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Entwicklung eines verlässlichen und qualitätsvollen Gottesdienst-Angebotes

TPG "Liturgie"

„Jeder Christ ist aufgrund von Taufe und Firmung berufen, das Heilige in seinem eigenen Leben immer weiter zu entfalten und eben dadurch Welt und Kirche im Geiste Jesu Christi mitzugestalten.“

(Abschlussdokument der Bistumssynode - Seite 19)

Herausgerufen zum Feiern: Abschlussbericht liegt vor

Die Teilprozessgruppe "Liturgie" hat am 18. Mai 2019 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Wir dokumentieren ihn im Volltext  hier als PDF-Dokument.

Dazu schreibt die TPG einleitend: "In der Liturgie feiern wir die Verheißung des Reiches Gottes. Gott selbst sammelt die Menschen, die er als Herausgerufene (ecclesia) in Dienst nimmt in dieser Welt. Sie hören das Wort Gottes und geben Antwort darauf. Im Hören des Wortes Gottes werden die Feiernden gestärkt, Zeuginnen und Zeugen des Glaubens in der Welt zu sein (martyria). Zugleich wird für sie das Lebensbeispiel Jesu erfahrbar und der Blick für die Zeichen der Zeit geschärft, wird die vorhandene Not (sowohl die eigene wie die der Mitmenschen) nicht ausgeblendet, sondern vor Gott gebracht (diakonia). Dadurch baut sich Kirche in dieser Welt auf und Gottes Reich wird erfahrbar." 

Gemeinschaften von Gläubigen sind der Ausgangspunkt der Empfehlungen der Teilprozessgruppe Liturgie. Zur Förderung dieser Gemeinschaften im Sinne einer lokalen Kirchenentwicklung wurden die Empfehlungen mit den „Elementen liturgischer Feierqualität“ und das „Rahmenkonzept zur Entwicklung einer verlässlichen Gottesdienstordnung“ erarbeitet. Die Feier des Gottesdienstes zu unterschiedlichsten Gelegenheiten ist für die meisten Getauften immer noch der signifikante Ort, Kirche zu erleben – sei es regelmäßig am Sonntag oder zu besonderen Anlässen. Auf diese Wahrnehmung beziehen sich die Empfehlungen zur Ausweitung des „Verkündigungsdienstes durch Laien“, das Rituale „Lebensbegleitende gottesdienstliche  feiern für Paare“ und Hilfen zur Weiterentwicklung der gottesdienstlichen Vielfalt („Schatzkiste Liturgie“). In den abschließenden Empfehlungen werden erste konkrete Maßnahmen zur Umsetzung benannt."

Elemente liturgischer Feierqualität

  • Beteiligung
  • Dramaturgie/Gestaltung/„roter Faden“
  • Lebensbezug
  • Liturgische Präsenz
  • Musik
  • Ort
  • Rahmenbedingungen
  • Raum
  • Sprache

Die Ausführungen zu diesen Elementen liturgischer Feierqualität, wie sie die TPG Liturgie zusammengestellt hat, lesen Sie im Abschlussbericht der TPG auf den Seiten 9-17. Dabei gliedert das Dokument jeweils in die Punkte "Was stimmen muss", "Was wesentlich ist" und "Was begeistern kann".

Rahmenkonzept zur Entwicklung einer verlässlichen und qualitätsvollen Gottesdienstordnung in den Pfarreien im Bistum Trier

Zusammen mit den „Elementen liturgischer Feierqualität“ tragen die im „Rahmenkonzept“ gezeichneten Grundlinien dazu bei, dass die Pfarrei eine verlässliche Gottesdienstordnung entwickelt. Dabei wird auch ein Weg zur Erstellung einer verlässlichen Gottesdienstordnung aufgezeigt. Der Rat der Pfarrei berät und entscheidet anhand des vorgelegten Rahmenkonzeptes den verlässlichen Gottesdienstplan in der Pfarrei. Die Synodalversammlung wird in einer Beratungs- und Entscheidungsschleife für die Festlegungen im Bereich der Liturgie einbezogen. Dies sichert eine notwendige Resonanz und den Bezug zu anderen pastoralen Themen und Grundvollzügen. Orte und Zeiten der Gottesdienste werden nach abschließender Beratung und Entscheidung auf längere Zeit nicht verändert.

