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Die Teilprozessgruppe zum Perspektivwechsel 4

Synodales Prinzip und Synodale Gremien

  • September 2018 Switch

    Am 29. September hat die TPG Synodales Prinzip und Synodale Gremien ein Teilergebnis ihrer Arbeit vorgestellt. Wir dokumentierten die Präsentation oder Auszüge daraus.
    Die vorgelegten Unterlagen sind im Entwurfsstatus und nicht als entschieden oder verbindlich zu verstehen. Die Vorlagen dienen der Bistumsleitung als Entscheidungsgrundlagen.

    Die TPG Synodales Prinzip und synodale Gremien hat einen zweigeteilten Auftrag:

    Zum einen beschäftigt sie sich eher grundsätzlich mit dem synodalen Prinzip / mit dem Thema Synodalität und dem vierten Perspektivwechsel, wie er im Synodenabschlussdokument beschrieben ist. Dort heißt es: „Das synodale Prinzip bistumsweit leben bedeutet: Die als hierarchische Gemeinschaft verfasste Kirche anerkennt und lebt, dass sie auf Dialog, Austausch und Beratung angewiesen ist.“

    Im zweiten Teil ihres Auftrages widmet sich die TPG der zukünftigen synodalen Gremienstruktur, die sich aus dem synodalen Prinzip und dem Thema Synodalität ergibt.

    Das Thema Synodalität ist grundlegend für die gesamte Umsetzung der Synode. Papst Franziskus spricht von Synodalität als vom „gemeinsamen Voranschreiten“ und übersetzt damit den Begriff fast wörtlich. Eine zweite Begriffsbestimmung gab ein Teilnehmer bei einem pastoralen Studientag: „Die kürzeste Version von Synodalität ist für mich: Der andere könnte Recht haben!“ Dieser Satz kommt schlicht daher, aber er hat besondere Tiefe.

    Wenn ich die Haltung lebe, der/die Andere könnte Recht haben: dann verliere ich nicht mein Gesicht;  ich könnte ja auch selbst Recht haben. ZUgleich stimmt diese Haltung mich auf einen Dialog auf Augenhöhe ein. Ebenso tief ist das Bild vom gemeinsamen Voranschreiten. Wenn wir gemeinsam voranschreiten, starren wir uns dabei nicht gegenseitig dauernd ins Gesicht, sondern schauen gemeinsam in eine Richtung. Und wer gemeinsam voranschreitet, ist sich bewusst , wer neben ihr oder ihm geht. Wir laufen also nicht gedankenlos nebeneinander her, sondern in dem Bewusstsein, dass wir gemeinsam auf dem Weg sind.

  • Synodalität Switch

    Synodalität ist zu verstehen als Haltung, als Struktur und als Praxis.

    • Zunächst ist Synodalität eine individuelle Haltung, d.h., ich kann sie weder verordnen noch herstellen. Synodalität ist die Frage an jedeN EinzelneN, wie sie sich zu den Nächsten, zu den Mitchristen und in der kirchlichen Versammlung verhalten wollen. Auf der Ebene der kirchlichen Organisation geht es hier um eine synodale Kultur (als Organisationskultur).
    • Auf der Ebene der Praxis ist Synodalität eine Frage von Kommunikationsregeln und Umgangsformen. Wie gehen wir miteinander um – welche „synodalen“ Methoden, Kommunikationsregeln und Kooperationsformen sind im Miteinander zu berücksichtigen?
    • Auf der Ebene der Struktur geht es beim Thema Synodalität um Beteiligungsrechte, Partizipation und um mehrstufige Entscheidungsprozesse.

    Diese strukturierende Unterteilung in Haltung, Struktur und Praxis ist entlehnt aus dem „Index für Inklusion“. Die Themen Inklusion und Partizipation als gesellschaftliche Teilhabe sind dem Thema Synodalität „benachbart“.

    Die TPG hat versucht, Merkmale und Indikatoren zum Thema synodales Denken und Handeln zu identifizieren. Sie stellt sich der Frage, woran zu erkennen ist, dass synodal gehandelt und gedacht wird. Diese Merkmale wären zu beschreiben. Auf der anderen Seite fragt die TPG, wie synodales Denken und Handeln zu erreichen sind. Mit „Dies geschieht dadurch, dass…“ beginnen die Sätze, in denen wir Indikatoren beschreiben. So entsteht ein kleiner Kriterienkatalog / eine Checkliste für die praktische Arbeit zur Konkretisierung von Synodalität als Haltung, Struktur und Praxis.

    Zum Thema Synodalität ist in der TPG darüber hinaus ein „Grundlagentext“ entstanden. Am Beginn dieses Textes steht eine theologische Grundlegung des Themas Synodalität. Eine synodale Versammlung ist nämlich mehr als eine große Versammlung, bei der am Schluss oder am Anfang gebetet wird. Sie ist eine geistliche Versammlung, geprägt durch eine bewusste Haltung und einen bewussten Umgang miteinander. Wir sehen Gott als den Schöpfer, der die Menschen bejaht; als den Bruder, der die Menschen begleitet; und als den Geist, der sie tröstet und stärkt. Auf der Basis dieses Gottesbildes und im Bewusstsein, vor Gottes Angesicht zu denken und zu handeln, entsteht eine Ahnung davon, wie Synodalität im der kirchlichen Gemeinschaft gelebt werden kann.

  • Kommunikation - Pluralität - gestufte Entscheidung & Beratung Switch

    Synodalität (2)

    Auf allen drei Ebenen (Haltung, Struktur und Praxis) sind der TPG bestimmte Themen immer wieder begegnet, nämlich:

    • Kommunikation in all ihren Erscheinungsformen,
    • Pluralität
      Beim Thema Pluralität geht es darum, im Rahmen der pastoralen Arbeit in der Pfarrei der Zukunft die Vielfalt der Lebensformen und Lebensentwürfe in der Gesellschaft wahrzunehmen, sie wertzuschätzen und im Blick zu behalten.    
    • gestufte und strukturierte Entscheidungs- und Beratungsprozesse.
      Hier stellt sich die Frage: Wie verlaufen Entscheidungswege? Wer entscheidet (mit) bei welchen Themen? Dazu passt, was das Synodenabschlusspapier als Abschied formuliert: zu verabschieden haben wir uns nämlich von der Vorstellung, dass in der Kirche nur hauptamtlich Tätige verantwortlich entscheiden können und wollen. Wer über „gestufte und strukturierte Beratungs- und Entscheidungsprozesse“ nachdenkt, nimmt in den Blick, dass und wie alle Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, also alle Engagierten in der Kirche an diesen Beratungs- und Entscheidungsprozessen beteiligt sind.
  • Formen der Verantwortung Switch

    In dieser Grafik sind sehr viele verschiedene Formen der Verantwortung festgehalten, wie es sie jetzt schon in den Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften gibt und wie es sie in der Pfarrei der Zukunft geben wird. Gremienarbeit ist eine Form, in der Pfarrei der Zukunft Verantwortung zu übernehmen – aber auch nur eine Form. Es gibt darüber hinaus viele weitere Möglichkeiten für Einzelne und für Gruppen, Verantwortung zu übernehmen: Als „Kümmerer“ in bestimmten Diensten, als Gruppen „rund um den Kirchturm“, als Menschen, die sich für Katechese einsetzen, als Kommunionhelferkreis, in projekt- und themenorientierten Gruppen, in aufbrechenden neuen Gruppen oder als einzelne Initiative.

    Es gibt Menschen, die „Außenbeziehungen“ der Pfarrei pflegen; es gibt Einrichtungen auf der Ebene der Pfarrei der Zukunft: Kindergärten, Krankenhäuser, Caritaseinrichtungen, Familienbildungsstätten, dazu kirchliche Verbände. Es gibt die Fachstellen als Unterstützungsstruktur der Jugendarbeit – und mit Sicherheit wird es in Zukunft noch wichtiger sein, dass es Koordinations-Personen gibt, die ansprechbar sind für alle Belange von ehrenamtlich Engagierten. Es gibt das hauptamtliche Personal, es gibt etablierte vernetzte Initiativen, zielgruppenorientierte Arbeit, es gibt die Gremien und das Leitungsteam der Pfarrei, gedacht als drei Hauptamtliche und bis zu zwei Ehrenamtliche.

    Die Grafik zeigt: Gremien sind eine Form, Verantwortung zu übernehmen. Das ist wichtig für die noch folgenden Gedanken zur Gremienstruktur.

  • Stufen der Partizipation Switch

    Sechs Stufen der Partizipation sind (nach einem Modell von Gaby Strassburger und Judith Rieger) zu unterscheiden.

    Bedeutsam ist dabei, dass nur die Stufen 4, 5 und 6 als „echte Partizipation“ gelten. Stufen 1, 2 und 3, also „Informieren, Meinung erfragen und Lebensweltexpertise einholen“ sind bedeutsame Vorstufen, markieren aber noch keine echte Partizipation. Auf den Stufen 4, 5 und 6 geht es um „Mitbestimmung zulassen, Entscheidungskompetenz teilweise abgeben und Entscheidungsvollmacht übertragen“.

    Wenn es darum geht, welche Verantwortung Gremien und andere Gruppen übernehmen sollen und können, wird sich die Frage immer wieder stellen: Handelt es sich da um echte Partizipation? Wie hoch ist der Grad der Mitbestimmung, der Entscheidungskompetenz und der Entscheidungsvollmacht, die übertragen wird?

  • Die synodalen Gremien - Struktur-Entwurf Switch

    "Orte von Kirche"

    Die Gremien-Struktur geht von den „Orten von Kirche“ aus, die sowohl territorial als auch personal- und themenorientiert gedacht werden. Ausgehend von dem biblischen Satz: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind…“ gibt es sehr viele verschiedene und unterschiedlich große Orte von Kirche.

    Und es gibt eine unterschiedliche Anbindung dieser Orte von Kirche an das Gesamt der Gremienstruktur und der Pfarrei der Zukunft. Nicht jede Gruppe benötigt Anbindung an die Gremienstruktur, aber die Orte von Kirche, die sie wollen, sollen die Möglichkeit dazu erhalten. Diese Möglichkeit stellt sich die TPG als Delegation von den Orten von Kirche aus in die Synodalversammlung vor.

    Synodalversammlung

    Die Synodalversammlung ist ein großes Gremium von Delegierten, das unter anderem über Themenschwerpunkte der Pfarrei der Zukunft berät und entscheidet. Zur Synodalversammlung gehören die Delegierten, alle Hauptamtlichen der Pfarrei, Berufene und Gäste, das Leitungsteam der Pfarrei und der Rat der Pfarrei.

    Es ist möglich, in der Synodalversammlung Fachausschüsse zu bilden, die an thematischen Schwerpunkten arbeiten. Hier sieht die TPG Anschlussmöglichkeiten an das Thema „Handlungsfelder“ (TPG Aufbau-Organisation).

    Rat der Pfarrei

    Die Synodalversammlung wählt die Hälfte der Mitglieder des Rates der Pfarrei. Der Rat der Pfarrei ist die Vertretung aller Katholiken in der Pfarrei der Zukunft. Deshalb wird die andere Hälfte seiner Mitglieder direkt von allen wahlberechtigten Katholiken gewählt. Zum Rat der Pfarrei gehören auch das Leitungsteam und zwei berufene Mitglieder. Der Rat der Pfarrei wird aus etwa 27 Personen bestehen.

  • Verwaltungsausschuss oder eigenständigeres Verwaltungsgremium Switch

    Votum: Verwaltungsgremium auf gleicher Ebene wie Rat und Leitungsteam

    Auf Folie 6 ist ein erster Entwurf eingefügt, wie das Verwaltungsgremium in der Pfarrei der Zukunft gestaltet werden kann, nämlich als Verwaltungsausschuss des Rates der Pfarrei. Allerdings votiert die TPG, dieses Verwaltungsgremium eher als ein eigenes Gremium zu gestalten; das ist auf Folie 7 als zweiter Entwurf zu sehen. Das Verwaltungsgremium steht neben dem Rat der Pfarrei und dem Leitungsteam auf der Ebene „Leitung der Pfarrei“.

    Verwaltungsteams vor Ort

    Zu den Orten von Kirche gehören auch Verwaltungsteams, die zum einen dem Verwaltungsgremium zugeordnet sind, indirekt aber auch der Verwalterin / dem Verwalter (Ökonom/in) im zentralen Pfarrbüro / im Bereich Verwaltung der Pfarrei. Die Verbindung zwischen Verwaltungsteams und Ökonom/in wird als sehr eng angesehen.

    Rollenverteilung zwischen Rat der Pfarrei und Verwaltungs-Gremium

    Der Rat der Pfarrei wird als strategisches Gremium auf der Ebene der Leitung angesiedelt. Er wählt die (bis zu zwei) Ehrenamtlichen in das Leitungsteam und schlägt sie dem Bischof zur Bestätigung vor; er wählt das Verwaltungsgremium. Im Rahmen der strategischen Leitung entscheidet der Rat der Pfarrei analog zu Aufgaben des Leitungsteams mit über Ressourcen, Stellenplan und Entwicklungsziele. Im Rat der Pfarrei werden die Orte von Kirche bestätigt. Dazu sind Kriterien notwendig – etwa die Zustimmung zum Rahmenleitbild und zu den Ordnungen der zukünftigen Gremien. Darüber hinaus werden im Rat der Pfarrei inhaltliche Orientierungspunkte (pastorale Schwerpunktsetzungen) für die Arbeit des Leitungsteams und des Verwaltungsgremiums erarbeitet.

    Das Verwaltungsgremium beschließt und verabschiedet den Haushalt, den das Leitungsteam aufstellt und der mit dem Rat der Pfarrei abzustimmen ist.

Wichtig ist der Teilprozessgruppe...

... echte Partizipation!?

Wichtig ist der TPG ist die Frage, wie in der geplanten Gremienstruktur echte Partizipation möglich ist. An welchen Stellen wird informiert und beraten, an welchen Stellen wird tatsächlich mitentschieden? Das Verwaltungsgremium muss über den Haushalt tatsächlich mitentscheiden können; der Rat der Pfarrei muss auf Augenhöhe mit dem Leitungsteam an Entscheidungen beteiligt sein. Und auch die Synodalversammlung wird entscheiden – etwa über pastorale und Themen-Schwerpunkte. Diese Entscheidungen werden richtungsweisend sein für den Rat der Pfarrei und das Leitungsteam ; sie müssen berücksichtigt werden; Rat und Leitungsteam können sie nur  mit ausdrücklicher Begründung nicht befolgen bzw. umsetzen.

... Stärkung der Beteiligungsrechte und des Wahlrechts!

Wichtig ist der TPG auch die Stärkung der Beteiligungsrechte und insbesondere des allgemeinen Wahlrechts der Katholiken durch die direkte Wahl des Rates der Pfarrei;  dieses Beteiligungs- und Wahlrecht soll in keiner Weise geschmälert werden.
Allerdings wird diese direkte Wahl mit einer „aktivierenden Wahlmethode“ versehen. Alle Katholiken in der Pfarrei der Zukunft (ab 14) haben das Recht zu wählen; allerdings: wer wählen will, muss sich in einem bestimmten Verfahren als wahlberechtigt registrieren lassen und erhält so die Wahlunterlagen. Neben der Aktivierung der Wählerinnen und Wähler hofft die TPG dadurch auch auf die Entwicklung eines effektiven Wahlmodus.

Enger Zusammenhang zwischen Gremienstruktur und Synodalität

Die TPG sieht die entwickelte Gremienstruktur im engen Zusammenhang mit dem Thema Synodalität. Genauer: Die geplante Gremienstruktur ist nur zu verstehen im Zusammenhang mit dem vierten Perspektivwechsel.

Im Synodenabschluss-Dokument heißt es: „Damit das synodale Prinzip im Bistum Trier gelebt werden kann, sind verlässliche Strukturen erforderlich, die dynamische Prozesse ermöglichen und sichern.“ Die vorgestellte Gremienstruktur hält die TPG für eine verlässliche Struktur, die zugleich aber auch dynamische Prozesse ermöglicht und sichert.

Besonders dynamisch: Die Synodalversammlung in der Pfarrei der Zukunft

Diese Dynamik sieht die TPG insbesondere in der Synodalversammlung angelegt: Dieses neue und große Gremium soll ein- bis zweimal im Jahr tagen; seine Aufgabe ist die „Willensbildung“ der und für die Kirche vor Ort (im Sinne der Würzburger Synode). Insofern bildet sich in der geplanten Gremienstruktur Synodalität als Haltung, Struktur und Praxis ab.

Struktur - Haltung - Kultur

Als Struktur ist das Geplante offensichtlich; allerdings werden die dahinterstehende Haltung und Kultur und die Praxis des Umgangs miteinander darüber entscheiden, wie konkret fassbar die Synodalität in der pastoralen Praxis sein wird.

Sicher ist, dass Synodalität bistumsweit für alle gilt, und dass Synodalität horizontal für die Fläche des Bistums gemeint ist und zugleich auch vertikal durch alle Ebenen gedacht und gelebt werden muss. Synodalität ist ein Thema für die Menschen vor Ort, für die Orte von Kirche, für die Gremien, für die Gruppen, für die ehrenamtlich Engagierten, für die Hauptamtlichen und für die Leitungsteams, für die Gremien auf der diözesanen Ebene und für die Bistumsleitung.

Das Abschlussdokument der Diözesansynode benennt Kriterien für eine synodale Kirche: „Entscheidungen werden in einem guten Miteinander aller Beteiligten vorbereitet, diskutiert und getroffen. Entscheidungsprozesse und Verfahren müssen transparent ausgestaltet sein und gut kommuniziert werden.“

Die Teilprozessgruppe entwickelt die lokale Rätestruktur ausgehend von diesen Kriterien (weiter). Dabei berücksichtigt sie die Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Pfarreien der Zukunft, die in anderen Teilprozessgruppen erarbeitet werden.

Zur Ausgestaltung synodaler Strukturen gehört es auch, darüber nachzudenken, wie neben den bisherigen Gremien verschiedene andere Formen von Mitgestaltungsmöglichkeiten das Prinzip des „gemeinsam Kirche Sein“ verwirklichen können: „Rolle und Verantwortung der Laien werden dadurch gestärkt, dass sie Aufgaben in eigener Verantwortung gestalten und neue, attraktive Tätigkeitsfelder erschließen und mit Leben erfüllen können“, heißt es im Abschlussdokument.

Auch die Struktur der diözesanen Räte (also der Räte auf Bistums-Ebene) soll so verändert werden, dass die diözesanen Räte zu einem gemeinsamen Diözesanrat zusammenkommen.

Ziele und Aufgaben der Teilprozessgruppe

(1) Die Teilprozessgruppe (TPG) erstellt ein Konzept dafür, wie das synodale Prinzip bistumsweit verankert werden kann.
Dazu gehören folgende Bestandteile:

  • Die TPG beschreibt die Grundlagen und Grundhaltungen des synodalen Prinzips und die Kriterien zur Prüfung der Synodalität von Entscheidungen. 
  • Sie benennt Formen von Partizipation und beschreibt sie verbindlich, klärt Entscheidungsbefugnisse (dazu gehört, dass sie bestimmte Stufen der Beteiligung identifiziert, etwa: Resonanz – Beratung – Mitentscheidung).
  • Die TPG klärt die Übertragung von Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen auf einzelne Personen oder Gruppen – vor dem Hintergrund der netzwerkförmigen Organisation der Pfarrei der Zukunft.
  • Sie benennt die Auswirkungen des synodalen Prinzips auf das Leitungshandeln, die Führung und Steuerung.
  • Sie entwickelt weitere Ideen für Formen und Methoden von Synodalität
  • und erstellt ein Konzept für Schulungen, Fortbildungen und Weiterbildungen.

(2) Die TPG entwirft Ordnungen, die für die Verankerung des synodalen Prinzips in den Räten sorgen.
Dazu gehören:

  • Eine Ordnung zur Bildung der Gremien und Entscheidungsstrukturen in den Pfarreien der Zukunft und den Kirchengemeinden
  • Klärung des Zueinanders des pastoralen Rates und des Verwaltungsrates. 
  • Die Empfehlungen der Sachkommission 9 der Diözesansynode zum "Einkammersystem" (vgl. Instrumente zur Umsetzung) sind zu prüfen. 
  • Für das Gremium / die Gremien sind geeignete Bezeichnungen zu finden.
  • Die TPG entwickelt eine Ordnung zur Bildung der Gremien auf der Bistums-Ebene. Sie beschreibt den Diözesanrat als neu zu bildendes Gremium. 
    • Die TPG braucht Vorgaben der TPG Raumgliederung
    • Ihr Auftrag hat Schnittstellen zur TPG Rahmenleitbild Pfarrei der Zukunft, zur TPG Leitungsteam und Aufbauorganisation der Pfarrei der Zukunft. 
    • Zu berücksichtigen sind ebenso die unterschiedlichen kategorialen Dienste und deren Einrichtungen. 
    • Ebenfalls ist die Schnittstelle zur Gremienstruktur der verbandlichen Caritas zu erheben.
    • Priorisiertes Schnittstellenthema zwischen der TPG Leitungsteam und Aufbauorganisation Pfarrei der Zukunft und der TPG Synodales Prinzip ist die Erarbeitung eines Gremien-Aufbaus, in dem das Thema Vermögensverantwortung geklärt ist. 
    • Ebenfalls Schnittstellenthema zwischen diesen TPGs ist eine Definition der „operativen Leitung der Pfarrei“.
  • Folgende Arbeitsgruppen ergeben sich aus der Zielsetzung der TPG Synodales Prinzip:

    1. „Synodalität“
    2. „Territoriale Gremien“
    3. „Diözesane Gremien“
    4. „Weitere Formen von Verantwortungs-Übernahme“
    5. „Ehrenamtsentwicklung, Schulung, Fortbildung zum Thema ‚Synodalität‘“
  • Synodales Prinzip:

    Die Erarbeitung von Kriterien, wie das Synodale Prinzip in den Entscheidungsstrukturen und im Führungshandeln erkennbar wird, ist Einstiegs- und Querschnittsthema der Arbeit der TPG.

    Territoriale Gremien

    Nach Gründung der Pfarreien der Zukunft werden die dortigen Gremien gewählt und gebildet. Daraus ergibt sich folgender Zeitrahmen für die neuen Gremien in der Pfarrei der Zukunft:

    • Bis Mitte 2018
      Erstellung und Genehmigung einer Ordnung und einer Wahlordnung. (Hierbei sind die Vorschläge der Sachkommission 9 aus dem Synodenprozess (siehe unten) kritisch zu prüfen.)
    • Ab Mitte 2019 
      Beginn der Information und Wahlvorbereitung über die Wahl ins Bistum hinein.
    • Anfang 2020 Wahl des Gremiums / der Gremien.

    Weitere Möglichkeiten für dezentrale Formen von Beteiligung und Partizipation sollen dann auch erarbeitet sein.

    Diözesane Gremien (Katholikenrat, Diözesanrat, Priesterrat, Kirchensteuerrat):

    • Die TPG überprüft / überarbeitet die Aufgaben und Ordnungen der bestehenden Gremien. 
    • Für den Diözesanrat als neues Gremium erstellt sie eine neue Ordnung.
    • Es ist zu überprüfen, wann der Diözesanrat sinnvollerweise implementiert werden soll.

Rahmen & Hintergründe

  • Aus dem Synodendokument:

    2.4 Perspektivwechsel Das synodale Prinzip bistumsweit leben

    Eine synodale Kirche ist eine Kirche des Zuhörens, in dem Bewusstsein, dass das Zuhören „mehr ist als Hören“.
    Es ist ein wechselseitiges Anhören, bei dem jeder etwas zu lernen hat: jeder im Hinhören auf die anderen und alle im Hinhören auf den Heiligen Geist, den „Geist der Wahrheit“ (Joh 14,17), um zu erkennen, was er „den Kirchen sagt“ (Offb 2,7). (Papst Franziskus)

    2.4.1 Bedeutung (des Perspektiv-Wechsels)

    Die Synode hat die Kirche von Trier bereits verändert. Laien, Priester, Diakone und Ordensleute, Hauptamtliche und Ehrenamtliche sehen, hören und beraten gemeinsam in einer neuen Qualität. Diese positiven Erfahrungen soll das synodale Prinzip weitertragen; es soll künftig die Kirche im Bistum Trier auf allen Ebenen prägen.

    Der Perspektivwechsel "Das synodale Prinzip bistumsweit leben" bedeutet: 
    Die als hierarchische Gemeinschaft verfasste Kirche anerkennt und lebt, dass sie auf Dialog, Austausch und Beratung angewiesen ist. Denn im Hören aufeinander wird auch die Stimme des Heiligen Geistes deutlicher erkennbar. So geschieht vom Geist getragene gemeinsame Entscheidungsfindung, Mitverantwortung und Mitbestimmung. Das synodale Prinzip bistumsweit leben bedeutet, dass alle Gläubigen aufeinander hören und sich aufeinander einlassen. Auf diese Weise werden alle zu Akteuren und Mitgestaltern. Dies entspricht dem alten römischen Rechtsgrundsatz, wonach das, was alle angeht, von allen besprochen werden muss.

    2.4.2 Spannung

    Das synodale Prinzip bistumsweit leben meint nicht „Basisdemokratie“. Grundlegende Verantwortlichkeiten und Entscheidungskompetenzen werden nicht in Frage gestellt, jedoch werden Entscheidungsprozesse durch synodale Regeln verändert. Die hierfür notwendige Transparenz und Kommunikation stellen alle Beteiligten vor neue Herausforderungen. Maßgeblich wird sein, wie sich die Entscheidungsträger auf den Prozess einlassen und Beratungsergebnisse als verbindlich betrachten. Eine synodale Kirche ruft im Vertrauen auf den Glaubenssinn aller dazu auf, aufeinander zu hören und voneinander zu lernen.

    2.4.3 Abschied

    Eine Kirche, die das synodale Prinzip leben will, muss sich verabschieden von der Vorstellung,

    • dass kirchliches Leben in allem zentral gesteuert werden müsste;
    • dass in der Kirche nur hauptamtlich Tätige verantwortlich entscheiden könnten und wollten.

    2.4.4 Konsequenz

    Damit das synodale Prinzip im Bistum Trier gelebt werden kann, sind verlässliche Strukturen erforderlich, die dynamische Prozesse ermöglichen und sichern. Entscheidungen werden in einem guten Miteinander aller Beteiligten vorbereitet, diskutiert und getroffen. Entscheidungsprozesse und Verfahren müssen transparent ausgestaltet sein und gut kommuniziert werden. 


  • Instrumente für die Synodenumsetzung

    (Empfehlungen der Synode)

    Die Empfehlungen sind das Arbeitsergebnis der Sachkommission 9 der Diözesansynode aus der sechsten Vollversammlung. Sie sind Gegenstand der Umsetzung aufgrund eines Beschlusses der sechsten Vollversammlung der Diözesansynode und eines Briefes des Bischofs an den Bischöflichen Generalvikar vom 29. April 2016. Sie sind ausgehend von den aktuellen Entscheidungen zu prüfen. Nicht mehr zu übernehmen sind die Benennung des Gremiums mit „Pfarrgemeinderat“ und die Definition eines „Ökonoms“.

  • Theologische und spirituelle Vergewisserung 

    • Der christliche Gestaltungsauftrag der Laien (meint hier: aller Getauften und Gefirmten) richtet sich nicht nur „nach außen“: in die Bereiche von Familie, Beruf, Gesellschaft etc. hinein; er gilt auch „nach innen“, ins Innere der Kirche hinein (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil (Vat. II), Dekret über das Apostolat der Laien, Art. 4). Daraus ergeben sich das Recht und die Pflicht aller Laien zur Teilhabe an den kirchlichen Grundvollzügen.
    • Auch ins Innere der Kirche hinein gilt das Grundprinzip der Subsidiarität. Aus diesem Prinzip leitet sich das Recht ab, auf der je unteren Ebene alles das zu beraten und zu entscheiden, was dort beraten und entschieden werden kann. Die Räte – in welcher Form auch immer – bleiben in diesem Kontext ein unverzichtbares Instrument, mit dem dauerhaft das Prinzip der Subsidiarität zu sichern ist.
    • In Lumen Gentium, Art. 4 (Vaticanum II, „Über die Kirche“), ist davon die Rede, dass die Kirche das „von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geiste her geeinte Volk“ ist. Das innerste Wesen der Kirche ist vom dreifaltigen Gott her sozusagen „kommunial“. Die Kirche ist verpflichtet, auch in ihren äußeren Strukturen immer mehr diesem inneren Wesen zu entsprechen und kommuniale Strukturen der Entscheidungsfindung und Leitung zu entwickeln.
    • „Hilfreich für unsere Suche nach einem neuen und kooperativen Miteinander von Priestern und Laien ist der Blick auf die Theologie und Spiritualität von Leitung, wie sie die Orden in der Kirche entwickelt haben.“ (Gemeinsam Kirche sein. Wort der deutschen Bischöfe zur Erneuerung der Pastoral, Bonn 2015, 47)
    • „Alle Leitungsdienste in der Kirche bleiben eingebunden in die Verantwortung aller im Gottesvolk für den Weg der Kirche. Jede autokratische Leitungsausübung wird dadurch ausgeschlossen. Je mehr Leitung, von wem auch immer, autokratisch wahrgenommen wird, desto größer ist die Gefahr, Macht und Einfluss im Pastoralen wie im Materiellen zu missbrauchen.“ (Gemeinsam Kirche sein, 49)
  • Kirchenrechtliche Rahmenbedingungen (CIC 1983)

    • Can. 204 - § 1:
      Gläubige sind jene, die durch die Taufe Christus eingegliedert, zum Volke Gottes gemacht und dadurch auf ihre Weise des priesterlichen, prophetischen und königlichen Amtes Christi teilhaftig geworden sind.
    • Can. 208:
      Unter allen Gläubigen besteht, und zwar aufgrund ihrer Wiedergeburt in Christus, eine wahre Gleichheit in ihrer Würde und Tätigkeit, kraft der alle je nach ihrer eigenen Stellung und Aufgabe am Aufbau des Leibes Christi mitwirken.
    • Can 212 - § 3:
      Entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und ihrer hervorragenden Stellung haben sie das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen.
    • Can. 529 - §2:
      Der Pfarrer hat den eigenen Anteil der Laien an der Sendung der Kirche anzuerkennen und zu fördern und ihre Vereine, die für die Ziele der Religion eintreten, zu unterstützen….
Weiteres: