Bistum Trier - Redaktion Saarbrücken https://www.bistum-trier.de/ de-de Bistum Trier - Redaktion Saarbrücken Sat, 23 Mar 2019 01:20:30 +0100 Sat, 23 Mar 2019 01:20:30 +0100 Bistum Trier news-98665 Thu, 21 Mar 2019 13:38:42 +0100 „Zeichen für Toleranz, Menschlichkeit und Zivilcourage“ https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/zeichen-fuer-toleranz-menschlichkeit-und-zivilcourage/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/7/c/csm_Fortuin_WBB_BMArminKoenig_HGS_058f229c4c.jpg" width="100" height="150" alt="" title="Fortuin WBB BMArminKoenig HGS" />Am 20. März wurde der „Schwarze Weg“ unterhalb der Bergkapelle in „Arnold-Fortuin-Straße“ umbenannt; die in der Straße gelegene Gemeinschaftsschule heißt jetzt „Fortuin Gemeinschaftsschule Illingen“. Illingen – Die Gemeinde Illingen ehrt den 1970 verstorbenen Pfarrer Arnold Fortuin, der von vielen Sinti und Roma als Heiliger verehrt wird. Am 20. März wurde der „Schwarze Weg“ unterhalb der Bergkapelle in „Arnold-Fortuin-Straße“ umbenannt. Gleichzeitig erhielt die in dieser Straße gelegene Gemeinschaftsschule den Namen „Fortuin Gemeinschaftsschule Illingen“.

Zu Beginn der feierlichen Namensgebung feierten Weihbischof Robert Brahm, Ortspfarrer Dietmar Bell und der in Deutschland für die Sinti- und Roma-Seelsorge zuständige Pfarrer Jan Opiéla gemeinsam mit den Festgästen, einen Wortgottesdienst in der Bergkapelle über Illingen. Mit dabei waren auch die Gemeindereferentin Eva-Maria Fortuin, Nichte des jetzt Geehrten, weitere Familienmitglieder, Landrat Sören Meng, Bürgermeister Dr. Armin König, Ortsvorsteher Wolfgang Scholl, Schulleiter Burkard Maurer und einige Sinti- und Roma-Familien.

Weihbischof Brahm stellte in seiner Predigt den 1901 in Neunkirchen/Nahe geborenen Fortuin als einen Mann vor, der Priester werden wollte, um sich ganz frei seinen Mitmenschen hingeben zu können, besonders denen am Rand der Gesellschaft. Nach seiner Priesterweihe 1927 habe er als Kaplan in Saarbrücken erste Kontakte zu Sinti und Roma geknüpft, die damals schon als „Aussätzige der Gesellschaft“ behandelt worden seien. Später als Religionslehrer in Bad Kreuznach habe er für die Mitgliedschaft in kirchlichen Jugendverbänden geworben, habe das menschenunwürdige Regime der Nazis verachtet und mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. Als Lehrer entlassen und als Pfarrer nach Beuren versetzt habe er im SS-Sonderlager Hinzert festgesetzten Sinti und Roma zur Flucht verholfen. Damit habe Fortuin in einer totalitären Zeit - auch zum eigenen Nachteil - Verantwortung übernommen für die eigene, katholische Freiheit, aber auch für die Freiheit der Anderen, in seinem Falle der Sinti und Roma. Seit 1950 Pfarrer in Illingen habe er sich weiter für Sinti und Roma eingesetzt und die damals sogenannte „Zigeuner-Wallfahrt“ mit zeitweise mehr als 1.000 Wallfahrern organisiert. Ab 1965 war er als Seelsorger für die Sinti und Roma in ganz Deutschland zuständig. Dieses besondere Engagement hätten nicht alle Illinger geteilt. Fortuin sei aber seinem Standpunkt treu geblieben und sei immer wieder für die Roma und Sinti eingetreten. Damit sei er ein „Beispiel für Zivilcourage und christliche Lebensführung“. Es lohne sich, seinen Namen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. „Er war ein Mensch, ein Priester, der die Integration, das Zusammenleben aller Völker verstanden hat. Eine Botschaft, die kaum aktueller sein kann, als in unseren Tagen. Über die Grenzen des eigenen Ichs an die Ränder der Gesellschaft schauen und sie einladen, am Leben der Gesellschaft teilzunehmen“, sagte Brahm. Über dieses „leuchtende Zeugnis gelebter Nächstenliebe, Solidarität und Christseins“ dürfe sich Illingen, die Schule und die Kirche im Bistum Trier freuen.

Man wolle mit dem neuen Namen „Farbe bekennen“ sagte Bürgermeister König zur Enthüllung des neuen Straßenschildes. Der neue Name der Straße und der Schule sei ein Zeichen für Toleranz, Menschlichkeit und Zivilcourage. Mit der Namensgebung würdige die Gemeinde Illingen einen Lebensretter und einen Unterstützer der Verfolgten und Benachteiligten, der in der Nazizeit seinen Beruf und seine Freiheit, vielleicht sogar sein Leben riskiert habe.

Er bewundere den „trotzigen Widerstand“ Fortuins, sagte Schulleiter Maurer. Der Illinger Pfarrer habe der Nachkriegsgesellschaft den Spiegel vorgehalten und ins Fleisch gepiekst, das habe der Gesellschaft gut getan. Zum Vorbild mache ihn sein Mut zu seiner christlichen Überzeugung zu stehen und gegen den Strom zu schwimmen. Im Prozess der Namensfindung der Schule habe man gemeinsam die Bergkapelle wieder entdeckt und feiere dort Schulgottesdienste. Die Schulgemeinschaft habe sich intensiv mit der Person und dem Wirken Fortuins beschäftigt. Dieser Prozess werde weiter gehen. So wolle man sich an der bekannten Stolperstein-Aktion beteiligen, eine Gedenktafel errichten, wolle „Schule ohne Rassismus“ werden und – wenn möglich – einen „Arnold-Fortuin-Raum“ einrichten. „Bei aller Kritik an der Kirche: Eine gute Tat bleibt eine gute Tat. Und deshalb heißen wir Fortuin Gemeinschaftsschule Illingen“, sagte Maurer.

(red)

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Saarbrücken bistum-trier Bischof Jugend Politik / Gesellschaft Schule Vermischtes
news-98632 Wed, 20 Mar 2019 10:58:52 +0100 Interreligiöser Dialog unterzeichnet Grundsatzpapier https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/interreligioeser-dialog-unterzeichnet-grundsatzpapier/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/a/e/csm_Interreligioeser_Dialog_Vortrag_Heiner_Buchen_3065f1edb9.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Interreligioeser Dialog Vortrag Heiner Buchen" />Die Mitglieder des Interreligiösen Dialogs in Saarbrücken haben am Dienstag bei einer Feierstunde im Rathaus ein neues Grundsatzpapier unterzeichnet. Saarbrücken - Die Mitglieder des Interreligiösen Dialogs in Saarbrücken haben am Dienstag zu einer Feierstunde im Rathaus der Landeshauptstadt ein neues Grundsatzpapier unterzeichnet. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hob die Bedeutung des Dialogs hervor: „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass wir wieder lernen, miteinander zu reden und miteinander umzugehen über alle Kultur- und Sprachgrenzen hinweg.“ Zu den Mitgliedern des Interreligiösen Dialogs und zu den Unterzeichnern gehören neben der Synagogengemeinde Saar, dem Dekanat Saarbrücken (für die Katholische Kirche) und dem Evangelischen Kirchenkreis Saar-West unter anderem auch die Alevitisch-Türkische Gemeinde, die Islamische Gemeinde sowie die Stadtratsfraktionen von CDU, FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

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Saarbrücken bistum-trier Politik / Gesellschaft Vermischtes Weltkirche
news-98604 Tue, 19 Mar 2019 08:39:37 +0100 Deutliche Zeichen gegen Judenhass und für Versöhnung https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/deutliche-zeichen-gegen-judenhass-und-fuer-versoehnung/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/6/c/csm_Leuchter-U-bergabe-2_98d002b6b0.jpg" width="150" height="108" alt="" />In der Woche der Brüderlichkeit übergibt die Pfarrei Liebfrauen zwei siebenarmige Leuchter aus der Pauluskirche an die jüdische Kultusgemeinde Trier. Trier – „Mensch, wo bist du? – Gemeinsam gegen Judenfeindschaft“ lautete das Leitwort der diesjährigen Woche der Brüderlichkeit. Zum Abschluss fand am 17. März in der Trierer Synagoge eine jüdisch-christliche Gemeinschaftsfeier statt, in deren Mittelpunkt die feierliche Übergabe der siebenarmigen Leuchter aus der profanierten Pauluskirche in Trier an die jüdische Kultusgemeinde stand.

Das Ziel aller Veranstaltungen und somit auch der gemeinsamen Feier in der Synagoge sei es, den Dialog zwischen den Religionen zu fördern, die im Laufe ihrer Geschichte Tiefen und Höhen erlebt haben und doch so eng miteinander verbunden seien. Jeanna Bakal, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Trier, brennt für diesen Austausch. In ihrer Ansprache an die „vielen bekannten und erfreulich vielen neuen Gesichter“ erinnerte sie an die "Stolpersteine" der Erinnerung an Juden in Trier; sie betonte aber gleichzeitig die große Hilfsbereitschaft und den Einsatz vieler Menschen, die sich nicht versteckt hätten bei der Frage „Mensch, wo bist du?“. Immer wieder passiere es, dass Antisemitismus aufflamme. „Aber es gibt die Menschen, die ihr Gesicht, ihren Mut und ihr Statement dagegen setzen.“ Und so sei die Übergabe der Menorot (Mehrzahl von Menora) aus der Pauluskirche an die jüdische Kultusgemeinde ein deutliches Zeichen von Hilfe und Freundschaft.

Bevor Thomas Schiffler, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Pfarrei Liebfrauen, zu der die im November 2017 profanierte (entweihte) Pauluskirche gehört, die Schenkungsurkunde verlas, schilderte Peter Bamler, Vorstandsmitglied der Trierer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die Geschichte der Leuchter. Diese waren 1908 „zur feierlichen Ausschmückung“ der neu erbauten Pauluskirche gestiftet worden und zierten den Kirchenraum bis zu dessen Renovierung im Jahr 1967. Einer der siebenarmigen Leuchter wurde danach in einen Seitenraum gestellt, der andere verschwand. Erst Jahre später tauchte er auf der Marienburg auf und konnte dank einer Stiftungsinschrift zugeordnet und zurückgegeben werden.

Im Zuge der Profanierung der Kirche habe der Verwaltungsrat überlegt, wie mit den Menorot zu verfahren sei. „Insgeheim habe ich mir immer gewünscht, dass sie in der Synagoge ihren Platz finden“, gestand Peter Bamler. Umso erfreuter sei er, dass die Leuchter jetzt, „111 Jahre nach ihrer Stiftung an die Pauluskirche, eine neue Heimat an ihrem geistlichen Ursprung gefunden haben und zur Ehre des Herrn und zur Freude der Gemeinde den Eingangsbereich der Synagoge schmücken.“

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Seelsorge
news-98582 Mon, 18 Mar 2019 11:56:14 +0100 AMG-Schülerinnen protestieren gegen Klimawandel https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/amg-schuelerinnen-protestieren-gegen-klimawandel/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/a/0/csm_Schulerinnen_AMG_ih_150319_f5a4696a24.jpg" width="150" height="113" alt="" />Auch Schülerinnen des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums (AMG) nahmen am „fridays for future“-Protestzug durch die Innenstadt teil. Trier – Eigentlich müssten viele von ihnen gerade die Schulbank drücken. Dennoch haben sich nach Angaben der Veranstalter über 1000 Schülerinnen und Schüler am Freitag, 15. März, auf dem Domfreihof versammelt, um lauthals gegen den Klimawandel zu protestieren. Der „fridays for future“-Protestzug verlief durch die Innenstadt bis zum Rathaus. Zeitgleich fanden in über 110 Ländern auf der ganzen Welt von Schülern organisierte Demonstrationen statt. Mit dabei waren auch Schülerinnen des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums (AMG).  

Obwohl sie heute frei haben, demonstrieren die Abiturientinnen Esther Marx, Klara Werle und Anna Weißhuhn für wirksame Maßnahmen gegen Umweltschädigung und für ein Umdenken in der Klimapolitik. Seit sie sich intensiv mit dem Thema beschäftigen, haben alle drei ihren Lebenswandel verändert. Werle etwa lebt seit einiger Zeit vegan und kauft lieber Second-Hand-Klamotten als „Fast Fashion“ (qualitativ minderwertige Mode aus ausbeuterischer Produktion), Weißhuhn fährt mit dem Rad oder Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule und verzichtet ebenfalls auf Fleisch. Unentschuldigte Fehltage müssen sie nicht befürchten – anders Marx‘ kleine Schwester, die die achte Klasse besucht. „Unsere Eltern unterstützen uns, denn es geht um unsere Zukunft. Wir reden auch innerhalb der Familie darüber, was wir konkret tun können, um die Umwelt zu schützen“, so Marx.

AMG-Direktor Dr. Mario Zeck und Dirk Johann, Leiter des Arbeitsbereichs Kirchliche Schulen im Bistum Trier, begrüßen generell das umwelt- und damit gesellschaftspolitische Engagement der Schülerinnen. Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung zu übernehmen, gehöre zu den Erziehungszielen einer christlichen Schule, versichert der Schulleiter. Dies sei auch so im Rahmenleitbild verankert, ergänzt Johann. Anträge auf Unterrichtsbefreiung genehmigt Zeck aber nicht: „Die Aktion „fridays for future“ ist als Schulstreik deklariert. Die Genehmigung eines Streikes durch die bestreikte Institution erscheint mir widersinnig und würde ein völlig falsches Bild von Streik als probatem Instrument politischer Aktivität vermitteln. Unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht führt zu unentschuldigten Fehlstunden. Für ihre Handlungen sind die Schülerinnen selbst verantwortlich, und sie müssen für deren Konsequenzen einstehen. Auch diese Einsicht zu vermitteln, gehört zum Erziehungsauftrag von Schule.“

Jutta Albrecht, Mitglied der CDU-Stadtratsfraktion Trier, steht auf Seiten der Streikenden. Außergewöhnliche Situationen, sprich, die rasante Klimaerwärmung, erforderten außergewöhnliche Maßnahmen. „Wenn die Schülerinnen und Schüler außerhalb der Unterrichtszeit demonstrierten, würde es in der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen. Ich finde das Engagement toll und unterstützenswert!“.

