz unterschiedlich aussehen. In Einzelterminen und -coachings werden persönliche Probleme besprochen und gemeinsam nach individuellen Lösungen gesucht. Es gibt auch ein Gruppenangebot erklärt Aylin Schneider: „Hier beschäftigen uns Themen wie Mietverträge, Wohnungsverlust und Schulden.“ Doch auch gemeinsames Kochen steht wöchentlich auf dem Programm. Hier gilt es Ausgaben und Einkäufe im Blick zu behalten und die Arbeit auf etwa zehn junge Menschen zu verteilen. Hinzu kommen politische Bildung und Kunstprojekte. „Insbesondere Kunst ist ein wichtiges Element, um Vertrauen zu schaffen und Gefühle auszuleben“, betont Petra Klein. Die meisten der Jugendlichen hätten ganz unterschiedliche Probleme und es kämen bei Gesprächen schon mal seelsorgerische Themen auf. „Wir sind daher froh, an die Kirche angedockt zu sein“, erklärt die Leiterin. Smarts-Up ist ein Projekt in Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter. Dechant Achim Thieser greift diesen Punkt auf und verdeutlicht, dass solche Jugendzentren in Bezug auf die Umsetzung der Synode äußert wichtig seien.

„Die Jugendlichen werden sich sehr über die Zuwendung freuen“, ist sich die Mitarbeiterin Tatjana Francesconi sicher. Das Geld der Aktion Arbeit wird für unterschiedliche Projekte innerhalb von Smarts-Up eingesetzt. „Wir fördern insbesondere solche Dinge, die nicht von den öffentlichen Stellen gedeckt werden, das sind oft Projekte, die den Jugendlichen Spaß machen und sie motivieren, dabei zu bleiben“, erklärt Andrea Steyven von der Aktion Arbeit. „Wir denken, dass Smarts-Up eine gute Hinführung auf ein zukünftiges Berufsleben und eine gute Ausbildung ist. Das Projekt stellt damit die beste Prävention vor Familien- und Altersarmut dar.“

Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf www.smarts-up.com/ und zur Aktion Arbeit auf www.bistum-trier.de/aktionarbeit.

(jf)

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news-85294 Fri, 22 Dec 2017 09:29:50 +0100 Mehr Raum für neue Ideen http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/mehr-raum-fuer-neue-ideen/ Bald beginnt der Umzug für die Schüler der St. Franziskus-Schule in Koblenz. Die Schulgemeinschaft bezieht den Erweiterungsbau mit 14 Fachräumen, einer Mensa und einem Raum der Stille. Koblenz – Ende Oktober wurde der Grundstein für den Erweiterungsbau der St. Franziskus-Schule in Koblenz gelegt. Ab Januar können die Schüler der integrativen Realschule Plus mit angeschlossener Fachoberschule in der Trägerschaft des Bistums Trier das neue Gebäude beziehen. 14 Fachräume, eine Mensa und ein Raum der Stille sind hier entstanden.

Insbesondere durch das Ganztagsangebot und dem sanierungsbedingten Abrisses eines Gebäudes sei die Erweiterung schon seit Jahren notwendig geworden, berichtet Schulleiter Dirk Johann. Bis Ende Februar sollen nun alle neuen Räume bezogen werden. Etwa neun Millionen Euro wurden in den barrierefreien Erweiterungsbau und in die Umstrukturierungsmaßnahmen im bestehenden Gebäudekomplex investiert.

Besonders stolz ist der Schulleiter auf die so genannten Lernflure: „Hier können die Schüler in einer hellen Umgebung eigenverantwortlich lernen, in Kleingruppen arbeiten und durch Hotspots auch im Internet recherchieren.“ Ihm gefalle zudem die Möglichkeit, den Eingangsbereich in eine große Aula verwandeln zu können. Alle Räume sind multifunktional nutzbar. „Ein wahres Schätzchen ist der Raum der Stille. Er ist etwa 100 Quadratmeter groß, mit Parkett ausgelegt und kann durch Türen im Sommer nach außen erweitert werden“, erklärt Johann. Hier können Gottesdienste gefeiert werden oder auch Religionsunterricht stattfinden. „In der 36-jährigen Geschichte der Schule hatten wir nie solch einen Raum.“

Daneben gibt es jetzt neue Fachräume für Naturwissenschaften, Musik, Kunst, Werken, textiles Gestalten, eine Lehrküche und eine Bibliothek mit Laptop-Arbeitsplätzen. Auch die Verwaltung zieht in das neue Gebäude. Die alten Büros werden zu Kursräumen umgebaut.

Nach dem Umzug werden die Außenanlagen ebenfalls verändert. In Zukunft wird es zwei Schulhöfe geben: Einer dient der Ruhe und Erholung und wird mit Grasflächen und vielen Bäumen gestaltet. Der zweite Schulhof bietet einen aktiven Rahmen mit Tischtennisplatten, Tischkickern und einem Minispielfeld für Fuß- und Basketballspiele. Die Arbeiten am Aktivschulhof beginnen, sobald auch die letzten Container, in denen bisher Klassenräume und auch die Mensa untergebracht waren, abtransportiert wurden.

Durch den Erweiterungsbau gibt es auch neuen Raum für neue Ideen. So wird es im Schuljahr 2018/19 zum ersten Mal eine Ganztagsklasse mit dem Schwerpunkt „Chor“ geben. Die Jungen und Mädchen in der fünften Klassen werden jeden Tag in den Genuss einer Musikeinheit kommen. Dreimal pro Woche gibt es eine Hörschulung und Stimmbildung in Kleingruppen sowie praxisorientierten Musikunterricht durch Musiklehrerinnen und -lehrer der Schule. Zweimal pro Woche findet eine gemeinsame Chorprobe mit Regionalkantor Manfred Faig von der Singschule Koblenz statt. Des Weiteren sind Konzerte und Auftritte der Klasse und musikalische Projekte in Kooperation mit der Singschule geplant. Der Schwerpunkt begleitet die Schülerinnen und Schüler drei Jahre bis zur siebten Klasse.

Jugendliche in der zehnten Klassenstufe, die sich für die Fachoberschule interessieren und ihre Eltern sind am 11. Januar zu einem Informationsabend um 19.30 Uhr in die St. Franziskus-Schule (Thielenstraße 3) eingeladen. Für Viertklässler und ihre Eltern findet am 12. Januar um 17 Uhr eine Informationsveranstaltung statt. Weitere Informationen gibt es im Sekretariat unter Tel.: 0261-5792518-0 oder auf www.franziskusschule-koblenz.de.

(jf)

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news-85268 Thu, 21 Dec 2017 12:44:47 +0100 Leben braucht Liebe, Sterben auch http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/leben-braucht-liebe-sterben-auch/ Seit 25 Jahren kümmert sich der Hospizdienst an der Nahe um schwerstkranke Menschen. Patienten letzte Wünsche zu erfüllen, ist den Ehrenamtlichen dabei besonders wichtig. Bad Kreuznach – Ihren Slogan „Leben braucht Liebe, Sterben auch“ verkörpern die Mitarbeiter des Christlich Ambulanten Hospizdienstes an der Nahe seit 25 Jahren. Die haupt- und ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter kümmern sich um die Seele schwerstkranker Menschen, die zuhause sterben möchten.

