Bistum Trier - Redaktion Saarbrücken http://www.bistum-trier.de/ de-de Bistum Trier - Redaktion Saarbrücken Mon, 24 Sep 2018 18:15:34 +0200 Mon, 24 Sep 2018 18:15:34 +0200 Bistum Trier news-93521 Mon, 24 Sep 2018 17:02:54 +0200 Mehr als 100 Jugendliche unterwegs nach Panama http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/mehr-als-100-jugendliche-unterwegs-nach-panama/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/f/f/csm_WJT_Vorbereitung2_a05c28c268.jpg" width="150" height="100" alt="" title="WJT Vorbereitung2" />Im Januar findet in Panama der Weltjugendtag mit Papst Franziskus statt. In Kyllburg haben sich Jugendliche aus dem Bistum Trier auf die Reise vorbereitet. Kyllburg – Mehr als 100 Jugendliche aus dem Bistum Trier haben sich am vergangen Wochenende zum ersten Vorbereitungstreffen für den Weltjugendtag 2019 in Panama getroffen. Von Freitag bis Sonntag kamen die jungen Menschen im Bildungszentrum auf dem Stiftsberg in Kyllburg zusammen, um sich kennen zu lernen und die ersten gemeinsamen Schritte auf dem Weg zum Weltjugendtag zu gehen.

„Seit klar ist, dass der Weltjugendtag in Panama ist, hab ich gesagt, da fahr ich mit!“, erzählt Jessica. Die 23-Jährige stammt aus Saarbrücken und studiert zurzeit studiert sie Spanisch und Philosophie/Ethik auf Lehramt. „Ich war bisher immer nur in Spanien, aber im Studium habe ich sehr viel über Lateinamerika gelernt. Noch ist das alles ganz weit weg, aber das will ich auf jeden Fall ändern!“ Für sie, wie für viele andere, ist der Weltjugendtag ein großes Abenteuer. Zusammen mit Jugendlichen aus Deutschland und der ganzen Welt, reisen sie in ein fremdes Land. „Ich hab von Freunden schon viel über Weltjugendtage gehört“, erzählt der 17-jährige Max aus Trier. „Ich will das auch miterleben; neue Leute kennen lernen.“ In Panama war er noch nie, aber er freut sich auf das unbekannte Land. „Die Exkursion in den Regenwald wird sicher spannend!“ Auf den Dschungel ist auch Mara gespannt. Sie ist 16 und kommt aus Niederfischbach, das in der sogenannten Trierer Insel liegt, einem Flecken, der zum Bistum Trier gehört, aber durch das Erzbistum Köln und das Bistum Limburg vom restlichen Territorium des Bistums Trier getrennt ist. „Ich finde den Weltjugendtag eine tolle Sache: Man lernt ein neues Land kennen und die Kultur, weil man mit den Menschen in Kontakt kommt. Es ist kein ganz normaler Urlaub“, sagt sie und fügt hinzu, „Außerdem treffen wir den Papst!“

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Saarbrücken bistum-trier Jugend Weltjugendtage
news-93436 Fri, 21 Sep 2018 12:19:16 +0200 Kitas als wichtige Anlaufstellen für Familien http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/kitas-als-wichtige-anlaufstellen-fuer-familien/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/7/7/csm_Mechthild-Schabo-Kita-gGmbH-2018_bd64028988.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Mechthild Schabo Kita gGmbH 2018" />In der Stadthalle Dillingen fand am Donnerstag die Gesellschafterversammlung der Katholischen KiTa gGmbH Saarland statt. Dillingen – 157 Kitas im Saarland und mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – das sind die aktuellen Zahlen der Katholischen KiTa gGmbH Saarland, die am Donnerstag, dem 20. September auf der Gesellschafterversammlung bekannt gegeben wurden.

Zu Beginn des Jahres 2017 hatte die Kita gGmbH mit 159 Kitas, deren Trägerschaft sie übernommen hatte, den Höchststand erreicht. 2018 gab es aber zwei Zusammenschlüsse von Kitas. Sorgen bereite dagegen insbesondere der Nachwuchs an Erzieherinnen und Erziehern, sagte Rainer Borens, kaufmännischer Geschäftsführer der Kita gGmbH: „Wir werden auch in den nächsten Jahren Probleme mit dem Fachkräftemangel haben. Ich bin sehr gespannt, was die Landesregierung hier machen will.“ Er hoffe, dass in Zukunft auch andere Berufsgruppen als Fachkräfte anerkannt werden. Er könne sich vorstellen, dass Menschen, die beispielsweise Musik, Sport oder Sprachen studiert hätten, als Fachkräfte in Kitas arbeiten könnten. Aktuell gelten nur Sozialpädagoginnen und -pädagogen oder staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher als Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen.

Von den 2.971 Mitarbeitern, die zum 1. Januar 2017 in den Kitas der KiTa gGmbH gearbeitet haben, war der größte Teil in Teilzeit beschäftigt. Der Fachkräftemangel sei aber nicht dadurch aufzufangen, diesen Menschen mehr Stunden zu geben, so Borens. „Wir sind mit einem hohen Anteil auf Frauen angewiesen, die sich bewusst für Teilzeit entscheiden.“ So haben diese Frauen beispielsweise selbst Kinder, oder pflegen Angehörige zu Hause. In Bezug auf die zusätzlichen Mittel, die der Bund und die Landesregierung den Kitas in den kommenden Jahren zur Verfügung stellen wird, hoffte Thomas Schmitz, pädagogischer Geschäftsführer der Katholischen KiTa gGmbH, dass diese nicht nur zur Entlastung der Elternbeiträge führen, „sondern auch zur Steigerung der Qualität in Kitas“, beispielsweise durch eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels, d.h. kleinere Gruppengrößen als bisher.

Mechthild Schabo, Direktorin des Zentralbereichs Pastoral und Gesellschaft im Bischöflichen Generalvikariat des Bistums Trier und Vorsitzende des Aufsichtsrats der KiTa gGmbH betonte die wichtige Rolle der Kitas im Zuge der Umsetzung der Beschlüsse der Bistumssynode: Die Kitas seien „wichtige und voller Chancen steckende Einrichtungen, um den pastoralen Auftrag unserer Kirche umzusetzen.“ Dabei meine 'pastoral' alles kirchliche Tun und Handeln. „Kirche ist dort, wo sie als Kirche handelt und wo erfahrbar ist, wozu sie da ist. Die einzelne Katholische Kindertageseinrichtung ist und bleibt ein wichtiges Gesicht von Kirche.“ Kitas sind schon jetzt ein wichtiger Anlaufort für Familien in deren Einzugsgebiet. „Die pädagogischen Fachkräfte kennen die Sorgen und Fragen, die Hoffnungen und Freuden der Kinder und Familien“, so die Direktorin. Wenn Familien Hilfe brauchen, dann seien die Fachkräfte oft erste Anlaufstelle. „Dieses aufmerksame Wahrnehmen und Annehmen der Fragen und Anliegen der Familien ist ein wichtiger Auftrag für uns als Kirche.“ Schabo dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kitas auch im Namen von Bischof Ackermann für ihr Engagement sowie den Gesellschaftern und Bauträgern der Kitas für ihre Kooperation und Unterstützung für den Erhalt der Einrichtungen.

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Kindergarten Politik / Gesellschaft Synode: Umsetzung
news-93407 Thu, 20 Sep 2018 14:15:36 +0200 Gehen oder Bleiben? http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/gehen-oder-bleiben/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/e/8/csm_Momentum_Logo_www_537149b3f5.jpg" width="150" height="100" alt="" title="02/2017-Arbeitsblatt" />Um den Kirchenaustritt und um gute Gründe, der Kirche treu zu bleiben, ging es bei einem Diskussionsabend im Momentum - Kirche am Center in Neunkirchen. Neunkirchen – „Gehen oder Bleiben – Was mir an der Kirche nicht passt“, unter diesem Motto hat das Dekanat Neunkirchen zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen einen Diskussionsabend im Momentum – Kirche am Center veranstaltet. Ziel der Diskussionsrunde war es, Hintergründe für Kirchenaustritte und Argumente zum Bleiben zu erörtern. Gesprächspartner waren die evangelische Pfarrerin Britt Goedeking, der katholische Pfarrer Michael Wilhelm sowie Charlotte Ebert, Mitarbeiterin im Momentum.

„Ich könnte zwar aus der Kirche austreten, aber nicht aus meinem Glauben!“, erklärt eine der Teilnehmerinnen an diesem Abend. Anfang der 90er Jahre war sie kurz davor, wirklich auszutreten: „Ich habe darüber nachgedacht, als die Ehe von Caroline von Monaco annulliert wurde“, erzählt sie. „Ich fand das absolut ungerecht, dass das überhaupt möglich ist in der Katholischen Kirche! Aber ich habe mich dagegen entschieden, weil man ja den eigenen Glauben nicht einfach aufgeben kann.“ Ein anderer Teilnehmer sieht vor allem die Kirchensteuer als die größte Ursache für Kirchenaustritte: „Viele sagen: ‚Den Laden finanziere ich nicht mit!‘ Mein Bruder zum Beispiel verdient sehr gut und wollte der Kirche nicht so viel von seinem Geld abgeben, deshalb ist er ausgetreten.“ „Ich zahle Geld, da erwarte ich auch Leistung von der Kirche“, so fasst Pfarrer Wilhelm die Haltung vieler Menschen in Bezug auf Kirche und Kirchensteuer heute zusammen. So erlebt er es oft, sagt er. „Dabei geht der Gedanke der Solidargesellschaft völlig verloren.“ Er hat festgestellt, dass Kirchenaustritte zwar oft durch konkrete Anlässe ausgelöst werden. „Aber davor steht meistens eine Kette der Entfremdung.“ Wenn jemand überlegt, ob er seine Kinder überhaupt noch Taufen lassen soll, weil er zwar getauft ist, aber mit der Kirche nichts mehr am Hut habe, dann sei die Frage, ob der- oder diejenige die Glaubensgemeinschaft noch spüre, so der Pfarrer. Es gehe vor allem um die Erfahrungen, die ein Mensch mit Kirche und Glauben gemacht hat. Wer von vorneherein keine Verknüpfung zu Religion mitbekommen habe, kann auch später keinen Bezug haben, stellt die evangelische Pfarrerin Goedeking fest. Ihr Opa habe ihr als Kind immer aus der Bibel vorgelesen, das sei für sie bis heute eine wichtige Verknüpfung, sagt sie. „Wichtig ist aber vor allem die Gemeinschaft – deswegen gibt es Kirche.“ Das sei wie in einer Firma, auch dort gehe es einem gut, wenn es ein Betriebsklima gibt, das einen trägt.

Wie schwierig es aber auch sein kann, in einer solchen Gemeinschaft anzukommen, berichtet ein anderer Teilnehmer. Er habe nach einem Umzug große Schwierigkeiten gehabt, in der neuen Gemeinde Anschluss zu finden, obwohl er sich aktiv einbringen wollte. Trotzdem hat er sich davon nicht abhalten lassen. „Die Gemeinschaft war mir immer wichtig.“ Das kann eine der Teilnehmerinnen bestätigen. „Ich bin über die Kommunionvorbereitung meines Sohnes erst richtig in die Gemeinde gekommen. Da kamen die ersten Kontakte, die sich bis heute gehalten haben.“ „Bei mir war es über die Pfadfinder“, ergänzt eine andere. „Ich hab mich am Anfang auch schwer getan, Anschluss zu finden, aber dann wurde es immer besser.“ „Die Gemeinschaft, das sich aufgehoben Wissen, das ist es, was mir an der Kirche so gut gefällt“, fasst Pfarrer Wilhelm seine eigene Motivation zu bleiben zusammen.

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Vermischtes
news-93319 Mon, 17 Sep 2018 15:03:54 +0200 Stütze und Anlaufpunkt für junge Familien http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/stuetze-und-anlaufpunkt-fuer-junge-familien/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/2/b/csm_FBS-Wechsel-Leitung-2-dh_3a986136cb.jpg" width="150" height="100" alt="" title="FBS Wechsel Leitung 2 dh" />Die Katholische Familienbildungsstätte Saarbrücken hat eine neue Leiterin: Nina Andres wird zum 1. Oktober die Leitung von Beate Feichtner übernehmen, die in den Ruhestand treten wird. Saarbrücken – Die Katholische Familienbildungsstätte (FBS) Saarbrücken hat eine neue Leiterin: Nina Andres wird zum 1. Oktober die Leitung von Beate Feichtner übernehmen, die in den Ruhestand treten wird. „Nach 14 Jahren der Begegnung mit interessanten und liebenswerten Menschen ist es an der Zeit, das Steuer an eine jüngere Generation abzugeben“, sagte Feichtner im Rahmen ihrer Verabschiedung vor geladenen Gästen im Johannesfoyer.

Dechant Benedikt Welter verabschiedete Feichtner im Namen des Johannesfoyers und des Dekanats Saarbrücken und lobte die Arbeit der FBS. „Es ist immer schön, wenn Kinder lachen; dieses Haus wird aus dem Erdgeschoss her mit diesem Lachen erfüllt. Wir geben Eltern und Kindern hier einen Raum, und die FBS vermittelt uns, dass wir nie satt sein, sondern alle Sinne stets gefüttert werden sollen“, sagte der Dechant. Im Erdgeschoss des Johannesfoyers bietet die Familienbildungsstätte zahlreiche Kurse für Eltern und Kinder an, darunter „Erste Hilfe am Kind“, Geburtsvorbereitungs-, Sprachkurse oder Fort- und Weiterbildungen.

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Saarbrücken bistum-trier Familienbildung
news-93318 Sun, 16 Sep 2018 14:39:00 +0200 Wiedereröffnung der Kirche St. Stephanus, Oberthal http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/wiedereroeffnung-der-kirche-st-stephanus-oberthal/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/f/5/csm_StStephanus-Oberthal-au-en-dh_bc637fb9eb.jpg" width="100" height="150" alt="" title="StStephanus Oberthal au en dh" />„Ihre Kirche ist nicht geschlossen geblieben – sie ist auf und sie erstrahlt in schönerem Glanz als vorher.“ Bischof Ackermann feiert Pontifikalamt zur Wiedereröffnung der Kirche St. Stephanus in Oberthal. Saarbrücken – „Ihre Kirche ist nicht geschlossen geblieben – sie ist auf und sie erstrahlt in schönerem Glanz als vorher.“ Mit diesen Worten begrüßte Bischof Dr. Stephan Ackermann die Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft Oberthal-Namborn in der Kirche St. Stephanus in Oberthal zu einem Pontifikalamt zur feierlichen Wiedereröffnung der Kirche. Diese war durch einen Brand im Vorraum der Kirche im November 2016 stark beschädigt worden und musste für über 600.000 Euro renoviert werden. Wegen der Arbeiten war die Kirche geschlossen.

In seiner Predigt dankte der Trierer Bischof insbesondere den Gremien, dem Pfarrgemeinde- und dem Verwaltungsrat für ihren Einsatz um die Kirche. Eine solche Krise sei nicht nur eine große Herausforderung, so der Bischof. „Es ist wichtig die Krise auch als Chance zur Erneuerung zu nehmen. Nicht nur der Erneuerung der Mauern und der Steine, sondern auch der Gemeinde. Sie werden gespürt haben, dass sie einen Auftrag haben und das hat Kräfte mobilisiert.“ Ein solcher Auftrag erneure die Lebendigkeit einer Gemeinde. „Wenn die Kirche lebendig bleibt, brauchen wir keine Angst haben, dass sie nicht im Dorf bliebe. Es werden sich Menschen finden, die sagen: „Das ist uns wichtig!“, die Verantwortung wahrnehmen und sich dafür einsetzen und engagieren. So wie sie es hier getan haben, damit ihre Kirche wieder geöffnet wird und sie haben die Situation sogar genutzt, um Dinge zu verbessern, zu verschönern – nicht nur im Kirchraum.“ Bischof Ackermann erinnerte auch an die letzten Worte des Patrons der Kirche, den Heiligen Stephanus, der kurz vor seinem Tod gesagt hat: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.“ „Ich hoffe, dass dieser Raum auch für sie ein Ort des Aufatmens wird, hier mitten auf der Erde, mitten im Leben, öffnet sich für mich der Himmel in Jesus Christus.“

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Saarbrücken bistum-trier Bischof Pfarreien
news-93230 Fri, 14 Sep 2018 11:48:29 +0200 Jeder Mensch braucht ein Zuhause http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/jeder-mensch-braucht-ein-zuhause/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/4/d/csm_PK-Caritas-Jahreskonferenz-dh_f609bf063f.jpg" width="150" height="100" alt="" title="PK Caritas Jahreskonferenz dh" />Mit einem Wohnzimmer auf dem Saarbrücker St. Johanner Markt machen die Saarländischen Caritasverbände auf das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum aufmerksam. Saarbrücken – Mit einem Wohnzimmer auf dem Saarbrücker St. Johanner Markt machen die Saarländischen Caritasverbände auf das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum aufmerksam. „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ heißt die Jahres-Kampagne des Caritasverbands, in der die zunehmende Wohnungslosigkeit in Deutschland in den Mittelpunkt gestellt wird. Die Caritas setzt sich dafür ein, dass es allen Menschen möglich sein muss, angemessenen Wohnraum zu finden, der bezahlbar ist.

Längst seien nicht nur Randgruppen von diesem Wohnungsmangel betroffen, das Problem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, beschreibt Caritasdirektor Michael Groß vom dortigen Caritasverband die Situation. Wohnungen werden luxussaniert, Mieten steigen stark an, Menschen müssen ihr langjähriges Zuhause verlassen und finden keine neue Wohnung, die sie sich leisten können. Sie verlieren ihr soziales Umfeld und ihr Zuhause. Am Ende sitzen sie vielleicht auf der Straße. „Wohnungsnot ist zu einer sozialen Wirklichkeit geworden, die gesellschaftspolitisches Konfliktpotenzial birgt“ sagt Michael Groß. Zunehmend würden Familien, alte und einkommensschwache Menschen oder Studenten in Städten und Ballungsgebieten aus ihren Stadtvierteln verdrängt. Laut der Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung fehlen allein in Saarbrücken mehr als 17.000 Wohnungen.

Caritas Mitarbeiter berichten im Rahmen der Pressekonferenz aus ihrem Arbeitsalltag, wie schwierig es geworden ist, bezahlbaren Wohnraum für ihre Klienten zu finden. Immer mehr Haushalte, vor allem mit kleineren, zunehmend aber auch mit mittleren Einkommen, haben Schwierigkeiten, sich mit Wohnraum zu versorgen. Der Hintergrund ist oftmals, dass das Haushaltseinkommen zu niedrig ist, um die Miete einer am Markt angebotenen Wohnung zu bezahlen. Kleine Wohnungen werden überteuert angeboten. Zudem gibt es kaum kleine Wohnungen auf dem Saarbrücker Wohnungsmarkt. Die Arbeitsagentur zahlt bei Hartz IV Empfängern zwar einen Mietzuschuss, dieser reicht oft nicht aus und die Angemessenheitsgrenzen für Wohnraum sind zu niedrig. Steigende Mieten und Wohnungsknappheit treffen nicht nur Menschen mit geringem Einkommen. Auch Krankenschwestern, Polizisten oder Erzieherinnen spüren, dass bezahlbarer Wohnraum mittlerweile Mangelware ist. „Das Problem hat längst die Mitte unserer Gesellschaft erreicht, hier liegt enormer sozialer Sprengstoff“, mahnt der Direktor des Caritasverbandes für Saarbrücken und Umgebung.

Es darf keine Verdrängung geben, keine soziale Spaltung, die dazu führt, dass in der Stadt nur noch Einkommensstarke leben können und alle anderen in die Außenbezirke gedrängt werden. Wir müssen zusammen dafür sorgen, dass in den Städten nicht nur hochpreisige Miet- und Eigentumswohnungen für Besserverdienende entstehen. Eine Konzentration auf günstige Stadteile, die aufgrund ihrer Besonderheit schon jetzt genügend Probleme haben, muss verhindert werden. Darüber hinaus sollte auch dringend die Schaffung von behindertengerechtem und barrierefreiem Wohnraum gefördert werden.

Auf dem freien Markt können die fehlenden Wohnkapazitäten nicht ohne große gemeinsame Anstrengungen bereitgestellt werden. Neuer Wohnraum für Geringverdiener ist im Saarland in den letzten Jahren nicht entstanden. Die Caritas fordert deshalb mit Ihrer Champagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ mehr bezahlbaren Wohnraum.

Das Problem betritt mittlerweile nicht nur die Stadt Saarbrücken, sondern erweist sich auch für Städte wie Saarlouis, Homburg, St. Wendel oder Merzig und Lebach als Herausforderung. Mit dem Zimmer auf der Straße macht die Caritas im Saarland aber auch auf die Vielschichtigkeit der Problematik aufmerksam. Fehlender Wohnraum macht sich in unterschiedlicher Weise in den Aufgaben und Angeboten der Saarländischen Caritasverbände bemerkbar. So biete das Caritas-Zentrum Saarpfalz in Homburg zum Beispiel die Möglichkeit einer Postadresse für Wohnungslose an, die es ihnen ermöglicht wieder krankenversichert und erreichbar zu sein. Ende Juli waren dies allein in Homburg 49 Menschen. Der Caritasverbandes Schaumberg-Blies feierte kürzlich sein 20-jähriges Bestehen des Fachdienstes „Begleitetes Wohnen für psychisch kranke Menschen in Gastfamilien.“ Ziel dieses Hilfsangebotes ist es, psychisch kranken Menschen durch das Leben in einer Gastfamilie Familienanschluss und konkreter Unterstützung im Alltag zu mehr Stabilität und Selbständigkeit zu verhelfen. Der Caritasverband Saar-Hochwald macht darauf aufmerksam, das bezahlbarer Wohnraum zwar außerhalb der Städte auf dem Land zu finden ist, die dortige Infrastruktur aber vielfach nicht optimal und ausreichend ist, fehlende Busverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, und Arbeitsmöglichkeiten erschweren das Wohnen dort sehr und machen dies wenig attraktiv. Der Sozialdienst katholischer Frauen, der auch zur Caritasfamilie gehört unterstreicht in diesem Zusammenhang die besondere Herausforderungen vor die Frauen und alleinerziehenden Müttern bei der Wohnungssuche gestellt werden.

Der soziale Wohnungsbau muss für die Versorgung einkommensschwächerer Haushalte mit Wohnraum wieder eine zentrale Stellung zurückerlangen, betont Groß, denn die Zahl der sozial gebundenen Wohnungen nimmt jährlich ab. Um den sozialen Wohnungsbau zu fördern, müssen Maßnahmen der Landes- und der kommunalen Ebene gut ineinandergreifen. Eine schnelle Lösung ist bei einem solch komplexen Thema nicht zu erwarten. Zu erwarten und zu fordern ist aber, dass Bund, Länder und Kommunen entschlossen handeln, um zu verhindern, dass Wohnraum zu einem Luxusgut wird. Die Caritas-Kampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ zeigt, die Realität und die Folgen im Saarland auf und fordert mehr bezahlbaren Wohnraum. Denn „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“.

Mehr Informationen: www.caritas.de

(red)

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Saarbrücken bistum-trier Caritas / Soziales
news-93229 Fri, 14 Sep 2018 11:42:16 +0200 Zum Glück und der guten Entwicklung von Kindern beitragen http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/zum-glueck-und-der-guten-entwicklung-von-kindern-beitragen/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/7/5/csm_50Jahre-KFS-1-dh_f00a64296a.jpg" width="150" height="100" alt="" title="50Jahre KFS 1 dh" />Mit einem Festakt in der Kirche St. Hubertus hat die Katholische Fachschule für Sozialpädagogik in Jägersfreude ihr 50-jähriges Jubiläum begangen.  

Jägersfreude – Mit einem Festakt in der Kirche St. Hubertus hat die Katholische Fachschule für Sozialpädagogik (KFS) in Jägersfreude ihr 50-jähriges Jubiläum begangen. Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann feierte einen Gottesdienst mit den mehr als 200 Schülerinnen und Schüler, der Lehrerschaft sowie geladenen Gästen aus Politik und Gesellschaft, darunter auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Saarbrücken, Charlotte Britz.

In Vorbereitung auf das Jubiläum hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines zweiwöchigen Unterrichtsprojektes in kleineren Gruppen mit unterschiedliche Themen rund um ihre Ausbildung auseinander gesetzt. Die Gruppen stellten ihre Arbeiten während des Gottesdienstes kurz vor – in Form von Texten, Rollenspielen, oder kleinen Videos. Die Gruppen haben sich unter anderem mit pädagogischen Konzepten wie Erlebnispädagogik oder Theorien zu Entwicklungsstufen von Kindheit bis ins Erwachsenenalter beschäftigt; einige Schülerinnen und Schüler hatten Brotschalen aus Porzellan hergestellt, die sie verkauften, um Spenden für den Förderverein der KFS zu sammeln; eine weitere Gruppe hatte sich mit dem Thema „Was macht dich glücklich?“ auseinander gesetzt und Kindern diese Frage gestellt. Die Gruppen stellten ihre Projekte im Anschluss an den Gottesdienst in den Räumen der KFS vor.

Bischof Dr. Stephan Ackermann beglückwünschte die Schule zu ihrem Jubiläum. Was die Studierenden, aber auch Christinnen und Christen allgemein bewege, sei „sich eine Welt vorzustellen, die besser ist als die Welt von heute; mitzuhelfen die Welt ein Stück besser, friedlicher, menschenwürdiger zu machen, vor allem aber Kindern und Jugendlichen diese Welt zu eröffnen“, sagte der Bischof. „Es wird Menschen geben, die sagen, ihr seid Träumer! Aber als Gläubige Menschen dürfen wir auch sagen, wir stehen mit diesem Traum nicht allein, es gibt den, der diesen Traum mit uns träumt: Gott selbst. Es ist seine Vision, sein Traum, seine Schöpfung.“ In Bezug auf die Erzählung der Speisung der 5.000 aus der Bibel sagte der Bischof, es sei wichtig, Menschen nicht weg zu schicken, oder selbst zu gehen, wenn man das Gefühl habe, man sei überfordert oder eine Aufgabe sei zu schwer. „Guckt, welche Fähigkeiten ihr habt und einbringen könnt. Setzt sie ein, riskiert es!“ Das Brot im Evangelium stehe für uns selbst, so der Bischof, es stehe für das, was wir haben und geben, „im Vertrauen auf Gott, dass daraus mehr erwächst, als wir allein mit unseren Kräften tun könnten.“

Der Auftrag der Fachschule sei es, „zum Glück und damit der guten Entwicklung von Kindern“ beizutragen, erklärte Schulleiterin Mechthild Denzer. Oberbürgermeisterin Britz lobte die Arbeit der Fachschule und hob die Schwierigkeiten hervor, denen sich die Absolventinnen und Absolventen in ihrer Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe stellen. Sie betonte wie wichtig die Ausbildung von Fachkräften sei und wünschte der Schule alles Gute zu ihrem Jubiläum.

Weitere Informationen zur KFS und zur Ausbildung zu Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen: www.kfs-saarbruecken.de

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Bildung Bischof Caritas / Soziales Politik / Gesellschaft Schule
news-93165 Wed, 12 Sep 2018 11:44:53 +0200 Von der Flüchtlingshilfe zur Entwicklungshilfe http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/von-der-fluechtlingshilfe-zur-entwicklungshilfe/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/2/f/csm_40Jahre_Chillan_dh_541f2dd902.jpg" width="150" height="100" alt="" title="40Jahre Chillan dh" />Auf dem Mariä-Geburtsmarkt in Lebach hat die Kinderhilfe CHILLAN Lebach e.V. ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Lebach – Fast 8 Millionen Euro an Spenden hat der Verein „Kinderhilfe CHILLAN Lebach e.V.“ in den letzten 40 Jahren gesammelt. Am Dienstag, den 11. September hat der Verein um Pfarrer Hermann-Ludwig Meiser und Monika Hoffeld sein Jubiläum auf dem Mariä-Geburtsmarkt in Lebach gefeiert – und weiter Spenden gesammelt.

„Wir haben an den Geburtstagen immer große Aktionen gemacht“, erzählt Pfarrer Meiser, der mittlerweile im Ruhestand ist. „Wir haben dreimal den größten Geldteppich der Welt gelegt und kamen dreimal ins Guinness-Buch der Rekorde.“ Zum 10., 15., 20. und 25. Jubiläum konnten die Besucher des Marktes Münzen spenden, die zusammen eine riesigen Teppich auf dem Boden des Lebacher Marktes bildeten; der größte maß über 450m². „Dieses Jahr mussten wir uns etwas Neues einfallen lassen: Wir bauen eine afrikanische Hütte“, sagt der Pfarrer. Das Holzgerüst dieser Rundhütte wurde im Ausbildungszentrum des Arbeitgeberverbandes Bau Saar entworfen und gebaut. „Die wird jetzt gemauert“, erläutert Meiser. „Wir verkaufen die Steine: ein kleiner Stein für 2,50 Euro, ein großer für 5 Euro. Heute Abend kommt das Dach drauf, das sind acht Teile. Wir haben größere Spender, die je 500 Euro für ein Dachteil gespendet haben.“ Das fertige Haus soll dann dem Kindergarten in Steinbach übergeben werden. Die Spenden, die durch den Verkauf der Steine und der Dachteile gesammelt wurden, kommen Projekten in Togo zugute.

In Togo hat die Kinderhilfe unter anderem ein Haus für AIDS-Waise gebaut, wie Pfarrer Meiser berichtet: „Wir unterhalten Tag für Tag hundert AIDS-Waisen, damit sie vernünftig wohnen und zur Schule gehen können.“ Zusammen mit Ordensschwestern unter der Leitung von Schwester Delphine Gafan, die zum Jubiläum nach Lebach kam, hat die Kinderhilfe auch ein Krankenhaus in einem Elendsviertel in Lomé, der Hauptstadt Togos, gebaut. Daneben werden immer wieder neue Projekte an die Kinderhilfe angetragen. In einer Schule mit mehr als 200 Schülerinnen und Schülern, die vom Staat nur zwei Lehrer zur Verfügung gestellt bekommen haben, finanziert der Verein vier weitere Lehrkräfte, um den Kindern eine angemessene Schulausbildung zukommen zu lassen. Neben der Ausbildung stehen aber oft ganz grundsätzliche Bedürfnisse an erster Stelle, erzählt Pfarrer Meiser: „Als Monika und ich vor zwei Jahren in Togo waren, hat uns der Schulleiter erzählt – und man konnte es auch sehen –, dass viele Kinder morgens in die Schule kommen und nichts im Bauch haben. Das hat uns so erschreckt, weil das vor 40 Jahren unsere ersten Projekte in Chile waren: Kinder zu ernähren. Wir haben jetzt ein Speisezentrum gebaut. Alle Kinder bekommen jetzt dreimal die Woche eine warme Speise.“

Begonnen haben Monika Hoffeld und Pfarrer Meiser vor 40 Jahren mit der Unterstützung von chilenischen Flüchtlingen, die in der Landesaufnahmestelle in Lebach lebten. Dann begannen sie, Projekte in Chile zu fördern. Mittlerweile hat sich der Schwerpunkt der Arbeit nach Togo verlagert.

Weitere Informationen: www.kinderhilfe-chillan.de 

Spendenkonto: IBAN: DE77 5935 0110 0026 1507 14, Kreissparkasse Saarlouis

 

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Caritas / Soziales Vermischtes
news-93028 Fri, 07 Sep 2018 13:08:02 +0200 Ein neues Bild von Pfarrei entwickelt sich http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/ein-neues-bild-von-pfarrei-entwickelt-sich/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/6/7/csm_Bild-von-Pfarrei-_dh_c49c9d4a02.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Bild von Pfarrei dh" />Wie soll die Pfarrei der Zukunft aussehen? Darüber haben Thomas Ascher und Rolf Friedsam auf einer Veranstaltung zur Synodenumsetzung gesprochen. Saarlouis – Ein Pfarrer in einer Pfarrei, der die Leute in seiner Gemeinde kennt und eine Beziehung zu ihnen hat. Dieses „alte“ Bild von Pfarrei stand am Anfang der Veranstaltung im Pfarrheim St. Johannes in Saarlouis-Steinrausch, zu der die Dekanatsreferenten Thomas Ascher und Rolf Friedsam am Mittwochabend eingeladen hatten. Unter dem Titel „Pfarrei der Zukunft – jetzt kann ich mir ein Bild machen…“ versuchten Ascher und Friedsam den rund 60 Interessierten die Ideen der Synode des Bistums Trier und wie die Pfarrei der Zukunft „tickt“ näher zu bringen.

„Ich habe bei diesem alten Bild von Pfarrei immer Don Camillo im Kopf – vielleicht haben wir das alle“, sagte Thomas Ascher. Doch dieses Bild stamme aus den 50er Jahren und sei schon längst überholt, erläuterten die beiden Dekanatsreferenten. Im Laufe der Zeit hätten Pfarrer immer mehr Pfarreien übernommen, die irgendwann zu Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst wurden. Dadurch sei zwar die soziale Nähe der Gläubigen zu ihrer Gemeinde erhalten geblieben, aber die Nähe zum Seelsorger verloren gegangen. „Zu der Insel der Glückseligkeit der einen Pfarrei mit ihrem einen Pfarrer kommen wir nicht mehr zurück“, konstatierte Ascher.

Im Gegensatz zu diesem alten Bild der Pfarrei, die eine Heimat für die Gläubigen dargestellt hatte, spricht die Synode des Bistums Trier von „Kirch-Orten“ oder „Orten von Kirchen“. „Wird es auch in Zukunft eine Beheimatung geben? Wir sagen ganz klar: Ja!“ Die Kirchorte seien nichts neues, erklärte Rolf Friedsam: „Es gibt schon eine ungeheure Anzahl von Kirchorten, die nicht zentral auf eine Person angelegt sind, sondern das sind Orte, wo Menschen etwas verbindet.“ Dies können Orte im lokalen Sinne sein, aber auch thematische Orte, wo Menschen mit gleichen Interessen zusammenkommen. Als Beispiel für einen solchen thematischen Kirchenort nannte Friedsam das Lebenscafé in Saarlouis. Dies sei vor fast zehn Jahren aus der Idee heraus entstanden, Trauernden Menschen ein Gesprächsangebot zu machen. „Ich gehe ins Lebenscafé, weil ich dort auf Gleichgesinnte treffe und mir das gut tut.“ Diese Kirchorte werde es auch in der Pfarrei der Zukunft geben. „Kirchorte können also lokal oder thematisch sein. Außerdem können sie sich auch um Gruppen von Personen bilden “, sagte Thomas Ascher. „Es gibt schon zahlreiche Kirchorte und es entstehen immer wieder neue auf Eigeninitiative.“ Der große Unterschied zwischen dem bisherigen Gemeindeleben und der Pfarrei der Zukunft wird aber sein, dass diese Kirchorte in der Regel nicht hierarchisch, d.h. mit einem hauptamtlichen Leiter an der Spitze, geführt werden. Die Rolle der Hauptamtlichen wird sich verändern, erklärten die Dekanatsreferenten. Es wird vielmehr um Moderation, um Ermöglichung und Begleitung gehen, die Gestaltung und Leitung der Kirchorte sollte dagegen in den Händen der Ehrenamtlichen liegen.

„Verstehe ich es richtig, dass es dort, wo es keine Ehrenamtlichen gibt, die etwas machen, tote Hose sein wird?“, wollte eine Teilnehmerin der Veranstaltung von den beiden Dekanatsreferenten wissen. „Wir müssen es selbst machen, oder es wird nicht passieren“, sagte Thomas Ascher. „Aber vieles wird ohnehin schon von Ehrenamtlichen selbst gemacht, wie zum Beispiel die Pfarrfeste. Wir als Hauptamtliche müssen auch Demut vor den Charismen der Ehrenamtlichen entwickeln!“

Das bedeute aber nicht, dass Hauptamtliche nicht mehr vor Ort präsent sein werden. Bestimmte Aufgaben werden auch weiterhin nur von Hauptamtlichen wahrgenommen werden können, wie zum Beispiel Eucharistiefeiern, die nur von Priestern geleitet werden dürfen. Andere Gottesdienstformen könnten dagegen auch von Ehrenamtlichen gestaltet werden. „Es stimmt nicht, dass es in den Pfarreien der Zukunft nur noch eine Messe am zentralen Pfarrort geben wird!“, betonte Ascher. „Die Pfarrei der Zukunft wird dezentral funktionieren.“ Da es in den künftigen Räumen ein Leitungsteam mit einem leitenden Pfarrer an der Spitze geben wird, werden die anderen Priester mehr Zeit haben, Sonntagsgottesdienste in den verschiedenen Kirchen mit den Gläubigen zu feiern und sich verstärkt um die Seelsorge kümmern können.

Sorge bereitete den Besuchern der Veranstaltung auch die Frage nach der Mitbestimmung vor Ort, wenn es keine Pfarrgemeinde- oder Verwaltungsräte mehr geben wird. „Es wird aktuell darüber nachgedacht, eine synodale Versammlung in den Pfarreien der Zukunft einzurichten, in denen die Ehrenamtlichen zusammenkommen können. Außerdem soll es auch vor Ort dezentrale Verwaltungsverantwortliche geben“, so die Dekanatsreferenten. Wie genau diese Personen gefunden werden und wie sich die synodalen Versammlungen zusammensetzen, wird noch entschieden. Daran arbeitet eine Teilprozessgruppe, in der Haupt- wie Ehrenamtliche mitwirken und aus ihren Perspektiven passende Lösungen erarbeiten. Sicher sei jedoch, dass die Gläubigen, die sich engagieren wollen, auch gehört werden. Die Details zu den Prozessen innerhalb der Pfarrei der Zukunft werde das Bistum Trier bis zum Ende dieses Jahres vorstellen.

„Ich glaube, ihr habt heute Abend gezeigt, dass es ganz viele Chancen in der Pfarrei der Zukunft geben wird und dass auch unser Glauben eine Chance hat, lebendig zu werden“, sagte einer der Teilnehmer der Veranstaltung am Ende des Abends und ein anderer fügte hinzu: „Ich habe zum ersten Mal richtig verstanden, was die Synode eigentlich will. Ich bin zwar immer noch kritisch, ob das alles funktioniert. Dieses Bild der neuen Pfarreien macht jedoch Hoffnung.“

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Synode Synode: Umsetzung
news-93101 Thu, 06 Sep 2018 08:20:00 +0200 Festrede vor der Ärztekammer des Saarlandes http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/festrede-vor-der-aerztekammer-des-saarlandes/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/0/3/csm_18-09-05-Bischof-bei-A-rtzekammer-1_n_4c2e593287.jpg" width="150" height="118" alt="" title="18 09 05 Bischof bei A rtzekammer 1 n" />Bischof Ackermann sprach in einem Festvortrag vor der Ärztekammer des Saarlandes über Sterbehilfe und Sterbebegleitung. Saarbrücken – In den Niederlanden lassen sich jedes Jahr rund 6.000 Menschen durch aktive Sterbehilfe töten, das sind vier Prozent aller Sterbefälle. Was eigentlich unter der Idee eines selbstbestimmten Lebens, und damit eines selbstbestimmten Todes, begonnen habe, sei inzwischen fast „zur normalen Präferenz“ geworden, stellte Bischof Stephan Ackermann in einem Festvortrag vor der Ärztekammer des Saarlandes fest. Die hatte das Thema Palliativmedizin und Hospizarbeit angesichts der Entwicklung der Sterbehilfe in den Nachbarländern in den Mittelpunkt der Eröffnung des Fortbildungsjahres für Ärzte gestellt, aus „Sorge um eine menschenwürdige Sterbebegleitung“, wie Kammerpräsident Dr. Josef Mischo betonte. Für Bischof Ackermann geht es in der Diskussion um nicht weniger als „Grundfragen des Menschseins“. In Abwandlung eines Satzes des Theologen Paul Tillich formulierte er: „Die Grenze des Todes ist der Ort der Erkenntnis des Lebens“.

Ackermann verwies darauf, dass der Bezug auf Menschenwürde in dieser Frage nicht unumstritten ist. Unter Juristen werde die Frage nach der Tauglichkeit des Begriffs Menschenwürde aufgeworfen. Zudem stelle sich die Frage, wer bestimme, was ‚würdig‘ ist und was nicht. „Insofern ist es wichtig, nach dem Menschenbild zu fragen, das dem Würdebegriff zugrunde liegt“.

Mit Hinweis auf den Medizinethiker Giovanni Maio warnte der Bischof vor einer latenten Ideologie der Unabhängigkeit, die den Menschen als Kunden und den Arzt als Dienstleister betrachte. „Sterben wollen ist nicht deshalb eine gute Lösung, nur weil sie auf einer autonomen Entscheidung beruht“. In einer Überbetonung der Machbarkeit gerate die Erkenntnis aus dem Blick, „dass nicht alles in unserer Verfügung steht“. Deshalb sei die Herausforderung eine „begleitende Beziehungsmedizin“ im Sinne einer Forderung des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler: „Nicht von der Hand eines anderen, sondern an der Hand eines anderen soll der Mensch sterben“. Diese Grenze in den Blick zu nehmen sei „hoch anspruchsvoll“.

Ackermann begrüßte die Ankündigung der saarländischen Ärzteschaft zu einer ambulanten Ethikberatung als „guten Beitrag, Menschen Orientierung zu geben“. In diesem Zusammenhang verwies der Bischof auf ein von ihm angestoßenes Projekt hinsichtlich der Standards in den kirchlichen Einrichtungen der Palliativ- und Hospizversorgung, in denen „Kirchen einen wichtigen Beitragen leisten kann und muss“.

(red)

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Saarbrücken bistum-trier Bischof Hospiz Politik / Gesellschaft
news-92970 Wed, 05 Sep 2018 15:23:54 +0200 „Lourdes ist immer eine Reise wert“ http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/lourdes-ist-immer-eine-reise-wert/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/a/8/csm_Lourdes-Abfahrt2018_e08c6e2ed1.jpg" width="150" height="107" alt="Pilger sitzen im Bus" title="Lourdes Abfahrt2018" />380 Pilger freuen sich auf die Bistumswallfahrt im französischen Lourdes. Auch kranke und pflegebedürftige Menschen reisen in Begleitung der Malteser mit. Trier – Eine große Aluminiumkiste mit Rot-Kreuz-Aufklebern und gefüllt mit Medikamenten wird neben Koffern und Reisetaschen noch in den Bus verladen, die letzten Passagiere steigen ein, dann geht es los: Die ersten 200 Pilger sind am Morgen des 4. September zur Bistumswallfahrt nach Lourdes (Frankreich) aufgebrochen. Insgesamt reisen etwa 380 Pilger aus dem Bistum Trier mit Bus und Flugzeug in den Wallfahrtsort nahe der spanischen Grenze. Weihbischof Robert Brahm und Pfarrer Joachim Waldorf begleiten die Pilger als geistliche Leitung.

„Lourdes ist immer eine Reise wert“, sagt Adele Lösel aus Trier, die schon öfter dort war. „Diese Mutter Gottes hat so eine Anziehungskraft, da muss man einfach hinfahren.“ 1858 soll Maria, die Mutter Jesu, der jungen Bernadette Soubirous in einer Grotte bei Lourdes erschienen sein. Das Quellwasser, das in der Grotte entspringt, gilt als heilend. Um die Geschichte ihrer heiligen Namenspatronin vor Ort kennenzulernen und ihre Reliquie zu sehen, ist auch Bernadette Nigbur aus Gladbeck mit ihrer Mutter bei der Reise dabei. Beide sind auf ihre erste Pilgerreise gespannt. Nicht zuletzt, weil sie sich freut, dass es dort endlich mal ein Souvenir mit ihrem Namen darauf geben wird, erzählt Bernadette schmunzelnd.
Bei Bruder Jörg Recktenwald ist dagegen die Freude groß, „nach Hause zu kommen“. Schon seit 27 Jahren reist er jährlich nach Lourdes. Er freut sich darauf die Gruppe nicht nur praktisch, sondern auch geistlich zu begleiten: „Es steht nun eine Woche an, um gemeinsam den Glauben zu leben und zu feiern – beim Alltäglichen, wie den Mahlzeiten, und dem besonderen, wie den Gottesdiensten und Prozessionen.“ Auf diese ist auch Seminarist Christian Jager gespannt, der zum ersten Mal dabei ist. „Besonders auf die Lichterprozession mit den vielen Kerzen, wenn es abends schon dunkel ist und die Menschen dann alle in verschiedenen Sprachen singen, aber alle in dieses gemeinsame Ave einstimmen.“

Neben drei Priesteramtskandidaten und zwei Diakonen begleiten auch 14 Priester die Wallfahrt. Sie feiern die Gottesdienste mit, stehen zur Beichte zur Verfügung und spenden das Sakrament der Krankensalbung. Denn nach Lourdes fahren auch einige kranke und behinderte Menschen mit. 14 sind es in diesem Jahr, die speziell von den Maltesern betreut werden. Unterstützt werden die Malteser dabei von zehn Jugendlichen der St. Matthias-Schule in Bitburg im Rahmen ihres Sozialpraktikums. Die kranken Menschen würden sich immer sehr über die jungen Paten freuen, sagt Doris Fass, Koordinatorin der Bistumswallfahrten. Auch Thekla Arens aus Mehring ist als Krankenschwester zur Versorgung der Pflegebedürftigen dabei – zum ersten Mal. Da habe das Bauchgefühl gestimmt, sagt sie. „Ich bin in erster Linie dabei, um zu arbeiten und zu helfen, und die anderen Eindrücke muss ich dann mal auf mich zukommen lassen.“ Alois Hausen aus Zelf wird ihre Hilfe wohl nicht  brauchen; er fährt aus einem ganz besonderen Grund mit: „Vor zwei Jahren hatte ich eine schwere Operation und habe gesagt: Wenn alles gut verläuft und wieder heil wird, fahre ich  nach Lourdes. Dieses Versprechen löse ich jetzt ein.“

dk

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Koblenz Saarbrücken Trier bistum-trier Wallfahrten/ Pilgern
news-92936 Wed, 05 Sep 2018 14:42:00 +0200 Das Wort Gottes in Moderne Melodien gekleidet http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/das-wort-gottes-in-moderne-melodien-gekleidet/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/c/csm_Vorsanger_Kantor-Sabine-Muller_dh_8f57b8ae9f.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Vorsanger Kantor Sabine Muller dh" />Sabine Müller über ihre Ausbildung zur Vorsängerin und Kantorin im Bistum Trier. Marpingen – Seit über 30 Jahre singt Sabine Müller im Kirchenchor. Künftig wird sie während der Messe auch alleine am Ambo stehen und singen: Die Lehrerin macht zurzeit eine Ausbildung zur Vorsängerin und Kantorin über das Bistum Trier.

„Ich war mir anfangs unsicher, ob das wirklich etwas für mich ist, ganz alleine am Ambo zu stehen“, erzählt sie. „Das ist einfach anders als im Chor zu singen. Gesang hat für mich damit zu tun, etwas Inneres preis zu geben; Gesang ist mehr als nur Noten und Worte.“ Diese Hemmschwelle stand ihrer Ausbildung aber nicht lange entgegen. Mit der Unterstützung ihrer Familie und ihres Chorleiters hat sie es schließlich gewagt. Zusammen mit elf Frauen und Männern aus dem ganzen Saarland hatte sie vor fast zwei Jahren den ersten Kurs, die Ausbildung zur Vorsängerin, begonnen. „Wir haben zunächst viel Theorie gelernt: Musiktheorie, Notenwerte, Töne und so weiter.“ Neben den Grundlagen der Musik erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses auch viel über Kirchenmusik: den speziellen Aufbau von Kirchentonarten, Liturgiegesänge und wie die Liturgie aufgebaut ist, aber auch besondere Gesänge wie Psalmen. „Das war neu für mich. Ich kannte Psalmgesänge zwar zum Teil aus dem Chor, aber die Feinheiten waren mir neu. Psalmen verkünden das Wort Gottes und sollen als solche Verkündigung auch herüberkommen. Dafür gibt es eigene Melodien, sogenannte Psalmtöne.“ Die Psalmen im Gotteslob orientieren sich stark an Gregorianischer Musik, es gebe aber auch spezielle Kantorenbücher, in denen die Psalmtöne auskomponiert sind und moderner klingen, erläutert Müller.

In der Ausbildung findet einmal im Monat ein Seminar statt, zu dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für zwei Stunden treffen. „Während der Kurse hatten wir ungefähr 60 Minuten Theorie und die restliche Stunde haben wir zusammen gesungen: Lieder aus dem Gotteslob oder Psalmen.“ Auch Dirigieren gehörte zum Kurs, um die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Singen zu leiten. Zusätzlich zu den monatlichen Seminaren gibt es auch zwei Intensivwochenenden, zu denen alle Auszubildenden aus dem ganzen Bistum Trier zusammen kommen. „Alle zwei Wochen habe ich auch Gesangsunterricht“, erzählt die zweifache Mutter. „Mit den Frauen, die auch in dem Unterricht sind, haben wir eine kleine Schola gegründet und schon im Gottesdienst gesungen.“

Am 22. September hat Sabine Müller dann ihre Abschlussprüfung. Danach ist sie Kantorin und darf vom Ambo aus singen. Vorsängerinnen und Vorsänger stehen meist auf der Empore bei der Orgel. Die Prüfung ist unterteilt in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. „Wir müssen Lieder vorbereiten und vortragen, darunter auch ein Hallelujah mit einem improvisierten Teil; wir müssen einen Text frei interpretieren, ohne vorher Melodien oder Noten zu haben.“ Die Ausbildung, aber auch das Singen in der Kirche machen ihr großen Spaß – und die Rückmeldungen bestärken sie: „Ich kriege vor allem auf die modernen Psalmtöne viele positive Reaktionen. Meine Kinder finden das cool! Mein Sohn geht dann auch mal mit in die Messe, wenn ich singe und gibt mir dann Feedback: das hast du gut gemacht, das nicht so. Und die Leute sagen, das sollte ich ruhig öfters machen!“

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Ehrenamt Kultur Vermischtes
news-92721 Mon, 27 Aug 2018 16:07:23 +0200 "Die Kirche bleibt im Dorf" http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/die-kirche-bleibt-im-dorf-2/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/2/e/csm_Forum-Landlicher-Raum-Otzenhausen-4_3-dh_932350d3f1.jpg" width="150" height="112" alt="" title="Forum Landlicher Raum Otzenhausen 4 3 dh" />Mehr als 220 Menschen folgten der Einladung des Bistums nach Otzenhausen zu einem Forum zur Synodenumsetzung im ländlichen Raum. Otzenhausen – „Wir wollen, dass die Kirche im Dorf bleibt, nicht nur für uns, die wir der Kirche verbunden sind, sondern als Dienst und Angebot für alle, die in unseren Gemeinden leben.“ Das hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am 25. August in Otzenhausen betont. Dorthin waren mehr als 220 Menschen der Einladung des Bistums zu einem Forum zur Umsetzung der Synode im ländlichen Raum mit dem Titel „Die Kirche bleibt im Dorf“ gefolgt.

Die Kirche bleibe jedoch nicht im althergebrachten Sinne, sondern unter den veränderten Bedingungen unserer Zeit im Dorf, sagte Ackermann. Die Schwierigkeit bestehe darin, dass es dafür noch kein fertiges Bild gebe und die Verantwortlichen im Generalvikariat auch „noch keinen fertigen Plan in der Schublade“ hätten. „Wir brauchen den Austausch“, betonte der Bischof. „Wir haben unsere Ideen, wir brauchen aber auch die Ideen der Basis, von denen, die sich engagieren und wir müssen die Sorgen und Nöte hören.“ Dennoch stehe man nicht am Nullpunkt. Es gebe bereits viele Ansätze, „kleine Pflänzchen und ausgewachsene Initiativen und Projekte“. Dieser Austausch war bei dem Forum in dreizehn Workshops möglich, in denen die Forums-Teilnehmer sich nicht nur über verschiedene Aspekte der Synodenumsetzung informieren konnten, sondern ihre Ideen und Vorstellung von Kirche sein im ländlichen Raum einbringen konnten. So wurde etwa über mögliche Anlaufstellen in den Pfarreien der Zukunft gesprochen oder die Zusammenarbeit von Kirche und Kommune thematisiert; „Leuchtturmprojekte“ aus dem Dorfleben wurden vorgestellt oder der Frage nach Gebeten und gottesdienstlichen Feiern im ländlichen Raum nachgegangen; Erkunderinnen und Erkunder berichteten von ihren Erfahrungen.

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Saarbrücken bistum-trier Bischof Bistumsleitung Synode: Umsetzung
news-92600 Thu, 23 Aug 2018 17:31:49 +0200 Wechsel in einer einzigartigen Institution http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/wechsel-in-einer-einzigartigen-institution/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/8/d/csm_Wechsel-Katholisches-Buro_dh_433b78a4bc.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Wechsel Katholisches Buro dh" />Bischof Stephan Ackermann hat den langjährigen Leiter des Katholischen Büros im Saarland, Prälat Prassel verabschiedet und Katja Göbel als Nachfolgerin eingeführt. Saarbrücken – Am Mittwoch, den 22. August, ist Prälat Dr. Peter Prassel, der ehemalige Leiter des Katholischen Büros im Saarland offiziell verabschiedet worden. Gleichzeitig wurde seine Nachfolgerin im Amt, die neue Ordinariatsdirektorin Katja Göbel eingeführt.

Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann dankte Prälat Prassel für seine Arbeit, auch im Namen des Bischofs von Speyer, Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der bei der Verabschiedung nicht anwesend sein konnte. Bischof Ackermann lobte Prassel: er sei kein abgebrühter Kirchenfunktionär und auch kein glatter Diplomat, sondern ein Mensch mit Herz und Gefühl, der sich Dinge auch unter die Haut gehen ließ; unter ihm war das Katholische Büro eine „verlässliche Institution des Dialogs“, so der Bischof. Eine der wichtigsten Aufgaben, die Prälat Prassel erfüllt habe, sei es gewesen, wache Augen und Ohren für die Entwicklungen vor Ort in Gesellschaft, Politik, Kultur und Wirtschaft zu haben und die Verantwortungsträger miteinander ins Gespräch zu bringen. Dafür dankte der Bischof Prälat Peter Prassel und wünschte ihm für seinen Ruhestand alles Gute.

Ministerpräsident Tobias Hans dankte im Namen der gesamten Landesregierung. „Es war Peter Prassel, der der Katholischen Kirche ein Gesicht gegeben hat, der mit stoischer Ruhe die langen Sitzungen des Parlaments mitertragen hat“, so Hans. „Es war auch Peter Prassel, der mit Vertretern der Evangelischen Kirche, aber auch mit den anderen Religionsgemeinschaften im Saarland einen ganz eigenen Stil geprägt hat: Nicht mit erhobenem Zeigefinger auf Politik einzugehen, sondern mit Argumenten zu überzeugen. Es ist ein Zeichen dafür, wie wir im Saarland zusammenstehen und diesen sozialen Zusammenhalt auch leben“, so der Ministerpräsident. Gleichzeitig freute er sich, Katja Göbel als Ordinariatsdirektorin und neue Leiterin des Katholischen Büros im Saarland begrüßen zu dürfen. „Es ist eine herausfordernde Zeit, in der Sie als Saarländerin diese wichtige Aufgabe von Prälat Prassel übernehmen“, sagte er, „Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen für Ihre Aufgabe!“

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Saarbrücken bistum-trier Bischof Bistumsleitung Personal Politik / Gesellschaft
news-92534 Tue, 21 Aug 2018 14:16:27 +0200 Vom Einzelgespräch bis zur Nachbehandlung http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/vom-einzelgespraech-bis-zur-nachbehandlung/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/b/7/csm_caritasverband-sb-logo-schriftzug-rechts_70_weiss_-_3_Briefpapier_06b4e32494.jpg" width="150" height="53" alt="" title="Caritasverband sb logo schriftzug rechts 70 weiss 3 Briefpapier" />225 Personen haben im vergangenen Jahr die Suchtberatungsstelle des Caritasverbands für Saarbrücken und Umgebung e.V. aufgesucht - das geht aus dem Jahresbericht für 2017 hervor. Saarbrücken – 225 Personen haben im vergangenen Jahr die Suchtberatungsstelle des Caritasverbands für Saarbrücken und Umgebung e.V. aufgesucht. Das geht aus dem Jahresbericht für 2017 der Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Abhängigkeitserkrankungen und Pathologisches Glücksspiele hervor. 2016 waren es noch 179 Menschen, die Hilfe bei der Beratungsstelle gesucht hatten.

Die Suchtberatung richtet sich an Erwachsene, die Suchtprobleme in Bezug auf legale Mittel wie Alkohol oder Medikamenten haben. „Viele kommen und wissen anfangs noch gar nicht, wo genau ihr Problem liegt“, erklärt Johannes Sinnwell, Sozialpädagoge in der Beratungsstelle. Zusammen mit der Psychologin Birgit Altmeier und der Sozialarbeiterin Adele Reuter-Kapp Teil ist er Teil des Therapeutischen Teams der Suchtberatung. Sie kümmern sich um die Menschen, die zur Beratungsstelle Kontakt aufnehmen. „Häufig erzählen die Menschen, sie leiden am Burnout“, berichtet Reuter-Kapp von den ersten Telefonaten mit neuen Klienten. Erst im Laufe des Gesprächs käme dann die Suchtproblematik zur Sprache. „Sucht ist in der Gesellschaft immer noch stigmatisiert, obwohl sie seit 50 Jahren als Krankheit anerkannt ist.“ Auffällig im Jahresbericht ist besonders die Zahl der Klientinnen. Mehr als 40 Prozent der Klienten waren weiblich. 2016 waren es rund 28 Prozent.

Nicht jeder, der Kontakt mit der Suchtberatung aufnimmt, leidet aber an einer Suchterkrankung erklären die Therapeuten. „Ein typisches Beispiel ist jemand, der den Führerschein wegen Trunkenheit verloren hat. Das muss noch keine Suchterkrankung sein, aber deutet auf missbräuchliches Verhalten, sogenannten schädlichen Gebrauch hin“, sagt Psychologin Altmeier. Diese Klienten werden von dem Team der Beratungsstelle professionell begleitet. „Wir gucken mit den Menschen, wie sie klar kommen, oder nicht und ergreifen entsprechende Maßnahmen.“

Nach dem Erstkontakt, der meist über das Telefon erfolgt, gibt es eine Erstberatung im Rahmen einer offenen Sprechstunde. Ein weiterer Schritt ist die Begleitung der Klienten in Einzelgesprächen und Orientierungsgruppen. Sollte weiterer Behandlungsbedarf bestehen, vermittelt das Team an stationäre, teilstationäre, oder ambulante Rehabilitation sowie an Selbsthilfegruppen oder andere Einrichtungen. „Ziel ist nicht nur die Abstinenz, sondern auch eine soziale Stabilisierung“, erläutert Adele Reuter-Kapp. „Wir wollen, dass die Menschen eine Verbesserung ihrer Lebensqualität erfahren.“ Neben einer eigenen Gruppe zur ambulanten Behandlung bietet die Stelle auch Gruppen zur Nachbehandlung im Anschluss an eine stationäre Behandlungen an.

Auch für Angehörige von Suchtkranken, gibt es spezielle Angebote. Oft wenden diese sich zuerst an die Stelle. Außerdem versucht die Suchtberatung der Caritas Saarbrücken verstärkt ältere Menschen zu erreichen. „In der Regel sind die Menschen 15 Jahre lang alkoholabhängig“, so Sinnwell. Für ältere Menschen gebe es zwei Tabuthemen: Alter und Sucht, erklären die Therapeuten. Deshalb versuche man gezielt in Einrichtung der Altenpflege, aber auch in Krankenhäusern über das Thema zu informieren und aufzuklären, um auch älteren Menschen, die an einer Sucht erkrankt sind, zu helfen.

(dh)

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Saarbrücken caritas-trier Beratung Caritas / Soziales
news-92501 Mon, 20 Aug 2018 13:49:39 +0200 Dank sagen für 40 Jahre Entwicklung http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/dank-sagen-fuer-40-jahre-entwicklung/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/9/5/csm_40JahreNGS_GoDi_01_HGS_b0c9d17741.jpg" width="150" height="100" alt="" />Bischof Dr. Stephan Ackermann kommt zum 40jährigen Jubiläum der Lebacher Nikolaus-Groß-Schulen und feiert mit der Schulgemeinde einen Wortgottesdienst.  

Lebach – „Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern ..“ Was die Schulgemeinde der Lebacher Nikolaus-Groß-Schulen am Morgen des 18. August zu Beginn des Festgottesdienstes singt, trifft auch den Alltag der Schülerinnen und Schüler. 531 Mädchen und Jungen machen sich jeden Tag aus einem weiten Einzugsgebiet auf den Weg zur Grund- und zur Gemeinschaftsschule auf dem Lebacher Campus. Seit 40 Jahren ist das so und heute wird dieses Jubiläum gefeiert. Auch Bischof Dr. Stephan Ackermann ist gekommen um mit zu feiern. Bei schönstem Sonnenschein begrüßt Schülerin Si Yuan Wang den Bischof zum Wortgottesdienst, der das Schulfest eröffnet und von der viele Hundert zählenden Schulgemeinde mitgefeiert wird. Maximilian Valentin überreicht eine Kerze als Gastgeschenk und Erinnerung.

Bischof Ackermann vergleicht die Schulen in seiner Begrüßung mit einem Samenkorn, das Frucht getragen hat. In den 40 Jahren sei Vieles gewachsen und dafür gelte es Danke zu sagen. Auch wenn es Durststrecken gegeben habe, wenn man etwa an die enge bauliche Situation denke. „Aber da gibt es ja Licht am Ende des Tunnels“, sagt Bischof Ackermann in Anspielung auf die geplante Inbetriebnahme des neuen Gebäudes für die Grundschule.

So wie aus einem winzigen Senfkorn ein großer Baum wächst, habe sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler seit der Gründung versechsfacht. So wie das Samenkorn die Erde durchstoßen müsse um zu wachsen, habe auch die Schule Widerstände und Probleme überwinden müssen. Wie ein Samenkorn nehme auch die Schule die Kräfte ihrer Umgebung auf. Es sei wichtig, in einer Umgebung zu sein, die hilft, sagt Ackermann und dankte den Eltern, der Stadt Lebach, dem Kreis Saarlouis und der Landesregierung. Bischof Ackermann erinnert an den Namensgeber der Schule. Der von den Nazis ermordete Widerstandskämpfer Nikolaus Groß habe den Samen des Glaubens aufgenommen und in seinem Leben Zeugnis gegeben. Der Bischof lädt die Festgemeinde ein, dafür zu beten, dass das Potenzial der Kinder, „fachlich, menschlich und vom Glauben her“ zur Geltung komme und nicht gestutzt werde.

 

 

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Saarbrücken bistum-trier Bildung Bischof Schule
news-92500 Mon, 20 Aug 2018 13:39:47 +0200 Wiedersehen nächstes Jahr zum Jubiläum http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/wiedersehen-naechstes-jahr-zum-jubilaeum/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/7/b/csm_KapelleHochsten180818_HGS_02_db0dcd450d.jpg" width="150" height="100" alt="" />Bischof Dr. Stephan Ackermann hat die Marienkapelle Höchsten in Steinbach besucht. Der Innenraum der 1929 geweihten Kapelle war vor wenigen Tagen durch einen Brand zerstört worden.  

Steinbach – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat am 18. August die Marienkapelle Höchsten in Steinbach besucht. Der Innenraum der 1929 geweihten Kapelle war vor wenigen Tagen durch einen Brand zerstört worden. Erst Mitte Mai waren umfangreiche Renovierungsarbeiten an Wänden, Decke und Altar abgeschlossen worden. Bischof Ackermann traf sich mit Mitgliedern des Kapellenvereins, Pfarrer Hermann Zangerle, und Bürgermeister Klauspeter Brill um sich selbst ein Bild von der Zerstörung zu machen.

Rudi Fuchs vom Kapellenverein berichtete dem Bischof von dem Brand und seinen Folgen. 19.000 Euro habe man gerade investiert und sei mal gerade vor zwei Monaten fertig geworden, illustrierte Fuchs die dramatische Situation. Pfarrer Zangerle stellte die Kapelle als einen gelebten „Ort von Kirche“ vor. Viele Gläubige aus der ganzen Umgebung pilgerten übers Jahr hierher um zu beten.

Ein „gutes Zeichen“ nannte Bürgermeister Brill den Besuch des Bischofs in der ausgebrannten Kapelle. Viele Privatleute hätten sich schon gemeldet um beim Wiederaufbau zu helfen. Auch die Landesregierung und die Stadt Lebach wollten einen Beitrag leisten „den Pilgerort und das Kulturdenkmal“ wieder herzurichten.

Bischof Ackermann zeigte sich betroffen von den Schäden. Pfarrer Zangerle sprach die Hoffnung aus, dass die Kapelle zum 90-jährigen Weihejubiläum nächstes Jahr an Maria Himmelfahrt wieder hergestellt sein könnte. Zu diesem Jubiläum sagte Bischof Ackermann spontan sein Kommen zu.

(red)

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Saarbrücken bistum-trier Bischof Pfarreien Vermischtes Wallfahrten/ Pilgern
news-92311 Mon, 13 Aug 2018 15:25:30 +0200 Ein Café zum Mitmachen und Mitbestimmen http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/ein-cafe-zum-mitmachen-und-mitbestimmen/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/6/c/csm_Rockwiese2018_SebastianBiewer_792574fb8b.jpg" width="150" height="113" alt="" />Das Café Exodus, ein Jugendkulturtreff in der Innenstadt von Saarbrücken hat seit Beginn des neuen Schuljahres seine Türen wieder geöffnet. Die Vorbereitungen für die Rockwiese laufen.  

Saarbrücken – Mit Beginn des neuen Schuljahrs hat auch das Café Exodus in der Innenstadt von Saarbrücken, ganz in der Nähe zum Rathaus wieder seine Türen geöffnet. Seit vielen Jahren ist das Café Anlaufpunkt für Schüler und Jugendliche; ein Ort, an dem sie sich nicht nur in einer geschützten Atmosphäre treffen und abhängen können, günstige Getränke und immer ein offenes Ohr finden. Hier dürfen sie auch selbst Verantwortung übernehmen.

In verschiedenen Arbeitskreisen (AK) tun sich die Jugendlichen zusammen, um Themen, die sie interessieren auf ihre selbst erwählte Art und Weise umzusetzen. So gibt es beispielsweise den AK Café, der kulinarische Abende im Café Exodus organisiert. Die Jugendlichen suchen sich Rezepte heraus und kochen gemeinsam für sich und andere. Der AK Film organisiert neben Filmabenden auch den Kurzfilmwettbewerb „Bandsalat“. Der größte Arbeitskreis ist aber der AK Rock, der schon seit 18 Jahren während des Saarbrücker Altstadtfests die Rockwiese hinter der Hochschule für Musik organisiert.

„Ich bin jedes Jahr aufs Neue begeistert, was in jungen Menschen drinsteckt“, sagt Hannan Chalabi, die seit drei Jahren hauptamtlich im Café Exodus arbeitet. „Ich finde es sehr bedeutsam, dass junge Menschen sich ehrenamtlich so für eine Sache aufopfern können. Die Rockwiese ist das Event! Dafür wird alles stehen und liegen gelassen, dafür nimmt man sich Urlaub, da konzentriert man sich nur auf die Rockwiese.“ Die Hauptamtlichen, Hannan Chalabi als pädagogische Fachkraft und Maximilian Schmitt, Gemeindereferent und Leiter des Cafés kümmern sich vor allem um die bürokratischen Dinge: Sie stehen in Kontakt mit den Verantwortlichen der Stadt und erstellen beispielsweise die Lage- oder Fluchtpläne. Um die Inhalte des AK Rock kümmern sich dagegen die Jugendlichen.

Die Vorbereitungen für die nächste Rockwiese laufen meistens noch während des Altstadtfests an. „Wir fangen schon am Freitag, wenn das Altstadtfest beginnt, an rum zu spinnen: ‚Man könnt doch nächstes Jahr mal…‘“, erzählt Chris Kolb, der selbst gar kein Schüler mehr ist. Er ist mittlerweile Elektriker-Meister, aber immer noch regelmäßig im Café Exodus und schon seit vielen Jahren Mitglied im AK Rock. „Wir überlegen schon direkt, was wir anders machen könnten als beim letzten Mal“, erklärt er, „Wir tragen auch Ideen zusammen, was cool wäre und wir noch gar nicht gemacht haben. Dann denken wir drüber nach, was ist realisierbar und versuchen das umzusetzen.“ Ideen gibt es jede Menge: Zum Beispiel Festival-Bändchen, die mit etwas Vorlauf auch realisierbar waren und seit zwei Jahren fest zur Rockwiese dazugehören.

 

Einer der wichtigsten Punkte während der Vorbereitung ist die Auswahl der Bands. Die freien Plätze an den drei Tagen des Altstadtfestes werden jedes Jahr öffentlich ausgeschrieben. „Die Bands bewerben sich und wir suchen zusammen aus, wer ist gut, wer ist schlecht und wer darf spielen“, erläutert Chris das Verfahren. Zwischen 50 und 100 Bands, in manchen Jahren sogar 200 Bands aus ganz Deutschland, aber auch aus Luxemburg oder Frankreich bewerben sich. Besonderer Fokus liegt dabei aber vor allem auf Nachwuchsbands, oder Bands, die rein weiblich besetzt sind. Außerdem versuchen die Jugendlichen auch die Partnerstädte Saarbrückens mit einzubeziehen: 2018 waren sowohl eine Band aus dem französischen Nantes und eine aus der Hauptstadt Georgiens, Tiflis dabei. Dass der Städtepartnerschaft in der Jugendarbeit ein solcher Stellenwert eingeräumt wird, darauf ist das Café Exodus besonders stolz. Die Partnerschaft mit den beiden Städten soll zukünftig noch weiter ausgebaut werden.

„In den letzten Jahren sind wir auf jeden Fall professioneller geworden“, blickt Hannan zurück. „Wir bemühen uns jedes Jahr, das, was gut und was schlecht gelaufen ist, zu reflektieren.“ Dafür wird die erste Sitzung des AK nach der Rockwiese genutzt. Wenn jemandem etwas aufgefallen ist, dann schreiben sich die Jugendlichen und die Hauptamtlichen das auf und versuchen Lösungen zu finden, wie man es beim nächsten Mal besser machen kann. Das fängt bei den T-Shirts an, die alle bekommen, die bei der Rockwiese mithelfen, und die während des Altstadtfests auch verkauft werden. „Wir hatten alte T-Shirts gefunden, weiße blanko Shirts, auf die mit Edding ‚Rockwiese Exodus‘ draufgeschrieben wurde“, erzählt Gemeindereferent und Leiter des Café Exodus, Maximilian Schmitt. Mittlerweile sind es T-Shirts aus Öko-Baumwolle, die professionell bedruckt werden.

Für Schmitt war es die erste Rockwiese, die er als Leiter miterleben durfte. „Ich bin total begeistert von dem AK, allen Helfern und den Exoduslern, wie sie das gemeistert haben. Großen Respekt für die tolle Zusammenarbeit!“ Für ihn sei es besonders beeindruckend, wie viele Gruppen durch die Rockwiese erreicht werden: „Die jungen Musiker, denen wir eine Möglichkeit geben zu spielen, den Jugendlichen, denen wir ermöglichen, quasi ein kleines Festival zu organisieren und die eine Möglichkeit haben, sich in der Stadt zu engagieren.“ Darin steckt für den Gemeindereferent auch die Christliche Haltung des Café Exodus. Nicht nur stehe man den Jugendlichen und allen, die bei der Rockwiese mithelfen und am Altstadtfest vorbeikommen mit einer großen Offenheit und einem offenen Menschenbild gegenüber, „wir befähigen ja auch junge Menschen und junge Musiker zu Teilhabe und bieten ihnen die Möglichkeit, sich einzubringen – theologisch würde man sagen, wir ermöglichen eine Menschwerdung oder Selbst-Werdung“, erklärt er. „Das ist auch im Sinne des Evangeliums zu sehen: Wer bin ich? Was hab ich hier für einen Auftrag in der Welt? Und was kann ich für die Gesellschaft oder das größere Ganze beitragen, um die Welt ein Stück besser oder schöner zu machen?“

Das Café Exodus ist Montag, Dienstag und Donnerstag von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet, Mittwoch von 14.00 Uhr bis 21.00 Uhr und Freitag von 13.00 Uhr bis 22.00 Uhr. Die Arbeitskreise treffen sich in der Regel Mittwochabend, oder nach Absprache. Jugendliche, die im Café Exodus und den AKs mitmachen möchten, sind jederzeit herzlich willkommen.

Weitere Informationen: www.cafe-exodus.de oder facebook.com/CafeExodus

(dh)

 

 

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Saarbrücken bistum-trier Jugend Kultur
news-92210 Fri, 10 Aug 2018 09:00:00 +0200 948 Kinder, Jugendliche und Erwachsene beraten http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/948-kinder-jugendliche-und-erwachsene-beraten/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/7/f/csm_LB_NK_01_a59dcbeb14.jpg" width="150" height="82" alt="" title="Logo Lebensberatung NK" />948 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben 2017 Angebote der Lebensberatung Neunkirchen in Anspruch genommen. Neunkirchen – 948 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im vergangenen Jahr das Angebot der Lebensberatung Neunkirchen des Bistums Trier in Anspruch genommen. Gerade einmal 8 weniger als noch im Jahr 2016. 442 weitere Personen nahmen an Elternkursen, offenen Sprechstunden oder Weiterbildungen der Lebensberatung teil, das weist der Jahresbericht 2017 aus.

Die wichtigsten Themen bei den Kindern und Jugendlichen waren: Partnerschaftskonflikte der Eltern, Trennung und Scheidung, Probleme durch inkonsequentes Erziehungsverhalten, Erschöpfung und Überlastung der Eltern sowie die psychische Erkrankung von Mutter oder Vater. 48 Prozent aller beratenen Kinder und Jugendlichen lebten nicht in ihrer Ursprungsfamilie. Die Erwachsenen kamen am häufigsten mit folgenden Themen in die Beratung: Belastung durch traumatische Erlebnisse, Depression, Kritische Lebensereignisse und Verlusterlebnisse, Selbstwertproblematik und Kränkungen sowie Probleme durch körperliche Erkrankungen oder Behinderungen. Die durchschnittliche Beratungsdauer für einen abgeschlossenen Fall lag bei etwas mehr als 11 Stunden. 2015 waren es noch etwa neun Stunden pro Fall.

Das Fachberatungsteam um Diplom-Soziologe Martin Ludwig, dem Leiter der Lebensberatung, hat auch im vergangenen Jahr regelmäßig zusätzliche Sprechstunden in der Ottweiler Kindertagesstätte Lehbesch und im Neunkircher „Momentum“ angeboten. Hier bestehe die Möglichkeit, sich ohne Terminvereinbarung beraten zu lassen. Zusätzlich zum normalen Beratungsangebot bietet das Beratungsteam Mediation als Verfahren zur Konfliktregelung bei Familien- und Partnerschaftsproblemen an. Für Fachkräfte der Jugendhilfe sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im medizinischen Dienst oder in Bildungseinrichtungen wird eine fachliche Beratung bei der Einschätzung von Kindeswohlgefährdung angeboten. Für traumatisierte Flüchtlinge bietet das Team eine Erststabilisierung an. Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit werden durch Weiterbildung und Supervision unterstützt. Das Angebot in der Flüchtlingsarbeit erfolgt zusätzlich zum Regelangebot und wird durch das Bistum Trier extra finanziert.

Für Ratsuchende ist das Angebot kostenfrei. Die Arbeit der Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle kostete im vergangenen Jahr rund 308.000 Euro, finanziert zu 52 Prozent durch den Landkreis Neunkirchen, zu 43,3 Prozent durch das Bistum Trier und 4,7 Prozent durch die Stadt Neunkirchen.

Die Lebensberatung Neunkirchen befindet sich in der Hüttenbergstraße 42, Telefon 06821-21919. E-Mail: lb.neunkirchen@bistum-trier.de

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Beratung
news-92209 Thu, 09 Aug 2018 14:35:23 +0200 Studie bestätigt positive Wirkung von Erziehungsberatung http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/studie-bestaetigt-positive-wirkung-von-erziehungsberatung-1/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/9/a/csm_LB_MZG_01_dc953d05dd.jpg" width="150" height="82" alt="" title="Logo Lebensberatung Merzig" />1038 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im letzten Jahr die Lebensberatung des Bistums Trier in Merzig aufgesucht. Das weist der jetzt veröffentlichte Jahresbericht aus. Merzig – 1038 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im letzten Jahr die Lebensberatung des Bistums Trier in Merzig aufgesucht. Das waren fast 200 weniger als noch im Jahr 2016. Zusätzlich nahmen 116 Erwachsene, Kinder und Jugendliche an weiteren Angeboten der Lebensberatung wie Elternkursen, offenen Sprechstunden oder Weiterbildungen teil. Das geht aus der aktuellen Statistik der Lebensberatung Merzig für das Jahr 2017 hervor.

Im Blickpunkt des Jahresberichts steht die Unsicherheit vieler Eltern bezüglich der Erziehung ihrer Kinder. „Heutzutage sind Eltern besser denn je informiert über Erziehung und Entwicklungsschritte ihrer Kinder“, erklärt Kerstin Berlich, Diplom-Psychologin bei der Lebensberatung Merzig. „Es gibt viele Erziehungsratgeber, die ihnen sagen, in welchem Alter ihr Kind was können sollte und was in diesem Lebensabschnitt bezüglich der Erziehung zu beachten ist. Weicht ein Kind von dieser Norm ab, erzeugt das häufig Angst und Unsicherheit.“ Wichtig sei aber vor allem, dass die Eltern eine sichere Bindung zu ihren Kindern hätten. Sie sollten auf das Vertrauen, womit sie selbst gute Erfahrungen im Leben gesammelt hätten. Dazu gehöre auch, Kinder mit einem großen Spektrum an Gefühlen, wie zum Beispiel Ärger, Wut und Traurigkeit zu konfrontieren. „Es gibt eine zu große Anspruchshaltung der Eltern an sich selbst, dass immer alles gut klappen muss, was jedoch unrealistisch ist“, so Berlich. „Je sicherer die Eltern, desto sicherer die Kinder und je entspannter die Eltern, umso mehr Ruhe kommt in den Erziehungsalltag.“

Neben Unsicherheit in der Erziehung kamen die Menschen, die die Lebensberatung in Merzig 2017 aufgesucht hatten, aus unterschiedlichen Gründen; bei Kindern und Jugendlichen waren die wichtigsten Themen Umgangs- oder Sorgerechtsstreitigkeiten, Eltern-Kind-Konflikte oder Trennung oder Scheidung der Eltern. Etwa 54 Prozent der Kinder und Jugendlichen leben nicht in ihrer Ursprungsfamilie. Erwachsene, die in die Lebensberatung kamen, hatten am häufigsten Probleme mit einer dysfunktionalen Interaktion oder Kommunikation, mit Umgangs- oder Sorgerechtsstreitigkeiten oder mit kritischen Lebensereignissen sowie Verlusterlebnissen. Die Beratungsdauer betrug bei rund 44 Prozent der Fälle bis zu drei Stunden, etwa 33 Prozent zwischen vier und zehn, und knapp 24 Prozent benötigten mehr als 10 Stunden.

Ergänzend zu denen, die in die Beratungsstelle kamen, haben 6 Kinder und Jugendliche sowie 7 Erwachsene das Angebot der Online-Beratung im Bistum Trier genutzt.

Die Arbeit der Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums Trier kostete im vergangenen Jahr rund 330.000 Euro, finanziert zu 45,6 Prozent durch den Landkreis Merzig-Wadern und zu 54,4 Prozent durch das Bistum Trier. Für Ratsuchende ist das Angebot kostenfrei.

Die Lebensberatung Merzig befindet sich in der Trierer Straße 20, Telefon 06861-2549 oder 74847

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Beratung
news-92203 Thu, 09 Aug 2018 11:56:07 +0200 Gute Verbindung zwischen Pfarrei und Benediktinerabtei http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/gute-verbindung-zwischen-pfarrei-und-benediktinerabtei/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/c/3/csm__MG_1130_d81f02d2a4.jpg" width="150" height="100" alt="" />Die Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey übernimmt von der Kirchengemeinde St. Mauritius die Pfarrkirche und die dazu gehörenden Gebäude und Grundstücke. Trier/Tholey – Die Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey übernimmt von der Kirchengemeinde St. Mauritius die Pfarrkirche und die dazu gehörenden Gebäude und Grundstücke. Bisher hatte die Abtei die Nutzungsrechte. Ein entsprechende Vereinbarung haben der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann, Abt Mauritius Choriol sowie der Verwaltungsratsvorsitzende Andreas Bock und Verwaltungsratsmitglied Wolfgang Wahl für die Kirchengemeinde bereits im Winter in Trier unterzeichnet. Nun liegt auch die erforderliche Erlaubnis der römischen Kleruskongregation für die Übertragung der Gebäude vor. Die Benediktinerabtei hat im Zuge des Eigentumsübergangs die Baulast an der Abtei- und Pfarrkirche übernommen und eine umfassende Renovierung zugesichert.

Bischof Ackermann zeigte sich erfreut über die Kooperationsvereinbarung: „Die Verbindung zwischen dem Bistum und dem Kloster, das eine der ältesten Klostergründungen auf deutschem Boden ist, war von jeher eng. Seit 1950 gibt es Vereinbarungen, die die Zusammenarbeit regeln. Nun war es an der Zeit, die Verträge zu aktualisieren und die Nutzung der Kirche für die Pfarrei weiterhin sicherzustellen.“

Mit dem Kooperationsvertrag sollen die pfarrliche Nutzung der Kirche und weiterer Räume der Abtei geordnet und eine gute Kooperation zwischen der Benediktinerabtei und der Kirchengemeinde gesichert werden. Dazu wird eine Kommission eingerichtet, der von Seiten der Kirchengemeinde Tholey St. Mauritius der Vorsitzende und ein weiteres Mitglied des Verwaltungsrates sowie ein Mitglied des Pfarrgemeinderates angehören, von Seiten der Benediktinerabtei der Abt und zwei Mitglieder des Konventes.

An der Unterzeichnung nahmen außerdem der Trierer Generalvikar und frühere Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft „Am Schaumberg“, Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, und Bruder Wendelinus Naumann OSB von der Abtei Tholey teil. Am 8. Dezember 1949 wurde die Abtei, die in der Säkularisation 1792 aufgehoben wurde, durch die Religiosenkongregation unter Papst Pius XII. wiedererrichtet und von Mönchen der Trierer Abtei St. Matthias neu besiedelt. Die Kirche des Hl. Mauritius ist seit der Wiedererrichtung der Abtei zugleich Pfarr- und Abteikirche.

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Saarbrücken bistum-trier Information Orden Pfarreien
news-91330 Tue, 10 Jul 2018 08:39:00 +0200 Von der Pfeife bis zur Glühbirne http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/von-der-pfeife-bis-zur-gluehbirne/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/d/csm_LebensWertArbeit_Berufe_DietmarSchomer_dh_75e0ff8e1a.jpg" width="150" height="112" alt="" />Seit mehr als 40 Jahren baut und repariert Dietmar Schömer Orgeln im Saarland, Rheinland-Pfalz, aber auch in anderen Teilen Deutschlands und sogar der ganzen Welt. Saarbrücken – Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, dann hätte Dietmar Schömer eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht. Doch der 62-Jährige ist Orgelbauer geworden. Seit mehr als 40 Jahren baut und repariert er Orgeln im Saarland, Rheinland-Pfalz, aber auch in anderen Teilen Deutschlands und sogar der ganzen Welt.

„Mein Vater hatte eine Schreinerei gehabt. Als Kind war ich immer in seiner Werkstatt, das war mein Leben“, erzählt Schömer. „Mein Vater wollte aber, dass ich einen ordentlichen Beruf lerne.“ Als er am ersten Tag seiner Ausbildung zum Industriekaufmann das Großraumbüro gesehen hatte, in dem er künftig hätte arbeiten sollten, wusste er, dass das nichts für ihn sei. Ein Freund erzählte ihm von einer Orgelbaufirma und nach einem ersten Besuch dort war klar: „Das ist mein Beruf! Aber es war schon immer mehr Berufung.“

Dietmar Schömer lernte nicht nur wie eine Orgel aufgebaut ist und funktioniert, wie man sie reinigt und stimmt, sondern auch wie man eine Orgel baut. „Orgelbau ist so vielfältig: Da ist Mechanik drin, Technik, Elektronik, man muss löten können, schweißen, Holzarbeiten sowieso“, erzählt er. Wenn er eine Orgel baut, macht er so gut wie alles selbst. Jede Pfeife ist von Hand gefertigt. Er gießt das Material selbst, schweißt die Einzelteile zusammen und haucht den Pfeifen schließlich Leben ein. Doch das Geschäft der Orgelbauer ist nicht mehr so gefragt wie noch vor einigen Jahrzehnten. „Es ist immer mehr zurückgegangen und immer weniger zu tun als vorher. Neubauten fast gar nicht mehr, nur noch Reparatur und Instandhaltung.“ Dafür reist er aber immer noch durch die halbe Republik. Bis Düsseldorf hinauf fährt er mit der Firma, die er um die Jahrtausendwende herum gegründet hat, um Orgeln zu reparieren. „Am Schönsten ist es, wenn man sie auseinanderbaut, um sie zu reinigen und dann Stück für Stück wieder zusammensetzt und die ersten Töne erklingen!“

Dietmar Schömer ist nicht nur leidenschaftlicher Orgelbauer, sondern seit ein paar Jahren auch Hausmeister in der Pfarrei St. Martin in Saarbrücken. Dabei kommt ihm sein breites handwerkliches Fachwissen sehr zugute: „Als Hausmeister muss man vor allem auf die Sicherheit achten, das ist das Wichtigste. Morgens mache ich immer meine Rundgänge und kontrolliere, ob alles in Ordnung ist. Ich kontrolliere auch die Heizungen in der Kirche, auch im Sommer, ob die Wasserleitungen keimfrei sind, und so weiter. Und dann stehen die laufenden oder auflaufenden Arbeiten an.“ Neben den alltäglichen Aufgaben, bekommt er von Pfarrer Matthias Holzapfel auch besondere Aufträge. „Im Moment bin ich Maler“, sagt Schömer lachend. In der Sakristei der Kirche St. Katharina in Bübingen hat der Hausmeister und Orgelbauer zwei Räume im ersten Stock ausgeräumt, die zu einem kleinen Museum umgebaut werden sollen. Andere Aufgaben stößt Schömer schon auch mal selbst an. Als er eine alte Granathülse in der Garage gesehen hatte, wollte er wissen, was damit sei. Die Granate war im Krieg im Chorraum eingeschlagen. „Wir haben drüber gesprochen und er wollte sie unter das Allerheiligste in der Kirche stellen. Dann hab ich gesagt, ich baue einen Kasten so wie der Altar aussieht. Da hatte ich freie Hand. So wie ich mir das vorstelle, darf ich es meistens auch machen.“

(dh)

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news-91010 Wed, 27 Jun 2018 14:13:33 +0200 Caritasverband Schaumberg-Blies hilft Menschen mit Suchterkrankungen http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/caritasverband-schaumberg-blies-hilft-menschen-mit-suchterkrankungen/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/c/csm_Brigg_PsychosozialerDienst_7a613410b8.jpg" width="150" height="84" alt="" />Mehr als 1.200 Menschen haben 2017 Kontakt mit dem Beratungs- und Behandlungszentrum des Caritasverbandes Schaumberg-Blies aufgenommen. Das geht aus dem jetzt vorgestellten Jahresbericht hervor. Neunkirchen – Mehr als 1.200 Menschen haben 2017 Kontakt mit dem Beratungs- und Behandlungszentrum des Caritasverbandes Schaumberg-Blies e.V. aufgenommen. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den das Zentrum jetzt vorgestellt hatte. Insgesamt seien die Zahlen der Klientinnen und Klienten sowie der Beratungskontakte im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben, sagte der Leiter Thomas Heib.

Zu dem Beratungs- und Behandlungszentrum in Neunkirchen gehören die beiden Fachdienste „DIE BRIGG“, die Beratungs- und Behandlungsstelle für Jugendliche und junge Erwachsene, sowie der „Psychosoziale Dienst“, der sich an Erwachsene richtet. Hauptaugenmerk der Fachdienste liegt dabei auf der Beratung und Behandlung von Suchterkrankungen. 2017 hatten sich beispielsweise mehr als 400 Klienten an DIE BRIGG gewandt. Dabei lag der Fokus der Suchtproblematiken im Gegensatz zum Vorjahr dabei auf Cannabinoiden, die von knapp zwei Dritteln genannt wurden. „Cannabis ist ein riesen Thema“, sagte Heib. Dies sei ein bundesweiter Trend. Dagegen habe „Pathologisches Spielen“ als genannte Suchtproblematik deutlich abgenommen: von 34 Prozent 2016 auf 18 Prozent im letzten Jahr. „Die Zahlen sind hier eher rückläufig, aber daraus ist noch kein Trend zu erkennen“, so Heib.

Im Fokus des diesjährigen Jahresberichts stand das Projekt „Begleitetes Wohnen in Gastfamilien“, das in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiert. „Ziel des Projektes ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen ein normales Leben zu ermöglichen“, erklärte Birgit Dabrowski, Sozialarbeiterin des Psychosozialen Dienstes des Caritasverbands Schaumberg-Blies e.V. Dabei kommen Menschen mit psychischen Erkrankungen, die „in stationären Einrichtungen fehl am Platz wären“, in Gastfamilien unter. So erläuterte Caritas-Direktor Schütz das Projekt. Im Landkreis Neunkirchen gibt es derzeit 14 solcher Gastfamilien, die insgesamt 17 „Gäste“ bei sich aufgenommen haben. Im Landkreis St. Wendel sind es 39 Gäste in 28 Familien.

„Für die Menschen ist es eine enorme Verbesserung der Lebensqualität, wenn sie in Gastfamilien leben, statt im Krankenhaus“, sagte Schütz. „Die Leute haben sich zum Teil so stark stabilisiert während ihrer Zeit in den Gastfamilien, dass ihre Medikation reduziert werden konnte.“ Familien, die sich als Gastfamilien bewerben wollen, müssen keine „klassische“ Familie nach dem Schema Vater-Mutter-Kind sein. „Es können Alleinerziehende sein, Familien ohne Kinder, Alleinstehende oder Rentner“, erklärte Dabrowski. Nach einem ersten Kontakt versuche sie und ihre Kolleginnen die potentiellen Familien näher kennen zu lernen, um abschätzen zu können, ob dort jemand aufgenommen werden könne. Nicht jede Familie, die sich bewirbt, sei geeignet. Sollte alles passen, helfe die Gastfamilie den Gästen aber enorm. „Die Menschen werden in fixe Tagesabläufe integriert und bekommen so eine Alltagsroutine. Sie wachsen so richtig hinein in das Familienleben.“ Wie lange jemand in einer Familie bleibt, sei ganz unterschiedlich. Manche lebten seit Beginn des Projekts in ihren Gastfamilien, andere hätten sich sogar so sehr stabilisiert, dass sie wieder ganz alleine leben könnten.

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Beratung Caritas / Soziales
news-91009 Wed, 27 Jun 2018 13:34:42 +0200 Missionarische Kirche: Durch das eigene Leben Vorbild sein http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/missionarische-kirche-durch-das-eigene-leben-vorbild-sein/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/0/d/csm_MissionarischKirche_YvonneUebel_dh_c70e8f0190.jpg" width="150" height="100" alt="" />Was heißt Mission heute? Darum ging es bei der Gesprächsrunde "Missionarisch Kirche sein" in Wiebelskirchen. Wiebelskirchen – „Bei der katholischen Kirche meint man oft, „Mission“ heißt, rauszugehen und die Menschen evangelisieren zu wollen“, sagt Claudia Busch, Gemeindereferentin in Wiebelskirchen. Zusammen mit Pastoralassistentin Yvonne Uebel hat sie zu einer Gesprächsrunde unter dem Thema „Missionarisch Kirche sein“ eingeladen. Anlass der Runde war der Besuch des Missionskreuzes aus Bolivien, dem Partnerland des Bistums Trier. Das Kreuz ist derzeit im ganzen Bistum unterwegs und macht gerade Station in Wiebelskirchen.

„Mission heißt aber im eigentlichen Sinne erst einmal, einen Auftrag zu haben“, fährt Gemeindereferentin Claudia Busch fort. Dieser Auftrag stellt sich ganz unterschiedlich dar und ist von Person zu Person unterschiedlich. Einer der Teilnehmer der Gesprächsrunde erzählt: „Wenn ich im Leben stehe, stehe ich da mit meinem Auftrag. Meine Mitarbeiter, aber auch meine Kunden wissen von mir, dass ich katholisch bin. Das reicht schon. Die Menschen wissen, wer ich bin und was mich ausmacht.“ Eine andere Teilnehmerin berichtet: „Ich versuche auch nach außen hin zu zeigen, dass ich katholisch bin und christlich handle.“

Dass der Begriff Mission immer noch negativ besetzt ist, mache die Arbeit damit sehr schwierig. Dabei habe sich das Missionsverständnis seit dem 2. Vatikanischen Konzil geändert. „Bis dahin ging man eigentlich davon aus, dass Mission nur in bestimmten Gebieten auf der Welt möglich sei“, erklärt Yvonne Uebel. Seit dem Konzil versuche man den Begriff neu zu definieren. „Mission ist weder geographisch eingeschränkt, noch etwas europäisches, das von hier aus in die Welt getragen wird“, erläutert Uebel. „Mission ist überall, wo wir leben und sie ist Aufgabe aller getauften Menschen, nicht nur einiger ‚Berufsmissionare‘“. Vor allem aber, betont sie, ist Mission nicht gewalttätig. „Mission geschehe heutzutage über den Dialog.“

Uebel nimmt bei ihrer Erläuterung, was Mission im heutigen Sinne heißt, Bezug auf Papst Paul VI., der „Stufen der Evangelisierung“ formuliert hatte. Die erste Stufe sei das eigene Lebenszeugnis. „Das kann sein, dass jemand fragt, warum handelst du so?“; nennt die Pastoralassistentin ein Beispiel. Darauf folge die Stufe des Wortes, das heißt, man erklärt als Christ, auf welcher Grundlage man handelt. „Mission heißt, sich an Jesus zu orientieren, auch daran, wo er hinging. Jesus, der zu den Armen ging, zu den Menschen an den Rändern der Gesellschaft. Seine Mission soll Vorbild sein.“ Diese ersten beiden Stufen lägen in der eigenen Hand der Menschen, sagt Yvonne Uebel. „Diese Stufen können wir selbst begehen. Die nächsten Stufen: ‚Zustimmung des Herzens‘ und ‚Sichtbarer Einstieg in die Gemeinschaft der Gläubigen‘, liegen nicht in unserer Hand; diese müssen die Menschen, die unser Lebenszeugnis sehen und unsere Worte hören, selbst nehmen.“ Für sie persönlich seien diese Stufen eine große Entlastung, gesteht die Pastoralassistentin. „Es tut gut, dass ich nicht ständig und bei allem von Gott sprechen muss, sondern dass ich durch das Beispiel, das ich mit meinem Leben gebe – so wie ich lebe – schon missionarisch bin. Das soll vor allem Freude machen.“

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Bolivienpartnerschaft Synode: Umsetzung
news-90946 Mon, 25 Jun 2018 13:28:23 +0200 Mehr Platz und Fördermöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/mehr-platz-und-foerdermoeglichkeiten-fuer-menschen-mit-behinderungen/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/a/f/csm_TagesforderstatteWeiskirchen_WBBrahm_dh_593d7a1745.jpg" width="150" height="100" alt="" />In Weiskirchen wurde die neue Tagesförderstätte der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria eingeweiht. Weihbischof Robert Brahm segnete die neuen Räume. Weiskirchen – Am Freitag, 22. Juni wurde in Weiskirchen die neue Tagesförderstätte der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria eingeweiht. 24 Menschen mit Behinderungen können hier werktags betreut werden. Der Neubau ist zugleich Erweiterung der Einrichtung um sechs Plätze und Umzug von Weierweiler nach Weiskirchen.

Aus Anlass der Einweihung feierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung, die Verantwortlichen der Trägergesellschaft St. Hildegardishaus gGmbH, eine Gesellschaft des Ordens der Kreuzschwestern in Bingen gemeinsam mit Weihbischof Robert Brahm, Pfarrer Leo Koch und Pfarrer in Ruhe Hans-Joachim Heider einen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in Weiskirchen. „Heute sind wir hier, feiern Gottesdienst, danken für den zurückgelegten Weg, und beten für alle, die mitgearbeitet haben und für alle, die hier leben und arbeiten“, sagte Weihbischof Brahm in seiner Predigt. „Die Kinder- und Jugendhilfe St. Maria ist ein Ort pädagogischen und pastoralen Handelns, ohne Menschen zu vereinnahmen. Es geht nicht darum, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu missionieren, sondern ihnen und ihrer Lebenswirklichkeit mit Respekt zu begegnen.“ Im Anschluss an den Gottesdienst segnete der Weihbischof die Räume der neuen Einrichtung.

Schwester Ancilla-Maria Ruf, Provinzoberin der Kreuzschwestern, die zur Eröffnung gekommen war, sagte während des Gottesdienstes: „Dies ist ein Ort, an dem der Grundauftrag der Kreuzschwestern, nämlich das Heilshandeln Gottes an den Menschen sichtbar gemacht wird.“ Als Geschenk für die neugebaute Einrichtung brachte Schwester Ancilla-Maria ein Kreuz mit. „Unsere Identifikation mit dem Kreuz besteht in der Solidarität mit den Ohnmächtigen, Schwachen und Ausgegrenzten. Ein Kreuz aufhängen heißt, ich will mich stark machen für alle, die ein Kreuz zu tragen haben.“

In der neugebauten Einrichtung werden Menschen, deren Behinderung sie derart beeinträchtigt, dass sie nicht in einer Behindertenwerkstatt arbeiten können, betreut. Ziel sei es, die „lebenspraktischen Fähigkeiten und die Mobilität dieser Menschen zu fördern bzw. zu erhalten“, heißt es auf der Homepage der Tagesförderstätte. Dazu wird den Menschen, die in die Tagesförderstätte kommen, ein geregelter Tagesablauf geboten. Im Neubau ist zudem ein Bewegungsbad integriert, das neue Möglichkeiten der Förderung eröffnet. Neben der aktiven Förderung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeit gibt es auch regelmäßige Therapieangebote in den Bereichen Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie.

Grund für den Neubau der Tagesförderstätte waren unter anderem der Platzmangel im alten Gebäude, sowie dessen baulicher Zustand. Insgesamt hat der Neubau etwa zwei Millionen Euro gekostet.

(dh)

 

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Saarbrücken bistum-trier Caritas / Soziales
news-90809 Thu, 21 Jun 2018 08:56:58 +0200 Unsere Tür ist immer offen http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/unsere-tuer-ist-immer-offen/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/0/5/csm_KABimWeltRaum_dh_216fe4f946.jpg" width="150" height="100" alt="" />Die Synode im Bistum Trier will, dass Kirche neu gedacht wird. In Saarbrücken wurde über drei Orte gesprochen, die schon lange nicht mehr „typisch“ Kirche sind. Saarbrücken – Die Synode im Bistum Trier will, dass Kirche neu gedacht wird. In Saarbrücken gibt es drei Orte, die schon lange nicht mehr „typisch“ Kirche sind: Das Café Exodus, der welt:raum am St. Johanner Markt und die Kirche der Jugend eli.ja. Bei einer Gesprächsrunde im welt:raum, zu der die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) jeden zweiten Dienstag einlädt, ging es um diese „Kirchorte“, ihre Rolle und ihr Blick auf die Synode.

„Ich habe am Anfang erstmal geguckt, wo sind wir hier eigentlich? Und nicht: Was will Kirche hier“, erklärte Martina Fries, Pastoralreferentin im Dekanat Saarbrücken und Leiterin des welt:raum, zu Beginn der Runde. „Ich habe versucht, die Logik des St. Johanner Marktes zu verstehen: Es gibt hier Kneipen, Restaurants, Cafés, die Leute gehen shoppen, es gibt Museen, hier finden Demos statt. Da versuchen wir Anknüpfungspunkte zu finden: Wir bieten auch Dinge zum Verkauf an, oder haben Ausstellungen. Hier ist alles so wie draußen, nur anders. Es gibt hier auch Themen, die es draußen nicht gibt.“ Das Besondere an diesem Kirchort sei, so Fries, dass Kirche hier in den Dialog tritt, mit den Menschen, mit dem Ort, dem Stadtteil und dem Sozialraum, in dem der welt:raum sich befindet. „Hier passiert nichts zum Selbstzweck, sondern es geht immer um den Anderen.“

Jugendpfarrer Christian Heinz hat mit seiner Kirche der Jugend eli.ja einen ganz anderen Kirchort. „Wir wuchern vor allem mit dem Raum, den wir haben“, sagt er. „Wir hatten irgendwann einmal den Slogan ‚Eine Kirche zu verschenken‘. Und genau das machen wir. Jeder, der die Kirche oder das Pfarrheim nutzen will, kann das machen.“ Zwei Wochen zuvor sei zum Beispiel eine Gruppe Schüler, die auf Pilgerschaft waren, da gewesen und hätte in der Kirche übernachtet. „So kommen wir mit vielen Gruppen in Kontakt, die zum Teil auch gar nichts mit der Kirche zu tun haben.“ Ein Beispiel dafür sei die Gruppe der Pfadfinder des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP), die von Mittwoch bis Freitag zwei Räume im Pfarrheim nutzt, obwohl sie kein christlicher Pfadfinderverbund sind. „Als bei uns in der Kirche eingebrochen wurde und die Kirche nicht mehr genutzt werden konnte, haben die Pfadfinder aber sofort gesagt: ‚Wir stellen euch ein Zelt auf, damit ihr eure Gottesdienste feiern könnt‘“, berichtet Christian Heinz von der spontanen Hilfe der Pfadfinder.

Mit Menschen, die erst einmal nichts mit Glauben oder Kirche zu tun haben, kommt auch Maximilian Schmitt, Gemeindereferent und Leiter des Café Exodus täglich in Kontakt. „Bei uns spielt es erstmal keine Rolle, wer da kommt. Unsere Tür ist immer offen.“ Oft werde das Schülercafé des Dekanats Saarbrücken mit Jugendzentren gleichgesetzt, doch so einfach ist das nicht, erklärt Schmitt: „Die Caritas ist beispielsweise auch eine kirchliche Einrichtung, aber da denkt nicht jeder gleich an Kirche. Bei uns steht auch nicht Kirche dran, aber ich als hauptamtlicher Mitarbeiter werde beispielsweise vom Bistum bezahlt. Wir sind für eine bestimmte Zielgruppe und bieten einen Ort, an dem die Jugendlichen aufschlagen können, wo sie aber auch Beratung finden und wo immer jemand da ist.“ Zudem bietet das Jugendkulturcafé den Jugendlichen die Möglichkeit der Selbstentwicklung, in dem sie nicht nur Verantwortung in gewählten Gremien im Café übernehmen können, sondern auch ihre eigenen Themen miteinbringen dürfen.

Im Blick auf die Synode sind die drei gespannt, was es auch für sie bedeutet, wenn alles auf den Prüfstein gestellt wird. Gleichzeitig setzen sie viele Hoffnungen in den Prozess: „Im Moment traut sich keiner zu tanzen“, sagte Christian Heinz, „weil alle Angst haben, jemandem auf die Füße zu treten. Da erhoffe ich mir, dass die Synode noch einmal frischen Wind reinbringt und die Menschen wieder Mut fassen.“

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Kirchliche Verbände Synode: Umsetzung
news-90784 Wed, 20 Jun 2018 13:47:09 +0200 Kirche als Teil eines großen Flickenteppichs http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/kirche-als-teil-eines-grossen-flickenteppichs/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/c/7/csm_CaritasGesprach_PatchWorkCity_190a109518.jpg" width="150" height="113" alt="" />Seit 2017 gibt es in Saarbrücken die Kampagne „PatchWork City“. Wie die Kirche in dieses Netzwerk passt, wurde bei der Diskussionsrunde „Caritas Gespräche“ diskutiert. Saarbrücken – Seit 2017 gibt es in Saarbrücken die Kampagne „PatchWork City“. Verschiedene Ämter der Stadt Saarbrücken kommen in diesem Projekt, das sich rund um die Vielfalt in Saarbrücken dreht, zusammen. PatchWork City arbeitet aber nicht nur allein, sondern mit vielen anderen Institutionen, Vereinen und Zentren zusammen, u.a. auch mit den Vertretern der Kirche in Saarbrücken. Wie die Kirche in dieses Netzwerk passt, wurde bei der Diskussionsrunde „Caritas Gespräche“ diskutiert.

„Es geht uns vor allem darum, die Ankunftsorte von Migranten zu stärken. Das geht nicht nur die Verwaltung der Stadt Saarbrücken etwas an, sondern alle Bürgerinnen und Bürger“, erläuterte Frank Schmitz von der Kampagne PatchWork City zu Beginn der Diskussion, die von Christian Otterbach vom Saarländischen Rundfunk moderiert wurde. „Wie bei einer Patchwork-Familie ist auch bei uns nicht immer alles nur schön und gut, sondern kann auch mal anstrengend sein“, sagte Schmitz. Neben Schmitz waren Irene Krohn vom Deutsch-Ausländischen Jugendclub Saarbrücken (DAJC), Albert Ottenbreit von der Wärmestube, Irene Portugall vom Lesben- und Schwulenverband Saar (LSVD) sowie Martina Fries, Pastoralreferentin und Leiterin des welt:raum am St. Johanner Markt anwesend. „Wir machen jeden Tag Patchwork“, sagte Krohn vom DAJC. „Zum Beispiel in unserer Zusammenarbeit mit dem Café Exodus. Über gemeinsames Tun entstehen Beziehungen und Freundschaften. Es ist uns sehr wichtig, dass wir diesen Austausch fördern.“ Irene Portugall konnte die Einschätzung, dass Patchwork-Arbeit oder das sogenannte Netzwerken nichts Neues seien, teilen. „Verknüpfungen gibt es schon sehr lange“, sagte sie. „Durch Verknüpfungen können wir eine Decke knüpfen, die uns ein gutes Miteinander gibt.“ Das helfe auch, Narben, die durch Ausgrenzung entstanden sind, zu heilen.

Wie groß die Vielfalt in Saarbrücken ist, konnte Albert Ottenbreit gut beschreiben: „Wir von der Wärmestube stehen natürlich erst einmal für eine bestimmte Gruppe: die Ausgegrenzten, die Wohnungslosen und Armen. Wir sind ein Teil und ein Patch dieser Stadt. Gleichzeitig gibt es bei uns junge Menschen, alte Menschen, Einheimische, Ausländer, Männer, Frauen. Diese große Vielfalt der Personen, die zu uns kommen, ist natürlich eine Herausforderung.“ „Es braucht Nähte, weil eine Stadt mit losen Patches nicht funktioniert“, sagte Frank Schmitz. Manche Dinge laufen bereits sehr gut und bedürften keines Eingreifens. „Dort wo Dinge schwerer laufen, sollte stärker eingreifen und nicht alles laufen lassen, aber nicht unter Zwang, sondern im Dialog miteinander.“ Patchwork betreffe jeden. Ottenbreit lobte die Unterstützung, die die Wärmestube von Seiten der Kirche erfahre: „Wir werden durch die Caritas, die Pfarrgemeinden immer aktiv unterstützt.“ Trotzdem forderte er, dass sich Kirche im Hinblick auf die Vielfalt in der Gesellschaft noch mehr öffnen müsse. Aus den Reihen der Zuhörer wurde die Synode des Bistums Trier gelobt, die versuche, dass Kirche sich noch stärker als bisher mit anderen Akteuren in der Gesellschaft zusammenschließt und gemeinsam handelt. Dabei solle der Blick aber nicht nur in Städte wie Saarbrücken gehen, wo Vielfalt offensichtlich wird. „Auf dem Land sind die Themen vielleicht anders, aber auch da muss man sich überlegen, wie man miteinander und zusammen leben möchte.“

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Caritas / Soziales Politik / Gesellschaft
news-89710 Mon, 14 May 2018 14:57:54 +0200 Ein Christ kann nicht nur zum Himmel starren http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/ein-christ-kann-nicht-nur-zum-himmel-starren/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/3/3/csm_LutwinusWallfahrt18_2_dh_47d7a146fb.jpg" width="150" height="100" alt="" title="LutwinusWallfahrt Mettlach 2018" />Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, hat an Christi Himmelfahrt die Lutwinus-Wallfahrt in Mettlach eröffnet. Mettlach – Der Botschafter des Heiligen Stuhls in Deutschland, der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, hat an Christi Himmelfahrt feierlich die 16. Lutwinus-Wallfahrt in Mettlach eröffnet. Zusammen mit Pfarrer Hans-Thomas Schmitt und Francois Erasmy, dem Dechant von Echternach in Luxemburg sowie zahlreichen weiteren Priestern aus der Umgebung von Mettlach zelebrierte der Nuntius das Pontifikalamt zur Eröffnung der Wallfahrtswoche.

Erzbischof Eterović ging in seiner Predigt auf das Tagesevangelium der Himmelfahrt Jesu ein. Nachdem Jesus in den Himmel aufgenommen wurde, wird den Jüngern laut der Apostelgeschichte die Frage gestellt: „Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“ „Für religiöse Menschen ist diese Frage eine Aufforderung, zu den täglichen Pflichten zurückzukehren und insbesondere das zu tun, was Jesus gesagt hatte“, erklärte der Erzbischof diese Stelle. „Auch für den heutigen Menschen bleibt das Evangelium auf die gleiche Weise bedeutsam.“ Gleichzeitig könne der Blick in den Himmel hilfreich sein, „um die Schönheit der Schöpfung zu entdecken und die Spuren des Schöpfers zu sehen.“

Eterović ging zudem darauf ein, dass in dem Evangelium bereits die Sendung des Heiligen Geistes an Pfingsten angedeutet wird: „Wir alle haben den Heiligen Geist nicht nur für uns empfangen, sondern auch, um anderen davon zu berichten“, sagte er. Wenn der Heilige Paulus schreibe, jeder von uns empfing die Gnade in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat, „so sind alle aufgerufen aktiv zu werden.“ Auch Papst Franziskus unterstreiche dies, indem er alle Christen auffordere, Heilige zu werden. „Heilig zu sein heißt, praktizierende Christen, eifrige Missionare des Evangeliums und überzeugte Zeugen Jesu Christi zu werden.“ So habe beispielsweise der Heilige Lutwinus gezeigt, dass ein Christ nicht passiv bleiben könne, also nur zum Himmel starren solle, sondern sich für die Verkündigung des Evangeliums und für die Förderung der menschlichen Person einsetzen solle, so Eterović. Der Apostolische Nuntius überbrachte den Lutwinus-Pilgern zudem die herzlichen Grüße von Papst Franziskus und erteilte ihnen den päpstlichen Segen.

Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Pfarrer Schmitt den Vertreter des Vatikans im Namen aller Pilger begrüßt, unter denen sich in der vollbesetzten Mettlacher Pfarrkirche auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans befand. Anschließend erhob Nuntius Eterović den Lutwinusschrein. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Mettlach trugen den Schrein, in dem sich die Reliquien des Heiligen Lutwinus befinden, durch die Kirche vor den Altar, wo er bis zum Ende der Wallfahrt zur Anbetung stehen wird. Die Mettlacher Wallfahrt dauert noch bis zum 19. Mai. Zum Abschluss der Wallfahrt findet ein weiteres Pontifikalamt statt. Dann wird Bischof Thomas Mar Antonius aus Pune in Indien den Gottesdienst mit den Pilgern feiern.

(dh)

 

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Saarbrücken bistum-trier Wallfahrten/ Pilgern
news-89709 Mon, 14 May 2018 14:34:56 +0200 Musik, Tanz, Chaos und Integration http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/musik-tanz-chaos-und-integration/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/6/7/csm_BeatOfLife_Abschlusskonzert_3_dh_d7534e00c1.jpg" width="150" height="100" alt="" title="BeatOfLife Abschlusskonzert Dillingen 3 dh" />Wie Musik verbindet, haben Jugendliche aus Dillingen mit Wurzeln in sechs verschiedenen Nationen beim Abschlusskonzert von „Beat of Life“ gezeigt. Dillingen – Musik verbindet. Das haben etwa 20 Jugendliche aus Dillingen, die ihre Wurzeln in sechs verschiedenen Nationen haben, beim Abschlusskonzert des Projekts „Beat of Life“ am Mittwochabend in der Stadthalle Dillingen gezeigt. Mit Besenstielen, Plastikeimern und anderen Alltagsgegenständen haben Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam Musik gemacht.

„Das Projekt ist über fünf Monate hinweg gewachsen“, erklärte Jörg Ries, Leiter der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral in Dillingen den rund 100 Zuschauern während des Abschlusskonzertes. „Es gibt seit Jahren Angebote für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund im Rahmen der Interkulturellen Woche, aber wir haben gesagt, wir müssen ein nachhaltigeres Angebot machen. Daraus ist dann das Projekt entstanden.“ In Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Saar-Hochwald e.V., dem Sozialpädagogischen Netzwerk der Arbeiterwohlfahrt Saar, der Stadt Dillingen und dem Landkreis Saarlouis hat die Fachstelle des Bistums Trier das musisch-kulturelle Integrationsprojekt ins Leben gerufen. „Die Jugendlichen sollten miteinander in Kontakt kommen, aufeinander zugehen und voneinander lernen“, beschrieb Ries die Idee, die hinter dem Projekt stand.

Während der fünf Monate trafen sich die Jugendlichen einmal pro Woche, um miteinander Musik zu machen: Mit Besenstielen, Eimern, Plastikbechern, Tonnen und anderen Alltagsgegenständen sollten sie kleine Stücke erarbeiten. Die Integrationsbeauftragte der Stadt Dillingen, Melanie Meiser, begleitete die Jugendlichen neben Jörg Ries: „Es lief nicht immer alles so wie geplant“, gestand sie. „Es war oft laut und chaotisch. Aber der Wendepunkt war, als die Jugendlichen klar hatten, das ist ihr Projekt, bei dem sie sich selbst mit ihren Talenten einbringen konnten.“ Neben der wöchentlichen Treffen, fand auch ein ganztägiger Kennenlerntag statt, bei dem es um Teambuilding, aber vor allem um die Lebensgeschichten der Jugendlichen ging: Wer bin ich und was macht mein Leben aus, waren die zentralen Fragen an diesem Tag. Die Ergebnisse haben die Jugendlichen aufgemalt. Die Bilder hingen während des Abschlusskonzertes an den Wänden der Stadthalle in Dillingen aus.

„Die Jugendlichen haben ganz viel aus ihrer eigenen Lebenswelt mitgebracht: Lieblingsmusik oder Rhythmen aus ihrer Heimat“, erzählte die Musikpädagogin Dr. Melanie Caspar. Sie war im Projekt für die Koordination der Musik verantwortlich, aber auch für den Tanz. Einige Jugendliche hatten ihr Talent im Tanz und weniger in Rhythmen und Musik gefunden und führten eine eigenständig erarbeitete Choreografie beim Abschlusskonzert vor.

Das Projekt Beat of Life wurde finanziell unterstützt von der Aktion Mensch, der Pfeiffer&May-Stiftung, der Aktion Wunschbaum, der Jugendstiftung des Bistums Trier sowie dem willkommen-netz, der Flüchtlingshilfe im Bistum Trier, Farben Klein, dem Landkreis Saarlouis und der Kreissparkasse Saarlouis.

(dh)

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Saarbrücken bistum-trier Information Jugend Kultur
news-89479 Mon, 07 May 2018 15:16:49 +0200 Zeit für eine gute Sache einbringen http://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/zeit-fuer-eine-gute-sache-einbringen/ <img src="http://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/1/f/csm_Ehrung_FSJ_Bufdi_18_SozialeLerndienste_dh_266d7828b8.jpg" width="150" height="100" alt="" />Mehr als 150 junge Menschen machen jedes Jahr ein Freiwilliges Sozial Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst im Saarland. am 7. Mai wurden sie für ihr Engagement geehrt. Neunkirchen – Mehr als 150 junge Menschen machen jedes Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst im Saarland über die Sozialen Lerndienste des Bistums Trier oder die Marienhaus Holding gGmbH. Am Montag, 7. Mai, wurden sie im Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen für ihr Engagement durch die beiden Träger sowie das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie im Namen der Landesregierung geehrt.

Alexandra Heinen Referatsleiterin in der Jugendabteilung des Sozialministeriums dankte den anwesenden Freiwilligen: „Der Freiwilligendienst ist eine ganz besondere Form des bürgerlichen Engagements. Wir als Gesellschaft brauchen Menschen, die sich engagieren. Sie werden dafür geehrt, dass Sie Ihre Zeit für eine gute Sache eingebracht haben.“ Es erfordere viel Mut, so die Referatsleiterin, den Schritt in einen solchen Dienst nach der Schule zu tun. Auch Peter Nilles, Leiter der Sozialen Lerndienste im Bistum Trier bestätigte dies: „Der Freiwilligendienst ist ein Weg weg von der Karriereautobahn“, sagte Nilles. Er lobte ebenfalls das große Engagement der jungen Männer und Frauen und betonte, dass diejenigen, die keinen Freiwilligendienst gemacht haben, viel von denen lernen können, die einen solchen Dienst machen.

Nilles wies außerdem auf das breite Angebot an Freiwilligendiensten hin, die von den Sozialen Lerndiensten, die sich in gemeinsamer Trägerschaft des Bistums Trier und des Caritasverbands für die Diözese Trier e.V. befindet, angeboten werden. So gebe es nicht nur „klassische“ Stellen, beispielsweise in der Pflege in Einrichtungen der Caritas. Das Projekt „Integration und Teilhabe“ habe beispielsweise zum Ziel, Freiwilligendienste für Geflüchtete zu ermöglichen und Geflüchteteninitiativen, bzw. Einrichtungen der Geflüchtetenhilfe durch Freiwilligendienste zu unterstützen. Zudem gebe es derzeit 15 Freiwillige aus Ländern wie Bolivien, Ruanda oder der Ukraine, die einen Freiwilligendienst im Bistum Trier absolvieren. Einer von ihnen ist David, der zurzeit einen Dienst in der Kirche der Jugend eli.ja macht und dort, sowie in der Marienschule in Saarbrücken, Pfarrer Christian Heinz unter die Arme greift.

Annika, die zurzeit einen Freiwilligendienst im Caritas SeniorenHaus St. Augustin in Püttlingen absolviert, zeigte sich mehr als zufrieden mit ihrem Dienst: „Ich bin in der Pflege tätig und muss da beispielsweise Betten herrichten oder Dinge anreichen. Je länger ich dabei bin, desto mehr Spaß macht es mir“, erzählte sie. Als sie angefangen hat, wurde sie im hauswirtschaftlichen Teil des Seniorenheims eingesetzt, doch sie wollte unbedingt in die Pflege. Dort gefällt es ihr sogar so gut, dass sie ab dem 1. Oktober eine Ausbildung im SeniorenHaus St. Augustin beginnen wird. Thomas Bömer fiel bei der Ehrung am Montag optisch aus dem Rahmen: Er ist bereits 56. Seinen Bundesfreiwilligendienst absolviert er im Bruder-Konrad-Haus in Saarbrücken, wo er acht Monate lang als Wohnungsloser gelebt hatte. „Ich war selbst einmal in dieser Situation und wollte jetzt etwas zurückgeben“, berichtete er. „Manche Bewohner kenne ich noch von früher, aber ich werde von allen akzeptiert, auch wenn sich meine Rolle jetzt natürlich geändert hat.“

(dh)

 

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Saarbrücken bistum-trier Caritas / Soziales Jugend