Liebe Pfarrbriefmacherin, lieber Pfarrbriefmacher,
als konservativ-kirchlich sozialisiertes Wesen, aus den dunklen Tiefen des Westerwaldes, bin ich früh auch mit Kirchenmusik in Berührung gekommen. Samstags ging es - immer - in die Vorabendmesse (die Jungs nach rechts, die Mädchen nach links... unhinterfragt) und dann wurde aus dem Gotteslob gesungen. Aus dieser Zeit, oder vielleicht war es auch ein bisschen später, habe ich eine Traumatisierung mitgenommen - bezogen auf bestimmte Lieder. Ich bin mir nicht sicher ob "Laudato si" damals, Anfang der 80er Jahre, schon im Gotteslob stand, gesungen haben wir es trotzdem. Noch heute bekomme ich allergische Reaktionen bei dem Lied, so, wie wenn man mit einem Messer über einen blanken Teller kratzt.
Nun gut, der Heilige Franziskus kann nichts dafür und ich freue mich, dass zu seinem 800. Todestag, oder dem Transitus, also seinem Übergang in eine andere Welt, seiner gedacht wird. Er steht für mich für ein Denken des Ausgleichs, der Vernunft, der Demut. Wenn ich im Radio auf dem Weg zur Arbeit die Meldung höre, dass die Wirtschaft wächst, dann frage ich mich wohin sie wächst, was ihr Ziel ist und wer das Wachstum bezahlt. Mit Franziskus können wir dann sagen, dass wir nicht irgendwie mit der Schöpfung oder der Natur zu tun haben, sie als "Ding" benutzen und dann weglegen können - nein, wir gehören dazu. Vielleicht mit dem einzigen Unterschied, dass wir darüber nachdenken können, was aber bisher nicht viel gebracht hat.
Ich wünsche Ihnen viel Sonnenschein in dieser Woche und ...
... viel Freude beim Lesen
Ihr Stefan Schneider |