Seit 18 Jahren engagiert sich Lilo Mayer für den Hospizdienst rund um Bad Kreuznach. Nach dreijähriger ehrenamtlicher Tätigkeit wurde die gelernte Intensivkrankenschwester als hauptamtliche Hospizfachkraft eingestellt und begleitet seitdem die heute 46 Ehrenamtlichen. Inzwischen tut sie dies gemeinsam mit vier weiteren hauptamtlichen Hospizfachkräften. „Das ist mein Lebenselixier“, strahlt die Kirnerin. Die Hospizfachkraft hat, wie der überwiegende Teil der ehrenamtlichen Begleitenden, selbst schon Erfahrungen durch den Tod eines nahen Angehörigen gemacht. „Ich kann mich gut in die Angehörigen hineinversetzen.“ Damals habe sie sich im Alter von 15 Jahren nicht mehr von ihrem Vater verabschieden können. „Ich möchte, dass die Menschen das können. Es hängt einem sonst nach, wenn das nicht geht.“

Interessierte an einer Begleitung können sich im Hospizbüro melden. Nach einem Gespräch kommt ein Ehrenamtler in die Familie. „Wie viel und wie die Zeit dort verbracht wird, entscheiden beide Seiten selbst“, erklärt Lilo Mayer. Die Wünsche und Anliegen der Patienten stehen dabei aber immer im Mittelpunkt. Mitglieder aus ihrem Team haben schon mit Patienten einen Baum in einem Friedwald ausgesucht oder einfach Plätzchen gebacken. Vieles sei möglich. „Wünsche zu erfüllen ist etwas ganz, ganz Wichtiges“, betont Lilo Mayer und erzählt von einer Frau, deren Wunsch es war, noch einmal ein Glas Rotwein zu trinken. „Einen Tag später ist sie dann verstorben.“ Die Arbeit sei aber nicht nur traurig. „Wir reden über Lebensläufe, machen Witze, tauschen uns über Backrezepte und Mode aus. Es darf gelacht werden“, sagt Lilo Mayer. Zudem nehmen die Begleiter die Menschen ernst. „Wir sind für Herz und Seele“, fasst es Lilo Mayer zusammen. Der Dienst habe darüber hinaus gute Beziehungen zu den behandelnden Ärzten und könne durch seine Kooperationen für eine gute Schmerztherapie sorgen.

„Viele fragen mich nach einer Rechnung“, berichtet Lilo Mayer. Der Dienst ist für die Betroffenen aber kostenlos. Träger des Hospizdienstes sind der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V. und die Kirchliche Altenhilfe und Krankenpflege an Nahe und Glan gGmbH. „Darüber hinaus wirbt ein Förderverein um finanzielle Unterstützung für die Arbeit der Ehrenamtlichen im Hospizdienst“ erklärt Markus Weber, Caritas-Dienststellenleiter in Bad Kreuznach.

Von Anfang an wird die ökumenische Zusammenarbeit groß geschrieben. „Im Leiden und Sterben gibt es keine konfessionellen Unterschiede. Die Menschen begegnen Fragen, die sie sich in ihrem gesamten Leben nicht gestellt haben“, daher sei es gut, dass es den Dienst gibt, erklärt Pfarrer Baldur Stiehl. „Viele Familien tabuisieren das Thema Tod. Die Helfer vor Ort können das Thema aber gefühlvoll ansprechen und setzen damit die Verarbeitung in Gang“, berichtet Stiehl.

Für das Jahr 2018 ist wieder ein neuer mehrmonatiger Vorbereitungskurs zur Hospizbegleiterin bzw. zum Hospizbegleiter geplant. Interessierte sollten flexibel, mobil und kreativ sein. Wichtig sei zudem eine eigene Sensibilität und Stabilität, weiß Lilo Mayer.

Informationen gibt es im Hospizdienst in Bad Kreuznach unter Tel.: 0671-83828-34, im Hospizbüro Kirn unter Tel.: 06752-912074 und auf www.caritas-rhn.de.

(jf)

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news-85003 Wed, 13 Dec 2017 13:04:50 +0100 Sehnsucht nach einer heiligen, heilenden Zeit http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/sehnsucht-nach-einer-heiligen-heilenden-zeit/ Weihnachten in Glaube, Kultur und Gesellschaft war Thema beim letzten Katholischen Forum in 2017 im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium Koblenz. Koblenz – „Christstollen werden schon im Spätsommer verkauft, am 1. Juli gab es in Freiburg schon einen Weihnachtsbaum, auch der Weihnachtsmarkt in Koblenz fängt schon weit vor dem eigentlichen Fest an – aber hatte Weihnachten nicht immer schon eine weit über das Religiöse hinausgehende Bedeutung?“ Das fragte Professor Dr. Stephan Wahle die rund 50 Besucher, die auf Einladung des Katholischen Forums Koblenz ins Bischöfliche Cusanus Gymnasium gekommen waren. Er nahm sie mit auf eine Reise von der Entstehung des Festes im 4. Jahrhundert bis heute.

Im Gegensatz zu vielen heutigen Überzeugungen stellte der Referent klar, dass Weihnachten nicht einfach das heidnische Fest des unbesiegten Sonnengottes ablöste, sondern dass das Licht und Sonnenmotiv, der Sonnenkult, sowohl im politischen als auch kulturellen Rom eine besondere Rolle spielte. Nicht nur von Christus, auch von den Kaisern Aurelian und Konstantin fänden sich Darstellungen, die sie mit einem Strahlenkranz zeigten. Es handele sich also um eine damals populäre Frömmigkeitshaltung. Bis zum 6. Jahrhundert habe sich Weihnachten auf der Grundlage des älteren Johannesevangeliums weiterentwickelt, zu einem Fest der Menschwerdung Gottes, einem Fest des Wortes Gottes, das „herabgestiegen ist in die menschliche Welt, um sie zu erlösen. Vom kleinen Kind in der Krippe war da überhaupt nicht die Rede“, so der Referent. Das habe sich erst im Mittelalter und in der Neuzeit geändert. Neue Lieder, neue Riten und neue Brauchtümer hätten einen „intimen Grundzug“ in die Weihnachtsfrömmigkeit gebracht. Deutlich machte Wahle das, als er die Besucher „In dulce jubilo“, das Weihnachtslied aus dem 15. Jahrhundert, singen ließ. „Haben Sie die andere Spiritualität gespürt?“, fragte er das Publikum. Das „Ich“ präge jetzt den Sprachstil, und das Ineinander von Profan- und Sakralsprache, eine „Hinwendung zum Kind“. Bei aller „Vereinigung mit dem Kind“ bleibe aber – auch durch die lateinischen Einsprengsel – eine „gewisse Hoheit Christi“ gewahrt.

Ab der Biedermeierzeit um 1800 habe sich Weihnachten dann zum „Familienfest“ gewandelt. Haus und Familie wurden immer stärker der Mittelpunkt des Festes, das Wohnzimmer entwickelte sich zur „Privatkathedrale“. Das Gemälde von Carl August Schwerdtgeburth, das Luther im Kreise seiner Familie um den Weihnachtsbaum, Kerzen und Geschenke zeige, stehe sinnbildlich dafür.

