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LSBTIQ+

Queer im Bistum Trier

Veranstaltungen

  • 21. September - 18. November, Trier: "Pride für alle. Gestern und heute." - Veranstaltungsreihe der Stadt Trier. Flyer zum Download
     
  • 27. September, 20 Uhr, Simmern: Kino-Abend im Pro-Winz-Kino mit dem Film "Pride" und anschließender Möglichkeit zum Gespräch "lesbisch, schwul, bi, trans, inter, queer und Kirche... Passt das zusammen?". Flyer zum Download
     
  • 28. September, 19 Uhr, Koblenz: "Den Mensch in seiner Vielfalt anerkennen - Sexuelle und geschlechtliche Identitäten in der Katholischen Kirche" - Vortrag des Katholischen Forum Koblenz im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium; Referent: Prof. Dr. Stephan Goertz. Flyer zum Download
     
  • 10-14. Oktober, Bistum Mainz: Queere Woche im Erbacher Hof. Flyer zum Download
     
  • 16. November, Saarbrücken: Fachtag Queer in der Kirche der Jugend eli.ja. Weitere Infos: www.eli-ja.de

Nachrichten, Hinweise und Aktuelles

Synodalität praktisch - Persönliche Gedanken von Bischof Ackermann zur vierten Vollversammlung des Synodalen Weges

Nach dem Ende der vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Frankfurt hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann ein persönliches Fazit veröffentlicht. Es seien „bewegte Tage gewesen“, die Synodalen hätten um „Lehre und Leben der Kirche“ gerungen. Es sei in den emotionalen Debatten zu spüren gewesen, wie wichtig den dort Versammelten ihr Katholischsein sei. Themen wie die wirksamere Beteiligung der Gläubigen an wichtigen Entscheidungen der Ortskirchen und die stärkere Beteiligung von Frauen an amtlicher Vollmacht, sowie die Frage nach mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen der Bischöfe seien eben keine „Nebensächlichkeiten, sondern berührten das persönliche und kirchliche Leben existenziell“.

"Ich bedaure ausdrücklich, dass der Text nicht die Zweidrittelmehrheit der Bischöfe erhalten hat"

Dass der vorgelegte Grundlagentext zur intensiv debattierten Neubewertung und Weiterentwicklung der katholischen Sexualmoral nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit der Bischöfe erhalten habe, bedaure er ausdrücklich. Ackermann und die drei Trierer Weihbischöfe hatten dem Papier zugestimmt. In einem ersten Statement hatte Ackermann geschrieben, es sei „theologisch verantwortbar, nimmt aktuelle humanwissenschaftliche Erkenntnisse auf und ist damit ein Papier, das wir gut in die weltkirchliche Diskussion einbringen können.“ Gleichwohl liege der Text jedoch nun öffentlich vor und die Debatte darüber sei nicht zu Ende – „auch nicht in unserem Bistum“. 

Zum ausführlichen Statement des Bischofs


Wie und wozu wollen wir angesichts der rasanten gesellschaftlichen Veränderungen des dritten Jahrtausends Kirche sein?

Als eine Konsequenz der Trierer Diözesansynode (2013-2016) wurde das Fördern eines kontinuierlichen, respektvollen und wertschätzenden Dialogs mit gleichgeschlechtlich orientierten Menschen und ihren Verbänden sowie die Entwicklung von entsprechenden seelsorglichen Angeboten festgehalten (Abschlussdokument der Synode, Seiten 35 und 55). Diese Förderung konkretisiert sich auch im Hinblick auf die Gestaltung des pastoralen Handelns mit und für Familien in all ihrer Vielfalt.

Jeder einzelne Mensch ist in seiner Individualität und Originalität Gottes Ebenbild

Im Nachgang dazu entstand der „Arbeitskreis sexuelle und geschlechtliche Identitäten in der Pastoral“ im Bistum Trier, der auch den Blick über gleichgeschlechtlich orientierte Menschen hinaus weitet.  Der Arbeitskreis widmet sich u.a. der Frage der Seelsorge für und mit lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen  und queeren Menschen (LSBTIQ), ihren Eltern und Großeltern, Geschwistern, Freunden und Freundinnen. Denn “Jeder einzelne Mensch ist in seiner Individualität und Originalität Gottes Ebenbild. In dieser Verschiedenheit teilen Menschen Leben und christliche Werte. Das geschieht in Familien in all ihrer Vielfalt, wo Menschen Partnerschaft und Gemeinschaft leben und danach streben, christliche Werte wie Liebe, Treue, Würde, Verlässlichkeit,  Verantwortungsbereitschaft, Offenheit für die Weitergabe des Lebens, Vergebung und Versöhnung zu leben und weiterzugeben.” (Zitat aus dem Abschlussdokument der Synode, Seite 8)

Ein LSBTIQ+Psalm - von Monsignore Stephan Wahl

Ich bin, was ich bin

Ich danke Dir, Ewiger, dass ich so bin, wie ich bin,
und nicht so, wie manche mich gerne hätten.

Von Beginn aller Zeit hast Du mich gedacht und gewollt,
eine Facette bin ich Deiner bunten, lebendigen Schöpfung.

Als Dein Ebenbild hast Du den Menschen geschaffen,
Du, der du das Leben selbst bist in all seiner Fülle.

In dir pulsiert die Liebe in all ihren Formen,
ein ewiger Quell, der niemals versiegt.

Du willst seit Urzeit, dass es gibt, was es gibt,
die Schranken und Grenzen hast Du nicht gemacht.

Das Wort Ebenbild legten die Saftlosen in kalt-eiserne Ketten,
die Flügel der Liebe wollten sie kürzen durch ihre Gesetze.

Doch sie erhebt sich immer wieder, lässt sich nicht zähmen,
unablässig verteilt sie sich in die Herzen der Menschen.

Ihre Funken sprühen, wenn zwei Münder sich finden,
zwei Seelen den Gleichtakt erkennen, das ergänzende Du.

Wenn eine Frau einen Mann liebt und ein Mann eine Frau,
wenn ein Mann einen Mann liebt und eine Frau eine Frau,
tanzt die Liebe Pirouetten mit kraftvoller Leidenschaft,
wenn ein Mensch einen Menschen liebt, so wie er ist.

Wenn ein Mensch Körper und Seele in sich versöhnt,
wenn ein Mann sich als Frau fühlt und eine Frau sich als Mann,
fährt die Liebe tollkühn in den Mut sich offen zu zeigen,
wenn ein Mensch sich sucht und sich endlich dann findet.

Sie alle preisen Dich Ewiger durch ihr farbiges Leben,
Du würdigst die Vielfalt durch Deinen stärkenden Segen.

Doch immer noch leiden Menschen nur weil sie lieben,
man sperrt sie in Kerker, quält sie, will ihren Tod.

Leg ihren Jägern und Richtern ihr übles Handwerk,
vor Scham vergehen sollen sie, verstummen für immer.

Meine Hoffnung setze ich auf Dich Ewiger, Fülle des Lebens,
nicht nur träumen will ich, was ich sehnlichst erwarte:
die Engherzigen werden nicht siegen mit ihrer Verachtung,
ihr Gift verliert seine Kraft, ihr Spott verwundet nicht mehr.

Begeistert erstrahlen sollen alle mit glänzenden Augen,
die Hand in Hand sich gefunden auf ihrem eigenen Weg.

Ihre zärtliche Liebe preist Dich, übersteigt alle Normen,
divers sind Deine Ebenbilder, keins gleicht dem anderen.

Unverwechselbar hast Du, das Leben, alle geschaffen,
ein kostbares Original bin ich mit meinen Ecken und Kanten.

Ich danke Dir Ewiger, dass ich so bin, wie ich bin,
und immer mehr werde, der ich sein darf vor Dir.

sw 6.Februar 2022

Der Titel des Arbeitskreises

...deutet darauf hin, welche Themen für die Mitglieder im Arbeitskreis im Fokus stehen.

  • Wer wir sind Switch

    Die Leitung des Arbeitskreises haben Ulrike Laux, pädagogische Referentin für Prävention und sexuelle Bildung in der Jugendabteilung des Bischöflichen Generalvikariates Trier, und Aloys Perling, theologischer Referent in der Abteilung Kindertageseinrichtungen und familienbezogene Dienste im Bischöflichen Generalvikariat.(Kontakt)

    Die Mitglieder des Arbeitskreises sind

    • Albrecht Adam, Abteilung Schule und Hochschule im Bischöflichen Generalvikariat
    • Claudia Brutscher, Lehrerin an der BBS Wirtschaft, Trier
    • Andreas Diegler, Gemeindereferent, Pfarreiengemeinschaft Marpingen
    • Klaus-Gerd Eich, Arbeitsbereich Ausbildung pastoraler Berufe im Bischöflichen Generalvikariat
    • Beate Heß, Team Queer@herzjesu, SCHMIT-Z e.V. Trier
    • Matthias Holzapfel, Pfarrer in Saarbrücken
    • Sabrina Koch, Ansprechpartnerin im Dekanat St. Willibrord Westeifel für die Region Westeifel
    • Vincent Maron, Bildungsreferent SCHMIT-Z e.V. Trier
    • Ralf Schmitz, Pfarrer in Trier, Team Queer@herzjesu
    • Lutz Schultz, Pfarrer in Simmern
    • Thomas Wagner, Diplomtheologe, HuK-Mitglied, Saarbrücken
    • Karin Winter, Kreis Bernkastel-Wittlich

    Unsere Partnerinnen und Partner

  • Unsere Grundhaltungen Switch

    • respektvolle Begegnungen und ein Aufeinander hören als Selbstverständlichkeit
    • konstruktive Auseinandersetzungen fördern
    • Vielfalt als wesentliche Ressource des Handelns wahrnehmen
  • Was wir wollen Switch

    • Alle Menschen in ihrer je eigenen Persönlichkeit und Vielfältigkeit als Geschöpfe Gottes annehmen und wertschätzen.
    • Die Lebensrealität von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-, Inter- und Queeren-Menschen in Kirche und Gesellschaft erkennen, ernstnehmen und thematisieren.
    • Vorurteile und Diskriminierung abbauen.
    • Mitarbeitende in der Pastoral für das Thema sensibilisieren und sprachfähig(er) machen.
  • Was wir tun Switch

    • Die Vielfalt der seelsorglichen und liturgischen Angebote und Maßnahmen für und mit LSBTIQ-Menschen in den Blick nehmen und (weiter-) entwickeln.
    • Angebote vor Ort mit Impulsen und Möglichkeiten der Begegnung unterstützen.
    • Vernetzung lokaler, regionaler und überregionaler pastoraler Angebote.
    • Kooperationen im Rahmen von sozialräumlich orientierter Pastoral von kirchlichen und nicht-kirchlichen Initiativen fördern.
    • Zusammenarbeit mit LSBTIQ-Personen und Vernetzung mit den sich für sie zuständig fühlenden und engagierenden Menschen.
    • Qualifizierungen im Rahmen der pastoralen Ausbildung anregen.
    • Durch Öffentlichkeitsarbeit über Angebote und Maßnahmen informieren und ins Gespräch kommen.

Kurz erläutert

  • heteronormativ Switch

    Heteronormativität beschreibt eine Anschauung, in der heterosexuell und cis*geschlechtlich – Sein als „normal“ und „natürlich“ angesehen und behauptet werden. Dadurch werden homosexuelle, bisexuelle, pansexuelle, transidente und intersexuelle Lebensweisen unsichtbar gemacht und abgewertet.

  • Cis*geschlechtlich Switch

    Die Vorsilbe „cis“ verweist auf die Übereinstimmung des eigenen Geschlechtsempfindens mit dem Körper. Bspw. wurde einem cis – Mädchen bei der Geburt ein weibliches Geschlecht zugewiesen und diese Person fühlt sich weiblich. Nicht-cis*geschlechtliche Menschen (Trans*Menschen) sind daher sozusagen das Gegenbeispiel, denn in diesem Fall stimmt das Geschlechtsempfinden nicht mit dem Körperlichen überein.

  • Homosexuell Switch

    Homosexuelle Menschen empfinden sexuelles und/oder romantisches Begehren zum gleichen Geschlecht. Homosexuelle Männer sind schwul und homosexuelle Frauen lesbisch.

  • Heterosexuell Switch

    Heterosexuelle Menschen empfinden sexuelles und/oder romantisches Begehren zum anderen Geschlecht. Eine heterosexuelle Frau empfindet dieses Begehren ausschließlich gegenüber Männern und ein heterosexueller Mann dieses ausschließlich gegenüber Frauen.  

  • Pansexuell Switch

    Pansexuelle Menschen fühlen sich sexuell und/oder romantisch zu Menschen hingezogen – unabhängig von Geschlecht oder Körper. Pansexuelle Menschen machen deutlich, dass sich das persönliche Begehren vom gesellschaftlichen Zwei-Geschlechter-System (Mann und Frau) abgrenzt und daher auch trans*, inter* und bspw. nicht-binäre Menschen einschließt.

  • Nicht- binär Switch

    Nicht-binäre Menschen empfinden sich weder der Kategorie „männlich“ noch „weiblich“ zugehörig. Das bedeutet auch, dass nicht-binären Menschen deren Identität nicht unbedingt angesehen werden kann.

  • lesbisch Switch

    Lesbische Frauen empfinden ausschließlich zu anderen Frauen sexuelles und/oder romantisches Begehren. Ob eine Person lesbisch ist, weiß nur die Person allein – dies kann nicht durch äußere Merkmale oder Verhaltensweisen bestimmt werden.  

  • Schwul Switch

    Schwule Männer empfinden ausschließlich zu anderen Männern sexuelles und/oder romantisches Begehren. Ob eine Person schwul ist, weiß nur die Person allein – dies kann nicht durch äußere Merkmale oder Verhaltensweisen bestimmt werden.

  • Bisexuell Switch

    Bisexuelle Menschen empfinden zu mehr als einem Geschlecht ein sexuelles und/oder romantisches Begehren. Bspw. fühlen sich bisexuelle Menschen zu Männern und Frauen hingezogen. Ob eine Person bisexuell ist, weiß nur die Person allein – dies kann nicht durch äußere Merkmale oder Verhaltensweisen bestimmt werden.

  • Trans* Switch

    Transidente Menschen können sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht identifizieren. Trans*Frauen sind Frauen, denen bei der Geburt das Merkmal „männlich“ zugeordnet wurde. Trans*Männer sind Männer, denen bei der Geburt das Merkmal „weiblich“ zugeordnet wurde. Transidente Menschen haben die Möglichkeit ihren Vornamen und Personenstand entsprechend dem eigenen Empfinden und über medizinische Möglichkeiten (z.B. Hormontherapie und Operationen) dem Körper anzugleichen.  Ob eine Person trans* ist, weiß nur die Person allein – dies kann nicht durch äußere Merkmale oder Verhaltensweisen bestimmt werden.

  • Intergeschlechtlich Switch

    Intergeschlechtliche Menschen sind Personen, deren Körper in irgendeiner Weise von den gesellschaftlichen und medizinischen Vorstellungen von Zweigeschlechtlichkeit abweicht oder Anteile beider Normgeschlechter (weiblich/männlich) aufweist. Häufig wird dies an sogenannten geschlechtlichen Merkmalen, wie der Ausprägung der Geschlechtsorgane, des Hormonsystems oder des Chromosomensatzes, gemessen. Intergeschlechtliche Personen können seit 2019 den offiziellen dritten Geschlechtseintrag „divers“ für sich in Anspruch nehmen und in die Geburtsurkunde eintragen lassen.  

  • Queer Switch

    Queer ist ein Begriff, der auf unterschiedliche Weise genutzt wird. Manche benutzen Queer als Sammelbegriff für alle nicht-heteronormative (homosexuelle, bisexuell), nicht-cis*geschlechtliche (transgender) und intergeschlechtliche Lebensrealitäten. Manche verstehen unter Queer einen politischen Begriff, der sich gegen Normen und angeblichen Normvorstellung richtet und auf Missstände und Diskriminierung von LSBTIQ* Personen verweist.

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