Liebe Pfarrbriefmacherin, lieber Pfarrbriefmacher,
als Papa von vier Fußball-Jungs komme ich um das Thema Fußball-WM nicht ganz drumherum - bei allen Vorbehalten gegen die eckelhafte Kommerzialisierung, gegen die Korruption bei der FIFA, gegen das unsägliche Gebahren eines amerikanischen Präsidenten und überhaupt. Und klar, ich sitze auch so mal abends mit den "Experten" auf dem Sofa und schaue mir Spiele der Champions-League an (natürlich nur die erste Halbszeit, dann geht's ins Bett).
Vereine, denen ich mich eher verbunden fühle (Mainz 05 oder auch SC Freiburg) sieht man da eher selten. Mal gewinnen sie, oft verlieren sie aber auch. Ich kann es mir nicht so recht erklären, aber ich war nie ein Fan von Dauergewinnern. Das fand ich immer etwas langweilig, auf die "sicheren Sieger" zu wetten. Wobei: Mit dieser Einstellung könnte die Fußball-WM als Deutschland-Fan ja durchaus reizvoll werden 😎.
Was aber macht "Dauersieger" für viele so anziehend? Das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen? Teil einer erfolgreichen Geschichte zu sein? 'The winner takes it all', heißt es in einem Lied von ABBA. Das finde ich persönlich sehr gruselig. Das Schönste für mich an den Jugend-Spielen meiner Jungs gibt es eigentlich erst nach dem Abpfiff (und wenn die ganzen 'Nationaltrainer' und 'Küchen-Psycholgen' am Spielfeldrand sich benehmen und - schlicht und einfach - still sind). Viele der Spieler kennen sich aus der Schule, oder über andere Vereine, und egal wer gewonnen oder verloren hat, man gratuliert sich, man bedankt sich und geht gemeinsam - meistens lachend - vom Platz. Die Gewinner nehmen nicht immer alles für sich.
Vielleicht doch mal über Public Viewing in der Gemeinde nachgedacht? Die Regeln dazu finden Sie in diesem Newsletter.
Viel Freude beim Lesen!
Ihr Stefan Schneider |