Heute bedeute Weihnachten ein „globales Fest“, ein Fest der Globalität, das unabhängig von Glaube und Religion weltweit gefeiert werde. Weihnachtsmärkte und auch Weihnachtsbäume hätten dazu beigetragen, dass „Gefühlsräume“ entstanden seien. Deswegen sei es so tragisch gewesen, dass ausgerechnet ein Weihnachtsmarkt Ort eines Terroristenanschlags wurde. Der Weihnachtsbaum stehe für all das, was die Gesamtgesellschaft an Weihnachten ausmache: Die Sehnsucht nach Gefühl, Glück, Geborgenheit. Diese Sehnsucht finde ihren Höhepunkt am Heiligen Abend, zu Hause, beim Liedersingen, Geschenke auspacken, oder sogar auch mal in einem anderen „Sehnsuchtsraum“ wie einem Weihnachtsgottesdienst. „Dort wo Gott Mensch wird, kann auch der Mensch Mensch werden“, resümierte Wahle. Glaube sei als Antwort auf eine sich nimmer verzehrende Sehnsucht zu verstehen, sodass Weihnachten nicht unbedingt am zweiten Weihnachtstag enden müsse, sondern als Idee „nachwirken“ könne. (red)

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news-84999 Wed, 13 Dec 2017 12:02:24 +0100 Wie geht es weiter? http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/wie-geht-es-weiter/ Im Bad Kreuznacher "Sonntagstisch" kochen reihum verschiedene ehrenamtliche Teams für Bedürftige. Nun ist man besorgt, dass die vorbildliche Aktion zukünftig an der Raumfrage scheitern könnte. Bad Kreuznach – Die Finanzen stimmen, es gibt in der Regel genügend helfende Hände und einer guten Arbeit stünde eigentlich nichts mehr im Wege. „Wir hätten nie erwartet, dass es nun an der Raumfrage scheitern könnte“, erklärt Diakon Gerhard Welz von der Projektgruppe „Sonntagstisch“ in Bad Kreuznach. Das Pfarrhaus der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz soll umgebaut und der Pfarrsaal würde dann teilweise zur Bürofläche umfunktioniert werden. Der Raum sei dann für die etwa 100 Gäste, die in den Wintermonaten dort eine warme Mahlzeit erhalten, zu eng.

„Es steht noch gar nicht fest, ob nächstes Jahr mit dem Umbau begonnen wird“, beruhigt Pfarrer Monsignore Dr. Michael Kneib. Doch die Gruppe denkt bereits über Alternativen nach: „Sollen wir ein großes Zelt aufbauen oder Miete für einen Veranstaltungsraum bezahlen?“

Die Problematik, neben entstehenden Kosten durch Miete, sei, dass ersichtlich sein soll, dass die Gäste von der katholischen Kirche eingeladen werden. „Es heißt auch unteren unseren Gästen: Wir gehen zur Kirche essen“, weiß Diakon Welz. Die Pfarrsäle der umliegenden Gemeinden seien zu klein oder die Lage nicht optimal. „Sie müssen den Platz akzeptieren und dort auch leicht hinkommen“, weiß der Diakon. Der bisherige Saal zeichne sich durch seine Zentrumsnähe aus.

In der zwölften Saison setzen sich sieben Ehrenamtliche für den Sonntagstisch ein, bei dem Woche für Woche unterschiedliche Teams für Bedürftige kochen. Auch Pfarrer Kneib ist von dem Projekt begeistert und hilft schon mal beim Spülen und isst mit den Gästen am Tisch. Dass freue die Menschen, obwohl sie mitunter nicht viel mit der Kirche zu tun hätten, berichtet Schwester Irmgard von den Waldbreitbacher Franziskanerinnen, die Mitinitiatorin des Projektes ist. „Wir sind nicht zum Missionieren hier. Es handelt sich einfach um ein niedrigschwelliges Angebot“, betont sie. „Dieses Projekt steht eigentlich dafür, was Kirche darstellt und ausmacht. Es ist ein Zeichen der Nächstenliebe“, macht Welz deutlich.

Armut sei ein großes Thema in Bad Kreuznach, bemerkt die Franziskanerin. „Wer da ist, braucht es auch. Für einige ist es die erste warme Mahlzeit der Woche. Manchen wurde der Strom Mitte des Monats abgestellt, andere wiederum wären sonst ganz alleine daheim.“ Oft spenden die Kochteams die Nahrungsmittel, doch wenn dies nicht möglich ist, können die Kosten auch von der Projektgruppe übernommen werden. „Aus diesem Grund benötigen wir auch immer Spenden“, informiert Schwester Irmgard. Zudem fallen unter anderem Kosten für Strom und Wasser an. Wenn einmal kein Koch-Team für einen Sonntag zu finden ist, wird das Essen bei einem Caterer bestellt. Die Gäste des Sonntagstisches können sich also auf das Angebot verlassen.

Wenn alle Raumüberlegungen scheitern, hat Diakon Welz eine Idee: „Nehmen wir einige Bänke aus der Kirche und essen dort.“ Doch Pfarrer Kneib beruhigt: „Nur keine Panik: Der Sonntagstisch wird weitergehen.“ Es seien mögliche Räume gesammelt worden, die nun angefragt werden.

Am 31. Dezember übernehmen übrigens Mitglieder der muslimischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat Bad Kreuznach den Dienst und ermöglichen somit vielen Menschen kurz vor dem Silvesterabend eine warme Mahlzeit, eine Tasse Kaffee oder auch ein gutes Gespräch.

Weitere Informationen gibt es auf www.sonntagstisch.de und bei Diakon Welz unter Tel.: 0671-63748.

(jf)

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news-84938 Mon, 11 Dec 2017 15:49:41 +0100 „Christ kann man nur in Gemeinschaft sein“ http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/christ-kann-man-nur-in-gemeinschaft-sein/ Zusammen mit den Mönchen von St. Matthias und Vertretern des Domkapitels hat Bischof Ackermann in der St. Matthias-Kirche das Eucharius-Fest gefeiert. Trier – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat mit Vertretern des Trierer Domkapitels, den Mönchen der Abtei St. Matthias in Trier und vielen Gläubigen am 9. Dezember das Euchariusfest in der Basilika Sankt Matthias gefeiert. In der Krypta der Abtei wurde mit einem Gottesdienst an den ersten Bischof von Trier erinnert. Der Heilige Eucharius, der im dritten Jahrhundert lebte, ist dort bestattet, ebenso wie sein direkter Nachfolger, Bischof Valerius.

In seiner Begrüßung erläuterte Ackermann, dass es für ihn immer etwas Besonderes sei, gemeinsam mit den Vertretern des Domkapitels nach St. Matthias zu pilgern. „Christ kann man nur in Gemeinschaft sein“, führte er aus. „Wir müssen Gott um das Geschenk der Gemeinschaft bitten, dass er sie stärkt und stiftet und diejenigen, die unter Vereinsamung leiden, diese Kraft spüren“, sagte der Trierer Bischof.

