Liebe Pfarrbriefmacherin, lieber Pfarrbriefmacher,
in meiner Jugend, die nun allerdings auch schon lange in der Schublade "Verganges" vor sich hinmodert, war Amerika, also die USA, das Land unserer Träume. Die richtig coole Musik, die besten Filme, das alles kam nicht aus Bielefeld oder Wanne-Eickel, sondern aus Miami, L.A. oder noch besser direkt aus NYC. Aber da zerbricht gerade etwas. Ich erinnere mich, wie ich vor der jüngsten Präsidentenwahl einen Journalisten in New York, den ich noch von einem Praktikum her kenne, als Gast für unseren Bistums-Podcast angefragt habe. Er hat mir freundlich abgesagt. Ohne, dass er das Wort aussprechen musste, war klar warum: Er hatte Angst. Vielleicht nicht viel, aber genug, um lieber zu schweigen.
Das Thema 'Angst' hat aber für jeden, der öffentlich schreibt - also auch für Sie und für mich - unterschiedliche Facetten. Für uns Journalisten kann es die Frage sein, ob man etwas schreibt, das vielleicht einen Konflikt auslöst, bei dem man selbst in die Schusslinie gerät, oder Menschen, die einem wichtig sind. Vielleicht hat man aber auch die Möglichkeit, Menschen, die aus Angst schweigen, eine Stimme zu geben.
Um ehrlich zu schreiben braucht es Mut. Sagt Stephen King, und ich widerspreche ihm nicht.
Viel Freude mit diesem kleinen Newsletter und Mut beim Schreiben!
Ihr Stefan Schneider |