Bistum Trier - Redaktion Trier https://www.bistum-trier.de/ de-de Bistum Trier - Redaktion Trier Mon, 20 Jan 2020 10:22:52 +0100 Mon, 20 Jan 2020 10:22:52 +0100 Bistum Trier news-103157 Thu, 16 Jan 2020 08:36:52 +0100 Eine neue Perspektive auf ALLES https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/eine-neue-perspektive-auf-alles/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/0/c/csm_SoFiA_Magdalena_Gilla_ih_d371ea0d88.jpg" width="150" height="100" alt="" title="SoFiA Magdalena Gilla ih" />Magdalena Gilla hat ein Jahr lang bei den Pfadfindern in Bolivien gearbeitet. Unterstützt wurde das Ganze von den Sozialen Lerndiensten im Bistum Trier. Hüttigweiler/Cochabamba – Heftiger Jetlag, fünf kurze Wochen Auszeit, dann der Einstieg ins Medizinstudium mit straffem Zeitplan und Praktika: Seit Magdalena Gilla aus dem saarländischen Hüttigweiler bei Illingen vor knapp fünf Monaten nach Deutschland zurückgekehrt ist, hat sich ihr Leben verändert. Die 21-Jährige hat, unterstützt von den Sozialen Friedensdiensten im Bistum Trier (SoFiA), ein Jahr lang bei den Pfadfindern in Cochabamba (Bolivien) gearbeitet. Der Freiwilligendienst, den sie kurze Zeit nach dem Abitur antrat, hat ihr neue Perspektiven eröffnet.

Pfadfinderin ist sie schon „gefühlt ihr ganzes Leben“, erzählt Magdalena strahlend. Völlig neu war ihr die Arbeit also nicht bei den bolivianischen Pfadfindern der Asociación de Scouts de Bolivia (ASB) am Rande der Anden. „Die Pfadfinder sind eine internationale Vereinigung und die Grundidee ist überall auf der Welt die gleiche“, erklärt sie. Unterschiede gebe es lediglich bei der Umsetzung der Idee.

In der bolivianischen Öffentlichkeit präsent

Einer dieser Unterschiede sei beispielsweise die öffentliche Präsenz: „Während wir uns in Deutschland in der Regel je nach Altersstufe an verschiedenen Tagen treffen, gibt es in Cochabamba an jedem Samstag ein Treffen mit allen Pfadfindern an einem belebten, öffentlichen Platz, bevor sich die einzelnen Gruppen wieder trennen.“ Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder in ihrer typischen Uniform mit Hemd und Halstuch gehören dort ganz selbstverständlich zum Stadtbild dazu. „Man kann zum Beispiel beobachten, wie Wölflinge (sieben- bis elfjährige Pfadfinder) um Senioren herumflitzen und mit ihnen ins Gespräch kommen.“

In der Öffentlichkeit sichtbarer zu werden, ist nur eine Anregung neben vielen anderen, die Magdalena mit nach Deutschland gebracht hat. Zwar kann sie zurzeit wegen ihres Medizinstudiums an der Universität des Saarlandes in Homburg keine Gruppenleitung übernehmen, sie springt aber immer wieder ein, wenn Not am Mann ist. Dabei schöpfe sie aus „einem Schatz an bolivianischen Spielen und Ideen“ und lasse gern Erzählungen, Mitbringsel und Fotos in die Gestaltung der Gruppenstunden einfließen. Auch die sehr strukturierte Vorbereitung der Treffen, wie sie in Cochabamba üblich sei, habe sie zu schätzen gelernt. „Mein Blick auf die Pfadfinderarbeit im Generellen hat sich verändert.“  

Für eine bessere Zukunft

Bereits seit 1991 besteht die Partnerschaft zwischen dem Trierer Diözesanverband der Deutschen Pfadfinder Sankt Georg (DPSG) und der bolivianischen Asociación de Scouts de Bolivia. Ihr Motto „Wir bauen gemeinsam an einer besseren Zukunft" ist maßgeblich für den Austausch zwischen den jungen Europäern und Südamerikanern. Neben ihrem „Hauptprojekt Pfadfinder“ engagierte sich Magdalena deshalb noch in zwei weiteren Projekten. In einem Kinderhaus kümmerte sie sich um körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder und um Waisen. Darüber hinaus versorgte sie in einem Tierpark verletzte Wildtiere wie Papageien und Pumas oder Tiere aus Schmuggel und schlechter Haltung.

Die anfängliche Sprachbarriere hat Magdalena schnell überwunden. Nach einem dreiwöchigen Einzelsprachkurs in Bolivien hieß es dann einfach „learning by doing“. Inzwischen kann sich Magdalena fließend auf Spanisch unterhalten. Mit einer kleinen Einschränkung allerdings, verrät sie schmunzelnd: „Den Cochabamba-Dialekt hört man schon raus.“   

Besondere Freundschaften und neue Perspektiven

Der Kontakt zu ihren neu gewonnenen bolivianischen Freunden und anderen Mitfreiwilligen ist noch immer sehr rege. „Unter uns herrscht nochmal ein ganz anderes Verständnis. In schwierigen Momenten sind sie mir immer eine unglaubliche Stütze gewesen. Außerdem haben uns die gemeinsamen Erfahrungen, Abenteuer und viele der Seminare zusammengeschweißt. Während meines Freiwilligendienstes habe ich sehr besondere Freundschaften geschlossen, die hoffentlich noch lange halten werden.“

Reflektiert habe sie ihre Erfahrungen gleich nach ihrer Rückkehr nach Deutschland in einem Einzelgespräch mit SoFiA. Anschließend habe sie sich in einem fünftägigen Seminar mit anderen Freiwilligen austauschen können. In den vergangenen fünf Monaten seien ihr die sozialen und kulturellen Unterschiede zwischen den beiden Ländern „viel stärker ins Auge gefallen, als ich das gedacht hätte. Ich habe gelernt, dass viele Dinge, die für mich vorher ganz selbstverständlich waren, oftmals Privilegien sind, die wir vergessen haben wertzuschätzen.“ Darunter zählt sie etwa sehr gute Bildung, fließendes Trinkwasser, Zugverbindungen und schnelle Postwege. Ihr Fazit nach einem Jahr Freiwilligendienst in der viertgrößten Stadt Boliviens: „Ich habe eine neue Perspektive auf ALLES bekommen: Man lernt in einem Jahr eine neue Sprache, neue Leute und eine neue Kultur kennen. Und nebenbei leistet man einen sozialen Dienst. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, und nicht einfach für Work and Travel. Da würde mir einfach der Sinn fehlen.“

Im vergangenen Jahr haben 27 junge Frauen und Männer mit SoFiA einen Friedensdienst im Ausland geleistet. Wer noch in diesem Jahr mitmachen will, kann sich bis zum 21. Januar bewerben. Weitere Informationen gibt es auf www.sofia-trier.de und www.soziale-lerndienste.de.  

(ih)

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Trier bistum-trier Bolivienpartnerschaft Ehrenamt Jugend Vermischtes
news-103155 Wed, 15 Jan 2020 14:12:05 +0100 Dauerhaftes Verbot der Ausübung des priesterlichen Dienstes https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/dauerhaftes-verbot-der-ausuebung-des-priesterlichen-dienstes/ Die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom hat einem Priester des Bistums Trier, der sich seit 2003 im Ruhestand befindet, dauerhaft verboten, seinen priesterlichen Dienst öffentlich auszuüben und sich in der Öffentlichkeit als Kleriker zu präsentieren. Trier/Rom – Die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom hat einem Priester des Bistums Trier, der sich seit 2003 im Ruhestand befindet, dauerhaft verboten, seinen priesterlichen Dienst öffentlich auszuüben und sich in der Öffentlichkeit als Kleriker zu präsentieren. Der Priester, der seit Beginn seines Ruhestands nicht mehr im Bistum Trier lebt, hat sich in der ersten Hälfte der 1980er Jahre des sexuellen Missbrauchs an zwei Minderjährigen schuldig gemacht; im Fall eines Jugendlichen unter 16 Jahren des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs. Damals war er Pfarrer in einer Koblenzer Gemeinde. Der Priester hat den Missbrauch eingestanden.

Etwa zeitgleich mit der Bekanntgabe des römischen Strafdekretes Ende des vergangenen Jahres hat sich unabhängig davon eine weitere betroffene Person beim Bistum gemeldet. Aufgrund dieser Meldung hat das Bistum eine neue kirchenrechtliche Voruntersuchung gegen den Priester eingeleitet.

(JR)

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Trier bistum-trier Information
news-103148 Thu, 09 Jan 2020 13:06:27 +0100 „Ihr bringt nicht nur den Segen, ihr seid ein Segen“ https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/ihr-bringt-nicht-nur-den-segen-ihr-seid-ein-segen/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/a/5/csm_Sternsinger_Bruessel_ad964865ac.jpg" width="150" height="100" alt="23 Sternsinger aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien sind im Europaparlament von EU-Vizepräsident Rainer Wieland begrüßt worden. Die deutschen Sternsinger Janina, Sebastian (1. und 2. von links), Leon und Enie Charlotte (7. und 8. v. links) kommen aus der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner Land im Bistum Trier. (Foto: Ivan Put / Kindermissionswerk)" title="Sternsinger aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien sind im Europaparlament von EU-Vizepräsident Rainer Wieland begrüßt worden." />Sternsinger aus Gerolstein waren als deutsche Delegation zu Gast im Europäischen Parlament in Brüssel und überbrachten den Segenswunsch an Vizepräsident Rainer Wieland. Brüssel/Gerolstein – Sternsinger aus dem Bistum Trier haben am 8. Januar als deutsche Delegation Segenswünsche ins Europaparlament in Brüssel gebracht. Janina (12), Enie Charlotte (10), Sebastian (13) und Leon (14) aus der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner Land wurden von Rainer Wieland begrüßt, der einer der Vizepräsidenten des EU-Parlaments ist. Zur Delegation gehörten auch Sternsingergruppen aus Belgien, Italien, Österreich, Rumänien und Ungarn.

Wieland zeigte sich angesichts der Friedensbotschaften der 23 Mädchen und Jungen beeindruckt. „Ihr bringt nicht nur den Segen, ihr seid ein Segen mit eurem Engagement für Menschen, die ihr überhaupt nicht kennt.“ Die Mädchen und Jungen hatten sich im Vorfeld des Empfangs intensiv mit dem Thema Frieden beschäftigt. Jede Gruppe präsentierte selbst gestaltete Bilder und Friedensbotschaften. „Durch die Medien erfahren wir jeden Tag, dass Kinder in den Krieg ziehen müssen, dass Menschen wegen ihrer Religion Angst haben müssen, dass Kinder auf der Flucht einen viel zu langen und gefährlichen Weg auf sich nehmen müssen. Das darf in unseren Augen nicht sein“, stellte Sebastian stellvertretend für die deutschen Sternsinger heraus.

Im Einsatz für eine friedliche Gemeinschaft auf der ganzen Welt

„Wir Sternsinger sind Friedensbringer. Wir wünschen uns, dass auch Sie alle hier im Europaparlament sich für eine friedliche Gemeinschaft in Europa und in der ganzen Welt einsetzen!“, sagte Maria (13) aus Italien/Südtirol zu den anwesenden Abgeordneten. Im Anschluss an den Empfang schrieben die Sternsinger den Segen „20*C+M+B+20“ auch an die Bürotüren von Abgeordneten, die das wünschten. Zuvor hatten die Sternsinger bereits das Büro der COMECE, der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union, besucht und den Segenswunsch überbracht.

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion Dreikönigssingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mit den gesammelten Mitteln werden weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe unterstützt. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ auf www.sternsinger.de, Tel.: 0241-446124 und beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Tel.: 0211-4693155 und auf www.bdkj.de.

(red)

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Redaktion Trier RSS Feeds bistum-trier Ehrenamt Jugend Kirchliche Verbände Politik / Gesellschaft
news-103147 Thu, 09 Jan 2020 10:45:00 +0100 Mehr als Blumenschmuck und Kerzen https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/mehr-als-blumenschmuck-und-kerzen/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/c/b/csm_KuesterInnen_Fortbildungskurs_Dez_00240e2959.jpg" width="150" height="84" alt="Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fortbildungskurses in Sankt Thomas im vergangenen Dezember mit Ausbilder Achim Müller (hintere Reihe, 2. von links" title="Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fortbildungskurses in Sankt Thomas im vergangenen Dezember mit Ausbilder Achim Müller (hintere Reihe, 2. von links)" />Bis zum 13. Januar können sich Interessierte am Dienst als Küsterin oder Küster zum Ausbildungskurs anmelden. Trier/Koblenz/Saarbrücken – Blumenschmuck, der Umgang mit Kerzen, Denkmalpflege, liturgisches Wissen und vieles mehr gehören zu den Aufgaben von Küsterinnen und Küstern. Damit sie gut aus- und weitergebildet werden, bietet der Arbeitsbereich Liturgie im Bistum Trier auch im Jahr 2020 wieder Kurse für Küsterinnen und Küster an. Die Kurse vermitteln in praktischen Übungen und theoretischen Einheiten grundlegende Kenntnisse über gottesdienstliche Inhalte und Abläufe und bereiten auf die Küsterprüfung vor. Erfahrene Küsterinnen und Küster können sich zudem in Fortbildungen austauschen, ihre Praxis reflektieren und sich mit unterschiedlichen Themen vertieft beschäftigen.

Grundkurse und Fortbildungen finden jeweils von Montag bis Freitag statt. Die Kosten von 50 Euro für den Grundkurs und 20 Euro für den Prüfungskurs werden in der Regel von den Pfarreien getragen. Die Kosten von 40 Euro für die Fortbildungskurse tragen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst. Der nächste Grundkurs startet am 10. Februar im Bildungshaus St. Thomas. Anmeldeschluss ist der 13. Januar. Ein weiterer Grundkurs wird im September angeboten.

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular gibt es auf www.bistum-trier.de/liturgie/, per E-Mail an liturgie(at)bgv-trier.de oder per Telefon: 0651-7105374.

(aw)

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Redaktion Trier RSS Feeds bistum-trier
news-103144 Tue, 07 Jan 2020 14:31:28 +0100 Klimaschutz hat Vorfahrt https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/klimaschutz-hat-vorfahrt/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/c/1/csm_klimaschutzinitiative_77ef3583c9.jpg" width="150" height="75" alt="" title="Klimaschutzinitiative" />Das Bistum intensiviert noch einmal seine Förderung für Klimaschutz-Projekte und bietet Anreize für Kirchengemeinden Trier – Das Bistum Trier wird noch intensiver klimaschützende Projekte fördern. Dafür wurden die Klima-Fonds-Richtlinien und die dazu gehörigen Ausführungsbestimmungen überarbeitet und in der Januarausgabe des Kirchlichen Amtsblattes veröffentlicht (Art. 11 und 12). Das Bistum Trier hatte 2012 erstmalig den Klima-Fonds eingerichtet mit dem Ziel, den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen zu reduzieren und das schöpfungs- und klimaverantwortliche Handeln im Bistum Trier zu fördern. Aus dem Fonds werden Maßnahmen gefördert in Kirchengemeinden, in den Einrichtungen der KiTa gGmbH und des Bistums.

Eine wesentliche Änderung gegenüber der seit 2017 geltenden Richtlinie: „Das Bistum erhöht den Zuschuss für förderfähige Maßnahmen, deren Kosten 2.600 Euro überschreiten, von 10 auf 30 Prozent“, erklärt die Klimaschutzmanagerin des Bistums, Charlotte Kleinwächter. Außerdem könnten nun auch andere Projekte und Maßnahmen gefördert werden, etwa die Anschaffung von Stromspeichern zur Speicherung selbst erzeugten Ökostroms, von körpernahen Heizsystemen wie Infrarot- oder Sitzbankheizungen oder auch die technische Überarbeitung der Heizungssteuerungs- und Lüftungstechnik. Gefördert werden jetzt auch Maßnahmen zur Gebäudedämmung, die zu einem geringeren Primärenergiebedarf führen, als in der Energieeinsparverordnung (EnEV) gefordert, sowie die Gebäudedämmung in den Bereichen von Heizkörpernischen, Keller- oder Speicherdecken. Weitere Förderpunkte sind die technische Aufrüstung von denkmalgeschützten Bauteilen wie historischen Holzsprossenfenstern, Eingangstüren oder Portalen sowie die Dachbegrünung und Entsiegelung von befestigten Flächen.

Kirchengemeinden können Zuschuss von bis zu 75 Prozent erhalten

Kirchengemeinden und Einrichtungen, die sich an der Klimainitiative beteiligen, profitieren weiterhin vom sogenannten Anreizsystem. Bei diesen förderfähigen Maßnahmen, deren Kosten 2.600 Euro nicht überschreiten, wurde der Zuschuss sogar von 50 auf 75 Prozent erhöht.

„Mit der Überarbeitung der Klima-Fonds-Richtlinie konnte bereits die erste Maßnahme im Rahmen des seit September 2019 vom Bund geförderten Anschlussvorhabens Klimaschutzmanagement umgesetzt werden. Ich werte dies als Zeichen, dass dem Klimaschutz im Bistum Trier weiterhin Priorität eingeräumt wird“, so Kleinwächter.

Klimaschutz und ein nachhaltiger Umgang mit der Schöpfung sind seit langem ein wichtiges Anliegen des Bistums Trier. Schon 2009 traf die Bistumsleitung die Entscheidung, ein umfassendes Klimaschutzkonzept zu erstellen. Zuletzt wurden 2017 die ökologischen Leitlinien für das Bistum überarbeitet und konkrete Handlungsanweisungen für die kirchlichen Angestellten erlassen. Vorangetrieben wird das Thema im Bistum Trier unter anderem von der Diözesanen Kommission für Umweltfragen (DKU) und einer Klimaschutzmanagerin. Die DKU unterstützt ausdrücklich den Aufruf „Churches for Future“ des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit als Solidarität mit der weltweiten „Fridays for Future“-Bewegung.

 

Weitere Informationen gibt es auf www.energiebewusst.bistum-trier.de.

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Politik / Gesellschaft Schöpfung
news-103137 Tue, 31 Dec 2019 18:45:00 +0100 Kirche als einladende Gemeinschaft https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/kirche-als-einladende-gemeinschaft/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/a/a/csm_CF004080_21x30_quer_e3a19e3ccb.jpg" width="150" height="105" alt="" title="BischofAckermann_quer" />Bischof Ackermann hat an Silvester über den Gestaltwandel der Kirche gepredigt. Trier - Die Kirche als eine einladende Gemeinschaft, zu der eine durchaus gestufte Bindung denkbar ist: Dieses Bild hat Bischof Dr. Stephan Ackermann an Silvester 2019 im Trierer Dom gezeichnet. Denn Jesus sei es vor aller persönlicher Unterstützung und Anhängerschaft darum gegangen, dass möglichst viele Menschen für ihr Leben Hilfe erfahren und dass Gottes Heil – auf welchen Wegen auch immer – in dieser Welt Raum gewinnt. „Auch in diesem Sinn wollen die Orte von Kirche in den Pfarreien der Zukunft Bewährtes erhalten und zugleich Neues möglich machen durch offenere Formen, die dazu einladen, mit Gott, der Botschaft Jesu und der Kirche in Berührung zu kommen“, erklärte Ackermann und hob damit ein wesentliches Element der geplanten Umsetzung der Diözesansynode hervor.

Ackermann hatte aus der Weihnachtsansprache 1969 des damaligen Regensburger Theologieprofessors Joseph Ratzinger unter dem Titel „Wie wird die Kirche im Jahr 2000 aussehen?“ zitiert und resümiert, in mancher Hinsicht hätten sich die Prognosen des späteren Papstes Benedikt XVI nicht erfüllt: etwa dass die Kirche nur noch eine kleine, in der politisch-gesellschaftlichen Diskussion irrelevante und verinnerlichte Kirche sei. Andererseits seien manche Vorhersagen eingetroffen: Kirchenbauten blieben leer; die Kirche sei stärker zu einer „Freiwilligkeitsgemeinschaft“ geworden, die auf „die Initiative ihrer einzelnen Glieder angewiesen ist“; und der Vorgang einer „Kristallisierung und Klärung“ koste viel Kraft und sei lang und mühsam. „Wir haben den Eindruck, dass sich der Prozess des Gestaltwandels der Kirche in den letzten Jahren beschleunigt hat. Heute wissen wir besser, was der Konzilstheologe Ratzinger damals geahnt hat“, sagte Ackermann.

Umbruchsituation trifft alle engagierten Katholiken

Der Bischof konkretisierte diesen „Blick zurück und nach vorne“ auf die Situation des Bistums und wandte sich gegen den Vorwurf, die Bistumsleitung würde mit der durch die Diözesansynode angestoßene Reform etwas ins Werk setzen, was ohne wirkliche Not bestehende und funktionierende Strukturen zerschlage. Er beleuchtete unter anderem die zurückgehende Zahl an Gläubigen, pfarrlich Engagierten sowie Priestern, Diakonen, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Ordensleute. Dabei, so betonte Ackermann, gehe es ihm nicht darum, „in den letzten Stunden des alten Jahres ein Untergangsszenario zu malen: Es geht um einen nüchternen Blick auf die Wirklichkeit und die Erkenntnis, dass die Umbruchssituation, die für wache Geister wie Joseph Ratzinger schon vor 50 Jahren erahnbar war, nun mit spürbarer Wucht jeden engagierten Katholiken in seinem alltäglichen Kirchenerleben trifft“.

Die weitreichenden Änderungen der Strukturen im Bistum in Folge der synodalen Beratungen seien „gerade nicht bloß eine defensive Strukturanpassung und Mangelverwaltung“, sondern favorisierten „eine Struktur, die einer neuen Qualität des kirchlichen Lebens dienen und für einen längeren Zeitraum funktionstüchtig sein soll“.

Schlüsselelement „Orte von Kirche“

Als Schlüsselelement für das künftige Leben in der Pfarrei nannte der Bischof das Konzept der sogenannten Orte von Kirche. Sie seien als Signal zu verstehen, dass die Kirche an konkreten Orten, in bestimmten Gruppen und Gemeinschaften lebt. „Die Idee der Orte von Kirche ist damit das genaue Gegenteil der Vorstellung von großen, anonymen XXL-Pfarreien, in denen alles zentralisiert wird. Die Orte von Kirche stehen für die Überzeugung, dass das konkrete kirchliche Leben vor Ort geschieht.“

Damit sei die Möglichkeit gegeben, bisherige wie auch neue oder außerpfarrliche Aktivitäten, Engagements und Initiativen zu integrieren. „So bieten die Orte von Kirche die Chance, dass Bewährtes weiterhin Platz haben soll und andererseits neue, niederschwelligere Formen entstehen.“ Für Ackermann hilft der Blick auf vielfältige Orte von Kirche zudem, der „Gefahr einer zu starken Binnenorientierung unserer Gemeinden zu wehren: Wir müssen doch ehrlicherweise bekennen, dass nicht wenige kirchliche Gruppen für diejenigen, die nicht dazu gehören, wie geschlossene Clubs wirken. Wo das so ist, müssen Gruppen jetzt schon die Erfahrung machen, dass sie über kurz oder lang aussterben“.

Diakonische und missionarische Kirche sein

Der Bischof erinnerte daran, dass im Lesungstext des 1. Johannesbriefs das Staunen darüber zum Ausdruck komme, dass Gott, der das Licht und das Leben der Menschen ist, auf dieser Erde erschienen ist. „Das Leben und die Botschaft vom Leben, das ‚Wort des Lebens‘, hat gesiegt, ohne Gewalt einzusetzen.“ Für den Briefschreiber und die Christen, die hinter ihm stehen, sei dies das kostbarste Geschenk, was sie sich vorstellen können. „Sie haben Jesus in einer Nähe und Greifbarkeit erfahren, die sie bis ins Innerste erfüllt“, und wollten diese Erfahrung nicht nur weitergeben, sondern „mithilfe dieser Botschaft Gemeinschaft knüpfen“. Denn diese Botschaft stifte Gemeinschaft, dränge danach, mit anderen geteilt zu werden, um Kreise zu ziehen und immer mehr Menschen an der Freude teilnehmen zu lassen, die sie schenkt. „Ohne die anderen bleibt die Freude des Glaubens unvollkommen.“ In dieser Haltung sei Kirche diakonisch und missionarisch zugleich.“

(JR)

Die Predigt können Sie hier im Volltext nachlesen.

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Trier bistum-trier Bischof Pfarreien Seelsorge Synode: Umsetzung
news-103135 Wed, 25 Dec 2019 10:45:00 +0100 Mensch zu werden ist für Gott nicht unter seiner Würde https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/mensch-zu-werden-ist-fuer-gott-nicht-unter-seiner-wuerde/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/e/5/csm_CF004073_21x30_quer_8b9ec44b1b.jpg" width="150" height="105" alt="" title="Bischof Dr. Stephan Ackermann" />Bischof Ackermann predigt zu Weihnachten über die Würde des Menschen und die Notwendigkeit zur Erneuerung Trier – Weihnachten ist das Fest des Lebens. „Dass uns Leben geschenkt ist, dass es uns überhaupt gibt und dass wir uns dessen bewusst sein dürfen, ist Grund zur Freude“ – trotz aller Belastungen und Ängste. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann im Festhochamt an Weihnachten (25. Dezember) im Trierer Dom betont. Diese Botschaft spreche Menschen in ihrer Dankbarkeit für das Leben wie in der Sehnsucht nach einem gelungen Leben weit über den Raum der Kirche und des Christentums hinaus an.

Trotz all der Leiden, die Menschen im Laufe der Geschichte durchmachen mussten, „trotz all der Scheußlichkeiten, die Menschen sich gegenseitig angetan haben und antun“, habe die kirchliche Gemeinschaft einen „grundpositiven Blick auf den Menschen“. Davon zeuge das über 1.500 Jahre alte Tagesgebet an Weihnachten mit den Worten, dass Gott den Menschen „in seiner Würde wunderbar erschaffen“ habe, erklärte der Bischof. Im Gebet werde aber auch die Notwendigkeit von Erneuerung gesehen; denn es wisse um die vielfache Verletzung der Würde des Menschen. „Das ist die Würde des Anderen, der womöglich von mir ausgegrenzt, erniedrigt oder missachtet wurde.“ Aber es gehe auch um die eigene Würde, hinter der ein Mensch zurückbleibe oder die er leichtfertig verspiele. Das Gebet bleibe also nicht beim Staunen über die Leistungen des Menschen stehen, sondern spreche im lateinischen Original von „reformare“: „Es sieht beim Menschen durchaus Reformbedarf; also Bedarf, zur ursprünglichen heilen Form und Größe zurückzukehren.“

Dies sei jedoch nicht einfach als Appell zu Besserung zu verstehen. Vielmehr stelle Gott den Menschen noch wunderbarer wieder her. Denn, so Ackermann, indem Gott selbst Mensch werde im Kind von Bethlehem, verbinde er sich immer enger mit seinem Geschöpf, bekenne sich immer wieder zu ihm: „Mensch zu werden, ist für Gott nicht unter seiner Würde!“

Jesus zeige mit seiner Botschaft und seinem Leben, zu welcher Höhe des Lebens der Mensch berufen ist: „zu nichts Geringerem als zur Liebe. Sie ist das Naheliegendste und zugleich Anspruchsvollste, zu dem der Mensch fähig ist“. Deshalb brauche es auch die Bitte um die Hilfe Jesu mit seiner göttlichen Kraft. „Wir bitten darum, dass Jesus uns zur wahren Höhe des Menschseins führt – durch sein Wort und Beispiel, aber auch indem er uns mit seiner inneren Kraft zur Hilfe kommt. Ansonsten blieben wir mit unseren Kräften heillos überfordert.“

Ackermann erinnerte daran, dass die Würde des Menschen, von der die Texte und Gebete des Weihnachtstags sprechen, nicht identisch sei mit der individuellen Leistungsfähigkeit eines Menschen: „Jedem Menschen – unabhängig von seiner körperlichen, geistigen oder sittlichen Stärke – kommt diese Würde zu.“ In dieser Haltung sollten Menschen einander begegnen.

(JR)

Die Predigt im Wortlaut finden Sie auf dieser Seite.

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Trier bistum-trier Bischof Seelsorge
news-103134 Tue, 24 Dec 2019 20:45:00 +0100 Weihnachtsbotschaft gibt Kraft zu Veränderung https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/weihnachtsbotschaft-gibt-kraft-zu-veraenderung/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/0/f/csm_dom_marienkapelle_krippe_detail_by_Heyen_d6d769cd56.jpg" width="150" height="89" alt="" />In der Christmette ermutigt Bischof Dr. Stephan Ackermann zu Veränderungen aus dem Glauben heraus. Trier – Bischof Dr. Stephan Ackermann ermutigt dazu, die notwendigen Veränderungen in Gesellschaft und Kirche aus der Weihnachtsbotschaft heraus anzugehen. „Wir leben in einer Welt, die der Erneuerung bedarf, der Kraft der positiven Veränderung, damit wir uns nicht gegenseitig blockieren und zerstreiten, damit gutes Leben für alle Menschen möglich wird, heute und morgen. Die Weihnachtsbotschaft weist uns den Weg“, sagte Ackermann in der Christmette (24. Dezember) im Trierer Dom.

Im Jahr 2019 seien viele Menschen auf die Straße gegangen, um sich für Veränderungen und Reformen einzusetzen, etwa in Venezuela, Hongkong oder im Partnerland des Bistums Bolivien. Ackermann nannte auch die jungen Leute weltweit, die freitags für den Klimaschutz demonstrieren, oder die Bewegung „Maria 2.0“. Gleichzeitig gebe es diejenigen, die gegen bestimmte Veränderungen und Reformen seien. „Oft stehen Gruppen und Kräfte in ihren Anliegen gegeneinander, und so kommt eine wirkliche Veränderung kaum voran.“ Deutlichstes Beispiel dafür seien die Verhandlungen um einen wirksamen Klimaschutz.

„Was gibt uns die Kraft zu positiver Veränderung, sodass wir gut und richtig leben können“, fragte der Bischof, „als einzelne, als Familien, als Gesellschaft, als internationale Gemeinschaft; und das nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Generationen?“ Er als Christ finde die Antwort im Glauben und gerade auch in der Botschaft des Weihnachtsfestes. Zwar sei Weihnachten das Fest, das sogar über den Kreis der Christen hinaus für Beständigkeit stehe, mit festen Traditionen und Gebräuchen. In den biblischen Texten und Gebeten der Weihnachtsgottesdienste sei jedoch immer wieder von Veränderung und vom „Neu-werden“ die Rede. Das sei nicht erstaunlich: „Wenn nämlich Gott selbst in diese Welt kommt, wenn er also nicht bloß der bleibt, der die Welt erschafft, der ihr erhabenes Gegenüber ist, der von außen und oben Weisungen gibt, sondern wenn er selbst in sie eingeht, dann ändert sich alles.“

Zwar werde nicht „von heute auf morgen alles anders“; aber von nun an sei der Welt die Kraft zur Veränderung und zur Erneuerung eingepflanzt: „Erneuerung wird möglich mitten in den bestehenden Verhältnissen der Zeit!“ – aber nicht dadurch, dass Gott die „Reset-Taste“ drücke oder eine Sintflut schicke. Veränderung brauche nicht erst die Katastrophe: „Gott selbst schenkt sich dem Menschen als Kraft zur Veränderung.“

Gott zeige seine radikale Solidarität mit den Menschen, indem er den ersten Schritt mache und „Mensch wird unter uns Menschen“. Gott gehe gewissermaßen in Vorlage. Und die menschliche Erfahrung bestätige, dass positive Veränderungen dort möglich würden, „wo es Menschen gibt, die den Mut haben, voranzugehen; die nicht bloß die anderen auffordern, sich zu bewegen; die nicht darauf warten, bis alle gehen, sondern selbst das Wagnis eingehen, voranzugehen“. Im Leben Jesu zeige Gott, dass der Weg der Gerechtigkeit, der Rücksichtnahme und der Versöhnung möglich ist, auch wenn dies oft „kein Weg der schnellen Erfolge“ sei. Deshalb sei der Blick auf die Krippe kein „nostalgischer Blick zurück“, sondern ein Blick „in die Zukunft, die Gott uns verheißt und an der wir mitarbeiten sollen: Diese Zukunft ist der Friede nicht nur zwischen Gott und Mensch, zwischen Mensch und Mensch, sondern auch zwischen Mensch und Schöpfung.“  

(JR)

Die Predigt im Volltext zum Nachlesen finden Sie auf dieser Seite.

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Bischof
news-103130 Sat, 21 Dec 2019 12:36:00 +0100 Ein Licht breitet sich aus https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/ein-licht-breitet-sich-aus/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/3/b/csm_Friedenslicht_add3446c27.jpg" width="150" height="89" alt="" />Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben Bischof Ackermann das Friedenslicht überreicht. Trier – Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus dem Diözesanverband Trier haben Bischof Dr. Stephan Ackermann das Friedenslicht aus Betlehem überreicht. Die Aktion steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mut zum Frieden“. Der Bischof teilte mit den Pfadfindern seine Erinnerungen an einen Besuch in der Geburtsgrotte Jesu und die von diesem Ort ausgehende Botschaft des Friedens. Diese Botschaft ziehe nun die Menschen zurück an den Ort, an dem alles begann.

Im Anschluss überreichte die Delegation dem Bischof eine Pfadfinder-Bibel, die neben den biblischen Texten auch Hinweise für die Arbeit der Pfadfinder gibt. Die großen und kleinen Pfadfinderinnen und Pfadfinderinnen signierten die Bibel auf Wunsch des Bischofs.

Das Friedenslicht wird auf Initiative des ORF seit 1986 jedes Jahr von einem Kind in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet und mit dem Flugzeug nach Wien gebracht. Von dort verteilen es die Pfadfinder-Vereinigungen in Europa. Weiter Informationen unter: www.friedenslicht.de

(cl)

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news-103128 Fri, 20 Dec 2019 07:46:39 +0100 Segen ins Europaparlament https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/segen-ins-europaparlament/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/3/a/csm_Sternsinger_Kessler_Kramer_c47bef50b0.jpg" width="150" height="100" alt="" />Vier Sternsinger aus der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner Land dürfen stellvertretend für alle deutschen Sternsinger den Segen ins EU-Parlament bringen. Gerolstein/Brüssel – Für Enie, Janina, Leon und Sebastian aus der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner Land im Bistum Trier steigt die Aufregung: Am 8. Januar dürfen sie stellvertretend für alle deutschen Sternsinger den Segen ins EU-Parlament nach Brüssel bringen. Gemeinsam mit 19 Sternsingern aus Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien werden sie dann zu Gast sein bei EU-Vizepräsident Rainer Wieland. Der Empfang im Parlamentsgebäude beginnt um 14 Uhr. Im Vorfeld besuchen die Sternsinger das Büro der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft). Bereits zum zwölften Mal seit 2008 tragen die Königinnen und Könige ihren Segen in das Europaparlament. Passend zum deutschen Aktionsthema „Frieden“ werden die 13 Mädchen und zehn Jungen im Alter von zehn bis 16 Jahren buntgestaltete Friedensbotschaften mit nach Brüssel nehmen.

„Es ist für mich eine große Ehre, dass ausgerechnet wir ausgewählt worden sind und nach Brüssel dürfen“, sagt die zehnjährige Enie aus Pelm. Gemeinsam mit den drei anderen hat sie sich in den letzten Wochen mit ihrer Betreuerin Anja Kessler mehrfach getroffen und Lieder und Texte auswendig gelernt, damit am großen Tag auch alles klappt. Kessler war es wichtig, Jugendliche aus allen Teilen der weiträumigen Pfarreiengemeinschaft mitzunehmen. So stammt Sebastian aus Kahlenborn-Scheuern, Janina aus Büscheich und Leon aus Lissingen. Vor eineinhalb Jahren hatten sich die Sternsinger aus dem Raum Gerolstein mit einem Video beim Kindermissionswerk beworben, als es darum ging, den Segen zum Bundespräsidenten bringen zu dürfen. „Wir hatten unser Video unter das Thema gestellt, dass sich überall auf der Welt seit 2000 Jahren Menschen ihrem eigenen Stern folgend aufmachen, um etwas in ihrem Leben zu suchen“, erzählt Kessler. Damals habe es zwar für Berlin nicht geklappt, doch beim Kindermissionswerk erinnerte man sich an das kreative Video und fragte für Brüssel an. „Ich freue mich schon auf den Besuch und finde es spannend zu sehen, wie genau das in Brüssel beim Parlament so abläuft“, freut sich Leon (14). Als Sternsinger engagiert er sich schon seit Jahren, weil er es gut findet, „dass Kinder etwas für andere Kinder sammeln, sodass sie genug zu essen haben, in die Schule gehen können und nicht in Kriege ziehen müssen.“ Die zwölfjährige Janina ist inzwischen schon seit acht Jahren Sternsingerin, „und es macht immer noch Spaß“, sagt sie. „Ich finde es gut, dass die Leute schon auf uns warten und sich freuen, wenn wir vorbeikommen.“

Freuen darf sich auch Vizepräsident Wieland, besonders über die Friedensbotschaften der Kinder. „Der Friede fängt im Kleinen an und geht um die ganze Welt“ lautet unser Motto, erklärt Kessler. Den Text dazu werden die Jugendlichen auf Hochdeutsch und im Dialekt vortragen, außerdem haben sie bunte Bilder gemalt, die unter anderem das diesjährige Beispielland der Sternsingeraktion, den Libanon, in den Fokus nehmen. So zeigt etwa Janinas Bild den Libanon umgeben vom Meer, auf dem ein Schiff fährt. Damit möchte sie auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen. Ihre Botschaft: Frieden kann nur entstehen, wenn die Menschen einander helfen und tolerant gegenüber anderen sind.

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news-103127 Thu, 19 Dec 2019 15:30:50 +0100 Sternsinger machen sich bereit https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/sternsinger-machen-sich-bereit/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/e/7/csm_Sternsinger-Volklinger-Hutte-dh_c77a227868.jpg" width="150" height="100" alt="" title="Sternsinger Volklinger Hutte dh" />Der Eröffnungsgottesdienst der Sternsingeraktion im Bistum Trier findet am 2. Januar in der Kirche St. Eligius in Völklingen statt. Vöklingen/Trier – „Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit.“ Unter diesem Motto werden zu Beginn des Jahres wieder zahlreiche Sternsinger-Gruppen unterwegs sein. Der Eröffnungsgottesdienst der Sternsingeraktion im Bistum Trier findet am 2. Januar um 11.00 Uhr in der Kirche St. Eligius in Völklingen statt. Zur Aussendungsfeier sind alle Sternsinger aus den Pfarreien und Jugendverbänden des Bistums herzlich eingeladen.

Das Beispielland der Aktion 2020 ist der Libanon. Dem kleinen Land im Nahen Osten gelang nach dem Bürgerkrieg, der zwischen 1975 und 1990 herrschte, ein weitgehend demokratisches und friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Konfessionen. Gleichwohl steht der gesellschaftliche Friede vor großen Herausforderungen, nicht nur wegen des Kriegs im Nachbarland Syrien.

„Wir freuen uns, dass die Diözesane Eröffnung der diesjährigen Aktion in Völklingen stattfinden kann, wo der interreligiöse Dialog auf Grund der Bevölkerungsstruktur eine wichtige Rolle spielt“, sagten die Veranstalter des Eröffnungsgottesdienstes. Die Sternsingeraktion ist eine Möglichkeit, wie Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion hier in Deutschland friedlich zusammenleben und gemeinsam aktiv sein können.“ Nach dem Gottesdienst ziehen die Sternsinger im Friedensweg zum Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Um besser planen zu können, bitten die Veranstalter um Anmeldung im Büro des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Trier per Telefon: 0651-9771100, oder per Mail: sternsinger(at)bdkj-trier.de

Der Brauch des Dreikönigssingens oder Sternsingens geht bis ins Mittelalter zurück. Die heute vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom BDKJ getragene Aktion hat sich zum weltweit größten Hilfswerk von Kindern für Kinder entwickelt. In ganz Deutschland sammelten die Sternsinger seit 1959 über 858 Millionen Euro mit denen weltweit rund 65.000 Projekte unterstützt wurden und werden. Weitere Information gibt es im Internet unter: www.sternsinger.org

(dh)

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news-103120 Wed, 18 Dec 2019 15:22:00 +0100 Bistum Trier ist stark vertreten https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/bistum-trier-ist-stark-vertreten/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/c/2/csm_Synodaler-Weg_square_250x250_blau_75776a5f6b.jpg" width="150" height="150" alt="" title="Logo des Synodalen Weges der Kirche in Deutschland" />Beim "Synodalen Weg" in Deutschland sind zehn Personen aus dem Bistum Trier dabei. Trier/Frankfurt – Am ersten Advent ist der „Synodale Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland gestartet, der von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) getragen wird. Der „Synodale Weg“ ist auf zwei Jahre angelegt und soll über die Zukunft der Kirche in Deutschland beraten. Jetzt sind die Mitglieder der Synodalversammlung veröffentlicht worden – mit dabei sind auch zehn Frauen und Männer aus dem Bistum Trier.

Von den von der Satzung vorgesehenen 230 Mitgliedern stehen nun 227 fest. Zu ihnen gehören die 69 Bischöfe und Weihbischöfe der Deutschen Bischofskonferenz, 69 Vertreter des ZdK sowie weitere Delegierte kirchlicher Institutionen, Ordensgemeinschaften und Verbände. Aus dem Bistum Trier nehmen teil: Bischof Dr. Stephan Ackermann, Weihbischof Franz Josef Gebert, Weihbischof Jörg Michael Peters, Weihbischof Robert Brahm, Herbert Caspar für den Katholikenrat im Bistum Trier, Pfarrer Klaus Leist für den Priesterrat des Bistums Trier, Diakon Stefan Stürmer für die Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakone, Sarah Henschke für den Bundesverband der Gemeindereferentinnen sowie Prof. Dr. Angela Kaupp von der Universität Koblenz-Landau und Prof. Dr. Joachim Schmiedl von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar für den Katholisch-Theologischen Fakultätentag. 

Eine Beauftragte für den Synodalen Weg als Schnittstelle im Bistum

Beauftragte des Bistums Trier für den Synodalen Weg ist Dr. Daniela Braun-Mohr. Mohr-Braun arbeitet derzeit als Theologische Referentin in der Stabsstelle zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode im Bistum Trier. Sie sieht ihre Position vor allem als Schnittstelle: „Da wir im Synodenbüro schon seit Jahren mit synodalen Formaten arbeiten, lag es nahe, hier die Stelle anzudocken. Für uns als Bistum, das sich schon länger auf dem Weg eines synodalen Prozesses befindet, stellt sich vor allem die Frage nach Synergieeffekten“, erklärt sie. „Wir möchten schauen, welche Impulse sich beispielsweise aus den thematischen Foren wie jenem zu ‚Macht und Partizipation‘ ergeben können. Es ist gut zu wissen, dass wir mit den Themen, die uns im Bistum Trier umtreiben, nicht alleine sind, sondern dass sie die Kirche in Deutschland insgesamt bewegen.“ Gemeinsam mit den Beauftragten der anderen Bistümer wird sie sich vier Mal im Jahr treffen, die Zwischenergebnisse aufbereiten und Informationen für Interessierte im Bistum Trier bereithalten. Mohr-Braun fungiert zudem als Ansprechpartnerin in Fragen rund um den „Synodalen Weg“ für die Diözesanen Räte und für die zehn Mitglieder der Synodalversammlung aus dem Bistum.

Die erste Synodalversammlung findet vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 in Frankfurt statt. Vier Foren widmen sich den Schwerpunktthemen Sexualmoral, priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle der Frau in der katholischen Kirche. Über die Zusammensetzung der Foren wird auf der konstituierenden Sitzung entschieden. Sie sollen aus etwa 30 Mitgliedern bestehen, die ein möglichst breites Spektrum an Hintergründen, Fähigkeiten und Perspektiven repräsentieren. Mehr Informationen zum Synodalen Weg gibt es unter: www.synodalerweg.de und unter www.bistum-trier.de/synodaler-weg
(sb)

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news-103119 Tue, 17 Dec 2019 09:53:55 +0100 „Licht ins Dunkel“ https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/licht-ins-dunkel/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/c/f/csm_doc03543620191217083310_7ae2840efc.jpg" width="150" height="112" alt="" />Domkapitel und Dekanat Trier laden am Heiligen Abend zu einem etwas "anderen" Gottesdienst in die Jesuitenkirche ein. Trier – Für Nachtschwärmer, die am Heiligen Abend in der Trierer Innenstadt zu späterer Stunde noch unterwegs sind, bieten das Dekanat Trier und das Domkapitel in diesem Jahr erstmals ein neues Angebot: „Licht ins Dunkel – Heilige Nacht in der Trierer City“ heißt der etwas andere Gottesdienst in der Jesuitenkirche ab 23.30 Uhr.

„Wir hatten den Wunsch, auch Menschen zu erreichen, die vielleicht nicht in die ‚klassischen‘ Weihnachtsgottesdienste wie die Christmette oder das Hochamt gehen, sondern vielleicht ein etwas offeneres spirituelles Angebot suchen. Genauso möchten wir Leute erreichen, die nach einem schönen Essen bei der Familie oder Freunden noch in der Stadt unterwegs sind und sich spontan darauf einlassen möchten“, erklärt Domkapitular Professor Martin Lörsch die Idee hinter der etwas anderen Heilig-Nach-Liturgie. Er gehört mit Thomas Kupczik, Pastoralreferent in Trier, Hannah Hassanein, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Theologischen Fakultät Trier, und Oliver Laufer-Schmitt, dem Subregens des Priesterseminars, zum Vorbereitungsteam.

Der Gottesdienst soll insgesamt eine Dreiviertelstunde dauern und traditionelle mit modernen Elementen kombinieren. „Natürlich ist das Weihnachtsevangelium gesetzt, und auch einige Weihnachtslieder wie „Stille Nacht“ sind ein Muss“, sagt Lörsch. Hinzu kämen jedoch auch modernere Stücke und um Mitternacht lade ein dreiminütiges Glockenläuten zu einem Moment der inneren Stille und Besinnung ein. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst nicht etwa durch Orgelmusik, sondern durch das Musiker-Duo Johannes Still am Piano und Carlos Wagner am Saxophon.

„Wir möchten die Symbolik ‚Licht und Dunkel‘ als prägendes Element der Heiligen Nacht aufgreifen“, erklärt Lörsch. Dazu sollen vor der Jesuitenkirche installierte Laternen den Weg leuchten und bei der persönlichen Begrüßung durch das Team an alle Besucherinnen und Besucher Kerzen verteilt werden. „Die können die Gottesdienst-Teilnehmer dann mitnehmen, wenn es die Möglichkeit gibt, mit einer persönlichen Fürbitte zur Krippe zu gehen. „Wir hoffen, dass wir mit diesem späten Wortgottesdienst Nachtschwärmer und Menschen auf der Suche ansprechen können“, sagt Lörsch. „Wer Lust auf Feiern und Anregungen zum Nachdenken hat, ist herzlich willkommen.“

Mehr Informationen gibt es bei Thomas Kupczik, Dekanat Trier, Tel.: 0651-9759112, E-Mail: dekanat.trier(at)bistum-trier.de und bei Professor Martin Lörsch: E-Mail: loersch(at)uni-trier.de
(sb)         

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news-103117 Mon, 16 Dec 2019 14:07:56 +0100 Garos Wunsch https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/garos-wunsch/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/e/csm_garo-garabet1_b1b42a53ad.jpg" width="150" height="100" alt="" />Vor zwei Monaten hat der Syrer Garo Garabet das Sprachen- und Orientierungsjahr "Felixianum" angefangen. Er folgt damit seiner Berufung. Trier – „Den Wunsch, Priester zu werden, hatte ich schon von klein auf“, sagt Garo Garabet. Der 34-Jährige sitzt auf einem der gemütlichen Sofas im Aufenthaltsraum des Felizianum, einem Gebäudeteil des Priesterseminars mitten in Trier. Hier hat der Syrer gemeinsam mit elf anderen jungen Männern und Frauen vor zwei Monaten das Sprachen- und Orientierungsjahr „Felixianum“ angefangen, das vom Bistum Trier angeboten wird. Hellbraunes Haar und Vollbart, mittelbraune Augen: „Wenn die Leute raten müssen, woher ich stamme, kommen sie nicht gleich auf Syrien“, schmunzelt Garabet. „In meiner Heimat erkennen wir die Leute am Namen – ob sie Kurden, Muslime, oder Christen sind. Seine Vorfahren sind armenische Christen, die wegen des Genozid an den Armeniern nach Syrien immigrierten: „So wiederholt sich die Geschichte und auch wir mussten aus unserem Land fliehen.“.

Schon früh den Wunsch, Priester zu werden

Mit seiner Familie lebte Garabet in einem christlich geprägten Dorf nahe Idlib, einer Stadt rund 20 Kilometer von der türkischen Grenze und 50 Kilometer von Aleppo entfernt. Garabets Vater arbeitete für die Polizei in Aleppo und anderen Städten;  zusätzlich besaß die Familie Ländereien mit Olivenhainen, Obst- und Nussbaumplantagen in Idlib. „Meine Kindheit war ganz normal und schön, wie anderswo auch. Meine Eltern haben uns im Glauben erzogen und ich hatte schon früh den Wunsch, Priester zu werden.“ Der Bischof in Aleppo habe ihn sogar nach Rom zur Priesterausbildung schicken wollen. „Aber bei uns ist das eher traditionell – mein Vater und meine Mutter wollten mich lieber verheiratet und mit eigenen Kindern sehen. Also habe ich das aus Respekt vor ihnen zuerst nicht weiter verfolgt.“ So stieg Garabet stattdessen in das Geschäft des Vaters ein – er wurde Inhaber eines Vertriebs für Oliven und Bio-Olivenöl. „Als dann der Krieg zu uns kam, sind islamische Truppen mit Kalaschnikows durch unser Dorf gezogen und haben uns alles weggenommen – Häuser, Ländereien, Maschinen, Autos. Wer nicht gespurt hat, wurde erschossen, wie mein Cousin.“ Zunächst habe der Vater nicht akzeptieren können, alles aufzugeben, sein Lebenswerk zwischen den Händen zerrinnen zu sehen. Als er aber von marodierenden Truppen bei der Olivenernte auf den eigenen Feldern bedroht wurde, beschloss die Familie, zunächst nach Aleppo zu fliehen, wo Garabet ein Jura-Studium begann.

Flucht war die letzte Option

Doch auch in der vor allem von 2012 bis 2016 stark umkämpften zweitgrößten Stadt Syriens wurde die Lage für die Familie bald unerträglich. Wie für viele andere seiner Landsleute war auch für Garabet und seine Familie Flucht die letzte Option. Mit seinem Vater, seinem Bruder und einer Schwester flieht Garabet, zunächst in den Libanon, von dort in die Türkei und mit dem Boot nach Griechenland. Über Serbien, Mazedonien, Ungarn und die Schweiz gelangt ein Teil der Familie nach Deutschland. Eine von Garabets Schwestern bleibt mit ihrem kleinen Kind an der Seite der kranken Mutter in Aleppo. Im Saarland angekommen, musste die Familie ebenfalls mit großem Druck und auch Belästigungen umgehen. „Stell dir vor, du bekommst deine Tasche geklaut auf der Straße – das ist schon schlimm. Und nun stell dir vor, sie nehmen dir alles weg, du hast gar nichts mehr und bist wieder auf Null. Das ist sehr schwierig.“ Durch den Familiennachzug wurde vor einem Jahr seine Familie wieder vereint. Während seine Eltern und sein Bruder im saarländischen Beckingen leben, bewohnte Garabet bisher eine Wohnung mit seinen Schwestern in Saarlouis.

Die Flucht nach Deutschland und der Neuanfang bedeuteten für Garabet aber auch die Chance, noch einmal seinen Lebenstraum neu zu verfolgen. „Meine Eltern akzeptieren inzwischen meinen Wunsch, Priester zu werden und unterstützen mich.“

Besonders geholfen habe ihm der Schwalbacher Priester Hans Georg Müller, zu dem Ehrenamtliche den Kontakt herstellten. „Er ist für mich wie ein Freund, Mentor und Hirte zugleich, wie ein Priester sein sollte“, sagt Garabet über Müller. Gemeinsam wurden sie bei der Leitung des Felixianum vorstellig. Bei diesem Angebot können junge Leute sich nach der Schulzeit ein Jahr lang orientieren, Sprachen wie Latein, Griechisch, Spanisch oder gar Hebräisch lernen und sich unter anderem auf ihr Theologie-Studium vorbereiten. Zunächst scheiterte Garabet an der Sprach-Hürde. Ein Jahr später der zweite Versuch: Inzwischen absolviert er einen Deutschkurs auf Niveau B2 und einen zusätzlichen Grammatik- und Wortschatzkurs – was für ihn mehrere Stunden Unterricht und ein zusätzliches Lernpensum am Abend bedeutet. Hinzu kommen die Inhalte des Felixianums: Regelmäßige spirituelle Angebote, Seminare, Exkursionen und Oasentage, Workshops zu Themen wie Liturgie und Kirchenmusik und ein Sozialpraktikum. Garabet ist derzeit im Haus Lukas der Caritas eingesetzt, wo wohnungslose Männer betreut werden. „Es ist für mich nicht leicht; der Sprachkurs ist sehr anstrengend und ich möchte wirklich dafür kämpfen“, unterstreicht Garabet seine Motivation. Der Leiter des Felixianums, Subregens Oliver Laufer-Schmitt, sucht gemeinsam mit Garabet nach Lösungen, um ihn zu entlasten. „Für ihn fallen die Sprachen Latein und Griechisch weg, das wäre einfach eine zu große Überforderung. Wir versuchen, die Stundenplan-Inhalte an seine besondere Situation anzupassen“, sagt Laufer-Schmitt. Mittlerweile hat Garabet auch ein gebrauchtes Fahrrad geschenkt bekommen, um ihm den Weg zum Praktikumsplatz in Trier-Nord zu erleichtern. Ein anderer kirchlicher Mitarbeiter will ihm jetzt noch einen neuen Sattel dazu schenken, da der alte kaputt ist.

Der Weg bleibt weiter schwierig und mit Umwegen belastet

„Mein Plan ist es, nach dem Felixianum nach Lantershofen an das Priesterseminar Sankt Lambert zu gehen. Denn ein Theologiestudium an der Universität wäre wohl wegen der geforderten Sprachen wie Latein, Hebräisch und Griechisch sehr schwer“, sagt Garabet. In Sankt Lambert können Männer auf dem zweiten Bildungsweg Priester werden. Sein Wunsch, Priester zu werden, hat Garabet über all die Jahre, hinweg durch alle Kriegswirren und Fluchterfahrungen begleitet. Jetzt ist er in greifbare Nähe gerückt, doch der Weg bleibt weiter schwierig und mit Umwegen belastet. Umso wichtiger ist für ihn daher die Hilfsbereitschaft und Unterstützung, die er in seiner Wohngemeinschaft mit den elf anderen Felixianern erfährt.

Mehr Informationen zum Felixianum gibt es unter: www.felixianum.de
(sb)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier
news-103114 Sat, 14 Dec 2019 16:57:00 +0100 Den Friedensgruß in die Tat umsetzen https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/den-friedensgruss-in-die-tat-umsetzen/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/8/7/csm_adveniat_98f46bebbd.jpg" width="150" height="113" alt="" />Bischof Dr. Stephan Ackermann ruft gemeinsam mit dem katholischen Hilfswerk Adveniat zur Teilnahme an der Adveniat-Weihnachtsaktion auf. Trier/Koblenz/Saarbrücken – Bischof Dr. Stephan Ackermann ruft gemeinsam mit dem katholischen Hilfswerk Adveniat zur Teilnahme an der Adveniat-Weihnachtsaktion unter dem Motto „Friede! Mit dir!“ auf. Dazu wurde ein Schreiben des Bischofs in allen Gottesdiensten am dritten Adventssonntag, den 15. Dezember, verlesen. Die Kollekte, die an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag gesammelt wird, ist für die Arbeit der Kirche in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Dort ist das Leben von Gewalt und Spannungen bestimmt. Mensch und Natur werden oft ausgebeutet. Durch die pastorale Arbeit ebnet die Kirche in Lateinamerika Wege zu einem friedvollen Zusammenleben. So gibt es unter anderem Versöhnungsprojekte mit einzelnen Konfliktparteien oder Bildungsprojekte, um junge Menschen von der Straße und aus der Armut zu holen. Außerdem tritt dort die Kirche ein für die Einhaltung der Menschenrechte und die Bewahrung der Schöpfung.

Weitere Informationen gibt es unter www.adveniat.de und unter www.weltkirche.bistum-trier.de.

(aw)

 

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Weltkirche
news-103115 Sat, 14 Dec 2019 12:39:44 +0100 Mit „EINSTEIN“ gemeinsam forschen https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/mit-einstein-gemeinsam-forschen/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/b/csm_EINSTEIN_Forschungskooperation_76a6ce940c.jpg" width="150" height="100" alt="" />Eine einmalige Forschungskooperation gehen die Katholische Kita gGmbH und die Universität Trier ein: Gemeinsam wollen sie die frühkindliche Entwicklung erforschen. Trier – Eine solche Zusammenarbeit gibt es bisher kaum in Deutschland: Die katholische Kita gGmbH Trier und der Fachbereich Psychologie der Universität Trier gehen eine langfristige Forschungskooperation unter dem Titel „EINSTEIN - KoopEration wIsseN SchaffT EntwIckluNg“ ein. Wer das mit dem wohl bekanntesten Wissenschaftler der Neuzeit, dem Physiker Albert Einstein, in Zusammenhang bringt, liegt gar nicht so falsch. Denn es geht darum, Kinder, Eltern und Kitas für die Wissenschaft zu begeistern und die Forschung über frühkindliche Entwicklung voranzubringen. Am 12. Dezember präsentierten die drei beteiligten Professoren Tanja Hechler, Jan Hofer und Eva Walther von der Universität Trier das Vorhaben den Leiterinnen von 24 Kindertagesstätten vor, die „Forschungskita“werden wollen.

Cordula Scheich, Geschäftsführerin der katholischen Kita gGmbH Trier betonte, dass man mit der Kooperation „Neuland“ betrete. „Uns eint der Wille, Kindern ein möglichst gutes Aufwachsen und einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.“ Die Vision sei eine langfristig angelegte Partnerschaft mit dem gemeinsamen Ziel, die Entwicklung in der frühen Kindheit zu erforschen. So soll es um Fragen zur kognitiven (also das Denken, Verstehen und Wissen betreffend), emotionalen und körperbezogenen Entwicklung bei Kleinkindern gehen: Wie entstehen Vorlieben, wie Vorurteile? Wie verhalten sich Kinder unter Stress, etwa wenn sie eine Aufgabe unter Zeitdruck lösen müssen? Wie entsteht die eigene Identität? Dabei handele es sich um anonymisierte Grundlagenforschung, nicht etwa um Erkenntnisse zu einzelnen Kindern, wie die Wissenschaftler betonten. Auch ethische Aspekte spielten eine wichtige Rolle. „Alle Forschungsprojekte werden vorab geprüft, unter anderem von der Ethikkommission der Universität und müssen den Leitlinien der katholischen Kita gGmbH entsprechen“, unterstrich Scheich.

Professorin Tanja Hechler erklärte, dass besonders die Entwicklung im Säuglings- und Kleinkindalter ein spannendes Forschungsfeld sei. „Das ist eine sehr sensible Phase im Leben des Menschen. Hier durchlaufen Kinder zentrale körperliche und psychologische Prozesse. Diese schaffen unverzichtbare Voraussetzungen für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung der Kinder bis ins Erwachsenenalter.“ Bisher gebe es in Deutschland nur in Leipzig und in München ähnliche Kooperationsprojekte mit Kitas. „Das Feld ist noch nicht so gut erforscht“, betonte Hechler. Forschung und Praxis sollen bei EINSTEIN Hand in Hand arbeiten: Die drei Abteilungen des Fachbereichs Psychologie an der Universität informieren über Projekte und führen diese an den Forschungskitas durch; diese wiederum unterstützen die Wissenschaftler und stellen beispielsweise Räumlichkeiten für die Untersuchungen zur Verfügung. Die Eltern und Erziehungsberechtigten sind gebeten, die Projekte zu unterstützen und ihre Zustimmung zu geben, für Projekte angefragt werden zu dürfen. Am Ende jedes Projektes stehe der Austausch zwischen Wissenschaftlern, Erzieherinnen und Eltern über die gewonnenen Erkenntnisse, die auch in die pädagogische Arbeit mit einfließen können. Mehr Informationen gibt es unter: www.kita-ggmbh-trier.de/ueber-uns/kooperationen sowie bei Professorin Dr. Tanja Hechler, Tel.: 0651-201-4351, E-Mail: EINSTEIN@uni-trier.de.

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Trier bistum-trier Kindergarten
news-103110 Tue, 10 Dec 2019 15:02:39 +0100 Barockes Kleinod und geistliches Zentrum https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/barockes-kleinod-und-geistliches-zentrum/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/8/f/csm_P1010003_3b857bdaea.jpg" width="150" height="100" alt="" />Seit 50 Jahren ist die Welschnonnenkirche Heimat der Marianischen Bürgersodalität. Dies wurde mit einem Festakt gefeiert. Trier – Seit 50 Jahren ist die unweit des Hohen Doms gelegene Welschnonnenkirche Eigentum und geistliche Heimat der „Marianischen Bürgersodalität Trier von 1610 e.V.“. In einem Gottesdienst mit Weihbischof Franz Josef Gebert und einer Feierstunde haben Mitglieder und Förderer der Sodalität den Jahrestag am 8. Dezember gefeiert.

In seiner Predigt blickte der Weihbischof auf das im Sonntagsevangelium geschilderte Auftreten von Johannes dem Täufer als Wegbereiter Jesu. Mit „harschen Worten“ konfrontiere darin Johannes die Pharisäer und Sadduzäer mit ihrem heuchlerischen Verhalten. Empfänger seiner „prophetisch aufrüttelnden Botschaft“ seien aber auch wir als Gläubige, „die aufgerufen sind, dass das, was wir sagen, übereinstimmt mit unserem Leben und sich verbindet mit dem Heilswerk Gottes, in dem wir Mitspieler sind“. Die Gläubigen seien gesandt und berufen, einander gegenseitig Propheten im Leben und Alltag zu sein und das Empfangene weiterzutragen, sagte Gebert. Das gelte in besonderer Weise für die von den Jesuiten gegründeten Marianischen Gemeinschaften wie die Bürgersodalität – deren Mitglieder sich im Gebet und im gelebten Glauben gegenseitig unterstützen und füreinander da seien.

„Welschnonnen“ – Augustiner Chorfrauen mit französischen Wurzeln

In einer Feierstunde blickte der Präfekt der Trierer Sodalität, Anton Viktor Wyrobisch, auf die Geschichte der Glaubensgemeinschaft. Vor fast genau 50 Jahren, am 9. Dezember 1969, übernahm die Marianische Sodalität das barocke Gotteshaus in der Flanderstraße von der „Marianischen Jünglingskongregation Trier“ (MJC) – die ihrerseits seit 1926 Eigentümerin war. Die vor 300 Jahren erbaute Kirche war geistliches Zentrum der Augustiner Chorfrauen bis zu deren Vertreibung im Kulturkampf 1875. Wegen ihrer französischen Wurzeln trugen die Schwestern in Trier den Namen „Welschnonnen“. Im 17. Jahrhundert gründete der auf den lothringischen Heiligen Pierre Fourier zurückgehende Frauenorden von Luxemburg aus in Trier einen Konvent und eine schulgeldfreie Schule für Mädchen. Für den Subpräfekten der Sodalität, Marc Jeck, steht die „einzige Kirche des Bistums Trier, die sich in Privatbesitz befindet“ auch für ein „Bildungsnetzwerk, das die erste Schulordnung Europas für Mädchenbildung hervorgebracht hat“. Aus der Ordensschule in Nachbarschaft der Kirche ist das heutige Auguste-Viktoria-Gymnasium hervorgegangen.

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news-103108 Mon, 09 Dec 2019 14:48:37 +0100 Einzigartig in der deutschen Bistumslandschaft https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/einzigartig-in-der-deutschen-bistumslandschaft/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/5/2/csm_Gruppenbild_ih_d15c59a040.jpg" width="150" height="100" alt="" />Seit 50 Jahren lebt die "Trierische Tonpost" Inklusion und ist im kirchlichen Bereich nach wie vor die einzige Hörzeitung. Trier – Seit nunmehr fünf Jahrzehnten erscheint das Audiomagazin „Trierische Tonpost“ für Blinde und Sehbehinderte – zunächst als Weihnachtsausgabe, ab 1974 dann monatlich. Damit ist sie ein Format, wie es kein anderes in Deutschland gibt. Um dies zu feiern, haben sich rund 120 Männer und Frauen am 7. Dezember im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) versammelt, darunter das Team der Tonpost um Leiter Martin Ludwig, Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg, Weihbischof Franz Josef Gebert, die Direktorin des Strategiebereichs Kommunikation und Medien, Judith Rupp, sowie der stellvertretende Leiter Michael Weyand, Vertreterinnen und Vertreter von Behindertenverbänden, ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ehrenamtliche und natürlich zahlreiche Hörerinnen und Hörer der Tonpost.

Das Fundament trägt bis heute

Alles begann 1969, als sich die Wege von Pfarrer Heinz Schmitt, Blinden- und Gehörlosenseelsorger, und dem Telefonisten Richard Meyer, der selbst sehbehindert war, kreuzten. Die Idee: Informationen sollten zu den beeinträchtigten Männern und Frauen gebracht werden, wenn diese nicht selbst im Stande seien, sich Informationen zu beschaffen. Damit sei die Idee der Tonpost geboren gewesen, berichtete Martin Ludwig. Die erste Weihnachtsausgabe der Tonpost, damals noch auf einer Tonbandspule und mit einer Dauer von 30 Minuten, wurde an 50 Menschen im Trierer Raum gesendet. „Das Fundament, das Richard Meyer und Pfarrer Schmitt damals gemeinsam gelegt haben, trägt bis heute“, versicherte Ludwig, der die Tonpost seit 23 Jahren leitet. Vieles ist seitdem geschehen und verwirklicht worden, zum Beispiel der Pilgertag für Blinde und Sehbehinderte im Rahmen der Heilig-Rock-Wallfahrt 1996, das Projekt Hörfilmkino in Zusammenarbeit mit der Abteilung Jugend im BGV, Einkehrtage und Bibelwochenenden.

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news-103107 Mon, 09 Dec 2019 14:28:18 +0100 Größere Verbindlichkeit – Ausweitung des Anwendungsbereiches https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/groessere-verbindlichkeit-ausweitung-des-anwendungsbereiches/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/8/a/csm_dbk_4294aec0e9.jpg" width="150" height="55" alt="" />Zu Beginn des kommenden Jahres treten die überarbeiteten Regelwerke zum Umgang mit sexuellem Missbrauch und zu Prävention in Kraft. Bonn/Trier - Zu Beginn des kommenden Jahres treten die neue „Ordnung für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener durch Kleriker und sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst“ und die „Rahmenordnung – Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ in allen (Erz-)Diözesen in Kraft. Beide Dokumente wurden vom Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz am 18. November 2019 beschlossen.

Die Regelungen der bisherigen „Leitlinien“ wurden überarbeitet und werden künftig als eine für alle (Erz-)Diözesen einheitliche „Ordnung“ Geltung haben. Sie wird – nach der Inkraftsetzung durch den jeweiligen Diözesanbischof und der Veröffentlichung im Amtsblatt – zu einem in jeder (Erz-)Diözese gleichlautenden diözesanen Gesetz.

Perspektive der Betroffenen ist berücksichtigt

Besondere Berücksichtigung findet die Perspektive der Betroffenen sexuellen Missbrauchs – so ist unter anderem die Beteiligung Betroffener an Prozessen zum Umgang mit sexuellem Missbrauch ausdrücklich vorgesehen. Die Einbindung externer und unabhängiger Fachberatungsstellen ist ausdrücklich vorgesehen. Die neue Ordnung spricht zudem durchgängig von „Betroffenen“ anstelle von „Opfern“. Auch auf den Zusatz „mutmaßlich“ wird auf Wunsch von Betroffenen verzichtet. Damit soll deutlich werden, dass Personen, die Missbrauchshandlungen melden, nicht mit einer misstrauischen, sondern einer zugewandten Haltung begegnet wird. Der Geltungsbereich der Ordnung umfasst alle kirchlichen Stellen und Einrichtungen der jeweiligen (Erz-)Diözese sowie alle kirchlichen Rechtsträger, die der bischöflichen Gesetzgebungsgewalt unterliegen.

Die Rahmenordnung Prävention wird ebenfalls in den Amtsblättern der (Erz-)Diözesen veröffentlicht. Unter anderem unterschiedliche gesetzliche Vorgaben in den einzelnen Bundesländern machen in der Regel diözesanspezifische „Ausführungsbestimmungen“ erforderlich, die die konkreten Vorgaben zur Präventionsarbeit in der (Erz-)Diözese festlegen. Ausdrücklich werden als Adressaten der neugefassten Rahmenordnung Prävention auch die Neuen Geistlichen Gemeinschaften, kirchlichen Bewegungen und Initiativen benannt. Damit werden sie verbindlicher als bisher zu Präventionsmaßnahmen verpflichtet. Neu enthalten sind die Begriffe der „sekundären“ und „tertiären“ Prävention. Sie unterstreichen den mehrdimensionalen Ansatz von Prävention: Prävention im Sinne der Rahmenordnung will mit geeigneten Maßnahmen sexualisierten Übergriffen vorbeugen (primär), die Gewalt erkennen und beenden (sekundär) und das Geschehene aufarbeiten und ausreichend Schutz und Hilfe in Form einer nachsorgenden Prävention (tertiär) anbieten.

Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten Jahre sind eingearbeitet

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann, sieht die neuen Dokumente positiv: „Die beiden Regelwerke sind aufgrund zahlreicher Rückmeldungen und Hinweise zum zweiten Mal gründlich überarbeitet worden. In der aktuellen Fassung spiegeln sich die Erfahrungen und Erkenntnisse wider, die wir den letzten Jahren gewonnen haben. Diese haben sowohl zu einer Ausweitung des Anwendungsbereichs wie auch zu einer größeren Verbindlichkeit geführt. Dafür bin ich dankbar. Denn das dient der noch konsequenteren Aufdeckung von Fällen sexualisierter Gewalt und einem wirksameren Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die sich anderen im Raum der Kirche anvertrauen.“

Die „Ordnung für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener durch Kleriker und sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst“ sowie die „Rahmenordnung – Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ sind unter www.dbk.de auf der Themenseite Sexueller Missbrauch verfügbar.


Hintergrund

Bereits bei der Verabschiedung der „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ und der „Rahmenordnung – Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ im August 2013 wurde für beide Regelwerke eine Geltungsdauer von fünf Jahren sowie eine Überprüfung vor der Verlängerung der Geltungsdauer vereinbart. Um die Ergebnisse der im September 2018 veröffentlichten Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ („MHG-Studie“) und das im Mai 2019 veröffentlichte Motu proprio Vos estis lux mundi von Papst Franziskus bei der Überarbeitung entsprechend zu berücksichtigen, wurden die Leitlinien und die Rahmenordnung Prävention bis zum 31. Dezember 2019 verlängert und werden nun zum 1. Januar 2020 durch die beiden neuen Regelwerke ersetzt. Nach fünf Jahren ist jeweils eine Evaluation beider Regelwerke vorgesehen.

(red)

 

 

 

 

 

 

 

                                        

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Beratung Prävention
news-103106 Sun, 08 Dec 2019 16:17:48 +0100 Jung, weiblich, mutig https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/jung-weiblich-mutig/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/7/c/csm_Maria_2_ih_633afdadf8.jpg" width="150" height="100" alt="" title="MariaImmaculata2019_ih" />Am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria predigte Bischof Ackermann über Maria als Vorbild. Trier – Die Gottesmutter Maria, die bereit sei, sich „von Gott Schritt für Schritt führen zu lassen auf ihrem Weg“, könne den Gläubigen Patronin und Vorbild sein. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann beim Pontifikalamt zum Fest Maria Immaculata am 7. Dezember im Trierer Dom betont. Das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria ist auch das Patronatsfest des Bistums.

Es sei schön, dass das Bistum nicht nur den Apostel Matthias als Schutzpatron habe, sondern auch „die Frau, die das Urbild aller Glaubenden“ ist, sagte der Bischof. Maria sei in der Tradition verwurzelt und gleichzeitig ganz offen für das Neue, das vor ihr liege. Im Anschluss an das Pontifikalamt zog die Gottesdienstgemeinde, in die benachbarte Liebfrauenbasilika. Dort erneuerte der Bischof die Weihe des Bistums an die Gottesmutter. Das Patronatsfest des Bistums Trier hat eine lange Tradition. Schon Erzbischof und Kurfürst Karl Kaspar von der Leyen (1652-1676) hatte im 17. Jahrhundert das Trierer Land unter den Schutz der Gottesmutter gestellt. 1939 erneuerte Bischof Franz Rudolf Bornewasser die Weihe an die „Unbefleckte Empfängnis“ und erweiterte sie auf das ganze Bistum.

In seiner Predigt nahm Ackermann Bezug auf eine Schlagzeile, die er vor einigen Tagen gelesen hatte. Dort waren die „Helden 2019“ als „jung, weiblich, wütend“ beschrieben; beispielhaft genannt worden seien Greta Thunberg, die Seawatch-Kapitänin Carola Rackete und die US-amerikanische Fußballerin Megan Rapinoe. Sie alle verbinde das Anliegen, sich für das Leben einzusetzen: im Bereich des Klimaschutzes; für Menschen, die besonders schutzlos und hilfsbedürftig seien oder die als Minderheiten verächtlich gemacht würden. Mit Maria, der „Heldin dieses Tages“, gebe es Verbindungspunkte: So sei etwa das Magnificat, der Lobgesang Mariens, „kein harmloses Liedchen, sondern eher ein revolutionäres Lied“, das ebenfalls den Einsatz für das Leben und für besonders Schwache und Ausgegrenzte zum Thema habe.

Allerdings würde er für Maria die Beschreibung „jung, weiblich, mutig“ wählen, erklärte Ackermann. „Maria war so mutig, einen ungewöhnlichen Auftrag anzunehmen“; einen Auftrag, von dem sie gewusst habe, dass er Gerede mit sich bringen und sie lächerlich machen werde. Nicht eine moralische Verpflichtung, Empörung oder Zukunftsangst treibe sie an. „Bei Maria steht das Geschenk der Gnade am Anfang.“ Sie sei „ganz beschenkt von Gott mit einem positiven Impuls“. So werde die Grundlage für die Botschaft Jesu gelegt. Oft brauche es auch Empörung und Wut, um etwas zu verändern, betonte der Bischof. Der längere Atem und die größere Beharrlichkeit sei aber möglich mit dem Wissen: „Wir sind beschenkt und gehalten; wir sind nicht allein.“ Daher ermutigte der Bischof die Gläubigen, sich bei aller notwendigen Empörung auch durch das Gute antreiben zu lassen und dankbar zu sein, „dass wir im Glauben die Kraft zum Guten schöpfen dürfen“.

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Trier bistum-trier Bischof Seelsorge
news-103102 Thu, 05 Dec 2019 08:52:27 +0100 Langfristiges Ehrenamt wird gebraucht https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/langfristiges-ehrenamt-wird-gebraucht/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/6/2/csm_TS_Erdmannchen_3c75c19e74.jpg" width="150" height="100" alt="" />Die fünf TelefonSeelsorge-Stellen im Bistum Trier suchen interessierte Ehrenamtliche, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen. Trier - Zum internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember wirbt die TelefonSeelsorge Trier dafür, sich auch künftig für langfristige Ehrenämter zu bewerben und damit der Gesellschaft Stabilität und Konstanz zu geben. „Das Ehrenamt ist für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft enorm wichtig und für Viele ein Ausdruck praktizierter Nächstenliebe. Diesen Zusammenhalt brauchen wir heute genauso dringend, wie schon vor über 60 Jahren, als die TelefonSeelsorge gegründet wurde“, beschreibt Dr. Bernd Steinmetz, Leiter der Telefonseelsorge Trier, die Situation.

Eine hohe Zahl an Ehrenamtlichen engagiert sich teilweise schon seit Jahrzehnten bei der TelefonSeelsorge. „Engagement über viele Jahre oder gar Jahrzehnte ist automatisch an eine tiefe Verbundenheit gekoppelt, die vielen unserer Ehrenamtlichen Halt und Kraft gibt“, erklärt Gabriella Kokott, hauptamtliche Psychologin in der TelefonSeelsorge Trier. Diese Treue führt sie auf die Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück: Diese zeige sich etwa an der intensiven Ausbildung und der durchgängigen Betreuung.

In der Telefonseelsorge Trier arbeiten 65 ehrenamtliche und drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gemeinsam 860 Dienstjahre aufweisen. Die TelefonSeelsorge hat deutschlandweit 104 Stellen mit mehr als 7.500 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Alle Stellen bilden aus und freuen sich über neue Bewerberinnen und Bewerber, die sich ein Ehrenamt bei der TelefonSeelsorge vorstellen können. In der Telefonseelsorge Trier hat derzeit ein einjähriger Ausbildungskurs für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begonnen. Im Jahr 2020 beginnt ein weiterer Ausbildungskurs. „Die Telefonseelsorge Trier stellt sich ständig den neuen Herausforderungen“, sagt Stellenleiter Steinmetz. Psychologin Kokott ergänzt: „Neben 24 Stunden Telefonbereitschaft an sieben Tagen in der Woche und das über das ganze Jahr, also auch an Feier- und Ferientagen, vergeben wir bei persönlichen Krisen kurzfristig Vor-Ort Beratungstermine. In der Mailberatung im Internet erleben wir derzeit vorwiegend Anfragen junger Menschen, die jünger als 30 Jahre sind, und in einer ernsten Lebenskrise Suizidgedanken haben.“ Im Bistum Trier gibt es fünf teils ökumenisch getragene TelefonSeelsorge-Stellen.

Als eine der ersten Suizidpräventionsmaßnahmen in Deutschland wurde die TelefonSeelsorge 1956 gegründet. Um möglichst vielen Menschen den Kontakt zu ermöglichen, steht sie rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr bereit. Die Seelsorge ist ideologisch, konfessionell und politisch wertneutral. Die Anrufe werden vertraulich behandelt.  Die TelefonSeelsorge ist dank der Unterstützung der Deutschen Telekom unter den Nummern 0800/1110111 und  0800/1110222 gebührenfrei erreichbar. Auch eine Chat oder Mailberatung ist möglich; Infos dazu sind unter www.telefonseelsorge.de zu finden. Bundesweit wurden 2018 wurden bundesweit 680.060 Telefonate, 45.167 Vor Ort- und 11.881 Chatgespräche geführt sowie 11.638 Mails geschrieben.

(JR)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Beratung
news-103099 Wed, 04 Dec 2019 14:47:25 +0100 Diakonisches Engagement der Kirche vor Ort stärken https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/diakonisches-engagement-der-kirche-vor-ort-staerken/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/2/5/csm_VV_Bischof_c9c9e84b5e.jpg" width="150" height="113" alt="" />Bischof Dr. Stephan Ackermann war zu Gast bei der Vertreterversammlung des Diözesan-Caritasverbandes Trier. Trier - Das caritative Engagement und der Einsatz für Menschen in Not prägen das diakonische Gesicht der Kirche vor Ort: Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann bei der Vertreterversammlung des Diözesan-Caritasverbandes am 30. November in Trier gesagt. Das von einer Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Synodenbeschlüsse entwickelte Dokument zur „diakonischen Kirchenentwicklung“ enthalte viele Vorschläge, wie Kirche vor Ort sich weiter entwickeln und ihr Engagement  für die Menschen verstärken kann. Die wichtigsten Elemente einer diakonischen Kirchenentwicklung? Mit Menschen in Not Dialog und Begegnungen auf Augenhöhe ermöglichen. Durch die „Sozialraumorientierung“ könne sich die Hilfe stärker an den Bedarfen der Menschen ausrichten und im Lebensumfeld vorhandene Potenziale einbeziehen. An die Caritas richtete der Bischof die Bitte, sich vor Ort aktiv einzubringen und die Kirchenentwicklung vor Ort diakonisch zu inspirieren.

Dass es gemeinsame Projekte von Caritas und Seelsorge schon heute gibt, verdeutlichten drei Beispiele aus dem Bistum Trier. Rita Schneider-Zuche und Dr. Alexander Knauf vom Diözesan-Caritasverband moderierten eine Talkrunde, bei der die Initiatoren ihre Projekte und Initiativen vorstellten. Aus Mendig waren Klaudia Racke-Hackenbruch und Christian Hoffmann gekommen, um den barrierefreien Kreuzweg vorzustellen. Er wurde von Menschen mit Behinderung aus Einrichtungen der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe zusammen mit verschiedenen Akteuren in Mendig erstellt und lädt zu Meditation und Gebet ein. Patrick Jochum (Caritasverband Saarbrücken) und Diakon Wolfgang Schu (Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken cts) berichteten über das Projekt „Tante Anna“. Herzstück ist eine offene Begegnungsmöglichkeit im cts-Alten- und Pflegeheim St. Anna in Sulzbach. Inzwischen gibt es sogar einen Babyclub im Seniorenheim sowie weitere niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Familien aus dem Umfeld. Professor Dr. Martin Lörsch und Bernd Wienczierz stellten die „Generationenbrücke St. Josef“ vor, die von der Hildegard-Stiftung getragen wird: Ziel ist es, durch neue Wohnkonzepte im Alter und Begegnungsmöglichkeiten für Jung und Alt das Leben im Quartier mit den Bürgern weiter auszubauen.

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Bischof Caritas / Soziales
news-103096 Tue, 03 Dec 2019 16:12:36 +0100 Die Erfahrungen aus der Arbeit der letzten Jahre einbringen https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/die-erfahrungen-aus-der-arbeit-der-letzten-jahre-einbringen/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/4/f/csm_UBMKS_NatRat_20191202_gruppenbild_web_466fa11b6d.jpg" width="150" height="89" alt="" title="UBMKS NatRat 20191202 gruppenbild web" />Bischof Dr. Stephan Ackermann ist in den „Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ berufen worden. Berlin/Trier – Bischof Dr. Stephan Ackermann ist in den „Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ berufen worden. Zehn Jahre nach Einrichtung des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ hat sich der Rat auf Einladung von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Johannes-Wilhelm Rörig, dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, am 2. Dezember in Berlin konstituiert.

Der Nationale Rat ist der Ort für den langfristig angelegten interdisziplinären Dialog auf den Ebenen von Bund, Ländern und Kommunen zur dauerhaften Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und deren Folgen. Dem Gremium gehören neben Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wissenschaft, der Zivilgesellschaft und der Fachpraxis auch Betroffene an. Der Rat soll bis Sommer 2021 eine Verständigung über konkrete Ziele und Umsetzungsschritte erarbeiten, um die Prävention, Intervention und Hilfen für betroffene Kinder und Jugendliche spürbar zu verbessern und die Forschung weiter voranzubringen. Ziel des Nationalen Rates soll sein, sich gemeinsam als Verantwortungsgemeinschaft über die nächsten konkreten Schritte im Kampf gegen sexuellen Missbrauch zu verständigen. Alle Verantwortungsträger sollen hierzu in ihrer Zuständigkeit einen Beitrag leisten.

„Ich bin froh, dass mit Schwester Dr. Katharina Kluitmann als Vorsitzender der Deutschen Ordensoberenkonferenz und mir Vertretungen aus der katholischen Kirche in den Rat berufen wurden sind“, sagt Bischof Ackermann. „Auf diese Weise können wir unsere Erfahrungen aus der Arbeit der letzten Jahre einbringen. Ich erhoffe mir von der Arbeit im Nationalen Rat eine größere Vernetzung über verschiedene Verantwortungsbereiche hinweg, und dass gesamtgesellschaftlich die Sensibilität für das Thema gestärkt wird.“

Nach seiner Konstituierung wird der Nationale Rat in thematischen Facharbeitsgruppen arbeiten und jeweils zweimal im Jahr 2020 sowie einmal im Jahr 2021 tagen zu den Themenbereichen Schutz und Hilfe, Kindgerechte Justiz, Ausbeutung und Internationale Kooperation, Forschung und Wissenschaft. Bis zum Sommer 2021 soll der Nationale Rat sich zu konkreten Zielen und Umsetzungsschritten verständigt haben.

Weitere Informationen sind unter www.beauftragter-missbrauch.de/presse-service/pressemitteilungen/detail/nationaler-rat zu finden.

(JR)                    

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Bischof
news-103089 Sat, 30 Nov 2019 16:59:00 +0100 Der Auftrag der Synode steht nicht in Frage https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/der-auftrag-der-synode-steht-nicht-in-frage/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/e/5/csm_CF004073_21x30_quer_8b9ec44b1b.jpg" width="150" height="105" alt="" />In einem Brief wendet sich Bischof Dr. Stephan Ackermann an die Gläubigen im Bistum Trier. Trier - Der Auftrag der Synode, sich „als Christinnen und Christen einzubringen, um als diakonische und missionarische Kirche das Evangelium in unserer Welt neu zum Leuchten zu bringen“, steht nicht in Frage. Das betont Bischof Dr. Stephan Ackermann in einem Brief an die Gläubigen im Bistum Trier, der in den Gottesdiensten am 1. Advent verlesen wird. „Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass der mit der Synode eingeschlagene Weg, den wir mit dem Umsetzungsgesetz konkretisiert haben, ein guter Weg in die Zukunft ist“, schreibt der Bischof. In diesem Sinn werde er auch gegenüber den römischen Behörden Stellung nehmen.

Die römische Kleruskongregation, die für Fragen im Zusammenhang mit den Pfarreien und dem priesterlichen Dienst zuständig ist, hatte Ende November zusammen mit dem Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte den Vollzug des Umsetzungsgesetzes und damit den Start der ersten 15 Pfarreien der Zukunft zum 1. Januar 2020 ausgesetzt, um das Gesetz und die Einsprüche dagegen zu prüfen.

Der Bischof dankt allen, die sich in den letzten Jahren eingebracht haben mit dem Ziel, das kirchliche Leben in den Gemeinden des Bistums zu erneuern – „in der Überzeugung, dass die Erneuerung des kirchlichen Lebens auch eine neue Gestalt der Pfarreien braucht“. Er schreibt: „Das Engagement so vieler Menschen für unsere Kirche war und ist für mich ein ermutigendes und bestärkendes Zeichen, diesen Weg zu gehen.“ Gleichwohl sei ihm bewusst, dass es Menschen gebe, die sich „nicht mitgenommen“ fühlten, und die mit Sorgen und Vorbehalten auf die Entwicklungen im Bistum schauten. Dass eine Gruppe von Priestern wie auch Vertreter der „Initiative Kirchengemeinde vor Ort“ diese Sorge nun in zwei Beschwerden gegen das Umsetzungsgesetz in Rom vorgebracht hätten, sei rechtmäßig, erklärt der Bischof. „Dies dient einem ordentlichen Verfahren und hilft auch dabei, eine größere Rechtssicherheit zu gewinnen.“ Den offenen Ausgang der Prüfung gilt es abzuwarten.

Es gehe nun darum, gute Lösungen für die eingetretene Situation zu finden, damit die Seelsorge vor Ort in verlässlicher Weise gewährleistet bleibt und es angemessene Rahmenbedingungen für alle Haupt- und Ehrenamtliche gebe, die von der Aussetzung des Gesetzes betroffen seien. Der Bischof bittet „all jene, die durch die römische Entscheidung innerlich verärgert und enttäuscht sind, an ihrer Motivation festzuhalten und sich vor Ort weiter aktiv im Sinne der Synode einzubringen“. Diejenigen, die die römische Entscheidung begrüßten, bitte er ebenso „um einen konstruktiven Geist, einen gemeinsamen Weg zu finden zum Segen für die Menschen im Bistum Trier.“ Eine Polarisierung und ein „Gegeneinander verschiedener Parteiungen“ helfe niemandem. 

Bischof Ackermann bittet die Gläubigen um ihr Gebet, zum Beispiel mit diesem Gebet: https://www.bistum-trier.de/heraus-gerufen/gebet/gebet-fuer-das-bistum/

(JR)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Bischof Synode Synode: Umsetzung
news-103090 Fri, 29 Nov 2019 15:02:00 +0100 Buchmalerei - heilige und weltliche Kunst https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/buchmalerei-heilige-und-weltliche-kunst/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/2/4/csm_IMG_4727_1da97d54b1.jpg" width="150" height="100" alt="" title="IMG 4727" />Goldstaub, bunte Farben und historische Motive: Das gibt es beim Kurs „Buchmalerei als Auszeit“ der Katholischen Erwachsenen Bildung Trier. Trier – Goldstaub liegt in der Luft und auf den Pergamenten. Verschiedene Farben und Motive historischer Buchmalereien liegen auf den Tischen in der Schatzkammer der Stadtbibliothek Trier. Gerade findet der Kurs „Buchmalerei als Auszeit“ der Katholischen Erwachsenen Bildung (KEB) Trier statt. Die fünf Teilnehmer des Pilot-Projektes, von denen einer sogar extra aus der Schweiz angereist ist, lassen sich von den Exponaten der Schatzkammer inspirieren und malen verschiedene christliche Motive und Initialen.

Diplom Designerin Birgit Maringer nimmt an diesem Kurs wegen der entspannenden und meditativen Wirkung teil, aber auch weil es „eine interessante Gegenposition zur Digitalisierung darstellt und um die alten Techniken vor dem Verlorengehen zu bewahren.“ Die ehemalige Lehrerin Heidemarie Peerenboom malt sogar ausschließlich mit historischen Farben und auf Pergament. „Ich möchte herausfinden, ob ich auch schon im Mittelalter für die Buchmalerei angestellt worden wäre“, sagt Peerenboom. Auch Ernst Wilhelm Lenik aus München lässt sich von Kursleiter Dr. Andreas d´Orfey gern in die Welt der Buchmalerei entführen. Der Schauspieler spielt zur Zeit im Stadttheater Trier und wurde durch seine Kollegen auf den Kurs aufmerksam.
 

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Redaktion Trier RSS Feeds bistum-trier Themenart Bildung Kultur
news-103091 Fri, 29 Nov 2019 15:00:00 +0100 Gespräche über verbindliche Kriterien und Standards von Aufarbeitung https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/gespraeche-ueber-verbindliche-kriterien-und-standards-von-aufarbeitung/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/8/2/csm_CF004104_20x20_02_4887813a2a.jpg" width="150" height="150" alt="" title="CF004104 20x20 02" />Die erste Phase der Zusammenarbeit zwischen Bischof Stephan Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig und der Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ ist abgeschlossen. Berlin/Trier - Zum dritten Mal haben sich am 28. November Bischof Dr. Stephan Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig gemeinsam mit Vertretungen der katholischen Kirche in Deutschland und der Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ zum Gespräch über verbindliche Kriterien und Standards der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche getroffen. Nach Veröffentlichung der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) wurde ein gemeinsames Engagement vereinbart. Nach Treffen im Mai und September 2019 konnte nun die erste Phase der Zusammenarbeit abgeschlossen werden.

Bischof Dr. Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, und Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, zeigten sich sehr zufrieden, dass am gestrigen Tag Einigung zu den Eckpunkten hergestellt werden konnte, nach denen die unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in den Diözesen transparent und nach einheitlichen Kriterien erfolgen soll. Einvernehmen wurde zudem zur Einbindung von unabhängigen Expertinnen und Experten und Betroffenen in den Aufarbeitungsprozessen  erzielt.

Rörig sagte: „Ich bin erleichtert, dass wir uns mit Bischof Dr. Ackermann gestern auf Eckpunkte künftiger Strukturen der Aufarbeitung einigen konnten. In Diözesen, in denen diese Eckpunkte Verbindlichkeit erlangen, wird sichergestellt, dass Betroffene an der institutionellen Aufarbeitung mitwirken und bei der individuellen Aufarbeitung bestmögliche Unterstützung erhalten. Ich setze darauf, dass sich alle Erzbischöfe und Bischöfe unserem Konsens anschließen.“ Bischof Ackermann äußerte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Zusammenarbeit: „Als katholische Kirche in Deutschland bemühen wir uns seit Jahren um eine Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs. Wir wollen die zukünftigen Aufarbeitungsprozesse nach einheitlichen Rahmenbedingungen gestalten und sind dankbar, dass wir hierbei vom Unabhängigen Beauftragten und den Mitgliedern der bei ihm eingerichteten Arbeitsgruppe unterstützt werden.“

Im nächsten Schritt werden jetzt in einem innerkirchlichen Abstimmungsprozess Rückmeldungen zu den Eckpunkten eingeholt, so Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig, um dann im Frühjahr 2020 eine abgestimmte Handlungsgrundlage für die Aufarbeitung in den Diözesen zu haben.

Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“

Anfang Dezember 2018 hat der Unabhängige Beauftragte Rörig gemeinsam mit Mitgliedern der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenrates die Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Die Arbeitsgruppe hat Eckpunkte für eine umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung entwickelt, die mit Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche weiterentwickelt werden.

(red)

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Trier bistum-trier Bischof Prävention
news-103088 Fri, 29 Nov 2019 12:10:04 +0100 200 Jahre Krippen-Schnitzkunst https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/200-jahre-krippen-schnitzkunst/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/1/2/csm_Krippe_Senoner_028e5db4c5.jpg" width="150" height="113" alt="" />Ab dem 29. November stellt das Museum am Dom Krippen aus dem Grödnertal aus. Die Exponate können bis 26. Januar 2020 besichtigt werden. Trier – Das Museum am Dom zeigt ab Freitag, dem 29. November, 200 Jahre Krippen-Schnitzkunst des Grödnertals. Die Krippen sind sowohl Leihgaben vom Museum Gherdëina in St. Ulrich sowie von Privatpersonen.

Einen ersten Aufschwung erlebte die Krippenschnitzkunst aus dem Grödnertal nach dem Verbot der öffentlichen Krippen durch Kaiser Josef II. im Jahr 1782. So entstanden in der Zeit des Biedermeier erstmals Krippen in großer Zahl für private Haushalte. Durch die im Jahr 1872 in St. Ulrich gegründete Schnitzschule gab es bis weit ins 20. Jahrhundert hinein immer wieder neue künstlerische Impulse. Neben den Figurenkrippen entstanden auch Reliefs und Blockkrippen.

In den vergangenen Jahren konnten im Museum am Dom unter anderem böhmische Landschaftskrippen, afrikanische Krippen, die Hallersche Papierkrippe und Weihnachtskrippen polnischer Holzschnitzer betrachtet werden.

Die Exponate können von Freitag, 29. November 2019, bis Sonntag, 26. Januar 2020, besichtigt werden, jeweils Dienstag bis Samstag um 9-17 Uhr und Sonn- und Feiertags um 13-17 Uhr. Die Eröffnung findet am Freitag, den 29. November um 18.30 Uhr im Museum am Dom statt. Neben verschiedenen Führungen gibt es auch einen Bastelworkshop für Kinder an den Samstagen 7. und 14. Dezember jeweils um 10-12 Uhr für 10 Euro pro Person.

Weitere Informationen gibt es unter 0651-7105-255 oder per E-Mail unter museum(at)bistum-trier.de.

(aw)

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier
news-103084 Wed, 27 Nov 2019 08:53:47 +0100 Sieben Stationen für den Frieden quer durch Trier https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/sieben-stationen-fuer-den-frieden-quer-durch-trier/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/d/c/csm_Kardinal_Barreto_Friedensweg_8afd917634.jpg" width="150" height="100" alt="Kardinal Barreto in La Oroya 2018 nach einem Gottesdienst. (Bildnachweis: Adveniat)" />Adveniat-Gast Kardinal Pedro Barreto aus Peru begleitet gemeinsam mit Bischof Dr. Stephan Ackermann den Friedensweg am 8. Dezember durch die Innenstadt. Trier – Zum Auftakt der diesjährigen Adveniat-Aktion lädt die Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier am 8. Dezember zu einem Friedensweg quer durch die Bischofsstadt ein. Gemeinsam mit Bischof Dr. Stephan Ackermann, Kardinal Pedro Barreto aus Peru und Pater Michael Heinz, Geschäftsführer von Adveniat, erleben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sieben individuell gestaltete Stationen. Dort erwartet sie Gebet, Musik und Einblicke in die Arbeit von Adveniat aus erster Hand.

Der Friedensweg startet um 15 Uhr in der Kirche Christkönig in Trier-West, führt über das Benedikt-Labre-Haus und entlang der Mosel zur Synagoge und nach St. Antonius, verläuft über den Weihnachtsmarkt und endet mit einer Vesper im Trierer Dom. Im Anschluss ab 18.30 Uhr bietet sich Gelegenheit zur Begegnung im Romanischen Saal. Statt des gesamten Weges können Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch einzelne Teilstrecken mitwandern.

Weitere Informationen gibt es auf www.weltkirche.bistum-trier.de,  E-Mail: weltkirche(at)bgv-trier.de und Tel.: 0651-7105-395.
(ih)

 

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Redaktion Koblenz Saarbrücken Trier RSS Feeds bistum-trier Weltkirche
news-103081 Tue, 26 Nov 2019 15:36:11 +0100 Kein Start zum 1. Januar 2020 https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/kein-start-zum-1-januar-2020/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/9/3/csm_Generalvikar_PK_6a19a2dce6.jpg" width="150" height="100" alt="" />Das Bistum Trier gibt die Maßnahmen infolge der Aussetzung des Umsetzungsprozesses bekannt. Trier – Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg hat am 26. November bekannt gegeben, dass Bischof Dr. Stephan Ackermann die Dekrete zur Aufhebung der bisherigen Pfarreien, Kirchengemeinden, Pfarreiengemeinschaften und Kirchengemeindeverbände sowie zur Errichtung der ersten 15 Pfarreien der Zukunft zum 1. Januar 2020 zurücknehmen wird. Dies geschieht aufgrund der Entscheidung der vatikanischen Kleruskongregation, das Umsetzungsgesetz auszusetzen und vom Päpstlichen Rat für Gesetzestexte prüfen zu lassen.

Derzeit werde geprüft, welche weiteren Konsequenzen die Aussetzung habe. Der Erneuerung des kirchlichen Lebens im Bistum Trier, wie im Abschlussdokument der Bistumssynode dokumentiert, wisse man sich weiterhin verpflichtet, sagte Generalvikar von Plettenberg.

Die Aufhebungs- und Errichtungsdekrete, die bereits versandt worden waren, werden vom Bischof per neuem Dekret zurückgenommen. Eine Beschwerde erübrige sich somit. Von der Errichtung der neuen Pfarreien zum 1. Januar 2020 werde abgesehen – für die derzeit amtierenden Pfarrgremien werde es ein Übergangsmandat geben. Die Anstellungsverhältnisse der Frauen und Männer in den geplanten Leitungsteams der Pfarreien der Zukunft werden beibehalten.

Auf die Bitte von Rom, Stellung zu beziehen, werde Bischof Ackermann zeitnah eingehen, sagte von Plettenberg. Am Wochenende wird sich der Bischof auch mit einem geistlichen Wort an die Gläubigen in seinem Bistum richten.

Weitere Informationen gibt es im angehängten PDF.  / Informationen zur Synodenumsetzung unter: www.bistum-trier.de/herausgerufen

(ih)                              

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news-103082 Tue, 26 Nov 2019 14:27:00 +0100 Ehrenamtliches Engagement, Emotion und Entlastung https://www.bistum-trier.de/no_cache/news-details-social-tab/pressedienst/detail/News/ehrenamtliches-engagement-emotion-und-entlastung/ <img src="https://www.bistum-trier.de/fileadmin/_processed_/9/2/csm_Burgermeister-Ochtendung-mik-25112019_660ea9d9d2.jpg" width="150" height="100" alt="" />Weihbischof Jörg Michael Peters und Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg sprechen mit Bürgermeistern über die Synodenumsetzung. Ochtendung – Weihbischof Jörg Michael Peters, Bischofsvikar für den Visitationsbezirk Koblenz, und Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg haben sich mit mehr als 20 Bürgermeistern aus der Region am 25. November in Ochtendung getroffen. Sie hatten die Kommunalpolitiker eingeladen, um über die Umsetzung der Beschlüsse der Diözesansynode zu informieren und zu diskutieren.. Kurz vor dem Treffen war bekannt geworden, dass die römische Kleruskongregation das von Bischof Dr. Stephan Ackermann erlassene Gesetz zur Umsetzung der Diözesansynode ausgesetzt hatte, um kirchenrechtliche Prüfungen vorzunehmen, und damit die Errichtung der Pfarreien der Zukunft zunächst gestoppt hatte.

Weihbischof und Generalvikar nutzen die neue Ausgangslage, in der nun geklärt wird, welche Auswirkungen die Aussetzung auf konkrete Detailfragen hat, um erneut über die Hintergründe und Motive der Synodenumsetzung zu informieren. Dabei erinnerte Generalvikar von Plettenberg an die vier von der Synode beschlossenen Perspektivwechsel, um vom Einzelnen her denkend synodal und charismenorientiert in großen Räumen der Vernetzung zu handeln. „Die geplanten Pfarreien sind dafür der Organisationsrahmen. Das kirchliche Leben findet jedoch an vielfältigen Orten von Kirche statt, in den Gemeinden, in Gruppen und mit viel Engagement, gerade auch von Ehrenamtlichen“, sagte von Plettenberg. Das wolle man stärken.

Entlastung von kleinteiliger Verwaltungsarbeit, Freiräume für die Seelsorge

Wenn es künftig nur noch 35 Pfarreien als Organisationseinheiten im Bistum geben soll, dann sei damit auch eine Entlastung der vorhandenen Seelsorgerinnen und Seelsorger von bisherigen Verwaltungsaufgaben verbunden. Die damit gewonnenen Freiräume könnten dafür genutzt werden, Seelsorge nah bei den Menschen zu bieten: „Priester und Frauen und Männer aus den anderen pastoralen Berufsgruppen verschwinden ja nicht einfach, sondern bleiben vor Ort“, erklärte Weihbischof Peters zu vorgetragenen Sorgen, dass die Kirche sich aus der Fläche an zentrale Pfarrorte zurückziehen könnte.

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