Abt Ignatius stellte in seiner Predigt die Frage, was denn die Trierer heute über Jesus wissen. „Immer weniger“- resümierte er. Genau wie damals, als Eucharius nach Trier kam, um das Christentum in die Region zu bringen, müsse es auch heute Menschen geben, die über Jesus erzählen, damit sich seine Spur nicht verliere. Frauen und Männer, die es dem ersten Trierer Bischof gleich tun, die ihre Mitmenschen dabei unterstützen, das Evangelium für sich zu entdecken und aus dieser Freude leben zu können.

(red)

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news-84634 Thu, 07 Dec 2017 17:54:00 +0100 Musik baut Brücken zwischen den Nationen http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/musik-baut-bruecken-zwischen-den-nationen/ Zwei junge Frauen organisieren ein Musikfestival, das Brücken zwischen Kulturen schlagen soll. Der Erlös geht an rumänische Kinder und Jugendliche, die in unterschiedlichen Workshops die Wirkung von Musik kennenlernen können. Koblenz – Eine Verbindung zwischen Menschen, Künsten, Orten und Stilrichtungen möchten die Gassenbauer Kulturtage vom 8. bis 10. Dezember in Koblenz schaffen. Der gesamte Erlös fließt in musikalische Projekte mit Kindern und jungen Erwachsenen die auf den Straßen von Rumänien leben. Unterstützt werden ebenfalls die Partnerorganisationen Concordia und die Salesianer Don Boscos. Für dieses Unterfangen hat die Koblenzerin Charlotte Reitz zusammen mit ihrer Kommilitonin Vera Karner aus Österreich den Verein „Musericordia – Musik vereint“ gegründet.

„Wir möchten mit dem Verein Menschen mit verschiedenen Nationalitäten, aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen durch Musik erreichen, ihnen Freude schenken, sie zusammenbringen und dadurch insbesondere Kinder aus sehr schwachen sozialen Verhältnissen fördern“, erklärt die Musikstudentin Charlotte Reitz.

Vor etwa einem Jahr verband Charlotte Reitz und Vera Karner der Gedanke, dass sie durch Musik benachteiligten Kindern helfen könnten. Die Klarinettistin Vera Karner hatte mit ihrem Duopartner, Dominik Wagner, 2015 den Fanny-Mendelssohn-Förderpreis für ihr Projekt „Gassenbauer Gassenhauer“ gewonnen. Vera Karner und Dominik Wagner beauftragten dabei Komponisten aus verschiedenen Ländern, einen „Gassenhauer“, eine bekannte Melodie, aus ihrer Heimat mit einem „Gassenhauer“ aus der Wiener Klassik zu kombinieren. Der Grundgedanke lautete schon damals, einen Weg zu finden, die Musik für alle Menschen, unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Prägung, zugänglich zu machen. Charlotte Reitz, die als Praktikantin am Chelsea Music Festival teilnahm und dort die 23-jährige Vera Karner kennenlernte, zeigte schon damals großes Interesse für die Idee dieses Projektes.

Die 20-jährige Charlotte Reitz stand bereits über ihren Vater, den Schulleiter des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums in Koblenz, mit Schwester Alfonsa von der Congregatio Jesu in Kontakt, die Straßenkinder regelmäßig versorgt. Je mehr sich Charlotte Reitz und Vera Karner mit der gesellschaftlichen Situation in Rumänien beschäftigten, desto mehr entstand auch das Bedürfnis, selbst aktiv zu werden.

Gemeinsam machten sich die zwei jungen Frauen an die Arbeit, um ein Konzept für den Verein auf die Beine zu stellen:  Der Verein „Musericordia“ führt jährlich zwei Projekte durch: „Das erste Projekt sind die ‚Gassenbauer Kulturtage‘, ein Benefizfestival, das zum einen eine finanzielle Basis für unsere weiteren Vorhaben schafft und zum anderen das deutsche Publikum auf die Projekte des aufmerksam macht“, erklärt Charlotte Reitz. „Dabei werden neben der kulturellen Brücke Deutschland-Rumänien noch weitere Verbindungen geschaffen, beispielsweise zwischen Künsten wie Musik, Literatur, Schauspiel, Komik, Musikern (professionelle Musiker, Schüler, Studenten) und Konzertformaten (Konzertsaal, Einkaufszentrum, Bar, Kirche)“, beschreibt sie die Idee. Daher lautet der Name des Festivals auch „Gassenbauer“ – ein Wortspiel, das sich aus Gassenhauer und „Gassen bauen“ zusammensetzt.

Das zweite Projekt sind die „CopArta Kinderkunsttage“, die der Verein gemeinsam mit Musikern in Rumänien durchführen wird. Die Musiker werden zu den Partnerorganisationen nach Rumänien reisen und gemeinsam mit den Kindern musikalische Workshops durchführen.

Weitere Informationen zum Verein und zu dem Programm der Kulturtage gibt es auf www.musericordia.com.

(jf)

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news-84579 Thu, 30 Nov 2017 11:55:10 +0100 Kühlschrank zum 2000. Stromspar-Check http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/kuehlschrank-zum-2000-stromspar-check/ Familie Müßig war der 2000. Koblenzer Haushalt, der den Stromspar-Check nutzte und nun einen neuen umweltfreundlichen Kühlschrank in Empfang nehmen konnte Koblenz - Freudestrahlend nahm Familie Müßig aus Koblenz einen neuen umweltfreundlichen Kühlschrank in Empfang. Die vierköpfige Familie war der 2000. Koblenzer Haushalt, der den Stromspar-Check nutzte, ein bundesweites Vorzeigeprojekt des Deutschen Caritasverbandes, der Energie- und Klimaagenturen sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

„Das Projekt läuft bereits seit Anfang 2009“, erklärt Hermann Trapp von der "Caritas für Menschen in Beschäftigung gGmbH" (CarMen). „Teilnahmeberechtigt sind alle Menschen, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen.“

Die speziell geschulten Serviceberater für Energie- und Wasserspartechnik führen beim ersten Hausbesuch eine Bestandsaufnahme sowie eine Analyse des Verbraucherverhaltens durch. Beim zweiten Besuch erteilen sie anhand eines Mess- und Auswertungsprotokolls qualifizierte Ratschläge zum Stromsparen und händigen Energiesparlampen, schaltbare Steckerleisten, TV-Abschalter und andere Geräte aus. Diese kostenlosen Soforthilfen können einen Wert von bis zu 72 Euro haben.

Zum besonderen Anlass des 2000. Stromspar-Checks gab es eine kleine Feierstunde im Kundenzentrum der evm in der Koblenzer Schlossstraße, zu der auch Kooperationspartner, Sponsoren sowie Vertreter der Kommunen und der Jobcenter eingeladen waren.

„Der Stromspar-Check ist ein vorbildliches Projekt mit enormer Nachhaltigkeit“, betonte Marcelo Peerenboom, Pressesprecher der evm. „Die Besonderheit ist, dass neben dem Aspekt des Umweltschutzes insbesondere Haushalte mit geringem Budget unterstützt werden.“

Dank der Unterstützung durch die evm, die Firma Daffertshofer und die CarMen gGmbH steht in der Küche von Familie Müßig ab sofort eine neue Kühl-Gefrierkombination. „Durch den Stromspar-Check bekamen wir viele nützliche Tipps“, strahlt Daniela Müßig. „Mit den eingebauten Energiesparlampen und vor allem dank des neuen Kühlschranks sparen wir pro Jahr ca. 420 Euro.“ Als weiteres Bonbon erhielt die Familie einen 100-Euro-Gutschein von book-n-drive, einem innovativen Car-Sharing-Unternehmen.

Auch die Gesamtzahlen seit Projektbeginn können sich mehr als sehen lassen. In Koblenz und Umgebung werden nun jährlich 1.078.500 KWh Strom, 700.000 kg CO2 sowie 28,5 Mio. Liter Wasser eingespart. Darüber hinaus wurden in den teilnehmenden Haushalten Soforthilfen im Wert von ca. 145.000 Euro eingebaut.

„Wir hoffen, dass auch weiterhin viele Bürger den Stromspar-Check nutzen", resümiert Hermann Trapp. „Schließlich konnte jeder teilnehmende Haushalt im Schnitt 191 Euro pro Jahr an Strom- und Wasserkosten einsparen."

Weitere Informationen gibt es bei CarMen gGmbH, Hermann Trapp, Im Acker 23, 56072 Koblenz, Tel.: 0261 91160-11, E-Mail: trapp(at)carmenggmbh.de und im Internet unter www.stromspar-check.de

(red)

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news-84575 Thu, 30 Nov 2017 11:21:22 +0100 Segen bringen, Segen sein http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/segen-bringen-segen-sein-1/ Der Staffelstern war zu Gast im Hunsrück. Workshops brachten den zukünftigen Sternsingern die Kultur des aktuellen Beispiellandes Indien näher. Simmern – Indien ist das Beispielland der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen. Zum Jahreswechsel werden die Sternsinger überall in Deutschland unterwegs sein. Derzeit bereiten sie sich mit dem „Staffelstern“ auf den Eröffnungs-Tag am 29. Dezember in Trier vor.

Im Hunsrück war der Staffelstern in Rheinböllen-Rayerschied, Beltheim, Kirchberg und auf dem Flughafen Hahn zu Gast. In Workshops haben die Kinder die indische Kultur näher kennengelernt. Der Sternsinger-Film zum Thema Kinderarbeit in Indien hat den Kindern das Beispielland nähergebracht, sie sehr beeindruckt und auch betroffen gemacht. „Besonders schlimm war es für viele, dass sogar Kinder schon hart arbeiten müssen, um ihre Familien zu unterstützen. Bestürzt waren die Kinder, dass die achtjährige Neetu ihren Vater verloren hat, der an gesundheitlichen Folgen seiner Arbeit beim Schmelzen von Glasarmreifen durch die giftigen Gase des Bunsenbrenners gestorben ist.“, berichtet Daria Thoi, Gemeindereferentin in Kirchberg. Für die Hunsrücker Jungen und Mädchen ist es kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen Kinder in anderen Ländern aufwachsen. So wurde zum Beispiel darüber gesprochen und abgestimmt, was Mithilfe im Haushalt ist, was der Aufbesserung des Taschengeldes dient und ab wann Kinderarbeit beginnt. Als Sternsinger wollen sie Kindern in Ländern wie Indien ermöglichen, die Schule zu besuchen, um später eine berufliche Perspektive zu haben.

„Es war eine schöne und eindrucksvolle Veranstaltung, die die Kinder und Jugendlichen aus den verschiedenen Pfarrgemeinden zusammen gebracht hat“, berichtete Gaby Barden von der Vorbereitungsgruppe aus Beltheim. Sie organisierte mit anderen Ehrenamtlichen das Treffen für die Dörfer der Pfarreiengemeinschaft Kastellaun. In unterschiedlichen Workshops konnten die Kinder Glitzertattoos und Armbänder herstellen oder indische Teigtaschen und Kheer, Milchreise mit Obstsalat zubereiten. Auf dem Flughafen Hahn gestalteten die zukünftigen Sternsinger eine Seite des Reisetagebuchs des Sterns und die bunten Bänder am Stern. „Leider war der Stern nur einen Tag bei uns. Das Projekt wird von vielen Ehrenamtlichen getragen und die können meist nur am Wochenende fahren. Es hat auf jeden Fall auch neugierig gemacht auf die Aussendungsfeier der Sternsinger in Trier.“, fasst Markus Koch zusammen, der ehrenamtlicher Ansprechpartner für die Sternsingeraktion in der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen ist.

Die Pfarreiengemeinschaft Kirchberg bietet eine Fahrt zur bundesweiten Aussendungsfeier nach Trier an. Weitere Informationen hierzu und Anmeldungen sind im Pfarrbüro unter Tel.: 06763-1513 möglich.

Jedes Jahr rund um den 6. Januar sind die Sternsinger bundesweit unterwegs. In beinahe allen Gemeinden der Region bringen sie in der Nachfolge der Heiligen Drei Könige mit dem Kreidezeichen „C+M+B“ den Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ zu den Menschen und sammeln für Not leidende Kinder in aller Welt. Die 60. Aktion Dreikönigssingen im Januar 2018 steht unter dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“. Eine Teilnahme ist für alle Kinder möglich. Anmeldungen bei den ehrenamtlichen Helfern vor Ort. Willkommen sind auch ältere Jugendliche und Erwachsene, die die Gruppen begleiten.

(red)

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news-84573 Thu, 30 Nov 2017 09:50:39 +0100 Von der Mütterschule zur Familienbildungsstätte http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/von-der-muetterschule-zur-familienbildungsstaette/ Seit 60 Jahren gibt es die Familienbildungsstätte in Koblenz. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich nicht nur das Angebot verändert, sondern auch die Teilnehmerstruktur. Koblenz – „Zur Frage der Geburtenregelung“ oder „Die gemeinen Miterzieher – Fernseher, Filme und Comic-Hefte“ lauten 1967/68 Titel von Veranstaltungen der damaligen katholischen Mütterschule Koblenz, die später die katholische Familienbildungsstätte (FBS) wird. In diesem Jahr feiert die Einrichtung ihr 60-jähriges Bestehen. Einige der damaligen Angebote seien heute noch aktuell, erklärt die kommissarische Leiterin der FBS in Koblenz, Felicitas Flöthner, doch es seien auch neue Themenfelder hinzugekommen.

„Was in all den Jahrzehnten immer beständig war, ist das christliche Menschenbild, welches wir als Grundlage für unsere Arbeit nehmen. Die Einrichtungen sind ein Ort der Kirche, der Gemeinschaft erlebbar macht“, blickt die Diplompädagogin auf die Arbeit der FBS. „Zudem haben wir schon immer geschaut, was braucht der Einzelne. Wir orientieren uns an den Bedarfen der Menschen.“ Aus diesem Grund führt die FBS jedes Jahr eine Teilnehmerbefragung durch. Und das Konzept kommt an: Im vergangenen Jahr verzeichnet die FBS Koblenz 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Einrichtung hat 36.000 Unterrichtseinheiten angeboten. Diese hohen Zahlen werden nicht ausschließlich durch Kurse und Vorträge im Gebäude in der Hohenfelder Straße 16 erreicht, sondern auch durch die Außenstelle in Bendorf und durch Sozialraumorientierung: „Wir gehen raus, in Schulen, Kitas und Gemeinden. Wir wollen uns einbringen, daher beobachten wir die Umgebung.“

Im Programm der FBS gibt es Kurse, die seit Jahren sehr beliebt sind. „Ein wahrer Renner ist der Musikgarten, eine musikalische Früherziehung und die PEKiP-Kurse. Hier muss man sich schon vor der Geburt des Kindes anmelden, um dort einen Platz zu bekommen“, berichtet die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der FBS Koblenz Anja Erhardt.

Familienentlastende Angebote seien in der Geschichte der FBS eher neu. „Das Themenfeld Familie und Beruf ist jetzt ein wichtiger Bestandteil in unserem Repertoire genauso wie Pflege und Beruf. Hier stellen sich Teilnehmende oft die Frage: ‚Wo kann ich Hilfe bekommen, wenn ich meine Angehörigen pflege und berufstätig bin?‘“, beschreibt Felicitas Flöthner die Situation. „Man hat nicht mehr so viel Zeit zusammen“, fügt Anja Erhardt hinzu. Auch darauf reagiert die FBS mit den Angeboten aus dem Themenbereich „WIR-Zeit – Familie aktiv“. Die Zahl der teilnehmenden Väter habe sich in den Jahrzehnten verändert. „Wenn ich durch alle Kurse schaue, dann haben wir in etwa einen 40-prozentigen Männeranteil“, überschlägt Felicitas Flöthner.

Ein Schwerpunkt der FBS sei derzeit die Integration von Flüchtlingen in bestehende Angebote. „Wir haben einen PC-Kurs, der eigentlich für Senioren gedacht war, nun für Flüchtlinge geöffnet. Hier können beide Seiten voneinander lernen“, erläutert Felicitas Flöthner. Kochkurse, die von Flüchtlingen angeboten werden, seien zudem sehr beliebt. Ein weiteres Steckenpferd ist die Projektarbeit. Hier werden insbesondere sozialschwache Teilnehmende angesprochen, die ansonsten selten an Programmen der FSB teilnehmen.

Nun beginnen schon die Planungen für die Kurse im Sommer. Fest im Programmheft werden dann wieder Qualifizierungsangebote für Ehrenamtliche und Dozenten der FBS stehen. „Wir achten darauf, dass unsere Qualitätsstandards eingehalten werden“, versichert Felicitas Flöthner.

Weitere Informationen gibt es auf www.fbs-koblenz.de.

(jf)

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news-84550 Wed, 29 Nov 2017 14:28:41 +0100 Weihbischof lobt Chorarbeit in Koblenz http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/weihbischof-lobt-chorarbeit-in-koblenz/ Mit einem Festgottesdienst in der voll besetzten Koblenzer Liebfrauenkirche schlossen die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Chormusik an der Liebfrauenkirche". Koblenz – Mit einem Festgottesdienst in der voll besetzten Koblenzer Liebfrauenkirche schlossen die Sängerinnen und Sänger die Feierlichkeiten anlässlich ihres Jubiläums „20 Jahre Chormusik an der Liebfrauenkirche" ab. Sowohl Weihbischof Jörg Michael Peters als auch der Hausherr Pfarrer Stephan Wolff lobten die wertvolle Arbeit der Chöre unter der Leitung von Regionalkantor Manfred Faig.

Weihbischof Peters begrüßte im Besonderen die Sängerinnen und Sänger: „Für mich ist es ein Herzensanliegen, Ihnen und euch für alles Engagement in der Kirchenmusik hier in Koblenz Liebfrauen über pfarrliche Grenzen hinweg und über den kirchlichen Raum hinaus, ein großes Danke zu sagen.“ Er betonte das Engagement der zahlreichen Mitglieder vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter und bezeichnete die Chöre als kostbaren Teil der gottesdienstlichen Gemeinschaft. „In der Vielfalt der Chöre und Chorgruppen stellt Ihr augenfällig dar, wie Glaube geht“, unterstrich Weihbischof Peters die Bedeutung der Chormusik an der Liebfrauenkirche. „Und schließlich leistet Ihr Brückendienste im wahrsten Sinn des Wortes, weil Ihr durch eure Mitgestaltung den Gottesdienst bereichert, Ihr selbst kostbarer Teil unseres gottesdienstlichen Tun seid. Die Feier der Liturgie, der Sakramente und besonders die Eucharistie, das ist die Brücke, da will Christus in seinem Wort und in seinem Mahl gegenwärtig sein als Zeuge der unverbrüchlichen Treue Gottes.“ Die Mitglieder leisteten Brückendienste, die viele Menschen mitreißen könnten, Vertrauen zu wagen in Gott und seine Treue zu erfahren, so der Weihbischof.

Gut 250 Sängerinnen und Sänger umfasst die Chormusik an der Liebfrauenkirche. Dabei erreichten die Aktivitäten der Chormusik durch die Vernetzung mit anderen kulturellen Trägern und unterschiedlicher Kooperationspartnern wie Schulen hunderte Menschen aus dem außerkirchlichen Umfeld, berichtete Manfred Faig. „Durch die Erarbeitung geistlicher Musikstücke werden den Mitgliedern, die eine ganz unterschiedliche Nähe zu Glaube und Kirche aufweisen, wesentliche Inhalte des Evangeliums erschlossen“, erklärte Faig die Arbeitsweise der Chormusik an der Liebfrauenkirche. Darüber hinaus engagierten sich die unterschiedlichen Chorgruppen im diakonischen Bereich. Sie veranstalten zum Beispiel regelmäßig Benefizkonzerte. „Dabei ist uns wichtig, Solidarität als Grundvollzug christlichen Lebens vorzuleben“, betonte der Regionalkantor. Die Chormusik setze so die Perspektivwechsel der Bistumssynode schon jetzt um.

„Die Chormusik der Liebfrauenkirche möchte durch ihre Musik kirchliches Leben in Stadt, Pfarrei, Dekanat und Bistum den Mitwirkenden und Zuhörer erfahrbar machen. Dies geschieht durch musikalische Gestaltung von Gottesdiensten und von alternativen Gottesdienstformen wie dem Evensong und natürlich auch durch große geistliche Konzerte“, erklärte Faig. „Mit eurer Musik gebt Ihr der Freude einen Ausdruck, der Trauer ihren Ton, der Sprachlosigkeit eine Stimme, dem stillen Gottvertrauen seine Melodie“, fasste Weihbischof Peters zusammen.

Weitere Informationen zur Singschule gibt es auf www.singschule-koblenz.de und unter Tel.: 01577-4477615.

(jf)

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news-84517 Wed, 29 Nov 2017 13:58:00 +0100 Freiheit und Nachhaltigkeit in der Bibel http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/freiheit-und-nachhaltigkeit-in-der-bibel/ Das ökumenische Kooperationsprojekt „nachhaltig predigen“ gibt seine Predigtanregungen für das Kirchenjahr 2017/2018 heraus. Trier/Koblenz/Saarbrücken – Das ökumenische Kooperationsprojekt „nachhaltig predigen“ hat seine Predigtanregungen für das Kirchenjahr 2017/2018 herausgegeben. An der dreizehnten Ausgabe des Projektes sind 25 katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen beteiligt, ebenso zwei Diözesen der Anglikanischen Kirche und die Züricher Kantonalkirchen.

Die Predigtanregungen sollen dabei unterstützten, die Botschaft der Bibel über nachhaltigen Lebensstil und ein gutes Miteinander für die Gegenwart zu interpretieren. Dabei orientieren sie sich thematisch an der festgelegten Leseordnung der Bibeltexte für die jeweiligen Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen. In den heutigen globalen Strukturen wird häufig Ungerechtigkeit durch Wirtschaft und Konsum verursacht. Die Predigtanregungen legen den Fokus darauf, wie nachhaltig umgedacht werden kann. Die Impulse wollen einen individuellen Wandel anregen: Beim Einzelnen Alltag, aber auch in der Arbeitsweise von Organisationen und Institutionen. Zusätzlich wird das Schwerpunktthema „Bedrohte Freiheit“ erarbeitet, bei dem die Inhalte mitgestaltet werden können.

Das Kooperationsprojekt wird von „Brot für die Welt“ unterstützt. Alle Anregungen und Materialien können auf der Internetseite www.nachhaltig-predigen.de eingesehen werden. 

(dk)

 

 

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news-84513 Tue, 28 Nov 2017 14:13:24 +0100 275 Jahre Barockkirche St. Cäcilia http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/275-jahre-barockkirche-st-caecilia/ Seit 275 Jahren gibt es die Barockkirche St. Cäcilia in Saffig. Gläubige feierten gemeinsam mit Bischof Dr. Stephan Ackermann dieses Jubiläum. Saffig – Für Pastor Alexander Kurp, die Gläubigen von Saffig und den Ruhestandsgeistlichen Stephan Augst war der 26. November ein ganz besonderer Tag. Am Hochfest des Christkönigssonntag feierte die Pfarrgemeinde Saffig gemeinsam mit Bischof Dr. Stephan Ackermann nicht nur ihr Patronatsfest, sondern gleichzeitig auch 275 Jahre Fertigstellung der Barockkirche St. Cäcilia.

Das Kleinod barocker Baukunst hatte der berühmte Architekt und Baumeister Balthasar Neumann entworfen. Die Kirchengemeinde und die Gläubigen könnten sich glücklich schätzen, eine solch schöne Barockkirche zu besitzen, erklärte der Trierer Oberhirte zu Beginn des feierlichen Pontifikalamtes. Die festliche Eucharistiefeier wurde aus Platzgründen allerdings nicht in der Barockkirche, sondern in der neuen Kirche, die rund 400 Gläubigen Platz bietet, gefeiert.

Die Kirchenchöre und das Bläserensemble der Pfarreiengemeinschaft Plaidt-Saffig- Miesenheim verliehen dem Hochamt einen äußerst feierlichen Charakter. Er freue sich auf die Begegnung mit den Menschen in Saffig und auf diesen festlichen Gottesdienst, so der Bischof. „Da wo sich gleich nebenan seit 275 Jahren Menschen in dem barocken Raum versammeln, um sich immer wieder neu stärken zu lassen für ihr eigenes Christsein.“

Der Trierer Bischof – ein „Jung aus der Pellenz“ – wie Verbandsgemeindebürgermeister Klaus Bell zu sagen pflegte, ging auf die Bedeutung der Kirchen und auf das Eingangslied „Macht weit die Pforten in der Welt, ein König ist’s der Einzug hält“ ein. „Überall da, wo wir Kirchenräume errichten, legen wir ein Bekenntnis ab“, sagte Ackermann. „Ein Bekenntnis, das sagt: Ja, Herr wir wollen Dir die Tür zu unserer Welt öffnen. Du sollst Platz haben. Du sollst in unsere Welt kommen.“ Jede Kirche sei so etwas wie ein Einfallstor: Ein offenes Tor Gottes in diese Welt und in die Gemeinschaft der Städte und Gemeinden. Der Raum als solcher sei auch ein Symbol: „Wir sagen ja: Herr, du sollst in unserer Mitte wohnen. Danke, dass du auf uns zukommst. Natürlich wollen wir nicht nur Türen von Gebäuden öffnen“, so Dr. Ackermann, „sondern vor allen Dingen die Türen des Hauses unseres Lebens.“

Darüber hinaus ging der Bischof auf das Evangelium des Christkönigssonntag in diesem Jahr ein. „Das scheint, wenn man es so wirklich betrachtet, irgendwie nicht passen zu wollen, zu dem Anlass der uns heute zusammen führt – nämlich das Jubiläum dieser Kirche.“

Der Bischof erinnerte die Gottesdienstbesucher daran, mit welcher Hingabe in den Gemeinden und im Bistum Kirchen errichtet wurden. Damit werde deutlich, dass diese zur Mitte des christlichen Glaubens gehören. Es seien Räume mit festlicher Liturgie, mit Musik und mit all dem, was Herz und Sinne berühre. Auch auf den Moment, auf den es ankomme und auf das, was wirklich zählte um am Ende aufgenommen zu werden, ging der Bischof ein. „Was ist sozusagen, salopp gesagt, die Eintrittskarte in die Gemeinschaft mit Gott und den Menschen? Jesus fragt nicht, wenn das Ende kommt, hast Du zur Kirche gehört? Hast Du regelmäßig den Gottesdienst besucht? Er fragt nicht mal, hast Du an mich geglaubt? Sondern was da zählt ist der Blick auf die Menschen am Rande, die Hilfe brauchen. Die Liebe ist für die Christen das letzte Kriterium.“

(red)

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news-84504 Tue, 28 Nov 2017 09:34:42 +0100 Abschied und Neubeginn http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/abschied-und-neubeginn-1/ Die Heilig Kreuz Kirche in Ehrenbreitstein wurde profaniert, da sie schon seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wurde. Die Gemeinde hat bereits eine neue Heimat gefunden: Die Kapuzinerkirche ist nun ihre Pfarrkirche. Ehrenbreitstein – „Als Gemeinde haben Sie bereits eine neue Heimat gefunden“ – mit diesen Worten hat Weihbischof Jörg Michael Peters am 26. November den versammelten Gläubigen in der Heilig Kreuz Kirche in Koblenz-Ehrenbreitstein Mut zugesprochen. Die Kirche wurde profaniert, nachdem dort seit etwa sieben Jahren keine regelmäßigen Gottesdienste mehr stattfanden. Die Filialkirche St. Philippus und Jakobus (bekannt als „Kapuzinerkirche“), in der in den vergangenen Jahren die Messen der Gemeinde stattfanden, wurde an diesem Tag offiziell zur neuen Pfarrkirche ernannt.

„Am Christkönigssonntag haben Sie sich bestimmt etwas anderes gewünscht“, richtete Weihbischof Peters sein Wort an die Frauen und Männer in den Kirchenbänken. Gott ziehe jedoch nicht aus dieser Gemeinde. „Christus wendet Ihnen nicht den Rücken zu.“ Die Profanierung könne als eine Vorwegnahme von vielen Schritten gesehen werden, die den Gläubigen in den nächsten Jahren zugemutet würden. „Wir müssen als Christen Wege suchen, wie Glaube lebendig bleiben kann“, betonte Peters.

Peters griff die historische Bedeutung der Kirche in seiner Predigt auf: „Es ist ein geschichtsträchtiger Ort.“ Die ursprüngliche Kirche wurde 1707 errichtet. Am 31. Dezember 1944 wurde sie durch eine Luftmine bis auf die Gruft zerstört. „Die heutige Heilig Kreuz Kirche steht hier seit 1963/1964“, erklärte der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Koblenz Rechte Rheinseite Pater Dieter Lieblein OT in seiner Ansprache. „Mit den Jahren wurde die Heilig Kreuz Kirche für die Pfarrei aus ökonomischen Gründen nicht mehr unterhaltbar. Die Kosten konnten nicht durch die Kollekten der Gottesdienste und des Bistums gestemmt werden. Immer geringere Kirchenbesucherzahlen und immer größere Ausgaben zwangen uns zu diesem Schritt“, erläuterte Pater Dieter. Es sei schade, diesen Weg jetzt zu gehen, „weil so viele Ehrenbreitsteiner sich hier in ihrer Pfarrkirche wiederfinden und auch sehr viel Herzblut hineingesteckt haben.“

Während der Profanierung wurde an die Menschen gedacht, die in dieser Kirche viele erlebnisreiche, schöne, prunkvolle, aber auch traurige Gottesdienste feierten und hier die Bewältigung von Trauer fanden. „Halten Sie das Gebäude in Ehren und versammeln Sie sich gerne als lebendige Steine in Ihrer neuen Pfarrkirche, dort finden Sie alles, was sie hier hatten: Trost und Beistand“, sagte Peters. Abschließend dankte der Weihbischof allen Haupt- und Ehrenamtlichen für ihre Arbeit in der Gemeinde, unter anderem dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates Manfred Diehl.

Zu einem gemeinsamen Vaterunser und zur Verlesung der Profanierungsurkunde bat Weihbischof Peters alle anwesenden Gläubigen, sich in einem Kreis um den Altar zu versammeln. Die Andachtsfeier endete damit, dass Peters die Kerzen auf dem Altar löschte.

Durch die Profanierung wurde die Kirche dem Weltlichen zugeführt. Die beiden Herzen der Trierer Kurfürsten Franz Georg von Schönborn und Johann IX. Philipp von Walderdorff, die sich in der Krypta befanden, wurden bereits in die neue Pfarrkirche gebracht. Als Gebäude wird die Kirche bestehen bleiben. „Einige Gläubige würden die Kirche gerne kulturell nutzen, doch es gibt auch Gespräche mit einer orthodoxen Gemeinde“, berichtete Pater Dieter.

(jf)

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news-84354 Thu, 23 Nov 2017 15:34:51 +0100 Die Welt zusammennähen http://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/die-welt-zusammennaehen/ Aus alten Stoffen etwas Neues zaubern und sich mit Frauen aus verschiedenen Kulturen austauschen - das kann man im Koblenzer Näh-Treff in der Florinspfaffengasse 2 Koblenz – Jeden Freitag schleppt sie sechs Nähmaschinen und jede Menge unterschiedliche Stoffe in die Florinspfaffengasse 2 in Koblenz. Die Pastoralreferentin Jutta Lehnert veranstaltet hier jede Woche von 9.30 bis 15 Uhr einen Nähtreff, der unter dem Motto „Die Welt zusammennähen“ steht. Kurz vor dem ersten Advent sind bei den Näherinnen Weihnachtsgeschenke ein Thema, aber auch schöne Dinge für sich selbst, liegen unter der Nähmaschine.

Bahia Ibrahim schiebt einen Jeansstoff unter die ratternde Maschine. Sie arbeitet gerade an einer Umhängetasche. „Ich möchte gerne eine Ausbildung zur Schneiderin machen, doch die Arbeitsagentur sagt, ich muss noch warten“, erklärt die 38-Jährige, die seit zwei Jahren in Deutschland lebt. Sie streift ihre neue Tasche über; der Schulterriemen ist noch zu lang. Jutta Lehnert kommt mit schnellen Schritten durch den Raum geflitzt und zeigt ihr ein paar Kniffe bis alles passt. Seit acht Wochen kommt auch Rdah Ahmo zum Nähtreff. Meistens näht sie etwas für eines ihrer sechs Kinder und flickt deren Anziehsachen – sie war in Syrien schließlich Schneiderin für Kinderkleidung. Heute hat sie sich vorgenommen, etwas für sich zu machen. „Das wird ein Schal“, sagt sie und blickt lächelnd hinter der Nähmaschine hervor. Stolz zeigt sie auf ihrem Handy, was sie bereits alles genäht hat, sogar festliche Kleider für eine Hochzeit sind darunter. „Ich suche eine Arbeit als Näherin, aber es ist schwierig“, erklärt die 44-Jährige, die seit zweieinhalb Jahren in Deutschland lebt. Am nächsten Tisch sitzen IL NowakErgül und Eva Kaltenbach. Sie haben beide mit Jutta Lehnert eine Reise nach Ruanda gemacht. „Ich habe dort eine Hose in Auftrag gegeben, doch leider hat sie mir nicht so recht gepasst“, erklärt Eva Kaltenbach aus Lahnstein. Jutta Lehnert habe sie dann einfach in den Nähtreff eingeladen. Jetzt sitzt sie hier und trennt die Naht der afrikanischen Hose mit dem auffälligen Muster mühsam auf. „Durch Jutta bin ich wieder zum Nähen gekommen“, gibt Eva Kaltenbach zu. Il NowakErgül sitzt ihr gegenüber und schneidet gerade ein pinkfarbenes Frotteehandtuch in Form. „Das werden Plüschelefanten für meine Urenkel.“ Die Frau aus Vallendar hat hier schon zwei Hosen und Westen genäht. „Durch den Workshop habe ich mir sogar eine Nähmaschine gekauft“, lacht sie.

„Beim Nähtreff können die Teilnehmerinnen neue Ideen ausprobieren, sich austauschen und Kleidung umnähen“, erklärt Jutta Lehnert. „Wir machen hier Upcycling, das heißt, wir verwenden gebrauchte Stoffe. Aus Krawatten kann man zum Beispiel ganz tolle Kissen machen und aus Ärmeln von Hemden Portemonnaies. Aus Jeanshosen werden coole Taschen“, berichtet sie. „Wir schonen Ressourcen und tragen zur Bewahrung unserer Schöpfung bei.“ Über Stoffspenden freuen sich die Frauen des Nähtreffs. Wer Frauen aus verschiedenen Kulturen treffen möchte, sei hier genau richtig. „Kaffee und Plätzchen gibt es auch“, fügt sie schmunzelnd hinzu.

Die Räumlichkeiten werden von dem Koblenzer Stoffgeschäft „iTüpfelchen“ an der Liebfrauenkirche für einen kleinen Beitrag an den Nähtreff vermietet. Diese Kosten sowie die Mittel für Nähmaterialien übernimmt das Dekanat Koblenz. Vom Caritasverband bekommt der Treff Jeanshosen. Vier Maschinen werden vom Willkommens-Netz, der Flüchtlingshilfe des Bistums Trier, finanziert; zwei gehören der Pastoralreferentin selbst.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, und die Teilnahme ist kostenlos; Spenden sind willkommen. Maschinen und Materialien sind vor Ort; „Ideen auch!“, betont Jutta Lehnert. Weitere Informationen gibt es bei Jutta Lehnert unter Tel.: 0261-20439009 oder per E-Mail an jutta.ksj(at)gmail.com. (jf)

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