Liebe Pfarrbriefmacherin, lieber Pfarrbriefmacher,
sagt Ihnen die das Gebet: „Ad petendam pluviam“ noch etwas? Nun, ich musste mir von meiner Mutter, Jahrgang 1940, erklären lassen, dass man noch bis in die 1960er Jahre hinein mit diesem traditionellen Gebet an den so genannten Bitttagen (vor Christi Himmelfahrt) und bei den traditionellen Flurprozessionen um Regen bat - und damit um eine reiche Ernte.
Nein, das ist kein Plädoyer gegen die Litugriereform und auch nicht für das römische Messbuch, es ist eher ein Staunen darüber, dass uns vielleicht etwas von einem instinktiven "Gottvertrauen" verlorenen gegangen ist. Denn schon damals ging ja niemand mit einem magischen Gottesverständnis aufs Feld, um betend Regen zu erzwingen. Ich stelle mir eher vor, dass man sich bewusst war, dass man eine Krise in einer (betenden) Gemeinschaft besser bewältigt bekommt - und man sich diese Gemeinschaft nur vorstellen wollte, wenn auch Gott dabei eine Rolle spielt. Diesen Kern würde ich gerne für mich mitnehmen.
Wenn Sie das anders sehen, dann schreiben Sie mir! Ich möchte Sie auch nochmal - als Endspurt - auf unseren Schreibwettbewerb hinweisen: Noch bis Ende August können Sie sich an der Sommerlaune 2026 beteiligen.
Viel Freude beim Lesen
Ihr Stefan Schneider |