Die Grundlinien des Rahmenkonzeptes sind:

  • der Rahmen für die Entwicklung einer verlässlichen Gottesdienstordnung
  • praxisorientiert
  • leicht verständlich
  • kurz und prägnant
  • offen für Weiterentwicklung
  • anwendbar auf unterschiedliche Situationen
  • anwendbar auf alle Gottesdienstformen
  • eine Bestärkung für den Handlungsspielraum und die Verantwortung vor Ort
  • zu-Mut-end
  • der Liturgie als Grundvollzug der Kirche entsprechend

Mehr dazu lesen Sie im Abschlussbericht der TPG ab Seite 18.


Empfehlungen der TPG zum Verkündigungsdienst durch Laien

  • Die Bedeutung des Verkündigungsdienstes Switch

    Die Verkündigung des Wortes Gottes gehört zu den konstitutiven Vollzügen und Aufgaben der Kirche: „Das Volk Gottes wird an erster Stelle geeint durch das Wort des lebendigen Gottes“ (can. 762 CIC/1983). Folglich erinnern das II. Vatikanische  Konzil und das kirchliche Gesetzbuch daran, dass die geistlichen Amtsträger den Predigtdienst als „hauptsächlichste Pflicht“ hochzuschätzen haben (PO 4; can. 762 CIC/1983). Die konkrete Verkündigung und Auslegung des Wortes Gottes gestaltet sich jedoch in einem qualifizierten Zusammenwirken von Klerikern und Laien. In Taufe und Firmung haben alle Christen den Heiligen Geist empfangen, der sie dazu befähigt, Zeugnis für das Evangelium abzulegen (can. 759 CIC/1983).

    Darüber hinaus können sie durch eine kirchenamtliche Sendung (missio) zur Verkündigung des Evangeliums im Namen der Kirche beauftragt werden. Die Predigt als liturgische Verkündigung des Wortes Gottes kann je nach gottesdienstlicher Feier  verschiedene Formen haben. Sie beruht bei Klerikern auf der sakramentalen Bevollmächtigung und bei Laien auf kirchenamtlicher Beauftragung gemäß can. 766 CIC/1983. Die Homilie (Predigt in der Eucharistiefeier) ist nach can. 767 § 1 CIC/1983 und gemäß den geltenden universalkirchlichen Normen den Klerikern vorbehalten.

    Von der Predigt und der Homilie zu unterscheiden ist das Glaubenszeugnis, zu dem jede und jeder Gläubige grundsätzlich berufen ist. „Eine Kirche, die Jesus und dem Evangelium vom anbrechenden Reich Gottes folgt, setzt auf die Würde und  Verantwortung aller Getauften. Sie gibt Charismen Raum, die dem Aufbau des Reiches Gottes dienen.“

     

    Hinweis: Auf die Angaben der Fußnoten - wie im Original-Dokument - wurde hier der besseren Lesbarkeit willen verzichtet.

  • Möglichkeiten Switch

    Die Predigt ist gemäß can. 766 CIC in anderen liturgischen (nicht-eucharistischen) Feiern durch Laien möglich. Der Inhalt der Predigt muss mit Glauben, Lehre und Tradition der Kirche in Einklang stehen. Die Verkündigung des Wortes Gottes  geschieht nicht nur in der Eucharistiefeier. In der Eucharistiefeier ist es möglich und denkbar, dass Laien zu Beginn die Statio halten, um etwa die Mitfeiernden in ein besseres Verständnis der Liturgie einzuführen oder ein Glaubenszeugnis - denkbar nach der Homilie oder vor dem Schlusssegen - zu geben,  um die Botschaft des Evangeliums und der Homilie zu verstärken.

    Darüber hinaus gibt es Situationen, in denen der Verkündigungsdienst durch Laien in der Eucharistiefeier sinnvoll ist. Das können Gottesdienste mit Gruppen sein (Kinder, Jugend, Familien, …).

  • Empfehlungen Switch

    1. Die Möglichkeiten im Rahmen des Kirchenrechtes sollen ausgeschöpft werden. Die Zulassung von Laien zur Predigt ist auf die „Nützlichkeit in Einzelfällen sowie die Notwendigkeit, die sich aus bestimmten
      Umständen ergeben kann“ begrenzt. Darunter ist vor allem der Mangel an Priestern und Diakonen zu verstehen und im Einzelfall auch eine besondere Kompetenz von Laien.
    2. Das diözesane Recht soll dahingehend angewandt und geändert werden, dass haupt- und ehrenamtlichen Laien Predigtbeauftragungen für nichteucharistische Gottesdienste erteilt werden (vgl. Diözesanbestimmungen über Eucharistiefeiern, Wort-Gottes-Feier und sonstige Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen, § 7 (4): KA 2004, Nr. 264).
    3. Alle mit dem Predigtdienst Beauftragten müssen entsprechend aus- und weitergebildet werden. Diese Angebote muss das Bischöfliche Generalvikariat schaffen und koordinieren.
    4. Alle im Predigtdienst tätigen Personen benötigen eine bischöfliche Predigterlaubnis nach den diözesanen Vorgaben.
    5. Die Verkündigung des Wortes Gottes soll in vielfältigen Formen geschehen: Dialogpredigt, angeleitetes Bibelgespräch, Bibelteilen, Bibliolog, Bibliodrama, Glaubenszeugnis, Impuls, Katechese, …

Empfehlungen zu einem Rituale „Lebensbegleitende gottesdienstliche Feiern für Paare“

  • Situationsbeschreibung Switch

    Die Mehrheit der Paare ist zutiefst vom Wunsch erfüllt, dass ihre Ehe ein Leben lang hält. Dieser Sehnsucht entspricht das sakramentale Verständnis der Ehe. Paare suchen bewusst den Kontakt zur Kirche und fragen nach einem Ritual, dem Segen, der kirchlichen Trauung. Vielerorts findet die Ehevorbereitung im Vorhinein punktuell statt und ist oftmals reduziert auf das Ehevorbereitungsgespräch. Die pastorale Begleitung von Paaren verläuft nicht selten minimal und punktuell und endet mit der kirchlichen Trauung.

    Immer häufiger stehen Paare vor der Schwierigkeit, dass sie ihre Partnerschaft segnen lassen wollen, aber derzeit (noch) nicht zu einer sakramentalen Ehe bereit sind. Am katholischen Eheverständnis überfordert besonders das Element der Unauflöslichkeit, während der Aspekt, dass Gott an der Seite des Ehepaares ist, geradezu gesucht wird und auch für eine weitere Partnerschaft erhofft wird.

    Trotz des Wunsches nach einer lebenslangen Beziehung trifft die Erfahrung von Brüchigkeiten und dem Scheitern einer Beziehung viele Paare in ihrer Lebenswirklichkeit. Menschen fragen auch in dieser Lebenssituation nach pastoraler Begleitung und Unterstützung bei der Klärung ihrer Situation. Auch mit Blick auf weitere Partnerschaft suchen oder fragen Paare nach einem Ritual oder einem Segen. Beide Wünsche stehen in der Spannung zwischen kirchlichem Ritual als Stärkung und kirchlichem Ritual als Form einer öffentlichen Anerkennung und Zulassung zu den Sakramenten.

  • Konsequenzen und notwendige pastorale Schritte Switch

    Als Konsequenz aus der oben benannten Situationsbeschreibung sieht die TPG Liturgie folgende Schritte:

    • „Anzuerkennen ist, dass Familie heute in verschiedenen Formen gelebt wird. Familie als Kern von Kirche und Gesellschaft bleibt ein grundlegendes Anliegen.“ (heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen, S. 24)
    • „Als Zeichen von Gottes Liebe zu den Menschen gilt die sakramentale Ehe. Deshalb ermutigt die Kirche zur sakramentalen Ehe und hilft Paaren, diese Lebensform zu verwirklichen. Die Liebe Gottes wird auch in anderen Formen des menschlichen Zusammenlebens sichtbar. In ihnen werden die Werte Liebe, Treue, Würde, Verlässlichkeit, Verantwortungsbereitschaft, Vergebung und Versöhnung ebenfalls realisiert.“ (heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen, S. 34)
    • Es braucht einen neuen Blick auf Partnerschaft und die Offenheit gegenüber neuen Formen des Zusammenlebens (gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Wiederheirat nach Scheidung, Partnerschaft auf Zeit, Patchworkfamilien,…).
    • Darin enthalten ist auch eine Weitung des bisherigen Familienbegriffs. In diesem Zusammenhang kann die Ehe neu an Profil gewinnen, da sie für viele nicht mehr selbstverständlich ist. Hierin liegt eine pastorale Chance.

    Die TPG Liturgie spricht sich dafür aus, das Angebot der bisherigen klassischen liturgischen Formen zu erweitern um unterschiedliche (Segens-)Feiern. Über die Ehevorbereitung hinaus soll es eine lebensbegleitende Pastoral für Paare geben. Darüber hinaus bedarf es auf weltkirchlicher Ebene einer Reflexion und Weiterentwicklung der Theologie des Ehesakramentes.

  • Empfehlungen mit Blick auf eine Handreichung mit Ritualen und Gebeten für Wiederverheiratet-Geschiedene Switch

    „Die Kirche von Trier wird sich verstärkt der Menschen annehmen, deren Leben durch Brüche in Beziehungen und die Entscheidung zum Neubeginn geprägt ist. Diese Menschen erfahren eine wertschätzende und unterstützende Begleitung, die sie  in ihrer Lebens-, Liebes- und Beziehungsfähigkeit stärkt und neue Perspektiven für ihr Leben eröffnet. […] In den Fällen von Trennung, Scheidung und Wiederverheiratung erfolgt ein behutsamer Umgang mit dem Begriff ,Scheitern‘. Die mit einem solchen Ereignis verbundenen Chancen des Reifens und für einen Neuanfang werden vermehrt wahrgenommen.“ (heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen, S. 34)

    Ein Ritual oder eine Segensfeier für Wiederverheiratet-Geschiedene erfordert eine sorgsame Vorbereitung sowie eine individuelle pastorale Begleitung des Paares. Leitfragen auf diesem Weg könnten sein: „Welche Bedeutung haben für uns/hat für mich die Erfahrung der zerbrochenen Partnerschaft? Was bedeutet es für uns als Wiederverheiratet-Geschiedene, unsere Situation mit unserem christlichen Glauben und unserer christlichen Hoffnung in Verbindung zu bringen?“

    Im Vorfeld der Feier bedarf es neben einer Klärung der Erwartungen des Paares an die Feier auch einer Klärung der Möglichkeiten sowie der Grenzen eines solchen Rituals. Ebenso bedarf es einer Aufklärung bezüglich des Sakramentenempfangs: Ein individueller Klärungsprozess und eine Gewissensentscheidung der Betroffenen ermöglichen im Einzelfall die Wiederzulassung zu den Sakramenten.

    Bei aller Individualität in der Ausgestaltung einer solchen Feier empfiehlt die TPG eine Handreichung, die einzelne Elemente zur Auswahl beinhaltet, aus denen für die entsprechende Situation des Paares gewählt werden kann. Diese Handreichung soll u. a. auch Gebete beinhalten, die vom Paar bzw. den Partnern für das persönliche Gebet verwendet werden kann. Sinnvolle inhaltliche Elemente einer solchen Feier sind:

    1. Rückblick (Schuldbekenntnis, Thematisierung der Brüchigkeit und der zerbrochenen Ehe)
    2. Dank
    3. Ausblick (Bitte und Segen).

    Zentrales Element der Feier ist das Segensgebet. Hierbei wird der Wunsch der Paare ernst genommen, ihre Liebe segnen zu lassen. Es handelt sich demnach um mehr als eine symbolische Segnung: „Gott, segne NN. und NN. und die Liebe, die sie einander schenken.“ 

  • Empfehlungen über eine Handreichung für Wiederverheiratet-Geschiedene hinaus Switch

    Die TPG Liturgie sieht den Bedarf und die Notwendigkeit, dieses Ritual/diese Feier in eine Reihe von „Lebensbegleitenden gottesdienstlichen Feiern für Paare“ und damit in eine weit gefasste Ehe- und Familienpastoral einzubetten. Dabei soll Paaren die Möglichkeit gegeben werden, in verschiedenen Situationen ihrer Partnerschaft Gottes Nähe und Zuspruch stärkend zu erfahren.

    Diese können sein:

    • Paare, die (noch) nicht das Sakrament der Ehe wünschen
    • Paare, die sich (noch) auf die Ehe vorbereiten
    • gleichgeschlechtliche Paare
    • Paare, die zusammen eine Wohnung beziehen
    • Verlobung
    • Kinderwunsch
    • Schwangerschaft
    • Geburt eines Kindes
    • Jahrestag
    • Jubiläen
    • Krisen
    • Auszug der Kinder
    • Kita-Ende/Einschulung/Schulwechsel
    • ein Tag für Menschen nach Trennung/Scheidung
    • Tod eines Partners/eines Kindes
    • Scheidung/Trennung

    Weitere Gelegenheiten:

    • Valentinstag
    • Woche für das Leben
    • Fest der Heiligen Familie
    • Familienwallfahrt

    Die TPG Liturgie empfiehlt, innerhalb des nächsten Jahres in Zusammenarbeit zwischen Bistum Trier und Deutschen Liturgischen Institut eine Handreichung zum Thema „Lebensbegleitende gottesdienstliche Feiern für Paare“ zu erarbeiten.

„Schatzkiste Liturgie“ – Neue Gottesdienstformen im Bistum Trier

  • Situationsbeschreibung Switch

    Viele Getaufte nehmen nur noch punktuell oder temporär am gottesdienstlichen Leben der Kirche teil. Hinzu kommen spirituell Suchende, die für kirchliche Riten grundsätzlich offen sind, aber aus verschiedenen Gründen keinen Zugang (mehr) zu den traditionellen liturgischen Formen (z. B. zur Eucharistiefeier) finden. Um auch diesen Menschen eine religiöse Beheimatung zu bieten, wurden bereits an verschiedenen Orten im Bistum Trier erfolgreich neue Gottesdienstformen und Rituale entwickelt,  die an die pluralen Lebenswelten von Menschen in der heutigen Gesellschaft anknüpfen. Viele davon besitzen jedoch bisher nur einen lokalen Wirkungskreis, sodass ihre Bekanntheit begrenzt ist.

  • Methodisches Vorgehen und Ergebnis Switch

    Die TPG Liturgie setzte es sich zum Ziel, im Rahmen ihrer Arbeitsphase eine Bestandsaufnahme „gelungener, praxiserprobter“ Gottesdienstmodelle im Bistum Trier durchzuführen. Zur Erhebung dieser Modelle wurde im Dezember 2018 ein von der TPG entwickelter Erhebungsbogen an Pfarrgemeinden, Gruppen und andere kirchliche Institutionen versandt. Bis zum Einsendeschluss am 15. März 2019 gingen fast 40 Vorschläge aus allen Teilen des Bistums Trier ein. Sie wurden als „Schatzkiste Liturgie“ im Liturgiereferat gesammelt. Die vielen Rückmeldungen zeigen eindrucksvoll, dass es mittlerweile ein breites Spektrum erprobter, innovativer Feierformen gibt: Messfeiern für besondere Zielgruppen finden sich darunter genauso wie  Wortgottesdienste, Segensfeiern und Andachten an ungewöhnlichen Orten oder Liturgien mit besonderen musikalischen Akzenten.

  • Empfehlungen Switch

    1. Sichtung:
      Zunächst ist es unumgänglich, dass die Modelle von einem multiprofessionellen Fachgremium anhand der „Elemente liturgischer Feierqualität“ gesichtet werden. Diese Aufgabe übernimmt die zukünftig einzurichtende diözesane Liturgiekommission, die auch über den weiteren Umgang mit dem Material entscheidet.
    2. Veröffentlichung:
      Um die Vielfalt der gottesdienstlichen Praxis im Bistum Trier anzuregen, werden geeignete Modelle und Gottesdienstbausteine aus der „Schatzkiste Liturgie“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es empfiehlt sich eine  digitale „Liturgiebörse“, vergleichbar zu den Online-Angeboten anderer Diözesen (z. B. Linz oder Feldkirch). Hierzu ist nicht nur eine entsprechende Infrastruktur einzurichten (Website); auch deren kontinuierliche Pflege muss  gewährleistet sein. Datenschutz und Lizenzrecht sind hierbei zu beachten. Koordination und Weiterentwicklung der „Liturgiebörse“ sind beim diözesanen Liturgiereferat angesiedelt, das allerdings die hierfür notwendigen Ressourcen  benötigt.
    3. Liturgische Bildung:
      Allein mit der Bereitstellung entsprechender Materialien und Gottesdienstbausteinen aus der „Schatzkiste Liturgie“ kann eine kontinuierliche Weiterentwicklung des gottesdienstlichen Lebens im Bistum Trier nicht  gelingen. Neue Gottesdienstformen setzen bei der Gestaltung und Leitung ein beträchtliches Maß an liturgischen, spirituellen, ästhetischen und sozialen Kompetenzen voraus. Daher muss die pastoralliturgische Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Haupt- und Ehrenamtlichen gestärkt und ausgebaut werden.

Konkrete Empfehlungen zur Umsetzung des Dokumentes der TPG Liturgie

  • Das Bistum Trier berücksichtigt bei der Zuweisung der Finanzmittel an die Pfarrei den finanziellen Bedarf für: Switch

    • mindestens eine hauptberufliche Kirchenmusikerin/einen hauptberuflichen Kirchenmusiker A/B (Bachelor/Master)
    • Musiker, Küster, Chorleiter gemäß der Gottesdienstordnung
    • Aus-, Fort- und Weiterbildung
    • Gottesdiensträume, Unterhalt der Räume und der Ausstattung, Materialien
    • Liturgische Kleidung für alle liturgischen Dienste
    • innovative liturgische Projekte
    • Maßnahmen zur Barrierefreiheit
  • Das Bistum Trier berücksichtigt bei der Personalzuweisung an die Pfarreien ... Switch

    ...je eine Liturgiebeauftragte/einen Liturgiebeauftragten (hauptamtlich, 100 %) sowie weitere Stellenanteile unterschiedlicher Professionen (insgesamt 100%). Zu deren Aufgaben gehören:

    • Ansprechperson für alle liturgischen Themen
    • Koordination von Fort- und Weiterbildungsangeboten vor Ort
    • Koordination der Erstellung und Weiterentwicklung der Gottesdienstordnung
    • Unterstützung der Arbeit mit den „Elementen liturgischer Feierqualität“
    • Vernetzung der liturgischen Dienste
  • Das Bistum Trier errichtet eine multiprofessionell besetzte Liturgiekommission auf Ebene des Bistums. Switch

    Zu deren Aufgaben gehören:

    • Begleitung der Umsetzung des neuen Rahmenkonzeptes und des Verfahrens zur Sicherung der liturgischen Feierqualität in den Pfarreien (Arbeitshilfe)
    • Anregung der Fort- und Weiterbildung in Kooperation mit der Abteilung ZB. 1.1. Pastorale Grundaufgaben und dem Deutschen Liturgischen Institut
    • Entwicklung und Umsetzung des Grundkurses Liturgie
    • Erstellung von Konzepten zur Kirchenraumpädagogik und zur liturgieerschließenden Katechese
    • Regelung des Verkündigungsdienstes durch Laien
    • Erstellung „Rituale lebensbegleitender gottesdienstlicher Feiern für Paare“
    • Reflexion und Förderung des liturgischen Lebens in den Pfarreien („Schatzkiste Liturgie“)

Synodenbeschlüsse

Einige Aussagen aus dem Abschlussdokument:

  • „Eine Kirche, … die Jesus und seiner Botschaft vom Reich Gottes folgt, stellt den Menschen, sein Dasein und seine Fragen in den Mittelpunkt: seine Freude und Hoffnung, seine Trauer und Angst. Eine Kirche, die Jesus Christus folgt, weiß sich an die Ränder und Grenzen gesandt, ist empfindsam und solidarisch, wo Menschen in Gefahr sind, ihre Würde zu verlieren oder ihrer Würde beraubt zu werden. Die Kirche Jesu gibt Zeugnis von der Hoffnung, die sie erfüllt. Sie begibt sich dabei in das ihr selbst Fremde. Sie sucht Begegnung mit Anderem und mit Anderen und lässt sich davon irritieren, betreffen, inspirieren: sie lässt sich evangelisieren.“

    ("heraus gerufen" Kap.1)

    „Mit diesem Perspektivwechsel (Charismen vor Aufgaben...) möchte die Synode anstoßen, dass die Gläubigen ihr Taufbewusstsein entwickeln, ihre Charismen entdecken und sich mit ihnen in das Leben der Kirche von Trier einbringen.“

    ("heraus gerufen" 2.2.4)

    „Jeder Christ ist aufgrund von Taufe und Firmung berufen, das Heilige in seinem eigenen Leben     immer weiter zu entfalten und eben dadurch Welt und Kirche im Geiste Jesu Christi mitzugestalten. Diese Bedeutung und Verantwortung jedes einzelnen Christen gilt auch unabhängig von der Zahl der Priester und des hauptberuflichen Personals in der Kirche.“

    (Gemeinsam Kirche sein, Seite 15)

    • Die Sonntagsgottesdienste werden vielgestaltiger und lebendiger. Zu achten ist auf eine Verlässlichkeit der Zeiten und Orte für die Feier der Eucharistie.
    • Auch sonntags werden nicht-eucharistische Gottesdienstformen, etwa Wort Gottes-Feiern oder Tagzeitenliturgie, angeboten. Damit eröffnen sich auch neue Möglichkeiten für eine Stärkung des ökumenischen Miteinanders vor Ort. Vermehrt werden Laien diese Gottesdienste verantwortlich gestalten.
    • Das Bistum erarbeitet eine pastorale Weisung für die gemeinsame Teilnahme konfessionsverbindender Paare am Tisch des Herrn. Diese orientiert sich an der Praxis, die z. B. in der Ortskirche von Straßburg schon seit 1972 geübt wird, konfessionsverbindenden Paaren unter bestimmten Voraussetzungen den gemeinsamen Kommunionempfang zu ermöglichen.
    • Zu Verkündigung und Predigt in unterschiedlichen Gottesdienstformen werden dazu befähigte Männer und Frauen beauftragt.
    • Laien werden in den Bestattungsdienst eingebunden und werden dazu qualifiziert und beauftragt.

    ("heraus gerufen" 4.2.2 Konkretisierung)

    Begegnungen an Sonntagen, vor und nach Gottesdiensten, aber auch unabhängig davon eröffnen neue Räume für ein Miteinander und schaffen vielfältige Gelegenheiten zum Austausch und zum Gespräch in Glaubens- wie in Lebensfragen. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt vor Ort.

    ("heraus gerufen" 4.3.1 Orientierungen)

    Auf allen Ebenen des Bistums gilt das Prinzip der Subsidiarität. Aufgaben, Handlungen und Problemlösungen werden von der kleinsten Gruppe oder der untersten Ebene übernommen. Nur wenn dies nicht möglich oder mit erheblichen Hürden und Problemen verbunden ist oder wenn der Mehrwert einer Zusammenarbeit offensichtlich ist und diese bejaht wird, soll die nächsthöhere Ebene subsidiär, das heißt unterstützend eingreifen.

    ("heraus gerufen" 4.5.2 Konkretierungen)

  • Weitergehende Erkenntnisse – Grenzen als geistliche Herausforderung

    Eine lebendige Ökumene ist unverzichtbar als sichtbares, hoffnungsstiftendes Zeichen der Einheit, die gemeinsam mit den Geschwisterkirchen anzustreben ist. Die Spaltung der Christenheit beeinträchtigt erheblich die Glaubwürdigkeit der Kirche. Die Ökumene wurde daher als Querschnittsthema vereinbart und sollte in der Arbeit der Sachkommissionen berücksichtigt werden. Sie findet sich aber nur in einigen Empfehlungen ausdrücklich wieder. Deshalb bedarf das Thema „Ökumene“ einer weiteren, tiefgehenden Bearbeitung.

    ("heraus gerufen" 4.5.2)

    Kleine Christliche Glaubens- und Gebetsgruppen stärken

    Selber die christliche Botschaft in der Begegnung mit dem anderen besser verstehen lernen ist wichtiger als die Überzeugung, die christliche Botschaft zu kennen und zu „besitzen“. Daher sollen künftig Kleine Christliche Gemeinschaften in allen Pfarreien des Bistums Trier gegründet werden oder bestehende gefördert und weiterentwickelt werden.

    ("heraus gerufen" - Anlage 2.7)

    Sonntagsgottesdienst / Sonntagspflicht

    An jedem Sonntag wird zu festen Zeiten und an festen Orten die Eucharistie gefeiert. Diese Eucharistiefeiern sind qualitätsvoll gestaltet. Es kann darüber hinaus, soweit die örtlichen und personellen Gegebenheiten es zulassen, Eucharistiefeiern an wechselnden Orten geben.

    Dem Bedürfnis der „Suchenden“ wird zukünftig vermehrt durch entsprechende Gottesdienste (Wort-Gottes-Feier, Tagzeitenliturgie und die Fülle der liturgischen Formen) Raum gegeben. Diese Gottesdienste haben ihren eigenen Wert und versammeln zum Gebet. Sie können Neugierde wecken und Wege zur Feier der Eucharistie eröffnen.

    Ob manchmal aus pastoralen Gründen in Wort-Gottes-Feiern die Kommunion gespendet werden soll, wird im Hinblick auf die Fülle der damit verbundenen Fragen, Erwartungen und Befürchtungen nach der Synode diskutiert und geklärt.

    In Zusammenarbeit mit den zuständigen Räten werden Teams gebildet, die die Gottesdienste (u. a. Zeiten und Orte) am Sonntag organisatorisch koordinieren.

    ("heraus gerufen" Anlage 2.23)

  • Begegnung

    Es wird eine Kultur der Begegnung vor und nach den Sonntagsgottesdiensten, aber auch über die Gottesdienste hinaus entwickelt. Dadurch werden neue Räume für ein Miteinander sowie für Austausch und Gespräch der Gläubigen eröffnet, in denen Interessierte willkommen sind und Anregungen zur Vertiefung des Glaubens erhalten können.

    ("heraus gerufen" Anlage 2.24)

    Neue Formen und ungewohnte Zeiten und Orte für Gottesdienste

    Neue Gottesdienstformen sollen von allen Getauften entwickelt werden. Gottesdienste werden auch zu ungewohnten Zeiten und an ungewohnten Orten gefeiert. Dabei sind gezielt „Arme und Bedrängte aller Art“ zu berücksichtigen.

    • Menschen, die in der Gesellschaft wenig Beachtung und Wertschätzung erfahren.
    • Menschen, die nur schwer Zugang zur kirchlichen Gemeinschaft und zu gottesdienstlichem Handeln finden,
    • Menschen mit lebensgeschichtlichen Brüchen unterschiedlichster Art,
    • Menschen, denen die Kirche fremd geworden ist,
    • Menschen, denen ein Zuspruch von Segen oder eine Zusage des Wortes Gottes eine Erfahrung von Gnade vermitteln können.

    ("heraus gerufen" Anlage 2.26 )

  • Laiendienste: Bestattung Verkündigung Basisgemeinschaften

    Bestattungsdienst durch Laien

    In den Bestattungsdienst sollen nach und nach Laien – hauptamtliche pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehrenamtliche Engagierte – einbezogen werden.

    ("heraus gerufen" Anlage 2.28)

    Liturgischer Verkündungsdienst durch Laien

    Verkündigung und Predigt in der Liturgie soll von allen dazu befähigten Frauen und Männern ausgeübt werden, soweit das Kirchenrecht nicht entgegensteht. Soweit kirchenrechtliche Regeln dem entgegenstehen – Homilie bei der Eucharistiefeier – möge der Bischof darauf hinwirken, dass die Frage neu geprüft und gegebenenfalls das Recht angepasst wird.

    ("heraus gerufen" Anlage 2.29)

    In Basisgemeinschaften können sich Charismen entfalten und ermöglicht werden.

    ("heraus gerufen" Anlage 2.31)

Weiteres: