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Wort des Bischofsvikars

Bischofsvikar

Geschichte der Orden im Bistum Trier

Ein Abriss über die Geschichte der Orden im Bistum Trier zu bieten, ist nicht leicht. Es können hier nur schlaglichtartig einzelne Hinweise gegeben werden, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Das Wirken von Ordensleuten ist im Bistum Trier bereits seit Ende des 4. Jahrhunderts bezeugt. Der heilige Augustinus berichtet in seinen Confessiones, dass er in Mailand während seiner Bekehrungsphase (386) davon erfahren hat, dass es in Trier bereits Männer gab, die ein Leben nach dem Vorbild des Mönchsvaters Antonius geführt haben.

Schon bald haben sich innerhalb, aber auch außerhalb Triers die ersten monastischen Gemeinschaften gebildet. Frauenklöster wurden erstmals während der Merowingerzeit im 7. Jahrhundert gegründet.

Gerade in der Bischofsstadt Trier und seiner unmittelbaren Umgebung gab es viele Klöster verschiedener Männer- und Frauenorden, über Jahrhunderte hinweg immer wieder neue Gründungen. Namentlich besonders seien hier erwähnt die alten Abteien St. Maximin und St. Eucharius (Benediktiner) sowie das Kloster St. Irminen/Oeren (Benediktinerinnen). Für das Jahr 1800, am Vorabend der französischen Revolution, weist eine Stadtansicht „fast an jeder Ecke“ ein Kloster aus.

Doch auch „auf dem Land“, verteilt über die Fläche des alten Erzbistums, wurden bis ins späte Mittelalter hinein viele Klöster gegründet [Männer: Benediktiner: Tholey, Mettlach, Prüm, Echternach, Maria Laach; Zisterzienser: Himmerod, Marienstatt - Augustiner-Chorherren: Ravengiersburg, Springiersbach, Martental, Klausen - Prämonstratenser: Rommersdorf, Arnstein, Wadgassen, Sayn - Karthäuser: Koblenz, Trier/Konz; Frauen: Benediktinerinnen: Rupertsberg - Augustiner-Chorfrauen: Stuben - Zisterzienserinnen: St. Thomas, Machern, Niederwerth - Prämonstratenserinnen: Altenberg a.d. Lahn, Engelport – Dominikanerinnen: Marienthal (Luxemburg)]. Priesterorden wie die Jesuiten waren seit dem 16. Jahrhundert vor allem in den Städten Trier und Koblenz tätig. In der Stadt Trier schon früher, ab dem 17. Jahrhundert dann aber auch in verschiedenen kleineren Städten des Bistums sind die Franziskaner und die Kapuziner mit eigenen Niederlassungen anzutreffen.

Das alte Erzbistum Trier hatte also bereits eine große Anzahl von Klöstern, war gekennzeichnet durch eine vielfältige Ordenslandschaft. Doch Kriege und die französische Revolution sowie dann vor allem die Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts bereiteten vielen dieser Klöster und Ordensniederlassungen ein Ende. Nur wenige von ihnen konnten später wiedergegründet werden, teilweise von anderen Ordensgemeinschaften.

Ab dem 19. Jahrhundert, mit der Gründung von Ordensgemeinschaften, die im sozial-caritativen [z.B. die Borromäerinnen, die Franziskanerinnen von Waldbreitbach oder die Barmherzigen Brüder von Maria Hilf], aber auch im Schulbereich [z.B. die Ursulinen] ihr Apostolat verwirklichen, werden Ordensfrauen und Ordensmänner mehr und mehr über das ganze Bistum verteilt tätig und prägen das Leben vieler Gemeinden des Bistums über viele Jahrzehnte, zuweilen sogar bereits Jahrhunderte mit. Auch Ordensgemeinschaften, die außerhalb unseres Bistums gegründet worden sind, entsenden Schwestern und Brüder in unser Bistum, werden von Pfarreien angefragt, in ihrem Gebiet Niederlassungen zu errichten. Wie viele Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Behindertenheime oder soziale Einrichtungen anderer Art, Schulen und Kindertageseinrichtungen gehen auf das Engagement von Ordensgemeinschaften zurück.

Die Situation der Orden im Bistum Trier heute

Im Verlauf der letzten Jahrzehnte mussten viele Ordensgemeinschaften, die in unserem Bistum oder in Nachbarbistümern gegründet worden sind, ihre Niederlassungen in vielen Gemeinden aufgeben, weil es an Ordensnachwuchs fehlte. Die Zahl der Schwestern und Brüder ging infolgedessen immer mehr zurück. Manche alte Orden, die über Jahrhunderte hier gewirkt haben, sind mittlerweile aus unserem Bistum verschwunden.

Doch dem „Blumengebinde der einheimischen Ordensgemeinschaften“ konnten in den letzten Jahrzehnten neue „Blumen“ von Ordensgemeinschaften aus anderen Ländern und Kontinenten zugefügt werden. Sie sind aus dem Leben unseres Bistums nicht mehr wegzudenken. Alle zusammen bezeugen durch ihr Dasein, ihr Leben und Wirken, ihr treues Beten für die Anliegen von Kirche und Welt wie sehr der Glaube an den dreifaltigen Gott und die Liebe zu ihm und den Menschen das eigene Leben erfüllen können.

Allen Schwestern und Brüdern in den verschiedenen Ordensgemeinschaften sei für ihr Zeugnis ein herzliches Vergelts Gott gesagt.

Alle, die sich für die Ordensgemeinschaften in unserem Bistum interessieren, die mehr über sie erfahren möchten, lade ich herzlich ein, unsere Homepage zu durchstöbern.

Prälat Dr. Georg Holkenbrink

Bischofsvikar für die Orden