Liebe Pfarrbriefmacherin, lieber Pfarrbriefmacher,
ich kenne wenige Menschen, die gerne aufräumen. Gerade, wenn man lange "irgendwo" ist: Im gleichen Büro, in der gleichen Wohnung, oder - wie bei mir - im gleichen Intranet, sammelt sich vieles an. Das fühlt sich manchmal an wie ein Rucksack, in den man immer mehr reinsteckt und immer weniger rausholt. Umzüge, in "echt" wie auch im Intranet, sind daher eine gute Gelegenheit, mal zu schauen, was wirklich noch dabei bleiben muss, was man irgendwo ablegt und was auch wirklich in den Papierkorb gehört.
Vielleicht meint Jesus ja auch mit seinem "Kehrt um!" nicht nur einen Weg, auf dem man mal eben in die entgegengesetzte Richtung laufen soll, sondern auch, diesen echten oder mentalen Rucksack mal auf "links zu kehren". Mal schauen, was sich so alles angesammelt hat im Laufe der Jahre, was zu mir gehört, oder von anderen kam, was ich behalten möchte, was ich verschenken oder teilen kann. Muss ja nicht immer so enden, wie bei einem guten Freund von mir, der am Ende eines Jura-Semesters auf dem Boden seines Rucksacks eine Banane vorfand - die er wohl zum Beginn des Semesters eingepackt hatte.
Ich wünsche Ihnen in dieser Woche viele gute Umkehrmomente - vielleicht auch mit dem Archiv Ihrer Pfarrbriefe.
Viel Freude beim Lesen,
Ihr Stefan Schneider |