Herbert Böttchers neues Buch „Grenzen überschreiten“ setzt nicht bei der Sorge um die Kirche an, sondern bei den Erfahrungen derer, die in den globalen Vielfachkrisen an den Rand gedrängt werden. Ihre Leiden sind für ihn untrennbar mit der weitgehend tabuisierten Krise des Kapitalismus verbunden, der Menschen wie den Planeten an seine Grenzen treibt. Inmitten dieser zerstörerischen Normalität wird die Rede von Gott zum Einspruch gegen eine Geschichte, die Opfer verloren gibt. Aufstehen für die Bedrohten und Hoffnung auf Auferweckung gehören für Böttcher zusammen. Kirche hätte hier ihren Auftrag: den Geist der Befreiung in die Krisenlandschaften hineinzubuchstabieren und die Grundlagen kapitalistischer Herrschaft radikal zu hinterfragen. Das Buch umfasst acht Texte auf 336 Seiten und ist im LIT-Verlag erschienen.
Buchtipp aus der „Paulinus”-Ausgabe 17/2026
