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Glauben leben lernen als lebenslanger Prozess

TPG "Katechese"

„Unter Katechese verstehen wir die Einladung zur vertieften Einführung in den Glauben und in die Nachfolge Christi. Sie ist ein lebenslanger Prozess. In ihr werden die Glaubensinhalte und die Lebenswirklichkeit der Menschen in Beziehung gesetzt. Orte, an denen Menschen leben und zusammenkommen, sind katechetische Orte. An ihnen kann Glaube elementar gelebt, erfahren und gelernt werden. Dieser grundlegende Neuansatz ist in einem Konzept für die Katechese weiter zu entfalten und zu konkretisieren.“

(Abschlussdokument 4.1.1)

Abschlussbericht vorgelegt

Die TPG Katechese hat im November 2019 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Einleitend schreibt die TPG dazu: "Die von der Teilprozessgruppe Katechese vorgelegten Überlegungen und Vorschläge wollen in erster Linie keine neue katechetische Methodologie sein und erst recht kein Patentrezept für das Gelingen von Katechese. Vielmehr geht es um eine (neue) Haltung, die sich aus dem hier vorgelegten Verständnis von Katechese heute ableitet. Sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Überlegungen, seine lebens- und glaubensgeschichtliche Situation. Nur von ihr her kann sich entscheiden, wie ein katechetischer Weg aussehen kann. Ist es ein Weg, der zum Empfang eines Sakramentes führen soll oder ein anderer? Diese Frage setzt bei den Bedürfnissen und Charismen des einzelnen Menschen an, von denen aus Ziele und Wege entwickelt werden. Damit ist Katechese ein differenzierter und lebenslanger Prozess." Und weiter: "So sehr Ziele und Wege miteinander vereinbart werden (müssen), so sehr ist dafür offen zu halten, dass es das Wirken Gottes in Seinem Geist ist, der die Menschen leiten wird – und sie möglicherweise an Orte führt, die sie nicht im Blick hatten."

"Katechese als geistgeleiteter Prozess lebt von Offenheit und Experimentierfreudigkeit."

Den Ergebnisbericht der TPG Katechese können Sie hier als PDF im Volltext downloaden.

Schlüsselkonzept

Die TPG Kateches schlägt folgendes Schlüsselkonzept für die Katechese im Bistum Trier vor:

  • Fünf Leitsätze der Zielebene
  • katechetische Profilierung vieler Orte von Kirche
  • Begegnung und Beziehung als zentrale Kategorie der Katechese
  • Qualifizierung von Katecheten
  • Erwachsene neu in den Blick nehmen
  • Katechese mehr als Sakramentenvorbereitung
  • Netzwerk Katechese
  • Katecheseplan

Fünf Leitsätze

Die Katechese im Bistum Trier …

  1. lädt ein, das eigene Leben wahrzunehmen und zum Ausdruck zu bringen.
  2. öffnet Räume, in denen das Evangelium verkündet und gelebt werden kann.
  3. ermöglicht, Erfahrungen zu machen.
  4. befähigt den Menschen, auf den Zuspruch Gottes zu antworten.
  5. verbindet Leben und Glauben.

Perspektiven und Abschiede

Die beiden von der Synode vorgegebenen Perspektivwechsel Vom Einzelnen her denken und Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen führen zu den folgenden Konsequenzen in  der Katechese im Bistum Trier:

Vom Einzelnen her denken und Charismen fördern:

  • Orte von Kirche als Orte von Katechese
  • Begegnung ermöglichen Beziehung gestalten – Gemeinschaft leben
  • Katechetinnen und Katecheten als Schlüsselfiguren katechetischen Handelns
  • Katechese als lebenslanger Prozess

Abschiede:

Katechese im Bistum Trier nimmt Abschied von …

  • einer Katechese, die sich in der Sakramentenvorbereitung erschöpft.
  • einer Katechese, die vornehmlich Kinder und Jugendliche im Blick hat.
  • einer Katechese, die zwingend zur Sakramentenspendung führt.
  • einheitlichen Kurskonzepten in katechetischen Prozessen.
  • alleiniger Fixierung auf bekannte katechetische Orte.
  • einer inhaltlichen und formalen Vollständigkeit.

Verständnis von erstverkündigender und vertiefender Katechese

  • Erstverkündigende Katechese ist...

    Erstverkündigung, weil sie neben dem Lebenszeugnis auch ausdrücklich elementare Wortverkündigung entfaltet.

    Sie ermöglicht eine (anfanghafte) Begegnung und Beziehung mit Jesus Christus und will Lernprozesse anstoßen, die eine Zustimmung des Herzens anzielen.

  • Vertiefende Katechese...

    will Prozesse anstoßen und begleiten, die die individuellen Lebenserfahrungen und die Botschaft des Evangeliums bzw. der Tradition zu einem heilsamen Lebenswissen weiterentwickeln. Das eigene Leben als Christ wird immer mehr aus der Gottesbeziehung heraus verstanden und gestaltet: im Gebet, im Gottesdienst, in der Zuwendung zum Nächsten, in der Gestaltung der Welt und im Aufbau von Orten von Kirche.

Haltungen und Kompetenzen von Katechetinnen und Katecheten

Haltungen

  • offen
  • respektvoll
  • hörend
  • authentisch
  • kommunikationsfähig
  • beziehungsfähig
  • reflexionsfähig
  • gemeinschaftsfördernd

Kompetenzen

  • Fähigkeit zum Glaubenszeugnis
  • religiöse Kompetenz
  • theologische Kompetenz
  • didaktische Kompetenz
  • symbolische Kompetenz
  • liturgische Kompetenz

Unterstützende Strukturen und qualitätssichernde Instrumente

Relevante Größen katechetischer Prozesse

Die Veränderungen im Bistum Trier lösen zum Teil bestehende Strukturen und Handlungsebenen auf und fordern zu einer neuen Vernetzung heraus. Folgende relevante Größen für die Organisation und Strukturierung katechetischer Prozesse in der Pfarrei der Zukunft sind zu identifizieren:

  • ehrenamtliche Katechetinnen und Katecheten
  • Hauptamtliche in der Katechese
  • jeweiliger Sozialraum
  • Orte von Kirche
  • Leitungsteam der Pfarrei der Zukunft
  • Synodalversammlung und Rat der Pfarrei
  • unterstützende Einheit auf Bistumsebene

Die unterstützende Einheit auf Bistumsebene kann erst dann vollständig gebildet werden, wenn sich die katechetischen Strukturen in der Pfarrei der Zukunft etabliert haben. Für die Ebene der Pfarrei der Zukunft sollte diese Vernetzung innerhalb der ersten beiden Jahre nach Errichtung der Pfarrei der Zukunft erfolgen, indem ein Netzwerk Katechese gebildet und ein Katecheseplan erstellt wird.

  • Zeitliche Umsetzung Switch

    Die unterstützende Einheit auf Bistumsebene kann erst dann vollständig gebildet werden, wenn sich die katechetischen Strukturen in der Pfarrei der Zukunft etabliert haben. Für die  Ebene der Pfarrei der Zukunft sollte diese Vernetzung innerhalb der ersten beiden Jahre nach Errichtung der Pfarrei der Zukunft erfolgen, indem ein Netzwerk Katechese gebildet und ein Katecheseplan erstellt wird.

  • Netzwerk Katechese Switch

    Als wichtige Organisationsgröße zur Gestaltung katechetischer Prozesse sieht die TPG Katechese ein Netzwerk Katechese auf der Ebene der Pfarrei der Zukunft. Das Netzwerk Katechese hat folgende Aufgaben:

    • Entdecken und Entwickeln katechetischen Potentials im Sozialraum
    • Entdecken und Benennen von (entstehenden) Orten von Kirche, die katechetisch profiliert werden können
    • Entwicklung eines Gesamtkonzepts für Katechese in Form eines Katecheseplans
    • Vernetzung von katechetischen Akteuren und Orten von Kirche
    • Netzwerkarbeit und Kooperation mit den anderen Akteuren im Raum (z.B. Missionarische Zentren, Religionsunterricht, diakonische Orte, Vereine und Verbände, kommunale Einrichtungen)
    • Entwicklung von Qualifizierungsmaßnahmen für Katechetinnen und Katecheten
    • Unterstützung von Modell- und Pilotprojekten
    • subsidiäre katechetische Angebote vertiefender Glaubenswege
    • Anlaufstelle für Menschen, die spezifische Angebote suchen
    • Gewährleistung von Angeboten zur Sakramentenkatechese
    • Bereitstellung von Materialien, Medien und Räumlichkeiten
    • Das katechetische Netzwerk hat eine hauptamtliche Leitung, einen gesicherten Personalbestand durch die Mitarbeit von hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie ein eigenes Budget.
  • Katecheseplan Switch

    Der Katecheseplan ist ein Instrument zur inhaltlichen, methodischen und organisatorischen Konzeption und Qualitätssicherung der Katechese in der Pfarrei der Zukunft.

    • Er orientiert sich am Sozialraum.
    • Er beschreibt den Bedarf an katechetischen Prozessen und Kompetenzen, aus dem sich mögliche Maßnahmen ergeben.
    • Er beschreibt die katechetischen Angebote und Prozesse.
    • Er beschreibt Vernetzungen katechetischer Angebote.
    • Er benennt den Einsatz von Personal und Ressourcen.
    • Er formuliert unter Berücksichtigung der fünf Zielsätze Qualitätskriterien, um bestehende pastorale Angebote auf ihre katechetische Wirkung hin zu überprüfen (vergleiche PDCA-Zyklus).
  • Katechese der Katechetinnen und Katecheten Switch

    Das Finden, Gewinnen, Qualifizieren und Begleiten geeigneter ehrenamtlicher Katechetinnen und Katecheten ist eine wichtige Aufgabe von Hauptamtlichen. Dies wird durch das Netzwerk Katechese wesentlich unterstützt. Qualifizierungsmaßnahmen von Katechetinnen und Katecheten benötigen die Unterstützung auf Bistumsebene.

Einzelne katechetische Handlungsfelder

  • Erwachsene neu im Blick Switch

    Erwachsene haben für die Lebendigkeit und Zukunft von Glaube und Kirche eine Schlüsselstellung. In jeder Pfarrei der Zukunft müssen erstverkündigende und vertiefende katechetische Angebote für Erwachsene vorhanden sein.

  • Anlässe Switch

    Häufig sind es signifikante und kritische Lebensereignisse, die Ansatzpunkte für Katechese bieten: z. B. biografische Umbrüche (positiv oder negativ), Übergangsphasen, Entscheidungssituationen.

  • (Neue) Orte von Katechese Switch

    In den großräumigen Pfarreien der Zukunft sind diese Orte von Kirche – bereits bestehende und neu zu entdeckende – von entscheidender Bedeutung. Durch ihre Unterschiedlichkeit können sie individuelle Themen, Interessen sowie Zugangs- und Beteiligungsmöglichkeiten abbilden.

  • Aufgaben in der Pfarrei der Zukunft Switch

    Aufgaben in der Pfarrei der Zukunft ...

    • bewährte katechetische Orte wertschätzen und unterstützen
    • neue katechetische Orte in der Katechese entdecken und entwickeln
    • Akteure in der Katechese unterstützen und qualifizieren
    • Formen der Vernetzung von Orten und katechetischen Akteuren finden
  • Vorbereitung Erwachsener auf Taufe, Firmung und Erstkommunion Switch

    Erwachsenenkatechumenat

    • als Vorbereitungs- und Entscheidungsweg über einen längeren Zeitraum
    • als gemeinsamer Weg einer Gruppe
    • als Kennenlernen der christlichen Botschaft
    • als Erfahrung gelebten Christseins

    Herausforderungen

    • Wo finden Erwachsene nach der Taufe einen Ort, ihr Christsein zu leben?
    • Wie begegnen wir geflüchteten Menschen, die Christen werden wollen?

    Mehr ab Seite 21 im Abschlussbericht der TPG Katechese

  • Ehevorbereitung Switch

    Zielsetzung

    Ehevorbereitung als Begleitungsprozess gestalten.

    Mehr ab Seite 24 im Abschlussbericht der TPG Katechese.

  • Katechese zur Kindertaufe und Erstkommunion Switch

    Zielsetzung (Kindertaufe)

    • Die Wünsche der Familie in all ihrer Vielfalt berücksichtigen
    • Räume nach der Taufe eröffnen (Wegcharakter des Christseins)

    Kompetenzen (Erstkommunion)

    • Wahrnehmungskompetenz
    • Teilhabekompetenz
    • Dialogkompetenz
    • Anwendungskompetenz

    Mehr im Abschlussbericht der TPG Katechese ab Seite 25.

  • Firmung Switch

    Weil das konkrete Leben von Menschen ein Fokus der Katechese ist, und weil Katechese beim Du ansetzt und die existentielle Lebenssituation im Blick hat, sollen in der Firmkatechese verschiedene Module möglich sein. Bei der Frage nach dem Firmalter ist der jeweilige Sozialraum zu berücksichtigen. Bezüglich des Firmalters sollen drei bzw. vier Module zur Auswahl stehen:

    • Modul 1 13-15 Jahre
    • Modul 2 16-18 Jahre
    • Modul 3 Erwachsene
    • Modul X

    Vorrangige Orte

    Vorrangige Orte der Firmvorbereitung sind sozialraumorientierte Orte, die sich nicht durch Wohnadressen bilden, sondern an denen sich Jugendliche durch Neigung, Interesse oder Zugehörigkeit sammeln oder an denen sie sich aufgrund ihrer Ausbildung, ihrer Freizeitgestaltung oder einer Orientierungszeit aufhalten.

    Empfehlungen

    • Dauer der Firmvorbereitung: ca. 2 bis 4 Monate
    • Firmalter: siehe Module
    • Firmort und Firmspender orientieren sich an der Firmvorbereitung

    Mehr dazu ab Seite 30 im Abschlussbericht der TPG Katechese.

  • Ästhetische Zugänge zur Katechese am Beispiel der Kirchenmusik Switch

    Ästhetische Zugänge zur Katechese (z.B. Architektur, Literatur, bildende Kunst, Kirchenmusik) sind für katechetische Prozesse bedeutsam.

    Kirchenmusik findet nicht um der Musik Willen statt. Als Ort von Katechese ist sie selbst elementarer Bestandteil der erstverkündigenden Katechese und der vertiefenden Katechese. Der hauptamtliche Kirchenmusiker wird von Anfang an in die katechetischen Prozesse und Projekte eingebunden.


Rahmen, Hintergrund, Synodenbeschlüsse

  • Eine grundsätzliche Weitung der Perspektive: „Eine Kirche, die vom Einzelnen her denkt, muss sich verabschieden von der Vorstellung, […] dass sich Katechese und das Hineinwachsen in den Glauben ausschließlich an bestimmte Anlässe, etwa die Sakramentenspendung binden ließe“

    (Abschlussdokument „heraus gerufen“ 2.1.3).

    „Die Sozialraumorientierung wird der Seelsorge, der Katechese sowie der sozial-caritativen Arbeit als Handlungsprinzip verbindlich zu Grunde gelegt.“

    (heraus gerufen 4.1.1)

    „Unter Katechese verstehen wir die Einladung zur vertieften Einführung in den Glauben und in die Nachfolge Christi. Sie ist ein lebenslanger Prozess. In ihr werden die Glaubensinhalte und die Lebenswirklichkeit der Menschen in Beziehung gesetzt. Orte, an denen Menschen leben und zusammenkommen, sind katechetische Orte. An ihnen kann Glaube elementar gelebt, erfahren und gelernt werden. Dieser grundlegende Neuansatz ist in einem Konzept für die Katechese weiter zu entfalten und zu konkretisieren.“

  • Ausgangspunkt aller katechetischen Bemühungen ist die Vertiefung des Taufbewusstseins aller: „In der Kirche von Trier wird das missionarische Bewusstsein der Getauften erneuert und belebt. Dabei geht es immer um die Suche nach Gott im eigenen Leben und im Gegenüber. Den Glauben zu bezeugen, ist Gabe und Aufgabe aller.“

    (heraus gerufen 4.3.1)

    Korrelation zwischen Leben und Glaubensinhalten und –vollzügen: „Die Glaubens- und Lebenswirklichkeit der Menschen ist Maßstab für die katechetischen Angebote der Kirche von Trier.“

    (heraus gerufen  4.3.1)

    Unterstützende „Instrumente“ für das katechetische Tun in den PdZ sind die angedachten missionarischen Zentren, die dort angesiedelten missionarischen Teams und das missionarische Jahr

    (vgl. heraus gerufen 4.3.2).

    „Grundlage für die Neukonzeptionierung der Katechese sind

    • die Ausdifferenzierung in eine erstverkündigende und eine vertiefende Katechese,
    • die Verlagerung des Schwerpunktes von Katechese auf Erwachsene
    • sowie die stete Verbindung der Katechese für Kinder und Jugendliche mit katechetischen Angeboten für die sie begleitenden Erwachsenen.“

    (heraus gerufen 4.3.2)

    Konkretisierungen im Hinblick auf einzelne Sakramente:

    • „Die Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe wird nach Möglichkeit als gemeinsamer Weg mehrerer Paare gestaltet. Für konfessions- und religionsverbindende Paare gib es besondere Angebote. Paare werden nach der Trauung, besonders in den ersten Jahren ihrer Ehe, zu begleitenden Angeboten eingeladen.“
    • „Die Vorbereitung auf das Sakrament der Taufe wird, soweit es möglich ist, als gemeinsamer Weg mehrerer Elternpaare, Paten und der Gemeinde gestaltet. Für die Familien der Neugetauften gibt es nach der Taufe eigene Angebote.“

    (heraus gerufen 4.3.2)

    Empfehlungen der Sachkommissionen 1. 7
    Katechese als Aufgabe aller Getauften

    Grundlage aller Katechese ist das authentische Lebenszeugnis aller Gläubigen. Sie geben Zeugnis von ihrer Hoffnung. Diese Hoffnung konkretisiert sich in den vielfältigen missionarischen und diakonischen Haltungen.

  • Priorisierte Maßnahmen

    2.13 Differenzierte Verknüpfung von Leben und Glauben als Leitbild der Katechese

    Ein differenzierter Zugang zur Katechese im Bistum Trier sieht eine Zweistufigkeit vor: Ausgangspunkt jeder Katechese ist die Erstverkündigung, die auf die Zustimmung des Herzens zielt. Ihre Inhalte werden vom Adressaten her gewonnen.

    Auf eine gelungene erstverkündigende Katechese soll eine vertiefende Katechese folgen, die zu einer bewussten Gestaltung des Lebens aus dem Glauben führen soll.

    2.14 Katechese als Aufgabe aller Getauften

    Möglichst viele Menschen sind in katechetische Prozesse einzubeziehen. Neben der Leitungsaufgabe in katechetischen Prozessen, die eine besondere Qualifizierung voraussetzt, soll es für Gläubige vielfältige Möglichkeiten geben, die eigene Lebens- und Glaubenserfahrung in die katechetischen Angebote einzubringen.

    Um ein solches Glaubenszeugnis geben zu können, brauchen alle Getauften eine Förderung ihrer religiösen Reflexions- und Sprachfähigkeit. Entsprechende Angebote sind in jeder Pfarrei(engemeinschaft) zu machen.

    2.15 Erwachsenenkatechese als Schwerpunkt des katechetischen Tuns und ihre Vernetzung

    Erwachsene sollen die hauptsächlichen Adressaten erstverkündigender und vertiefender Katechese sein.
    An den existenziellen Knotenpunkten des Lebens (z. B. Schulabschluss, Berufswahl, Partnerschaft/Ehe, Elternwerden, Midlifecrisis, Trennung, Krankheit, Sterben, Trauer) werden entsprechende katechetische Angebote bereitgestellt.

    Die Orte, an denen die Menschen sich in ihrem Sozialraum bewegen (z. B. Kita, Schule, Verbände, Vereine), sind als katechetische Orte wahrzunehmen, auszubauen und zu vernetzen. In jeder Pfarreiengemeinschaft/Pfarrei sind konkrete nachweisbare katechetische Angebote zu machen, die dem Anliegen der biografieorientierten und vernetzten Erwachsenenkatechese entsprechen.

  • Ehe - Taufe - Vertiefende Katechese für Kinder und Jugendliche

    2.16 Vorbereitung auf das Ehesakrament

    Die Katechese zur Vorbereitung auf das Ehesakrament soll ausgedehnt und prozesshaft werden. In katechetischen Treffen mit mehreren Paaren und mit verheirateten Katechetinnen und Katecheten sowie kirchlich Verantwortlichen erfolgt eine gemeinsame Vorbereitung auf die Eheschließung. Diese Ehekatechese hat erstverkündigenden Charakter, greift die existenziellen und spirituellen Erfahrungen der Paare auf und arbeitet biografie- und prozessorientiert mit ihnen.

    Ehevorbereitung entspricht in zeitlichem Umfang, bezüglich des Ortes und der Gestaltung dem jeweiligen Paar. Sie ist längerfristig und vielgestaltig. Dafür sollten neben dem Traugespräch verschiedene Veranstaltungsformen angeboten bzw. vernetzt werden, die sich nach Ort und Anbieter (Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften, Familienbildungs- und Beratungsstellen) und Dauer (Tag, Wochenende, Abend etc.) unterscheiden. Sinnvoll sind auch Treffen für konfessionsverbindende oder religionsverbindende Brautpaare und Treffen zur Gottesdienstvorbereitung.

    Angebote der vertiefenden Katechese sollen als Möglichkeit anschlussfähig nach der Trauung vorgehalten werden. Sie sollen begleitenden Charakter haben und sich biografieorientiert an den Fragen von Paaren und jungen Familien orientieren.

    2.17 Intensivierung der Taufkatechese

    Die Katechese zur Kindertaufe ist prozesshafter zu gestalten.

    Die Vorbereitung auf die Taufe von Säuglingen und Kindern erfolgt nicht mehr nur durch ein Taufgespräch des Taufspenders mit den Eltern des Täuflings. In katechetischen Treffen mit mehreren Elternpaaren, Paten, anderen Bezugspersonen und Gemeindemitgliedern erfolgt eine gemeinsame Vorbereitung auf die Taufe, die erstverkündigenden Charakter hat.
    Die Vorbereitung auf die Taufe sollte mehrere Treffen umfassen. Darin soll ein Bewusstsein für den Wegcharakter des Christseins geweckt werden. Nach der Taufe eröffnen sich an unterschiedlichen Orten (z. B. Kita, Krabbelgruppen, Grundschule) katechetische Erfahrungsräume für Kinder und Eltern. Dort sind Anschlüsse an die Erfahrungen mit der Taufe möglich.

    2.18 Vertiefende Katechese für Kinder und Jugendliche

    In jeder Pfarreiengemeinschaft/Pfarrei sind jährlich mehrere katechetische Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen, die unabhängig von der Spendung der Sakramente sind und der vertiefenden Katechese dienen (z. B. Kinder-Bibeltage, Gebetsschule für Kinder, katechetische Intensivierung der Ministrantenarbeit, musisch-kulturelle, kirchenmusikalische, diakonische, erlebnispädagogische und religiöse Projekte für Kinder und Jugendliche, Angebote im Rahmen von Taizé oder der Weltjugendtage, Angebote in den Jugendverbänden). Für berufstätige Jugendliche müssen katechetische Angebote entwickelt werden, die mit dem Berufsleben vereinbar sind.

  • Theologische & spirituelle Vergewisserung / Kirchenrecht

    Hintergrund-Texte

    Kongregation für den Klerus, Allgemeines Direktorium für die Katechese. 15. August 1997 (Verlautbarungen des apostolischen Stuhls 130); hier v.a. Kap. 3 Wesen, Zielsetzungen und Aufgaben der Katechese.
     Katechese in veränderter Zeit (DBK)

    • Für die Katechese im Bistum Trier soll folgendes Leitbild gelten:
      „Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe.“ (Bischof Klaus Hemmerle)
    • Die Teilprozessgruppe sollte eine Vergewisserung über die zentrale Bedeutung des „Taufbewussteins“ im Mittelpunkt aller katechetischen Bemühungen vorantreiben. Hierzu scheint es sinnvoll, eine fachliche Expertise etwa aus fundamentaltheologischer Perspektive einzubeziehen.

    Rechtliche Rahmenbedingungen

    • ergeben sich aus allen Aussagen im Codex iuris canonici über die ordentlichen/außerordentlichen Spender und Empfänger der Sakramente
    • Richtlinien im Hinblick auf Paten-Ämter, Trauzeugenschaft etc.
    • Beauftragung aller Getauften zur Verkündigung des Evangeliums (Can. 208, Can. 211) und zur Gründung und Leitung entsprechender Vereinigungen (Can. 215) sowie zur Ausübung apostolischer Tätigkeiten (Can. 216). - online
Weiteres: