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Gruselspaß vor Allerheiligen?

Halloween

Wer in den letzen Oktoberwochen einkaufen geht, wird unweigerlich an allen Ecken und Enden auf Halloween stoßen: Nicht nur Masken, Kostüme und Deko-Artikel gehören inzwischen fest zum Herbst-Sortiment. Auch in der Süßwaren-Abteilung grinsen den Kunden Kürbisköpfe entgegen, in den Bäckereien werden Halloween-Sahneschnitten angeboten. Fast-Food Ketten und die großen Discounter haben Halloween-Artikel im Angebot.

Feste fallen nicht vom Himmel. Sie haben ihre Geschichte und entwickeln sich weiter. Halloween stammt aus Irland und geht auf ein altes keltisches Fest zurück: „Samhain“ wurde wahrscheinlich als Abschluss des keltischen Jahres gefeiert. Seit dem 8. Jahrhundert feiern Christen am ersten November das Fest Allerheiligen. Das alte keltische Fest fällt seit dem auf den Vorabend des Allerheiligenfestes.

In Irland wurde das Fest auch in christlicher Zeit weiter gefeiert. Allerdings losgelöst von seinem keltischen Ursprung, als Brauchtum an "all hallows eve", dem Vorabend von Allerheiligen. Mit den vielen irischen Auswanderern kam Halloween nach Amerika, wo es heute nach Weihnachten das wichtigste Fest ist. Häuser werden gruselig dekoriert, in ausgehöhlten Kürbissen brennen Kerzen, zu Halloween-Parties erscheinen die Gäste schaurig maskiert und Kinder ziehen maskiert von Haus zu Haus und erbitten sich mit dem Spruch „Trick or Treat“ (Süßes oder Streiche) Süßigkeiten.
Zuweilen werden in den Halloween-Bräuchen Anklänge an einen keltischen Totenkult vermutet. Diese Frage ist unter Fachleuten allerdings umstritten. Jedenfalls sehen bei uns und in den USA vor allem fundamentalistisch orientierte Christen in Halloween ein heidnisches, gefährliches Fest. Kinder, die Halloween feiern, würden zu okkultistischen, dämonischen Praktiken verleitet, so die Befürchtung. Diese Sorge ist unbegründet: Weder in den USA noch bei uns spielt bei Halloween dieser weltanschauliche Gesichtspunkt eine erwähnenswerte Rolle.

Ein Fest? Ein Umsatz-Bringer...

Genauso wenig ist Halloween ein christliches Fest. Es hat, so wie es seit Jahrhunderten auch in christlichen Ländern gefeiert wird, keinen nennenswerten weltanschaulichen oder religiösen Gehalt. Halloween hat daher auch nichts mit dem christlichen Allerheiligenfest zu tun. Ganz im Gegenteil: Allerheiligen ist von einem stillen Gedenken geprägt und kann nicht in eine Event- und Spaßkultur integriert werden.

In den USA ist Halloween seit langem ein Volksfest, bei dem der Spaß am Gruseln im Vordergrund steht. Dagegen spielt bei uns vor allem der kommerzielle Aspekt eine wichtige Rolle: Geht es um ein unbeschwertes Vergnügen oder wird Halloween gefeiert, weil es Umsatz bringt? Für letzteres spricht der Augenschein. Mit geschätzten 200 Millionen Euro Umsatz war Halloween 2013 für den Handel zwar nicht ganz so wichtig wie Ostern oder Sylvester. Ohne dieses kommerzielle Interesse hätte Halloween bei uns vielleicht gar keinen Anklang gefunden.

Matthias Neff
Stand: Oktober 2015

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