Liebe Pfarrbriefmacherin, lieber Pfarrbriefmacher,
kennen Sie den? Also nicht den 'Witz', sondern den Mitmenschen: Wochenlang war es ihm oder ihr zu kalt, dann plötzlich zu heiß und jetzt wieder zu verregnet. Ich will damit nicht in Abrede stellen, dass das Arbeiten in zu kalten oder zu überhitzten Räumen nicht zulässig ist (Gruß an dieser Stelle an die Kolleg*innen vom Arbeitsschutz). Mir geht es mehr so um die Kultur des 'Grantelns'. Und die ist sehr hartnäckig. Verweise darauf, dass es woanders noch kälter ist (und trotzdem die Wirtschaftsordnung nicht zusammenbricht) laufen ins Leere.
Vielleicht hilft ein bisschen Psychologie. Ein Studienkollege, auch ein begnadeter 'Grantler', sprach die ganze Zeit davon, dass er die Nase voll habe (er hat das noch ein bisschen derber ausgedrückt). Was war die Folge? Ständig vereiterte Nebenhöhlen. Als ihm das klar wurde, änderte er sein Granteln und flucht, dass er den dicken Zeh voll habe - und die Nebenhöhlen blieben wieder frei.
Also liebe 'Grantler', üben Sie sich im Perspektivwechsel! Wir ändern das Wetter nicht, indem wir drüber 'granteln' - sondern eventuell nur, indem wir was gegen den Klimawandel unternehmen. Bis dahin müssen wir Hitze und Kälte nehmen wie sie kommt und lieber über andere Dinge 'granteln' - vielleicht auch mal über dicke Zehen.
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche! Viel Freude beim Lesen
Ihr Stefan Schneider |