Weitere Informationen zu den Schülerprotesten gibt es unter www.fridaysforfuture.com.

(ih)

 

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Schöpfung Schule
news-98580 Mon, 18 Mar 2019 11:15:44 +0100 Mein Stuhl, mein Sessel, meine Heimat. https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/mein-stuhl-mein-sessel-meine-heimat/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/1/f/csm_Stuhlprojekt_Dekanat_VK_Stuehle_f8db9380c9.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Stuhlprojekt Dekanat VK Stuehle" />Am Sonntag feierte Bischof Dr. Stephan Ackermann in Püttlingen einen Gottesdienst mit der zentralen Frage "Was heißt Heimat für dich?" Püttlingen – „Was heißt Heimat für dich?“ Diese Frage hat am Sonntag im Mittelpunkt der Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Stephan Ackermann in der Liebfrauenkirche in Püttlingen gestanden. Der Gottesdienst war gleichzeitig Auftakt zum „Stuhlprojekt“ des Dekanats Völklingen, einer Ausstellung von über 100 Stühlen und anderen Sitzgelegenheiten, die von Montag, 18. bis Freitag, 22.März in der Kirche zu sehen ist.

Im Laufe der Eucharistiefeier kamen Menschen aus der Gemeinde zu Wort, die den Gottesdienst mitgestaltet hatten, um über ihre Lieblingsstühle, -sessel, oder -plätze zu sprechen. „Für mich ist der Fernsehsessel meines Opas Heimat“, sagte eine Jugendliche. Sie verbinde viele Erinnerungen an ihren Großvater mit dem Sessel. Ein anderer Jugendlicher, der auf einem Campingstuhl saß, erklärte, dass dieser Stuhl ihn nicht nur auf zahlreiche Festivals oder Camping-Ausflüge begleitet hatte, sondern auch in seine erste Studentenbude. „Hier fühle ich mich richtig!“, sagte er.

„Ich hatte auch überlegt, einen Stuhl mitzubringen, der mir wichtig ist“, erklärte Bischof Dr. Stephan Ackermann zu Beginn seiner Predigt. „Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mein rotes Sofa mitbringen müssen, als Ort, wo ich mich wohl fühle. Das wäre etwas sperrig gewesen.“ Für den Bischof ist die Verbindung zwischen der Frage, was Heimat sei und den Stühlen, „der Versuch das zu übersetzen, was der Apostel Paulus sagt: Unsere Heimat ist im Himmel.“ Heimat heißt, hier fühle ich mich richtig, hier ist mein Platz. Diese Stühle stellen nicht nur Sitzgelegenheiten dar, so Ackermann, sondern Orte, die mit den persönlichen Biographien verbunden sind. „Mit Orten verbinden sich immer auch bestimmte Erinnerungen und Erfahrungen. Da ist Platz für mich. Da ist Heimat.“ Gleichzeitig mahnte der Bischof, dass man einen solchen Gottesdienst nicht feiern könne, ohne auch an die zu denken, denen Heimat genommen wurde, „die auf der Flucht sind und auf der Suche nach einer neuen Heimat.“ Ebenso müsse man an die denken, die „zwar im eigenen Land leben, aber nicht mehr das Gefühl haben, zuhause zu sein.“ Es gebe auch Menschen, die das, was sie als Heimat empfinden, mit Gewalt verteidigen wollen. „Wir haben das in menschenverachtender Weise letzte Woche in Neuseeland sehen müssen.“

Paulus gebe dazu einen alternativen Entwurf: „Unsere Heimat aber ist im Himmel.“ Das bedeute, für Christen ist Heimat mehr als ein Ort. „Es ist sogar kein Ort. Heimat hängt an einer Zugehörigkeit. Dass wir uns zugehörig fühlen zu Gott. Denn der Himmel ist Gott“, sagte Bischof Ackermann. „Eine Heimat bei Gott zu haben, heißt zu ihm zu gehören. Wir Getauften haben einen Platz im Himmel, den wir uns nicht erkämpfen müssen. Da dürfen wir uns angenommen und richtig fühlen.“ Wer sich dessen bewusst macht, dem wachse im hier und jetzt bereits ein anderes Lebensgefühl, eine neue Sicherheit, Gelassenheit und Freiheit, zu, so der Bischof. „Wer dieses Gefühl für sich annimmt, der muss nicht mit Zähnen und Klauen den eigenen Platz verteidigen, weil ich nicht weiß, wo ich sonst hingehöre.“ Es sei aber auch eine Herausforderung, immer wieder einen Schritt zurückzutreten, um zu überprüfen, „bin ich nicht zu sehr hier verhaftet?“ Die Fastenzeit will uns dazu aufrufen, selbstkritisch einen Schritt zurückzugehen, sagte Bischof Ackermann.

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Bischof Jugend Vermischtes
news-98579 Mon, 18 Mar 2019 10:44:31 +0100 Diskriminierung von Frauen beginnt schon in der Ausbildung https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/diskriminierung-von-frauen-beginnt-schon-in-der-ausbildung/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/e/0/csm_EPD-Logo_614_x_800_de8840a1dd.jpg" width="115" height="150" alt="" />Anlässlich des heutigen „Equal Pay Day“ fordert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) eine bessere Bezahlung für Frauen in sogenannten SAHGE-Berufen. Trier/Koblenz/Saarbrücken – Berufe, in denen vorwiegend Frauen beschäftigt sind, müssen besser bezahlt werden. Das fordert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier anlässlich des „Equal Pay Day“ am 18. März unter dem Motto „Wertsache Arbeit“.

Das Problem besteht darin, dass Frauen überdurchschnittlich häufig in sogenannten SAHGE-Berufen (Soziale Arbeit, Haushaltsbezogene Dienste, Gesundheit und Erziehung) tätig sind, in denen ein niedrigeres Lohnniveau herrsche als beispielsweise in technischen Berufen. „Diese Unterschiede tragen eine enorme Mitschuld daran, dass Frauen weniger Rente erwirtschaften als Männer und daher viel häufiger von Altersarmut betroffen sind. Gleichzeitig werden so wichtige Berufe unattraktiv gemacht, die für unsere alternde Gesellschaft aber lebensnotwendig sind“, so Mechthild Heil, Bundesvorsitzende der kfd. Diskriminierung beginne bereits beim Taschengeld, denn Mädchen bekämen davon weniger als Jungen, so die Erfahrungen der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. Das setzt sich in der Ausbildung fort: Während Auszubildende in Handwerksberufen ein sozialversicherungspflichtiges Entgelt erhalten, findet etwa der erste Teil der Ausbildung zur Erzieherin an einer Fachschule statt. Angehende Erzieherinnen erhalten also keine Ausbildungsvergütung, zudem wird oft Schulgeld erhoben. Frauen verdienen knapp 22 Prozent weniger Gehalt pro Stunde als Männer und ihre Rente ist fast 60 Prozent niedriger.

Besonders hoch ist die Ungerechtigkeit bei der Sorgearbeit in privaten Haushalten. Nichtbezahlte Arbeit im Haushalt, in der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen verrichten vorwiegend Frauen, die dafür täglich eineinhalb Stunden mehr Arbeitszeit aufwenden als Männer. Selbst bezahlte Dienstleistungen in Privathaushalten werden nach wie vor überwiegend von Frauen in irregulären, nicht sozialversicherten Beschäftigungsverhältnissen erbracht. Die kfd fordert daher seit Jahren die Einführung eines Gutscheinmodells, um Dienstleistungen im Haushalt aus der Schwarzarbeit zu holen und sie fair und legal zu machen. Um der Bedeutung der SAHGE-Berufe gerecht zu werden, müssen die sogenannten Frauenberufe neu bewertet werden. Auch eine Berücksichtigung der psychosozialen Belastungen muss dabei gewährleistet sein.

Der Equal Pay Day beschreibt symbolisch den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen „umsonst“ arbeiten. 2018 erhielten Frauen im Vergleich zu Männern einen Prozent niedrigeren Stundenlohn. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage, die Frauen länger arbeiten müssen, um das gleiche Jahresgehalt zu haben wie Männer.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 28.000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation im Bistum Trier. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen zum Thema gibt’s hier: www.kfd-bundesverband.de/themen/erwerbsarbeit/ oder bei der kfd Trier unter Tel.: 0651-9948690 oder E-Mail: info(at)kfd-trier.de.
(red)

  

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Kirchliche Verbände Seelsorge
news-98498 Fri, 15 Mar 2019 12:52:52 +0100 Bolivien-Kleidersammlung am 30. März https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/bolivien-kleidersammlung-am-30-maerz/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/4/csm_Logo_Boliviensammlung_362b14d962.jpg" width="150" height="62" alt="" />Die Bolivienkleidersammlung des BDKJ steht wieder an. Am Samstag, den 30. März 2019 sind die Ehrenamtlichen in der Stadt Trier und anderen rheinland-pfälzischen Landkreisen unterwegs. Trier/Wittlich/Bitburg – Wenn sich wieder rund 3.000 Jugendliche und junge Erwachsene an einem Tag ehrenamtlich für Projekte in Bolivien stark machen, kann das nur eines heißen: Die Bolivienkleidersammlung des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) steht wieder an. Am Samstag, den 30. März 2019 sind die Ehrenamtlichen in der Stadt Trier und in den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel unterwegs. Es wird darum gebeten, die gut verpackten Kleidersäcke möglichst erst am Aktionstag bis 9 Uhr gut sichtbar an die Straße zu stellen. Gesammelt werden Kleidung, Schuhe (paarweise gebündelt) und Haushaltswäsche. Nicht in die Bolivien-Kleidersammlung gehören stark verschmutzte und stark beschädigte Kleidung sowie einzelne Schuhe. Da nicht in allen Pfarreien alle Straßen abgefahren werden können, haben einige Pfarreien Sammelstellen eingerichtet. Daher bittet der BDKJ darum, auf konkrete Informationen etwa in Pfarrbriefen und der lokalen Presse zu achten.

Die Erlöse aus der Verwertung der Kleiderspenden kommen benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie Menschen mit Behinderungen in Bolivien zugute. Konkret werden damit laut des Bolivienreferates des Bistums Trier zwei Organisationen unterstützt: Die Stiftung „Solidarität und Freundschaft Chuquisaca–Trier“ unterhält 25 Ausbildungseinrichtungen in ländlichen Regionen für ca. 2.000 Kinder und Jugendliche. Wichtige Schwerpunkte der Arbeit sind z.B. die Förderung von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen und die Entwicklung von Maßnahmen angesichts des deutlich spürbaren Klimawandels. Der zweite Partner, die „Nationale Jugendpastoral“ Boliviens (PJV), fördert und koordiniert die katholische Jugendarbeit für ganz Bolivien.

Die Bolivien-Kleidersammlung wird nach den Standards von „FairWertung“ durchgeführt. Dieser Dachverband überwacht das Sammeln von Gebrauchtkleidung bis zur Vermarktung und Verwertung. Zu den überprüften Standards gehören neben der Gemeinnützigkeit auch die wahrheitsgemäße Information und eine umfassende Transparenz der Aktion, teilt der BDKJ mit. Auch bei Kleidersammlungen werde die nachlassende Qualität von Kleidung immer mehr zum Thema. Es gebe eine Ex- und Hopp-Mentalität beim Konsum von Kleidung und das große Angebot von Billigware habe bedenkliche Folgen, erklärt Matthias Pohlmann vom Bolivienreferat des BDKJ. „Deshalb sind wir umso dankbarer für die große Unterstützung und für die große Sorgfalt, mit der uns die meisten Kleiderspenden anvertraut werden.“

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.boliviensammlung.de, beim BDKJ in 54290 Trier, Weberbach 70, Tel: 0651/9771-100 und bei den jeweiligen Fachstellen für Kinder- und Jugendpastoral in Trier (Telefon: 0651/99475940), Bitburg (Telefon: 06561/8938) und Marienburg (Telefon: 06542/901353).

(sb)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Bolivienpartnerschaft
news-98474 Thu, 14 Mar 2019 16:18:55 +0100 Die Zukunft mitgestalten https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/die-zukunft-mitgestalten/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/1/2/csm_Infoveranstaltung_PdZ-Trier_Podium1_e5b063c95a.jpg" width="150" height="100" alt="" />Gremienmitglieder in Trier informierten sich über die Schritte zur Pfarrei der Zukunft Trier. Trier – Die Kirche im Bistum Trier stellt sich neu auf: Zum 1. Januar 2020 werden 15 von insgesamt 35 Pfarreien der Zukunft (PdZ) an den Start gehen. In den neu gegründeten Räumen wird es auch eine veränderte Gremienstruktur geben. Darüber haben Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, Judith Rupp, Direktorin des Bereichs Kommunikation und Medien sowie Gundo Lames, Direktor für den Bereich Ziele und Entwicklung in Trier informiert. Die Informationsveranstaltung in der Europahalle am 12. März richtete sich an Vertreterinnen und Vertreter der jetzigen Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte in der künftigen PdZ Trier. Diese wird das Gebiet des Dekanats Trier sowie Teile des Dekanats Schweich-Welschbillig und Hermeskeil-Waldrach umfassen. Die PdZ Trier wird allerdings nicht unter den 15 Pfarreien sein, die schon 2020 errichtet werden.

„Die Kirche im Bistum Trier gehört zu meinem Leben“: Diesen Satz könnten wohl viele der Anwesenden unterschreiben, sagte Judith Rupp in ihrem Impuls zu Beginn der Veranstaltung. Jeder habe dabei seine eigene Geschichte und dabei gute und vielleicht auch schmerzvolle Momente erlebt. Allen Anwesenden aber sei gemein, dass sie sich einbringen und sich um die Kirche sorgen – und dafür gelte der große Dank der gesamten Bistumsleitung und des Bischofs. Die Synode habe der Trierer Bischof einberufen, um sich im Hinblick auf die veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Umstände beraten zu lassen. Ihr sei es um die Kernfrage gegangen, wie man die Botschaft des Evangeliums auch in der sich rasant verändernden heutigen Zeit weitertragen könne. Rupp stellte fest: „Wir brauchen eine Kirche, in der Macht und Verantwortung geteilt wird, kollegial miteinander gearbeitet wird, auf Augenhöhe, Frauen und Männer, Laien und Kleriker, eine Kirche, die nicht eingreift und bestimmt, sondern Freiraum gibt und Platz macht; eine Kirche, die nicht nur den ‚heiligen Rest‘ bedient, sondern anziehend wirkt auf ganz viele.“ Dazu werde im Bistum ein "durchaus auch mühsamer" Umbau begonnen, bei dem man die Schritte gemeinsam gehen wolle. Der erste Schritt dabei sei ein struktureller und organisatorischer: die Errichtung der Pfarreien der Zukunft, da es einen Rahmen für die Seelsorge brauche.

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news-98449 Wed, 13 Mar 2019 16:51:51 +0100 Wandel in der Weltanschauungsarbeit https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/wandel-in-der-weltanschauungsarbeit/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/e/6/csm_Hempelmann_Weltanschauung_ih_120319_eeddec5815.jpg" width="150" height="101" alt="" />20 Beauftragte katholischer (Erz-)Diözesen und entsprechender Institutionen beschäftigten sich mit dem Thema „Kontinuität und Wandel – Kirchliche Weltanschauungsarbeit heute“. Trier – Religion und Glaube, Spiritualität und Weltanschauungen stellen sich in der globalisierten und pluralen Gesellschaft zunehmend vielfältig dar. Folglich unterliegt auch die Arbeit zum Themenkomplex einer ständigen Veränderung. Wie darauf zu reagieren sei, haben rund 20 Beauftragte katholischer (Erz-)Diözesen und entsprechender Institutionen im Rahmen der Tagung „Kontinuität und Wandel – Kirchliche Weltanschauungsarbeit heute“ am Montag, 12. März, im Robert Schuman Haus diskutiert.

Seit dem vergangenen Jahr wird die Beschäftigung mit Sekten- und Weltanschauungsfragen nicht mehr durch ein eigenes Referat in der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP) mit Sitz in Erfurt vertreten. Dies mache deutlich, dass „unsere Arbeit ständigem Wandel unterliegt“, so KAMP-Referent Dr. Martin Hochholzer; doch Weltanschauungsarbeit leiste unverzichtbare Beratungsarbeit für Kirche und Gesellschaft. Die Schwerpunkte hätten sich aufgrund von gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen verlagert, schilderte Dr. Reinhard Hempelmann, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW). „Inzwischen sind Sekten nur noch ein Phänomen unter vielen.“ Tendenzen wie die Sakralisierung von Weltlichem, Weltentsagung oder evangelikale Strömungen hätten an Einfluss gewonnen. Hempelmann, der auf  27 Jahre Erfahrung zum Themenkomplex zurückblickt, sprach in seinem Vortrag von merklichen Zäsuren innerhalb der vergangenen Jahrzehnte. Als Beispiele nannte er etwa den Neuen Atheismus oder Eintrittsbestrebungen der Neuapostolischen Kirchen in den ökumenischen Verband. Befassen müsse man sich aktuell mit der Zunahme weltanschaulicher Pluralisierungsprozesse. „Vor allem Religionsfreiheit, Globalisierung, Migration, Digitalisierung und Mission sind Motoren der Pluralisierung“, so Hempelmann. Um respektvoll miteinander umzugehen, brauche es „Differenzkompetenz“. Darunter verstehe er die Fähigkeit, Unterschiede zwischen der eigenen Anschauung und der fremden wahrzunehmen, sich mit dem eigenen Selbstverständnis und dem des Gegenübers auseinanderzusetzen und Begegnungen zu pflegen. „Das ist ein entscheidendes Moment unserer Arbeit“, versicherte er. Jürgen Lohmeyer, Weltanschauungsbeauftragter des Bistums Würzburg, ging in der Diskussion noch einen Schritt weiter: „Demokratie lebt von Differenzkompetenz. Daher ist ihr Erwerb eine genuine Aufgabe von (inter-)religiöser Bildung, denn sie ist ein Proprium [Merkmal] von Christ-Sein.“

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news-98445 Wed, 13 Mar 2019 14:47:57 +0100 Sexueller Missbrauch:Bischöfe zu Aufarbeitung und Prävention https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/sexueller-missbrauchbischoefe-zu-aufarbeitung-und-praevention/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/4/b/csm_dbk-logo_ba57743441.jpg" width="150" height="125" alt="" />Bischof Dr. Stephan Ackermann gibt bei der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Lingen einen Überblick über den Stand der Arbeiten. Lingen/Trier – Bei der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann, der auch Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes ist, beim Pressegespräch „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen: Aufarbeitung und Prävention – Informationen zum aktuellen Stand“ am 13. März in Lingen über den Stand der Dinge informiert.

 „Die Vollversammlung hat sich ausführlich mit dem Thema sexueller Missbrauch befasst. Heute möchte ich einen Überblick geben über die Aufgaben, die für mich anstehen, das heißt zum aktuellen Stand der Arbeiten, die sich mit den konkreten Fragen der Aufklärung und Aufarbeitung ergeben, wie sie bei der Herbstvollversammlung 2018 in Fulda beschlossen worden sind. Kardinal Reinhard Marx wird auf der Pressekonferenz am Donnerstag über die weiteren Themen informieren, die damit zusammenhängen, also die übergreifenden Themen.

Die zurückliegenden Monate waren sehr intensiv

In meiner Funktion als Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz kann ich sagen, dass die zurückliegenden Monate sehr intensiv waren. Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie am 25. September 2018 in Fulda haben wir deutschen Bischöfe in unseren Beratungen einen Plan verabschiedet, wie das Thema weiter aufgearbeitet wird. In den zurückliegenden Monaten konnte ich notwendige Vorarbeiten machen und möchte in fünf Punkten über den aktuellen Stand der Arbeiten berichten.

Zunächst hebe ich das Teilprojekt „Unabhängige Aufarbeitung“ hervor: Ziel des Teilprojektes ist die Erarbeitung eines „Leitfadens“ für die unabhängige Aufarbeitung in den Diözesen. Dazu hat ein Gespräch mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung (UBSKM), Johannes Wilhelm Rörig, stattgefunden. Zur Erarbeitung von Kriterien und Standards für die Aufarbeitung ist eine Kooperation zwischen der Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ des UBSKM und der Bischofskonferenz geplant. Bis Ende Mai 2019 soll dazu ein Treffen stattfinden, bei dem das Arbeitsfeld ausgeleuchtet und erste Inhalte festgelegt werden sollen.

Zur Überprüfung und Weiterentwicklung des Verfahrens zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids soll auf Anregung des UBSKM ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, das die Praktikabilität des Verfahrens und die Akzeptanz bei Betroffenen und Diözesen prüft. Darüber hinaus wird Ende April/Anfang Mai ein Workshop mit fachkundigen Personen aus Kirche und Gesellschaft veranstaltet, bei dem Erfahrungen und erste Bewertungen zusammengetragen werden sollen. Ich darf noch einmal daran erinnern, dass wir das Verfahren zu Leistungen in Anerkennung des Leids im März 2011 etabliert haben. Es soll in Fällen, in denen z. B. wegen eingetretener Verjährung kein durchsetzbarer Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld besteht, auf möglichst unbürokratische Weise eine Anerkennung des erlittenen Leids in Form einer materiellen Leistung gewähren. Bisher sind rund 1.900 Anträge in der so genannten Zentralen Koordinierungsstelle (ZKS) eingegangen. Weil es in den vergangenen Wochen Debatten gab, möchte ich das noch einmal erläutern: Die betroffene Person stellt über die Diözese oder den Orden einen Antrag bei der ZKS. Diese spricht eine Empfehlung über die Höhe der Leistung aus. Die Auszahlung selbst erfolgt dann durch die entsprechende kirchliche Körperschaft, die für den Täter in Vorleistung tritt. Denn der Täter selbst soll, sofern er noch am Leben ist, die Leistung erbringen.

Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen

Im Blick auf die Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene läuft eine Recherche zu nichtkirchlichen Beratungsangeboten, die möglicherweise als Kooperationspartner für eine niederschwellige, gegenüber der katholischen Kirche vertrauliche und gegebenenfalls auf Wunsch anonyme Beratung zur Verfügung stehen könnten. Die unabhängigen Anlaufstellen sollten ein gut auffindbares und außerkirchliches Angebot sein, das Betroffenen die Anzeigenerstattung erleichtert, damit diese möglichst frühzeitig erfolgt. Derzeit stehen wir dazu in Kontakt mit der Geschäftsstelle „Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF)“. Wir haben auch noch einmal die Unabhängigkeit der aktuell benannten Ansprechpersonen für sexuellen Missbrauch in den Bistümern überprüft. Das Ergebnis zeigt, dass eine weitgehende Unabhängigkeit der Missbrauchsbeauftragten mittlerweile gegeben ist. Allerdings gibt es auf den Homepages der Bistümer noch Verbesserungsbedarf bei der Erkennbarkeit der Unabhängigkeit.

Zu der angestrebten Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker findet aktuell in allen Diözesen eine Erhebung der zu ordnenden Akteninhalte und der bisher bevorzugten Aktenführung statt. Mithilfe der Erhebung sollen praxisorientierte Standards für die Personalakten der Kleriker entwickelt werden. Zentral bleibt dabei das Ziel, Standards zu entwickeln, die sicherstellen, dass Missbrauchsbeschuldigungen künftig in allen Diözesen verbindlich, einheitlich und transparent dokumentiert werden und es für die Personalverantwortlichen zu keinen Informationslücken kommt.

Von Anfang an hatte Präventionsarbeit einen hohen Stellenwert

Die Arbeiten zum Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention haben wir in den letzten Monaten noch zurückgestellt, nicht zuletzt deshalb, weil wir erst im November des letzten Jahres katholischerseits eine große Fachtagung zum Thema Monitoring zusammen mit Kirchenverantwortlichen, Ordensoberen, Missbrauchs- und Präventionsbeauftragten der Diözesen und Ordensgemeinschaften, mit dem UBSKM sowie der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs veranstaltet haben. Die Präventionsarbeit hatte für uns von Anfang an einen hohen Stellenwert. Zunächst 2010, dann 2013 aktualisiert und erweitert hat die Deutsche Bischofskonferenz neben den „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ eine „Rahmenordnung Prävention gegen sexualisierte Gewalt“ erlassen. Wir kommen mit dieser Rahmenordnung den diözesanen Ordnungen und Maßnahmen sowie den angepassten Schutzkonzepten für Pfarreien, Gemeinschaften und Einrichtungen unserer Verantwortung und Achtsamkeit nach, die wir Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen schulden.“

Weitere Informationen sind unter www.dbk.de zu finden.    

(red)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Bischof Prävention
news-98410 Tue, 12 Mar 2019 13:07:40 +0100 Aus Überzeugung heraus diakonische Kirche leben https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/aus-ueberzeugung-heraus-diakonische-kirche-leben/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/4/c/csm_CaritasGespraech_DiakonischeKirche_dh_0c9b1aa059.jpg" width="150" height="100" alt="" title="CaritasGespraech DiakonischeKirche dh" />„Die Synode - ein Aufstand der Hoffnung. Wege in eine diakonische Kirche“ war am 11. März Thema einer Podiumsdiskussion in Saarbrücken. Saarbrücken – Unter dem Motto „Die Synode - ein Aufstand der Hoffnung. Wege in eine diakonische Kirche“ fand am Montag, 11. März, eine Podiumsdiskussion statt. Zu der Diskussion, die von Christian Otterbach vom Saarländischen Rundfunk moderiert wurde, hatte das Dekanat Saarbrücken geladen.

„Eine diakonische Kirche ist eine Kirche, die Maß nimmt an Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und eine Kirche, die sich politisch einmischt“, sagte Heiner Buchen, Pastoralreferent im Dekanat Saarbrücken zu der Frage, was diakonische Kirche denn bedeute. Die Diskussion drehte sich insbesondere um die Frage, wieso die Synode des Bistums Trier den Begriff der „Diakonie“ betone und ob dies überhaupt nötig sei. Neben Heiner Buchen nahmen auch Werner Hubertus, Sozialarbeiter bei der Gemeinwesenarbeit Friedrichsthal an der Runde teil, Josef Jirasek, Evangelischer Pfarrer, Veronika Kabis, Leiterin des Zuwanderungs- und Integrationsbüro der Stadt Saarbrücken, Stephan Manstein, Direktor des Geschäftsbereichs Altenhilfe und Hospiz der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts) sowie Michael Meyer, Kaplan in Völklingen und „Erkunder“ im Rahmen der Synodenumsetzung im Bistum Trier.

Eigentlich gehöre das Diakonische zum Kerngeschäft der Kirche, scheine aber in der westlichen Kirche oft außen vor zu bleiben, so Buchen. Mit der Synode soll dieses Element wieder in den Fokus gerückt werden. „Es gibt zwar Elemente diakonischer Kirche bei uns; etwa das vielfältige Engagement von Menschen für ihre Nächsten, in Form von Aktionen wie der Heilig-Abend-Aktion in Saarbrücken oder durch die Arbeit der Caritas. In den Gemeinden ist das aber noch ausbaubar. Diese Chance bietet die Synode.“ Als Erkunder versucht Kaplan Meyer, Neues für die künftigen Pfarreien der Zukunft aufzuzeigen und blinde Flecken sichtbar zu machen. „Vieles, was aus pfarrgemeindlicher Perspektive nicht gesehen wird, soll entdeckt werden“, erklärte er. Als Erkunder gehe es ihm darum, mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Kirche zu erschließen. „Wir wurden durchgehend mit Wohlwollen empfangen, gleich mit wem wir gesprochen haben.“

Werner Hubertus bestätigte Buchens Einschätzung, dass es zwar diakonische Elemente gebe, aber vieles an "die Caritas" oder andere „outgesourced“ wird. „Bei uns gibt es viel diakonisches Engagement vor Ort. Trotzdem gibt es Themen, die bei uns von der Gemeinwesenarbeit liegen, vor allem Themen, die ins Politische hineingehen.“ Wenn es um Wohnungsnot gehe, oder um zu niedrige Hartz IV-Sätze, kümmern sich darum vor allem Institutionen, so Hubertus. Er stellte fest, dass in der Kirche wie in der Gesellschaft auch eine Spezialisierung stattgefunden habe. Für Stephan Manstein könnten aber auch die Institutionen noch weiter gehen: So sei die Ausbildung von Pflegerinnen und Pflegern in der Altenhilfe zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Seelsorge ein Beispiel, wie diakonische Kirche auch in Institutionen neue Wege gehen könne. „Bei der Synode geht es darum, sich zu vernetzen und auf Menschen zuzugehen“, sagte Heiner Buchen. Für ihn sei diakonische Kirche aber nichts, was von oben herab verordnet werden könne; es sei eine Haltung, die aus eigener Überzeugung heraus gelebt werden muss.

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Caritas / Soziales Information Synode Synode: Umsetzung Vermischtes
news-98405 Tue, 12 Mar 2019 10:18:16 +0100 Es kommt auf die richtige Organisation an https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/es-kommt-auf-die-richtige-organisation-an/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/b/1/csm_Nell-Breuning_Dillingen_1_1781d84e1d.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Nell Breuning Dillingen 1" />Die diesjährige Oswald-von-Nell-Breuning-Gedenkveranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung im Kreis Saarlouis hat unter dem Titel „Mit Älteren geht’s besser“ die Chancen ausgelotet, die sich für die Arbeitswelt aus einer älter werdenden Gesellschaft ergeben. Dillingen – Die diesjährige Oswald-von-Nell-Breuning-Gedenkveranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung im Kreis Saarlouis hat unter dem Titel „Mit Älteren geht’s besser“ die Chancen ausgelotet, die sich für die Arbeitswelt aus einer älter werdenden Gesellschaft ergeben. Dazu begrüßte der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler rund 50 Gäste im Gesellschaftsraum der Stadthalle Dillingen.

Diese verfolgten mit Interesse die Darstellungen von Forschungsergebnissen und des Praxisbeispiels bei der Daimler AG, wo verschiedene Maßnahmen jüngere und ältere Beschäftigte zum erfolgreichen Zusammenarbeiten ermuntern. Das Fazit der Veranstaltung lautete, dass ältere Menschen für die Unternehmen sehr nützlich sein können, aber auch persönliche Vorteile daraus ziehen, wenn sie auch noch nach Eintritt ins Rentenalter weiter arbeiten.

Der demografische Wandel mit immer mehr älteren Menschen und Geburtenzahlen, die nicht zum Ausgleich reichen, bildet sich auch in den Unternehmen ab. Das Saarland sei im Bundesvergleich Schlusslicht bei der Beschäftigung von älteren Menschen, sagte Susanne Schwarz, Sozialdezernentin des Landkreises Saarlouis, in ihrem Grußwort. Sie befand aber, dass seit etwa zehn Jahren das Alter „nicht mehr das überwiegend negativ besetzte Thema“ sei.

Der Wirtschaftspsychologie-Professor Jürgen Deller (Universität Lüneburg) stellte fest, dass die Lebenserwartung nahezu linear, fast drei Monate pro Jahr, ansteige. Dies habe auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Dass viele Arbeitgeber Ältere als weniger lernbereit, kreativ, flexibel und produktiv ansähen, seien Vorurteile, die durch wissenschaftliche Studien entkräftet werden könnten. Ältere Beschäftigte seien innovativ und mitunter sogar produktiver als jüngere. In Befragungen hätten Menschen als Gründe für Erwerbstätigkeit im Rentenalter „Spaß an der Arbeit, fit bleiben, Herausforderungen suchen, Wissen und Erfahrungen weitergeben“ angegeben. „Wie können wir diesen Menschen gerechter werden, ist die Frage, und damit sind wir auch nahe an dem Namensgeber dieser Veranstaltung, Nell-Breuning“, befand Deller. Es komme also auf die Gestaltung der Arbeit und die richtige Organisation an. Dazu gehörten altersdiverse Teams, offener Kommunikation und die Wertschätzung durch Führungskräfte.

Der Wirtschaftsjurist Torben Andrasch stellte ein Projekt vor, das die Daimler AG  für rund 60.000 Mitarbeiter eingerichtet habe. Es trägt den Namen „YES“ für Englisch „Young and Experienced together Successful“, um deutlich zu machen, dass Junge und Erfahrene gemeinsam erfolgreich seien. Ausstellungen, Arbeitskreise, Teams und weitere Strategien dienten dazu, nicht nur die verschiedenen Generationen zu integrieren, sondern auch Verbesserungen in den betrieblichen Abläufen bis hin zu besseren Produkten zu erreichen. In der abschließenden Diskussion geäußerten Zweifeln, dass viele Menschen länger arbeiten wollten, begegnete Deller mit dem Hinweis, es gebe zwar Unterschiede je nach Sparte und Beruf. Auf jeden Fall könne man aber Rente beziehen und trotzdem weiter arbeiten, dazu bestünden mehrere Möglichkeiten. Laut Deller arbeiten in Deutschland bereits 1,5 Millionen Menschen mit Rentenbezug weiter.

(red)

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Saarbrücken bistum-trier Information Kirchliche Verbände Politik / Gesellschaft Vermischtes
news-98402 Tue, 12 Mar 2019 08:55:43 +0100 Aufarbeitung und Prävention als langfristige Aufgaben https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/aufarbeitung-und-praevention-als-langfristige-aufgaben/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/a/csm_CF004133_20x30_quer_04_509dfa7173.jpg" width="150" height="100" alt="" />Bischof Dr. Stephan Ackermann traf sich mit dem diözesanen Beraterstab. Trier – Die Aufarbeitung und Prävention von sexuellem Missbrauch im Raum der Kirche ist eine langfristige und dauerhafte Aufgabe. Davon ist Bischof Dr. Stephan Ackermann überzeugt. Dabei blickt der „Beauftragte für Fragen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes“ der Deutschen Bischofskonferenz sowohl auf sein eigenes als auch auf alle deutschen Bistümer.

Durch den Kinderschutzgipfel im Februar 2019 in Rom sieht er diese Einschätzung bestätigt. „Um sexuelle Gewalt wirksam zu bekämpfen, müssen Fälle aufgedeckt und aufgearbeitet werden; genauso wichtig ist die Prävention. Zugleich brauchen wir eine durchgängige Haltung und Kultur, die zuallererst den Betroffenen Gehör schenkt und keine Vertuschung duldet.“ Die Vorschläge des vatikanischen Gipfels müssten nun in konkrete und verbindliche Weisungen des Papstes umgesetzt werden, sagt Ackermann. Notwendig sei dazu auch ein permanentes und weltweites Controlling.

„Manche Themen lassen sich sinnvoller im Verbund mit anderen Bistümern angehen sowie mit externen Partnern“, sagt der Bischof. Dazu gehöre etwa die Festlegung von Kriterien und Standards für „eine unabhängige Aufarbeitung, die vielleicht sogar Versöhnungsprozesse möglich macht“. Hier setzt der Trierer Bischof vor allem auf die Zusammenarbeit mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung. Auch die Überarbeitung und Vereinheitlichung der Aktenführung, die die Forscher der sogenannten MHG-Studie den Bischöfen empfehlen, sei eine Aufgabe, die im Verbund angegangen werden müsse.

Sensibilisierung für Machtfragen

Im eigenen Bistum legt Ackermann großen Wert darauf, dass die MHG-Studie und mögliche Konsequenzen daraus in den Räten und Gremien besprochen werden. Der Diözesanpastoralrat und der Priesterrat haben sich bereits mit der Studie befasst. „Ich bin überzeugt davon, dass die Themen Kinderschutz und Prävention, die Sensibilisierung für Machtfragen – denn darum geht es vor allem beim Thema Missbrauch – sowie ein  achtsamer und respektvoller Umgang miteinander sich nur gemeinsam einüben lassen, indem wir immer wieder darüber reden, diese Fragen miteinander reflektieren und uns so weiterentwickeln.“

Ackermann unterscheidet drei Säulen, wenn es um das Thema sexueller Missbrauch geht. Sollte es trotz aller präventiven Arbeit zu (Verdachts-)Fällen sexuellen Missbrauchs kommen, muss es verlässliche und transparente Interventionspläne geben. „Wir überprüfen unsere bisherigen Arbeitsweisen; klären, ob es Kooperationen mit bestehenden Stellen im außerkirchlichen Bereich geben kann.“ Wichtig sei, dass Betroffene schnell Unterstützung bekämen.

Aufklärung müsse sich strikt an staatlichen Regelungen und den kirchlichen Leitlinien orientieren. „Wir im Bistum Trier arbeiten seit Jahren eng mit den staatlichen Ermittlungsbehörden zusammen.“ So hatte es nach der MHG-Studie Gespräche mit den zuständigen Generalstaatsanwaltschaften gegeben; anschließend hatte das Bistum angeforderte Akten und Informationen zur Verfügung gestellt. Zu einer geregelten Intervention gehöre aber auch ein verlässliches Reporting- und Dokumentationssystem, sagt der Bischof.

Prävention im Bistum: gut aufgestellt - weiter zu entwickeln

In Sachen Prävention sei das Bistum dank der Vielen, die in diesem Bereich engagiert sind, seit Jahren gut aufgestellt, betont Ackermann. Dennoch müsse man dieses Feld stets weiterentwickeln. Gern sähe es der Bischof, wenn Menschen aus dem Bistum Trier den neuen Masterstudiengang „Kinderschutz“ an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom absolvierten. Für den gesamten Bereich der Präventionsarbeit hält er ein – wiederum bistumsübergreifendes – Monitoring für unabdingbar; damit sei zu gewährleisten, dass die Bistümer in ihren Bemühungen nicht nachlassen und dass alle stets auf dem neuesten Stand sind.  

Die Perspektive der von sexualisierter Gewalt Betroffenen

Mit seinem Beraterstab, dem neben Bistumsverantwortlichen und den Ansprechpersonen für sexuellen Missbrauch Experten aus der Beratungs- und Präventionsarbeit angehören, sprach der Bischof darüber, wie Betroffene stärker einbezogen werden können. „Seit ich die Aufgabe des Beauftragten für Fragen sexuellen Missbrauchs auf der Ebene der Bischofskonferenz übernommen habe, bin ich mit vielen Betroffenen persönlich in Kontakt. Das war und ist für mich der erste und wichtigste Aspekt mit Blick auf die Aufarbeitung“, erklärt er. Derzeit gehe es darum, die Perspektive der Betroffenen noch stärker in der regulären Arbeit von Aufklärung und Prävention zu verankern.

Der Beraterstab hat begonnen, zu überprüfen, wie bisher Fälle aus der Vergangenheit aufgeklärt wurden. Darüber hinaus will Bischof Ackermann Fälle in Einrichtungen von externen unabhängigen Experten untersuchen lassen. So stehe die Beauftragung einer unabhängigen Person kurz bevor, die die Fälle sexueller und körperlicher Gewalt im „Albertinum“ (einem Anfang der 1980er Jahre geschlossenen Internat in Trägerschaft des Bistums in Gerolstein) untersucht. „Nicht zuletzt müssen wir prüfen, ob es Versäumnisse oder gar Vertuschung von Fällen durch damals Verantwortliche gegeben hat. Die können wir Verantwortlichen von heute zwar nicht ‚wiedergutmachen‘;  aber wir können Fehler eingestehen und uns bemühen, aus diesen Fehlern zu lernen.“

(JR)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Beratung Bischof
news-98384 Mon, 11 Mar 2019 16:00:33 +0100 Jesu Botschaft bleibt immer glaubhaft https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/jesu-botschaft-bleibt-immer-glaubhaft/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/8/c/csm_zulassungsfeier_erwachsenentaufe_bischof_769339f774.jpg" width="150" height="100" alt="" />Bischof Ackermann hat während eines Gottesdienstes 25 Frauen und Männer zur Erwachsenentaufe zugelassen. Um die Ostertage werden sie in ihren Heimatgemeinden die Sakramente erhalten. Trier – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat am 10. März, dem ersten Fastensonntag, 25 Erwachsene im Dom zur Taufe und Firmung zugelassen. Die Bewerberinnen und Bewerber aus verschiedenen Dekanaten des Bistums werden ihre Sakramente um die Ostertage in ihren Heimatpfarreien empfangen. Taufe, Kommunion und Firmung gehören zu den Sakramenten der katholischen Kirche. Sie stehen dafür, dass der Mensch in die Gemeinschaft der Kirche ausgenommen wird und als Zeichen für die Liebe Gottes und die Gegenwart Jesu Christi.

Viele rückten heute vom Glauben ab, die Kirche erscheine ihnen unglaubwürdig und viel zu sehr in Schuld verstrickt, sagte Bischof Ackermann zu den Kandidatinnen und Kandidaten. „Sie gehen mit Ihrem Wunsch nach Aufnahme jedoch bewusst den umgekehrten Weg.“ Diese Entscheidung sei trotz aller Unvollkommenheit in der Kirche nicht naiv oder unverantwortlich. Sie dürfe sich nämlich gründen in dem, was durch ihre Geschichte hinweg immer glaubwürdig geblieben sei. „Wirklich glaubhaft an Kirche sind Jesus und seine Botschaft.“ Diese sei, trotz aller kirchlichen Verfehlungen, „nie widerlegt worden und bleibt als einzige immer glaubhaft und wahrhaftig“, sagte der Bischof. Sie sei ein haltgebendes Fundament und mit ihrer Nächstenliebe eine wirkliche Alternative für diese Welt.

Ackermann sprach auch vom Wert der Sakramente als einem „Schatz der Kirche“, in denen Christen Jesus unverstellt begegnen und seine Nähe finden können. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie durch alle Höhen und Tiefen dies immer wieder spüren“, sagte der Bischof zu den Bewerberinnen und Bewerbern, die er einzeln segnete. Die Feier im Dom, in der sie gemeinsam um die Zulassung zu den Sakramenten baten, ist Teil einer etwa halbjährigen Vorbereitung im Kreise verschiedener sogenannter Katechumenatsgruppen, die vor Ort von pastoralen Mitarbeitern begleitet werden.

Zu der Koblenzer Gruppe unter der Leitung von Pastoralreferentin Ulrike Kramer-Lautemann gehört Hava Dhoraj. Die junge Frau stammt aus Albanien und ist mit ihren zwei Söhnen seit vier Jahren in Deutschland. „Ich glaube an Gott“, sagt sie schlicht über ihren Hauptgrund, warum sie sich taufen lassen möchte. In Albanien habe sie dort, wo sie lebte, kaum eine Möglichkeit gehabt, Christin zu werden. Ebenfalls in Koblenz lebt Claas Rühl, der mit seiner Freundin gekommen ist. „Wir möchten bald heiraten, auch kirchlich“, sagt der junge Mann, dessen Familie aus Sachsen nach Westdeutschland kam. Außerdem bestärkt ihn sein geschichtliches Interesse am Christentum, das „als größte Hilfsorganisation der Welt“ aus seiner Sicht viel Gutes tut. Durch den Tod seines Großvaters sei er außerdem erstmals wirklich mit dem Glauben konfrontiert worden und der Frage, was nach dem Tod komme. Gemeinsam mit den anderen aus seiner Katechumenatsgruppe wird er am Ostersonntag in der Koblenzer Herz-Jesu-Kirche die Sakramente der Taufe, Firmung und Kommunion empfangen.

Nähere Informationen zur Vorbereitung auf die Taufe und Firmung von Jugendlichen und Erwachsenen, dem sogenannten Katechumenat, gibt es unter www.katechumenat.bistum-trier.de,  unter www.katholisch-werden.de oder telefonisch unter 0651 7105-509.
(red)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Seelsorge
news-98383 Mon, 11 Mar 2019 15:39:10 +0100 Im Übergang zur Pfarrei der Zukunft https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/im-uebergang-zur-pfarrei-der-zukunft/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/5/csm_Hasborn_InfoVA-zu-PdZ_2_dh_a73c59fe30.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Hasborn InfoVA zu PdZ 2 dh" />Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte in der künftigen Pfarrei der Zukunft Tholey wurden über die neuen Strukturen informiert. Hasborn – Die Kirche im Bistum Trier stellt sich neu auf: Zum 1. Januar 2020 werden 15 von insgesamt 35 Pfarreien der Zukunft (PdZ) an den Start gehen. Im Saarland werden die PdZ Saarbrücken, Völklingen, Wadern, St. Wendel sowie Tholey den Anfang machen. In den neu gegründeten Räumen wird es auch eine veränderte Gremienstruktur geben. Dazu haben Bischof Dr. Stephan Ackermann, Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg sowie Mechthild Schabo, Direktorin für den Zentralbereich Pastoral und Gesellschaft im Bischöflichen Generalvikariat informiert. Vertreterinnen und Vertreter der jetzigen Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte in der künftigen PdZ Tholey waren am vergangenen Freitag in die Kulturhalle in Hasborn eingeladen.

Generalvikar von Plettenberg stellte den Haupt- und Ehrenamtlichen aus den vier Pfarreiengemeinschaften Nonnweiler, Bostalsee, Am Schaumberg und Marpingen, die die Pfarrei der Zukunft Tholey bilden werden, die neuen Gremien vor. An der Spitze der Pfarreien der Zukunft wird es ein Leitungsteam geben, das aus drei Haupt- und bis zu zwei Ehrenamtlichen bestehen wird. Neu wird der Rat der Pfarrei, bestehend aus 20 Mitgliedern, sein – vergleichbar mit den bisherigen Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten. Der Rat der Pfarrei verbindet die Themen von Pastoral und Verwaltung (Jahresabschluss, Haushaltsplan) in einem Gremium. Er wird das Leitungsteam beraten. Innerhalb des Rates wird es verpflichtend einen Verwaltungsausschuss geben.

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Saarbrücken bistum-trier Kirchliche Räte Synode: Umsetzung
news-98299 Fri, 08 Mar 2019 12:36:55 +0100 „Die Erneuerung kommt vom Lande“ https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/die-erneuerung-kommt-vom-lande/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/b/7/csm_publikum_frauenwahlrecht_6301ff942c.jpg" width="150" height="100" alt="" />Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth sprach bei der Ausstellungseröffnung "100 Jahre Frauenwahlrecht" in Bitburg Trier/Bitburg – Seit geraumer Zeit ist die Anzahl der Frauen in deutschen Parlamenten rückläufig. Was muss getan werden, um diesem Trend entgegenzuwirken? Antworten auf diese und andere Fragen rund um das Thema Frauenwahlrecht und politische Beteiligung von Frauen haben Vertreterinnen regionaler Frauenverbände, Gleichstellungs-Beauftragte und die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gegeben. Zur Eröffnung der Ausstellung „100 Jahre Frauenwahlrecht“ kam sie am Aschermittwoch, 6. März, ins Bitburger Beda-Haus. Das musisch-kulturelle Rahmenprogramm gestalteten der Chor Cantando Messerich sowie Judith Kriebel und Alexander Ourth vom Theater Trier.

Bereits in ihrer Begrüßungsrede rief Marita Singh die Gäste auf, dafür einzutreten, „dass der Zug nicht rückwärts fährt“. Veranstaltungen wie diese sollen ein Anstoß für Frauen sein, sich politisch zu engagieren, sagte die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Bitburg-Prüm. „Lasst nicht zu, dass Frauen auf Familienpolitik reduziert werden!“, forderte Rita Süssmuth, 1986 zur ersten Frauenministerin auf Bundesebene ernannt. Demokratie und Gleichberechtigung brauche starke Individuen, aber auch einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Kampf für Frauenrechte sei daher keine reine Frauenfrage, sondern eine „Gesellschafts-, eine Menschheitsfrage“. Der heutige „Frauen-Aschermittwoch“ sei daher für all jene relevant, die Unterdrückung erfahren.

In diesem Zusammenhang seien die Inhalte des Neuen Testaments faszinierend: „Das Christentum durchlebt zurzeit einen Tiefpunkt. Aber es sind Menschen unterwegs, die Gutes tun. Das Christentum wird nicht sterben, denn die Aussagen der Glaubensinhalte sind viel zu stark.“

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Seelsorge
news-98293 Fri, 08 Mar 2019 11:20:14 +0100 Kfd unterstützt den Deutschen Hebammenverband https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/kfd-unterstuetzt-den-deutschen-hebammenverband/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/c/3/csm_kfd_ea2d8e9e06.jpg" width="150" height="67" alt="" />Anlässlich des Internationalen Frauentages fordert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) bessere Bedingungen für Schwangere in Afrika und Europa. Trier/Koblenz/Saarbrücken – Wie lässt sich die Geburtshilfe – hier in Europa und weltweit – verbessern? Diesem Thema widmet sich die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März.

Bereits seit vielen Jahren unterstützt die kfd Trier den Aufbau von Geburtshilfeeinrichtungen sowie die Ausbildung von Krankenschwestern und Hebammen in Afrika, aktuell in Südindien und Nordsyrien. Ziel ist eine gute Versorgung und Anlaufstelle für Mütter und Kinder sowie eine hygienische und menschenwürdige Umgebung bei der Geburt.

In Deutschland gibt es aufgrund verschärfter Arbeitsbedingungen immer weniger niedergelassene, freie Hebammen. Die Schließung von Geburtshilfeeinrichtungen und -stationen in Krankenhäusern sowie komplette Schließungen von Kliniken im ländlichen Bereich stellen Schwangere vor große Probleme. Teils betreut eine Hebamme fünf und mehr Gebärende gleichzeitig in einer Klinik, so die Erfahrungen des Hebammenverbandes. Deshalb unterstützt die kfd die „Eckpunkte für ein Geburtshilfe-Stärkungsgesetz im klinischen Bereich“ des Deutschen Hebammenverbandes und wird die weitere Entwicklung begleiten, u.a. am Weltgesundheitstag mit dem Start einer Babysöckchen-Strickaktion „Ein guter Start für kleine Füße“.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands ist mit rund 28.000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation im Bistum Trier. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen gibt’s unter www.kfd-trier.de.

(ih)

 

 

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news-98231 Thu, 07 Mar 2019 08:38:00 +0100 Neunkirchen: Ehrenamtliche lernen für Bestattungsdienst https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/neunkirchen-ehrenamtliche-lernen-fuer-bestattungsdienst/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/0/5/csm_Bestattungsdienst_NK_e261427d14.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Bestattungsdienst NK" />Im Dekanat Neunkirchen beginnt mit dem „Osterzeugen-Kurs“ ein Pilotprojekt zur Ausbildung von Ehrenamtlichen für Bestattungsdienste. Kursbeginn ist am 12. März. Neunkirchen – „In den Bestattungsdienst sollen nach und nach Laien – hauptamtliche pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehrenamtlich Engagierte – einbezogen werden.“ Diese Empfehlung hat die Synode des Bistums Trier 2016 in ihr Abschlussdokument aufgenommen, das Bischof Dr. Stephan Ackermann unterzeichnet hat. Im Dekanat Neunkirchen beginnt mit dem „Osterzeugenkurs“ ein Pilotprojekt, um Ehrenamtliche für Bestattungsdienste auszubilden.

Menschen beizusetzen ist „ein Werk der Barmherzigkeit, das nicht an ein Weiheamt geknüpft ist“, erklärt Olaf Harig, Dechant im Dekanat Neunkirchen, der den Osterzeugenkurs zusammen mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Dekanat leitet. „Es ist auch eine neue Art zu lernen, wie Ehrenamt und Hauptamt in dieser neuen Kirche der Zukunft auf Augenhöhe miteinander arbeiten und umgehen.“ Die Idee, Ehrenamtliche für diesen Dienst auszubilden, sei nicht aus der Not heraus geboren, dass es zu wenig Personal für zu viele Beerdigungen gibt, betonte der Dechant. „Wir wollen den Dienst bewusst erweitern, weil wir sagen: da sind ganz viele verborgene Schätze im Volk Gottes, die wir zum Leuchten bringen wollen.“ Man wolle, wie die Synode sagt, von Charismen her denken.

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Saarbrücken bistum-trier Caritas / Soziales Ehrenamt Seelsorge Synode: Umsetzung
news-98227 Wed, 06 Mar 2019 08:32:53 +0100 Die Kirchen im Saarland rufen zum Autofasten 2019 auf https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/die-kirchen-im-saarland-rufen-zum-autofasten-2019-auf/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/e/9/csm_Autofasten2019_e006b64d6d.jpg" width="150" height="64" alt="" title="Autofasten2019" />Das Bistum Trier und die Evangelische Kirche im Rheinland laden auch in diesem Jahr wieder zur Aktion Autofasten ein, und damit die eigene Mobilität und das Verhältnis zum Automobil zu überdenken. Saarbrücken – Es muss ja nicht immer das Auto sein! Das Bistum Trier und die Evangelische Kirche im Rheinland laden auch in diesem Jahr wieder ein, die eigene Mobilität und das Verhältnis zum Automobil zu überdenken. Ziel der Aktion Autofasten ist es, das eigene Auto so oft wie möglich stehen zu lassen und Alternativen auszuprobieren. Während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern sind alle Teilnehmer angehalten, statt mit dem eigenen Auto, mit dem Bus, der Bahn und dem Fahrrad unterwegs zu sein, oder ein Auto mit vielen anderen zu teilen.

„Ich bemühe mich, mein Auto so oft stehen zu lassen, wie es geht. Das schont nicht nur die Schöpfung, sondern gibt mir auch neue Freiheiten. Zum Beispiel die Freiheit mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen“, sagte Christian Weyer, Superintendent des Kirchenkreises Saar-West. „Die Aktion Autofasten bietet die Möglichkeit, solche Erfahrungen zu machen und damit auszuprobieren, ob Mobilität auch anders geht, als immer mit dem Auto. Weyer freut sich, dass es in diesem Jahr gelungen ist, in zwei saarländischen Kirchengemeinde Gruppen anzubieten, die Erfahrungen beim Autofasten austauschen werden. In Brebach-Fechingen hat sich eine ökumenische Gruppe gebildet, die sich an Autofasten beteiligt und ihre Erfahrungen dabei in regelmäßigen Treffen austauscht. Auch die Evangelische Kirchengemeinde Saarlouis bietet eine Autofasten-Gruppe an.

Bislang haben sich bereits mehr als 480 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Saarland zur Aktion Autofasten angemeldet - mehr als im vergangenen Jahr (444). Sie und viele andere versuchen vom 06. März bis zum 20. April so wenig wie möglich ihr Auto zu benutzen. Wie lange und in welchem Umfang jeder mitmacht, entscheiden die Teilnehmenden selbst. Unterstützt wird die Aktion vom SaarVV, der wieder 200 Zwei-Wochen-Tickets für das gesamte Netz des Verkehrsverbunds zur Verfügung stellt. Diese Tickets werden unter allen angemeldeten Teilnehmern verlost. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) und Cambio CarSharing unterstützen die Aktion.

Die Leiterin des Katholischen Büros Saarland, Katja Göbel nahm bei der Eröffnung der Aktion Bezug auf den Klimawandel: „Fakt ist, dass wir mit der uns von Gott anvertrauten Schöpfung nicht gerade pfleglich umgehen. Die Liste der Umweltkatastrophen allein aus dem letzten Jahr ist sehr lang“, sagte sie mit Verweis auf die Überschwemmungen im Frühjahr und die große Hitzewille im Sommer. „Auf einmal ist die Klimaerwärmung direkt vor unserer Haustür spürbar.“ Unter diesem Aspekt rücke der Verzicht auf das Auto in ein anderes Licht. „Auch wenn es noch so schwer fällt: Überwinden Sie sich. Lassen Sie dort, wo es möglich ist, das Auto einfach mal stehen, um das Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, oder eine Strecke zu Fuß zurück zu legen.“

Auch Umweltminister Reinhold Jost ermutigte zur Teilnahme an der Aktion: „Ich wünsche der Aktion im Jahr 2019 viele Mitmacher, die so oft es irgend geht bewusst auf das Auto verzichten. Ich wünsche allen Mitmachern dabei die langfristige Erkenntnis, dass Autofasten keine wirkliche Entbehrung darstellt,  sondern sogar eine Bereicherung für einen stressfreien Alltag sein kann“, ließ er in einem Grußwort verlauten.

An der Aktion Autofasten hatten sich im letzten Jahr 444 Personen im Saarland beteiligt. In den letzten Jahren haben mehr als 25.000 Frauen und Männer versucht, im Rahmen der Aktion Autofasten auf ihr Auto zu verzichten. Die Anmeldung für die Tickets des SaarVV läuft noch bis zum 10. März. Danach werden die Fahrkarten unter allen Angemeldeten verlost.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Aktion Autofasten: www.autofasten.de

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Autofasten
news-98205 Tue, 05 Mar 2019 09:55:03 +0100 Klingende Kirchenräume https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/klingende-kirchenraeume/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/a/b/csm_Klingende_Kirchenraeume_2019_4e8437ba09.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Klingende Kirchenraeume 2019" />Am Donnerstag, dem 21. März, laden die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Dekanat Saarbrücken zum Projekt „Klingende Kirchenräume“ ein. Saarbrücken – Am Donnerstag, dem 21. März, laden die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Dekanat Saarbrücken zum Projekt „Klingende Kirchenräume“ ein. Ab 18.00 Uhr finden in zwölf Kirchen im gesamten Regionalverband Konzerte, Vespern, Abendmusiken, Taizé-Gesänge, Messen oder andere musikalisch-liturgische Veranstaltungen statt.

„Wir wollen damit uns als Kirchenmusiker und unsere Angebote präsentieren“, erklärt Dekanatskantorin Katrin Saegner die Idee hinter dem Projekt. In den vergangenen Jahren habe das Dekanatssingen als großes gemeinsames Projekt an einem Ort im Dekanat stattgefunden. In diesem Jahr wolle man mit Blick auf die kommende Pfarrei der Zukunft Saarbrücken zeigen, welche Angebote und Gottesdienstformen es neben der Eucharistiefeier noch gibt. „Wir Kirchenmusiker können das Gemeindeleben vor Ort aktiv mitgestalten und haben die Möglichkeiten verschiedene Angebote zu machen“, sagt die Organistin. Es gäbe viele alternative Arten von Gottesdiensten wie Abendlob, musikalische Andachten, Taizé-Gesänge, die unter anderem von Musikern gestaltet werden. Im Dekanat Saarbrücken gibt es rund zehn haupt- und über 50 nebenamtliche Musikerinnen und Musiker, die als Organisten oder Chorleiter arbeiten. Saegner selbst lädt am 21. März um 19 Uhr nach St. Albert auf den Rodenhof zu „Musik und Poesie zum Thema ‚Durchkreuzt‘ mit dem Kammerchor ‚Alegría‘ und der Solistin Monka Anstett“.

„Die Idee wurde in unserer Gemeinde sehr gut aufgenommen“, berichtet Claudia Reyes-Saldaña, die in der Pfarrei St. Martin in Brebach-Fechingen, Güdingen und Bübingen als Organistin tätig ist. Drei Chöre, darunter ein Jugendchor haben sich gleich bereit erklärt, bei dem Projekt mitzumachen. „Wir gestalten am 21. März in der Kirche Heilig Kreuz in Güdingen ein musikalisches Abendlob zu König David; zwischen den Liedern liest Pfarrer Holzapfel Texte zum Thema vor.“ Christoph Bremer, Kirchenmusiker in St. Jakob, Saarbrücken wird eine Vesper zusammen mit dem Ökumenischen Singkreis Folsterhöhe und dem Frauenchor „Allegro“ gestalten. „Uns ist wichtig, dass wir während der Vesper auch die Gemeinde in die Lieder mit einbeziehen.“

In St. Marien in Hühnerfeld präsentiert Organist Francesco Bernasconi ein Vokalensemble von Studierenden der Hochschule für Musik (HfM) Saar, die unter anderem eine Bachmotette singen. „Ich finde es schön, dass die Gemeinde uns und den Studierenden die Chance gibt, auch einmal Dinge auszuprobieren. „Johann Sebastian Bachs 334. Geburtstag am 21. März hat auch bei uns Einfluss auf die Programmgestaltung“, erklärt Werner Grothusmann von der Fachstelle für Kirchenmusik im Dekanat Saarbrücken. Er präsentiert zusammen mit Oliver Strauch, Professor für Jazz an der HfM Saar das „Jazz Loft Project“ in der Christkönigkirche in Saarbrücken. „Zur Eröffnung erklingt Bachs Toccata in d-moll oben in der Kirche. Danach startet das Jazzprogramm mit bearbeiteten Kompositionen von Bach, sowie einigen arrangierten Jazz Standards in der Krypta der Kirche.“

Eine Übersicht über die teilnehmenden Kirchen und das ausführliche Programm findet sich auch auf www.dekanat-saarbruecken.de

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Kultur Vermischtes
news-98102 Sat, 02 Mar 2019 08:24:00 +0100 Hier werden Barmherzigkeit und Nächstenliebe sichtbar https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/hier-werden-barmherzigkeit-und-naechstenliebe-sichtbar/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/6/6/csm_Besuch-des-Generalvikars-29-01-2019_1_76f92190f7.jpg" width="150" height="135" alt="" />Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg besuchte kürzlich den "Treff Rückenwind" - eine Anlaufstelle für Angehörige von Inhaftierten in Wittlich. Trier – Eine Zeit im Gefängnis verändert nicht nur das Leben des Inhaftierten, sondern auch das der Partner, Kinder, Verwandten und Freunde. Für sie bietet die Kontaktstelle „Rückenwind“ des SKM Diözesanvereins Trier eine Anlaufstelle ganz nahe der Justizvollzugsanstalt und Jugendstrafanstalt Wittlich. Dort wird auf die Bedürfnisse Angehöriger eingegangen, sie können sich hier treffen oder beraten lassen. Der Trierer Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg hat kürzlich den „Treff Rückenwind“ in Wittlich besucht.

Im „Treff Rückenwind“, dem Aufenthaltsraum für Besucher der Justizvollzugsanstalten, in dem vor zwei Jahren auch Bischof Dr. Stefan Ackermann zu Gast war, hörte er den Ausführungen der Projektverantwortlichen Hans Peter Pesch und Melanie Begon aufmerksam zu. Vor allem die Situation von Partnerinnen, Eltern und Kindern von Strafgefangenen stand im Mittelpunkt ihres Vortrages. Zitate von Kindern, wie zum Beispiel „Warum gibt es auf der neuen Arbeit von Papa so viele Gitterstäbe?“ stimmten von Plettenberg nachdenklich. In welcher Notlage sich die Angehörigen oft befinden, sei auch für ihn sehr eindrücklich gewesen. Mit Dank nahm er das Kinderbuch „Besuch bei Papa“ entgegen und zeigte besonderes Interesse für das Unterstützungsangebot und die Zusammenarbeit zwischen Rückenwind und der Katholischen Gefängnisseelsorge. Der Generalvikar stimmte Diözesanreferentin Stefanie Löwen zu, die Rückenwind im Sinne der Synodenumsetzung als einen „Ort von Kirche“ bezeichnete. Das Hilfsangebot sei geprägt von Nächstenliebe und Barmherzigkeit sowie dem großen Engagement der Ehrenamtlichen, erklärte von Plettenberg. Sein Lob fasste er mit den Worten: „Mich haben Sie überzeugt!“ zusammen. Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des SKM Diözesanverein Trier, Bernd Walter, bezeichnete er Rückenwind als „unbedingt zu unterstützende Anlaufstelle für Angehörige von Strafgefangenen“.

Weitere Informationen zu Rückenwind gibt es auf: www.rueckenwind-wittlich.de

(red)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Caritas / Soziales
news-98101 Fri, 01 Mar 2019 10:06:22 +0100 „Mit Franz und Clara unterwegs“ https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/mit-franz-und-clara-unterwegs/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/f/6/csm_csm_logo-unterwegsmitfranzundclara-v2-clean_39c1d3dd99_da4c874a9e.jpg" width="150" height="106" alt="" />Projektgruppe aus dem Dekanat Schweich-Welschbillig lädt ein zu einer Veranstaltungsreihe mit den berühmten Heiligen Franz und Clara von Assisi. Schweich – Wozu wollen wir in Zukunft Kirche sein? Dieser Frage hat sich in der Zeit weitreichender Umbrüche im Bistum Trier eine Projektgruppe aus dem Dekanat Schweich-Welschbillig gestellt. „Mit Franz und Clara unterwegs 2019“ nennen sie ihr Projekt, das alle Menschen dazu einlädt auf den Spuren der beiden berühmten Heiligen Franz und Clara von Assisi neue Wege zu gehen.

Einmal im Monat lädt die aus Haupt- und Ehrenamtlichen bestehende Projektgruppe zu ganz unterschiedlichen Veranstaltungen ein – vom Kindermusical über einen Informationsabend zu Plastikfasten bis hin zur meditativen Wanderung auf dem Moselsteig. Den Abschluss wird eine gemeinsame Pilgerreise nach Assisi in Italien bilden. Diese findet vom 27. September bis 5. Oktober statt und bietet die Möglichkeit, in einer Fußpilgergruppe oder einer Buspilgergruppe den Franziskusweg zu gehen und die Umgebung von Assisi zu erkunden.

„Das Projekt möchte Menschen inspirieren, bewegen und beflügeln, ihr Leben und Handeln im Licht des Evangeliums neu anzuschauen“, erklärt Pastoralreferent Roland Hinzmann, einer der Hauptamtlichen der Projektgruppe. Warum die Gruppe ausgerechnet Franz und Clara von Assisi als Vorbilder gewählt hat? „Die beiden waren immer auf der Suche, sie haben die Kirche auch hinterfragt, haben versucht, ihren Platz zu finden und Visionen für eine zukünftige Kirche zu entwickeln“, erläutert Hinzmann. In diesen Persönlichkeiten liege der Schlüssel für eine zukünftige Kirche, die nur über die Berufung des einzelnen Gläubigen“ gehen könne. Dabei hätten Franz und Clara von Assisi durchaus provoziert, seien angeeckt und seien doch nie außerhalb der Kirche unterwegs gewesen. „Ihre Visionen von einer armen, ökologischen, ganzheitlichen und gerechten Kirche wirken auch heute noch“, so Hinzmann.

„Wir erleben auch, dass die Synodenumsetzung und besonders die Strukturdebatte alles überlagert und dass es schwierig ist, netzwerkartig die neue Pfarrei der Zukunft anzugehen. „Mit Franz und Clara unterwegs“ möchte aber Erfahrungen des gemeinsamen thematischen Tuns und Erleben anbieten, um neue Kirchenbilder zu entwickeln“, so Hinzmann weiter. Bei dem Projekt gehe es konkret darum, Netzwerke zu knüpfen, die Themen und Ideen zu entdecken, die den Menschen vor Ort am Herzen liegen, und im Sinne von Papst Franziskus „Verantwortung für das gemeinsame Haus“ zu übernehmen.

In den nächsten Wochen bietet das Projekt folgende Veranstaltungen: Eine meditative einstündige Wanderung in Riol am Freitag, 8. März um 17 Uhr als Teil des „Ewigen Gebets“; ein Vortragsabend am Montag, 18. März um 18 Uhr in der ehemaligen Synagoge Schweich zum Thema „Enzyklika Laudato si – Wie uns ein Heiliger und der Papst zu einem besseren Leben herausfordern“ von Professor Ingo Proft von der Hochschule Vallendar. Am Samstag, 18. Mai geht es hinauf auf den Moselsteig von Leiwen nach Neumagen-Dhron zur meditativen Wanderung von 9.30 bis 16 Uhr – um Anmeldung wird bis zum 9. Mai gebeten.

Weitere Informationen gibt es unter www.dekanat-schweich-welschbillig.de.

(sb)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Seelsorge
news-98073 Thu, 28 Feb 2019 10:00:28 +0100 Spannende Bibelexegese und das Zerschlagen von Mythen https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/spannende-bibelexegese-und-das-zerschlagen-von-mythen/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/4/6/csm_Ritter_Mayer2_ih_270219_088fdff210.jpg" width="150" height="104" alt="" />Die Studierenden Miriam Ritter und Kevin Mayer berichten vom neuen Doppelstudium an der Katholischen Hochschule in Mainz Trier/Mainz/Theley/Schloßböckelheim – Das erste Semester ist geschafft – die Prüfungen sind geschrieben. Doch anstatt die Füße hochzulegen, berichten zwei Studis aus dem Bistum Trier – Miriam Ritter (20) aus Theley und Kevin Mayer (19) aus Schloßböckelheim bei Bad-Kreuznach – von ihren Erfahrungen als „Erstis“ im Doppelstudium. Welche Eindrücke haben sie gesammelt und wie gehen sie mit der hohen Arbeitsbelastung um, die ein solches Studium mit sich bringen kann?

Seit dem vergangenen Wintersemester können Studieninteressierte das Fach Soziale Arbeit mit dem der Praktischen Theologie (PT) kombinieren. Mit der Einführung des Doppelstudiums hat die Katholische Hochschule Mainz (KHMZ) auf Veränderungen und neue Bedarfe in der pastoralen und sozialen Arbeit reagiert. Das Studium, das mit zwei vollwertigen Bachelorabschlüssen endet, dauert zehn Semester und qualifiziert die Absolventinnen und Absolventen insbesondere für Berufsfelder, in denen sich Sozialarbeit und Seelsorge überschneiden. Auch die staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter/-pädagoge ist Bestandteil des Abschlusses.

Anfangs keine konkreten Erwartungen

Konkrete Erwartungen hatte Kevin Mayer anfangs nicht, „ich wollte das Studium einfach mal auf mich zukommen lassen. Natürlich erwartete ich, beide Felder kennen- und kombinieren zu lernen, damit ich später einen Job finde, der bestenfalls beide Bereiche miteinander verbindet“, sagt er. Wie seine Kommilitonin Miriam ist der junge Student bereits seit Jahren in der heimatlichen Pfarrgemeinde als Messdiener aktiv und begleitet Kinderfreizeiten. Bevor er anfing zu studieren, machte er eine Ausbildung zum Sozialassistenten im Kindergarten und erlangte so das Fachabitur.

Miriam Ritter ist „von klein auf“ mit der Kirche aufgewachsen und leistete nach dem Abitur zunächst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in einem Schullandheim. Dass sie Theologie studieren möchte, war ihr schon lange klar. Aus ganz pragmatischen Gründen hielt sie aber Ausschau nach einer Ergänzung, die ihr im Ernstfall ein zweites Standbein sein würde. „Danach habe ich intensiv gesucht und bin zum Tag der Offenen Tür an der KHMZ gegangen. Da merkte ich recht schnell: Das ist das Richtige für mich.“

Praktische Theologie und Soziale Arbeit miteinander verknüpft

Besonders gut gefällt beiden, dass die zwei Bereiche Praktische Theologie und Soziale Arbeit miteinander verknüpft sind und sich dennoch voneinander abheben: „Während wir in der PT recht familiär mit um die 20 Kommilitonen zusammen lernen, sitzen wir in Vorlesungen zur Sozialen Arbeit mit rund 160 Leuten in einem riesigen Hörsaal. In der PT kennt man sich untereinander und macht auch mal Scherze. Das ist eine ganz andere Atmosphäre und auch eine andere Art der Wissensvermittlung“, so Mayer. Ritter ergänzt: „Als Studi im Doppelstudium fällt man schon auf, z.B. wenn Kommilitonen von Kursen erzählen, die sie gerade belegen und die bei uns erst in einem höheren Semester auf dem Plan stehen. Dadurch kommt man aber schnell miteinander ins Gespräch.“

Nach den ersten aufregenden Tagen, in denen es „ein wenig chaotisch zuging“, schmunzelt Ritter, liefen die ersten Lehrveranstaltungen entspannt an. Auch der Arbeitsaufwand sei dank der Struktur des Doppelstudienganges überschaubar, verrät Mayer. Einige Freizeitaktivitäten können beide weiterhin wahrnehmen. Prioritäten müssen allerdings gesetzt werden, so zum Beispiel während der Klausurphase: „Die Betreuung der Jugendfreizeit meiner Pfarrei werde ich dieses Jahr leider nicht mehr machen können“, bedauert Kevin Mayer. Auch Miriam Ritter muss Abstriche machen: „Ich war lange Zeit Messdienerin, schaffe das aber jetzt nicht mehr, weil ich nicht mehr zuhause wohne.“ Die diesjährige „72-Stunden-Aktion“ des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) wollen sich allerdings beide nicht entgehen lassen.

Schon viel gelernt im ersten Semester

Neben den Lehrveranstaltungen und einem sechswöchiges Praktikum an einer Schule sieht der Ablaufplan ein Praxissemester in einer sozialen Einrichtung wie beispielsweise einer Tagesstätte vor. Angeboten werden auch Arbeitsgruppen wie etwa die Hebräisch-AG. Denn „alte Sprachen“ wie Griechisch oder Latein müssen die beiden im Gegensatz zu den „normalen“ Theologiestudenten nicht lernen, können es aber, wenn sie möchten.

Gelernt haben sie im Laufe des ersten Semesters schon einiges: „[Das Fach] Kirchengeschichte hat einige Mythen zerstört“, gesteht Mayer und grinst dabei. „Wir haben zum Beispiel darüber gesprochen, dass Martin von Tours, den wir von Martinsumzügen als Sankt Martin stets auf einem Pferd reitend kennen, aus historischer Sicht gar kein Ross haben konnte. Denn damals hatte ein Soldat seines Ranges kein Pferd.“ Miriam Ritter ist vor allem von den Übungen zur Bibelexegese beeindruckt. „Viele Bibeltexte kennt man ja schon, z.B. aus der Kirche. Aber so intensiv mit den Texten zu arbeiten, ist sehr spannend. Da wird einem bewusst, wie wichtig einzelne Wörter sind, über die man zuvor einfach drüber gelesen hat ohne zu ahnen, wieviel Sinn man aus ihnen herausfiltern kann.“

Bei der Frage, für wen das Studium geeignet sei, sind die zwei sich einig: Man solle an beiden Fächern ernsthaft interessiert sein, auch wenn man gezielt einen Schwerpunkt setzt. Man solle Flexibilität und Spontaneität mitbringen, da sich der Seminarplan gerade in den ersten Wochen noch umstellen könne. „Anfangs gab es ein wenig Durcheinander, aber wir sind ja auch die ersten überhaupt gewesen, die sich für das neue Doppelstudium eingeschrieben haben“, sagt Mayer. „Einfach die Nerven behalten, dann klappt‘s auch“, rät seine Kommilitonin.

Weitere Informationen zum Doppelstudium Praktische Theologie und Soziale Arbeit gibt’s auf der Homepage der Katholischen Hochschule Mainz unter www.kh-mz.de.

(ih)

 

 

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier bistum-trier Seelsorge
news-98050 Wed, 27 Feb 2019 14:33:30 +0100 Eine der ersten Adressen für den Dienst am Menschen https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/eine-der-ersten-adressen-fuer-den-dienst-am-menschen/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/f/3/csm_Foto-Schnabel-Russell-Reiland_782de8a481.jpg" width="150" height="100" alt="" />Der Direktor der Vereinigten Hospitien, Dr. Hubert Schnabel, ist in den Ruhestand verabschiedet worden. Dr. Yvonne Russell und Tobias Reiland sind die Nachfolger. Trier – Mit einem Festakt haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kirche am 27. Februar Dr. Hubert Schnabel als Direktor der Vereinigten Hospitien in den Ruhestand verabschiedet.

28 Jahre stand Schnabel an der Spitze der Stiftung. „In dieser Zeit hat er maßgeblich die Stiftung geprägt und weiterentwickelt“, würdigte Oberbürgermeister Wolfram Leibe als Vorsitzender des Verwaltungsrates den scheidenden Direktor. Früh habe Schnabel die Zeichen der Zeit erkannt. So habe er das vielen Trierern noch bekannte Bürgerhospital St. Irminen von einem Krankenhaus in eine Geriatrische Rehabilitationsklinik umgebaut. „Damit hat er frühzeitig auf eine der großen Herausforderungen der Zeit reagiert“, betonte Leibe. Ebenso habe Schnabel die stationären Altenhilfeeinrichtungen St. Irminen und Helenenhaus komplett saniert und modernisiert. „Hubert Schnabel ist es aber auch zu verdanken, dass bei den Vereinigten Hospitien neue Versorgungs- und Betreuungsformen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Notsituationen geschaffen worden sind“, sagte Leibe weiter, ebenso sei eine Krisenintervention und eine Gerontologische Beratungsstelle auf seine Initiative hin geschaffen worden und auch das stiftungseigene Weingut sei gestärkt und zukunftsfähig gemacht worden. „Mit all ihrem Engagement haben sie die Vereinigten Hospitien zu dem gemacht, was sie heute sind: Eine der ersten Adressen in der ganzen Region, wenn es um den ganzheitlichen Dienst am Menschen geht“, dankte der Oberbürgermeister, „sie hinterlassen eine grundsolide und gut aufgestellte Stiftung.“

Ein Fundament, auf dem Dr. Yvonne Russell (45) als Stiftungsdirektorin und Tobias Reiland (33) als Kaufmännischer Direktor aufbauen wollen: Die neue Doppelspitze will die Schwerpunkte ihrer Arbeit vor allem im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen des Fachkräftemangels und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Stiftungen in der heutigen Zeit legen. „Uns ist es ein Anliegen, dass die Vereinigten Hospitien mit ihrer caritativen Arbeit an den Menschen sowie als attraktiver Arbeitgeber stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden“, sagte Russell. Überdies sei die Umsetzung des Stiftungszwecks, die sozialen Einrichtungen und Angebote für alte, kranke, behinderte und pflegebedürftige Menschen kontinuierlich den aktuellen Bedarfen der Menschen in Trier und Umgebung anzupassen. Der großen Entwicklungsaufgaben, die für die Stiftung anstehen, ist sich Reiland bewusst. Die aktive Bewirtschaftung des Stiftungsvermögens ist einer der Wege, die wir gehen werden, damit die Stiftung auch in Zukunft der Bedeutung für die Stadt und die Menschen gerecht werden kann“, sagte Reiland. Zum Stiftungsvermögen der Vereinigten Hospitien gehören neben dem Weingut mit Sitz am Trierer Krahnenufer und rund 25 Hektar Rebfläche an Mosel und Saar auch ein Forstbetrieb mit vielen Wäldern rund um Trier sowie zahlreiche Liegenschaften. Erlöse aus der Verpachtung, Vermietung sowie der direkten Vermarktung von Land- und Forstwirtschaftsflächen, Rebflächen, Gewerbeflächen und Immobilien dienen der Erfüllung des Stiftungszwecks der Vereinigten Hospitien.

Die Vereinigten Hospitien in Trier sind eine gemeinnützige Stiftung des öffentlichen Rechts, deren Einrichtung auf Dekrete Napoleons aus den Jahren 1804 bis 1806 zurückgeht. Napoleon verfügte die Zusammenfassung vieler bis dahin in Trier und Vororten bestehender katholischer Hospitäler sowie sozialer, gesundheits- und krankenpflegerischer Anstalten unter eine gemeinsame Verwaltung. Diese Einrichtungen wurden im ehemaligen Kloster St. Irminen und dessen direkter Umgebung untergebracht. Dort befinden sich die Vereinigten Hospitien noch heute.

Weitere Informationen und Kontakt: Dr. Yvonne Russell und Tobias Reiland; Krahnenufer 19, 54290 Trier, Tel.: 0651-945-0, y.russell(at)vereinigtehospitien.de und r.reiland(at)vereinigtehospitien.de Web: www.vereinigtehospitien.de
(red)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Seelsorge
news-98041 Wed, 27 Feb 2019 09:57:03 +0100 Sag einfach JA https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/sag-einfach-ja/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/8/d/csm_PaarAbend_Saarbruecken_Achim_Jakob_Katrin_Altmaier_dh_9720106d97.jpg" width="150" height="100" alt="" title="PaarAbend Saarbruecken Achim Jakob Katrin Altmaier dh" /> „Sag einfach JA“ – unter diesem Motto findet am 15. März im welt:raum am St. Johanner Markt der erste von insgesamt vier Abenden für Paare statt. Saarbrücken – „Sag einfach JA“ – unter diesem Motto findet am 15. März im welt:raum am St. Johanner Markt der erste von insgesamt vier Abenden für Paare statt. „Für uns steht die Frage ‚Warum soll ich überhaupt kirchlich heiraten?' im Zentrum der Abende“, erklärt Katrin Altmaier, Pastoralassistentin im welt:raum. Zusammen mit Gemeindereferent Achim Jakob veranstaltet sie die Abende, die offen für alle interessierten Paare sind.

Es gehe darum, dass Paare über das Thema Ehe ins Gespräch kommen. „Vor 30 Jahren sah ein Ehevorbereitungsgespräch noch ganz anders aus“, erzählt Achim Jakob. „Junge Leute wurden damals auf das gemeinsame Leben vorbereitet; es wurde vorausgesetzt, dass man vorher noch nicht zusammen gelebt hat.“ Heute sehe das ganz anders aus. „Die Paare, die sich heute für eine kirchliche Trauung entscheiden, bringen schon Erfahrungen in gelebter Partnerschaft mit. Die wissen wie Partnerschaft geht. Aber sie wollen ihrer Partnerschaft dann eine andere Wertigkeit geben.“ Katrin Altmaier ergänzt: „Paare, die kirchlich heiraten, entscheiden sich aktiv dafür, Gott Raum in ihrer Partnerschaft zu geben.“ Es sei aber auch klar, dass eine Hochzeit auch immer ein Fest ist. Das soll bei den Abenden nicht unter den Tisch fallen. „Heiraten ist etwas ganz besonderes!“, betont die Pastoralassistentin. „Es darf natürlich auch darum gehen, wie das Ambiente sein soll.“ „Es geht uns nicht um eine Wertung, wie Paare Inhalt und den äußeren Rahmen der Hochzeit gewichten. Wir ermutigen die Paare, die Feier so zu gestalten, wie sie das gerne wollen.“ Oft gebe es Unsicherheiten, was möglich ist bei einer kirchlichen Hochzeit und was nicht sein muss. Darum dreht sich der erste Abend, der unter dem Thema „Trauung gestalten“ steht.

Der zweite Abend ist mit „Zeit für uns“ überschrieben. „Hier bauen wir verschiedene Stationen im Haus auf, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Paare durchlaufen. Jede Station behandelt einen unterschiedlichen Aspekt der Ehe entlang des Eheversprechens“, erklärt Katrin Altmaier. An jeder Station ist ein Teil des Eheversprechens hervorgehoben, dazu gebe es Texte und Impulse, aber auch interaktive Aufgaben. Beim Satz „…bis dass der Tod uns scheidet“ sollen die Paare beispielsweise eine Beziehungslandkarte zeichnen und überlegen, welche Stationen sie in ihrer bisherigen Partnerschaft erlebt haben: Wie haben sie sich kennen gelernt? Welche Krisen haben sie durchlebt? Nach einem Paar-Abend im vergangenen Jahr habe ihr ein Pärchen gesagt, „seit sie in einer Beziehung sind, haben sie sich noch nie die Zeit genommen, so über die Partnerschaft zu reden“, erinnert sich Katrin Altmaier. Auch Paare, die nicht kirchlich heiraten wollen oder dürfen, sind jederzeit herzlich willkommen.

Die Paarabende liegen auch mit den Ideen der Bistumssynode auf einer Linie, erklärt Achim Jakob. „Die Synode hat sich die Ehevorbereitung und die Erwachsenenkatechese auf die Agenda geschrieben. Wir müssen da auch gut überlegt dran gehen. Die Angebote, die wir dazu machen wollen, müssen gut überlegt sein, sie müssen ansprechend sein und vor allem, mit dem Leben der Menschen zu tun haben; die jungen Leute dort mitnehmen, wo sie stehen.“

Die Termine der Paarabende: 15.3, 29.3, 12.4, 10.5.
Weitere Informationen:

www.weltraum-saarbruecken.de

dh

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Saarbrücken bistum-trier Beratung Information Synode Vermischtes
news-98020 Tue, 26 Feb 2019 15:44:17 +0100 Hochfest zu Ehren des Heiligen Matthias https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/hochfest-zu-ehren-des-heiligen-matthias/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/e/d/csm_franz-josef-gebert-predigt-in-st-matthias-am-24-02-2019_506bfb5d9a.jpg" width="150" height="110" alt="" />Am 24. Februar feierten viele Gläubige zusammen mit Weihbischof Franz Josef Gebert das Hochfest des Apostels und Patrons in der St. Matthias-Basilika. Trier – Zahlreiche Gläubige haben sich am Sonntag, 24. Februar, in der Benediktinerabtei St. Matthias versammelt, um gemeinsam mit Weihbischof Franz Josef Gebert, Abt Ignatius Maaß und Vertretern der Matthiasbruderschaften das Hochfest des Apostels zu feiern.

Er erinnere sich noch gut daran, dass er 1977 während seiner Predigtausbildung an Christi Himmelfahrt in St. Matthias habe predigen dürfen, sagte Weihbischof Gebert zu Beginn seiner Predigt. Damals habe er über die neue Epoche des Christentums, die mit dem Ereignis der Himmelfahrt verbunden war, gepredigt – und auch über die Unwägbarkeiten, die die Apostel und ihre Nachfolger zu bewältigen hatten. Ihrem Vorbild folgend solle man sich auf die eigenen Aufgaben besinnen, wenn man sich in einer Krise ratlos fühle. Denn „es ist die Herausforderung, die wir annehmen müssen, um Zeugen der Auferstehung zu sein.“

„Ihr seid meine Freunde“ – mit diesem Schriftzug über dem Portal der Matthiasbasilika empfange der Apostel, der zugleich der Patron des Bistums Trier ist, Besucher und Pilgerschaft. Zum Grab des Heiligen Matthias, der dort seit Mitte des 12. Jahrhunderts verehrt wird, pilgern jährlich tausende Gläubige.

Weitere Informationen zur Benediktinerabtei St. Matthias in Trier gibt es auf www.abteistmatthias.de.

(red)

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news-97993 Mon, 25 Feb 2019 15:59:18 +0100 Dem Wettrüsten entgegenwirken https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/dem-wettruesten-entgegenwirken/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/0/csm_CF004133_20x30_quer_03_75a63597b7.jpg" width="150" height="100" alt="" title="CF004133 20x30 quer 03" />Bischof Dr. Stephan Ackermann äußert sich als Vorsitzender von Justitia et Pax zum Ausstieg aus dem Atomabkommen. Trier – Die deutsche Kommission Justitia et Pax hat kritisiert, dass die USA und Russland bilaterale Verträge zur Abrüstung von Nuklearwaffen aufkündigen wollen, und hat zugleich vor einem neuen atomaren Wettrüsten gewarnt. Der Vorsitzende von Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann, forderte die Bundesregierung und ihre europäischen Partner dazu auf, alles daran zu setzen, die USA und Russland umzustimmen, die Verträge beizubehalten.

Bei den INF-Verträgen handelt es sich um ein zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion 1987 unterzeichneten INF Verträge über das Abrüsten von nuklearen Mittelstreckensystemen. Ackermann sagte, die Öffentlichkeit werde beherrscht von der Sorge eines neuen atomaren Wettrüstens, nachdem die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen sind und die nukleare Aufrüstung Nordkoreas ebenfalls den Konflikt verschärft. Nun komme auch noch die Erklärung der USA und Russlands hinzu, nach einer Bedenkzeit bzw. Kündigungsfrist von sechs Monaten den INF-Vertrag verlassen zu wollen. „Damit würde nach dem ABM-Vertrag die zweite Säule der atomaren Abrüstungsarchitektur wegfallen. Es wäre zudem fraglich, ob die dritte und wichtigste Säule, der Atomwaffensperrvertrag, der in nur drei Jahren zur Verlängerung ansteht, diese offenkundige Krise der Abrüstungspolitik überdauern wird“, so Ackermann. Auch wenn die Zeichen auf einen erneuten Rüstungswettlauf hindeuteten, sei es nicht zu spät, diese gefährliche Entwicklung abzuwenden, wenn der nötige politische Wille vorhanden sei. „In der gegenwärtigen Situation sind vor allem neue vertrauensbildende Maßnahmen zwischen den Atommächten, vor allem den USA und Russland, nötig. Die zu Zeiten des kalten Krieges bestehende Bipolarität ist allerdings längst einer multipolaren, auch nuklearen Aufrüstung gewichen. Daher muss auch nach Formaten gesucht werden, wie weitere Mächte wie China, Iran und Nordkorea in Verhandlungen zur Begrenzung der Nuklearrüstung einbezogen werden können. Es ist jetzt höchste Zeit für profunde Rüstungskontroll-initiativen und nicht für neue Aufrüstung“, so der Vorsitzende von Justitia et Pax.

(red)

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news-97985 Mon, 25 Feb 2019 12:10:00 +0100 Den Übergang mit den Menschen gestalten und begleiten https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/den-uebergang-mit-den-menschen-gestalten-und-begleiten/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/c/8/csm_PF_Wadern_PdZ_201710_1c92ecd3b5.jpg" width="150" height="105" alt="" title="PF Wadern PdZ 201710" />In einer Pressemitteilung haben sich Haupt- und Ehrenamtliche des Dekanats Losheim-Wadern an die Gläubigen in der künftigen Pfarrei der Zukunft Wadern gewandt. Losheim/Wadern – Zum 1. Januar 2020 wird die Pfarrei der Zukunft Wadern errichtet. Die bisherigen Pfarreiengemeinschaft Losheim, Wadern und Weiskirchen werden aufgelöst und in der neuen Pfarrei aufgehen. In einer Pressemitteilung haben sich die ehrenamtlichen Mitglieder des Dekanatsrates sowie die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger an die Gläubigen in den drei Pfarreiengemeinschaften gewandt.

„Wir wollen die Botschaft vermitteln, dass wir den Übergang mit den Menschen vor Ort mitgestalten und begleiten wollen. Wir alle brauchen Mut, Offenheit, aber auch etwas Gelassenheit aus dem Glauben heraus“, sagte Dekanatsreferent Rainer Stuhlträger vom Dekanat Losheim-Wadern, das zum 1. Januar ebenfalls aufgelöst wird. Für die Menschen in den katholischen Pfarreien stelle die Neuerrichtung der Pfarrei der Zukunft eine Herausforderung, gleichzeitig aber auch eine Chance dar, heißt es in der Pressemitteilung. „Einiges wird bleiben, anderes wird sich verändern und Neues wird entstehen.“ In der Mitteilung betonen die Verfasser, dass es auch weiterhin eine seelsorgliche Begleitung für Kranke und Trauernde, Jugendarbeit in der Jugendkirche MIA, sowie Vernetzungen mit der Caritas, den Kitas und den Familienzentren geben werde. „Ihre Kinder werden auch in der Pfarrei der Zukunft getauft, zur Erstkommunion geführt, Jugendliche auf das Sakrament der Firmung vorbereitet, Ehepaare getraut und die Verstorbenen beerdigt.“

„Die Pfarrei der Zukunft ist für alle Beteiligten eine Herausforderung“, so Gerd Dobelmann, Vorsitzender des Dekanatsrates. Sie gebe aber „die Möglichkeit, das gewünschte Alte in wichtigen Teilen zu erhalten und mit neuen Ideen zu ergänzen.“ „Bestehende lebendige Gruppen und Kreise, die aktiv das Gemeindeleben mit gestalten und ehrenamtlich getragen sind“, sollen weiterhin bestehen bleiben, heißt es in der Pressemitteilung. „Aber es soll  auch Raum und Unterstützung geben für neue Kontakte, neue Gruppen und Initiativen, in denen Menschen auf vielfältige Art und Weise ihren Glauben leben können.“

Die Mitglieder des Dekanatsrates und Seelsorgerinnen und Seelsorger im Dekanat Losheim-Wadern, das deckungsgleich mit dem Raum der künftigen Pfarrei der Zukunft Wadern sein wird, stellen sich für Fragen zur Verfügung.

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Synode: Umsetzung
news-97910 Fri, 22 Feb 2019 09:26:38 +0100 Klarheit und Wahrheit für die Kirche https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/klarheit-und-wahrheit-fuer-die-kirche/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/d/7/csm_Hausforum_Lantershofen_6b7f145abe.jpg" width="150" height="100" alt="" />Bischof Stephan informiert im Studienhaus St. Lambert über die Ergebnisse der MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen. Lantershofen - Über die Ergebnisse der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ hat sich der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann mit den Studenten und der Seminarleitung des Studienhauses St. Lambert in Lantershofen ausgetauscht. Beim „Hausforum“ stellte der Bischof zunächst Entstehung, Aufbau und wesentliche Ergebnisse der nach den Arbeitsorten der Forscher Mannheim, Heidelberg und Gießen genannten MHG-Studie vor  (eine Zusammenfassung findet sich hier: www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2018/MHG-Studie-Endbericht-Zusammenfassung.pdf).

Es ist Bischof Ackermann ein Anliegen, dass sich möglichst viele Gremien, Räte und Gruppen mit den Ergebnissen der Studie befassen. Sie bringe in Bezug auf die Verbrechen des sexuellen Missbrauchs mehr „Klarheit und Wahrheit für die Kirche“. Die Studie sei eine gute Grundlage, um die bisherigen Maßnahmen zu überprüfen und Prozesse der Aufarbeitung anzugehen.

Der Austausch mit der Hausgemeinschaft drehte sich vor allem um die Themen, die die Priesterausbildung berühren. Mit Blick auf die Ergebnisse der Studie wies der Bischof auch auf die Bedeutung von fachlicher Begleitung und persönlichem Austausch im späteren priesterlichen Dienst hin. Regens Dr. Volker Malburg dankte dem Bischof für seine Teilnahme am „Hausforum“ und betonte, der Austausch habe die Sensibilität der Hausgemeinschaft für dieses Thema geschärft und wichtige Anregungen gegeben, um das Thema des sexuellen Missbrauchs weiter im Kontext der Priesterausbildung zu bearbeiten.

(red)

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news-97858 Wed, 20 Feb 2019 13:57:44 +0100 „Nur die Spitze des Eisbergs“ https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/nur-die-spitze-des-eisbergs/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/a/c/csm_jugendpastorale_studientage2_01_f9655ab520.jpg" width="150" height="100" alt="" />Mitarbeitende der katholischen Jugendarbeit tagten zum Thema "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus". Trier – Driftet unsere Gesellschaft nach rechts? Wo hört „konservativ“ auf und wo fängt „rechtspopulistisch“ an und welche Vorurteile hat jeder einzelne im Kopf, wenn er an bestimmte gesellschaftliche Gruppen denkt? Mit diesen Fragen haben sich rund 90 Frauen und Männer aus der katholischen Jugendarbeit im Bistum Trier und aus Luxemburg während der „jugendpastoralen Studientage“ vom 18. bis 19. Februar beschäftigt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Pfarreien, Dekanaten, Jugendfachstellen und der Verbandsarbeit kamen zwei Tage lang im Robert Schuman Haus in Trier zusammen, tauschten sich aus und konnten sich in einem Vortrag von Erziehungs- und Sozialwissenschaftler Professor Kurt Möller über den aktuellen Stand der Forschung zum Thema „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus“ informieren.

In den Workshops ging es beispielsweise darum, wie man von einer „hatespeech“, also Hasssprache in vielen Kommentarspalten in den sozialen Medien, zu einer „hopespeech“, also einer Hoffnung machenden Sprache, kommen kann. Gerade Jugendliche seien in ihrer Lebenswelt mit Hass im Netz konfrontiert und in der Bildungsarbeit gelte es, sich digital zu positionieren, so die Organisatoren. Philipp Hein, Gemeindereferent in Niederehe fand es „bereichernd, andere Möglichkeiten kennenzulernen, auf Hasskommentare zu reagieren, beispielsweise mit Witz und Ironie.“ Wie die Kirche der Herausforderung begegnet, sich gegenüber antidemokratischen und rechtspopulistischen Tendenzen zu positionieren, thematisierte ein weiterer Workshop. Für Philipp Kirsch, Pastoralreferent an der FachstellePlus für Kinder- und Jugendpastoral Marienburg, half es besonders, die den kirchlichen und verbandlichen Positionen widersprechenden Haltungen und den Umgang mit ihnen mit den anderen Teilnehmenden zu diskutieren.

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