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Synodalversammlung in Saarlouis:Agilität, Zukunft und Orientierung als Leitlinien

Bei der dritten Synodalversammlung des Pastoralen Raums Saarlouis wählten die Delegierten neue Mitglieder in den Rat. Darüber hinaus diskutierten sie über Wege der missionarischen Kirchenentwicklung.
Rund 70 Haupt- und Ehrenamtliche sind zur Synodalversammlung nach Schwalbach gekommen.
Datum:
15. Sept. 2026
Von:
Ute Kirch
Das Leitungsteam des Pastoralen Raums und die Vorsitzende des Rates berichten von ihrer Arbeit.

Saarlouis/Schwalbach – „Glauben lebendig gestalten - Agilität. Zukunft. Orientierung“ – unter diesem Motto haben sich am Samstag, 12. September, rund 70 Haupt- und Ehrenamtliche zur dritten Synodalversammlung des Pastoralen Raums Saarlouis im Gemeindesaalbau in Schwalbach getroffen. Im Mittelpunkt stand dabei die Wahl des Rats des Pastoralen Raums. Zum Pastoralen Raum Saarlouis gehören die sieben fusionierten Pfarreien Bous-Ensdorf St. Marien und St. Peter, Saarlouis Heilige Familie, Saarlouis St. Ludwig, Saarwellingen St. Josef, Schwalbach Heilig Kreuz, Überherrn St. Oranna, Wadgassen St. Wolfram mit rund 59.500 Katholikinnen und Katholiken.

Das Motto „Agilität, Zukunft, Orientierung“ solle die aktuellen Herausforderungen der Kirche beschreiben, sagte Benedikt Achtermann vom Leitungsteam des Pastoralen Raums, dem zudem noch Dekan Pfarrer Hans-Georg Müller und Ökonomin Eva Eiden angehören. Kirche müsse beweglich bleiben und sich neuen gesellschaftlichen Entwicklungen stellen, zugleich aber im Glauben Halt finden. „Wenn wir Gott in unsere Mitte stellen, dann haben wir einen guten Pol, ein gutes Zentrum der Orientierung, auf das wir uns hinwenden können“, sagte er.

Fachteams sollen pastorale Schwerpunkte weiterentwickeln

Benedikt Achtermann stellt die Arbeit des Leitungsteams vor.

In seinem Bericht blickte Achtermann auf die Arbeit des Leitungsteams seit der letzten Synodalversammlung 2025 zurück. Dazu gehörten der Umzug der Geschäftsstelle von Saarlouis nach Hülzweiler sowie die Übernahme von 116 Beschäftigten in die Trägerschaft des Kirchengemeindeverbands Pastoraler Raum. Darüber hinaus wurden Maßnahmen im Bereich Arbeits- und Brandschutz, Fortbildungen für Mitarbeitende sowie die Bildung einer örtlichen Mitarbeitervertretung umgesetzt. „Grundsätzlich gilt, dass genauso wie die personellen Ressourcen auch die finanziellen Ressourcen rückläufig sind“, sagte er. Aktuell werde am Haushaltsplan für 2027 gearbeitet. Zu den pastoralen Entwicklungen zählten die Einrichtung des Kantorats, der Start eines Qualifizierungskurses für ehrenamtliche Begräbnisleiterinnen und Begräbnisleiter sowie die Fortführung verschiedener Kooperationsprojekte mit kirchlichen und sozialen Partnern. Für die kommenden Jahre habe der Rat des Pastoralen Raums mehrere pastorale Schwerpunkte festgelegt. Dazu gehören unter anderem Prävention, Firmvorbereitung, geschlechtersensible Pastoral, die Begleitung am Lebensende, Sozialpastoral, Familienpastoral sowie Kinder-, Jugend- und Schulpastoral. Diese Themen sollen künftig in Fachteams gemeinsam mit Haupt- und Ehrenamtlichen weiterentwickelt werden.

Isolde Schober, Vorsitzende des Rates des Pastoralen Raums Saarlouis, berichtete über die Arbeit des Gremiums. Schwerpunkte waren die Vorbereitung der Synodalversammlung, die Haushaltsplanung sowie die Weiterentwicklung pastoraler Schwerpunkte.

Elf Männer und Frauen in den Rat gewählt

Die Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich der Synodalversammlung vor.

Wichtigster Tagespunkt war die Wahl weiterer Mitglieder in den Rat des Pastoralen Raumes. Diesem gehören bereits die drei Mitglieder des Leitungsteams sowie Vertretungen der sieben Pfarreien und des Caritasverbandes an. Dieses Gremium wurde nun um Engagierte aus den Orten von Kirche ergänzt. Für die 14 Plätze kandidierten elf Personen. Der Rat berät über pastorale Schwerpunkte unter Würdigung der Empfehlungen der Synodalversammlung, er fördert die Zusammenarbeit der Pfarreien und der Orte von Kirche, er fördert das ehrenamtliche Engagement und arbeitet mit dem Verbandsausschuss und der Verbandsvertretung zusammen. Darüber hinaus wirkt er beim Entwurf zum Haushaltsplan des Pastoralen Raumes mit und nimmt an dessen Beschlussfassung teil. In den Rat gewählt wurden Dorothee Drewitz, Finian Folz, Jürgen Guldner, Andrea Holzer, Helga Jenal, Rita Ney, Chantal Nutzenberger, Annemarie Müller, Felix Leinen, Martina Schneider und Bruno Steinke. Der Rat hat die Möglichkeit, weitere Personen zu berufen.

Sprechfähig über den eigenen Glauben werden

Pfarrer Martin Birkenhauer gab einen Impuls zur missionarischen Kirche.

Einen Impuls zur missionarischen Kirchenentwicklung gaben am Nachmittag Pfarrer Martin Birkenhauer und Pastoralreferent Thomas Kupczik vom Missionarischen Team des Bistums. „Wir müssen auch andere Milieus ansprechen, damit Kirche nicht zur Sektengröße schrumpft“, sagte Thomas Kupczik. Mission sei ein belasteter Begriff gewesen. „Doch Mission heißt Sendung, nicht Bekehrung.“ Er warb dafür, die Zukunft der Kirche nicht von rückläufigen Zahlen her zu betrachten, sondern von ihren Gestaltungsmöglichkeiten. Er leitete zentrale Herausforderungen für die Kirche ab: mehr Beteiligung der Getauften, eine dienende Haltung gegenüber den Menschen, Offenheit für unterschiedliche Lebenswelten und das Zugehen auf kirchenferne Milieus. Kirche müsse zuhören, die Bedürfnisse der Menschen wahrnehmen und ihnen Räume zur Mitgestaltung eröffnen. Er plädierte für mehr Mut zu neuen Formen kirchlichen Lebens und für eine Arbeitsweise, die Freiräume für kreative Ideen lasse und aus praktischen Erfahrungen lerne. Als Beispiel nannte Kupczik die Fresh-X-Projekte („Fresh Expressions of Church“) der anglikanischen Kirche, bei denen neue Gemeinschaften zunächst durch konkrete Angebote und das Engagement für die Menschen vor Ort entstehen. Erst aus dem Miteinander entwickelten sich dort neue Formen von Glaubensgemeinschaft.

Pfarrer Birkenhauer betonte, dass die Kirche der Zukunft Menschen brauche, die ihren Glauben überzeugend und persönlich leben. In einer Gesellschaft, in der der Glaube nicht mehr selbstverständlich weitergegeben werde, komme es darauf an, sprachfähig zu werden und anderen Auskunft über die eigene Hoffnung zu geben. Deshalb müsse jeder Christ und jede Christin das eigene Glaubenszeugnis kennen und formulieren können. Eine missionarische Kirche brauche die Bereitschaft, gewohnte Sicherheiten zu verlassen, Risiken einzugehen und Menschen auch außerhalb klassischer kirchlicher Angebote anzusprechen. Die zentrale Frage laute: „Was bringt mir der Glaube? Was ist er mir wichtig? Was bedeutet er mir?“ Von der Antwort darauf hänge ab, wie glaubwürdig Kirche künftig Zeugnis geben könne. Anschließend waren die Teilnehmenden eingeladen, in Kleingruppen über ihr persönliches Glaubenszeugnis und Herausforderungen für die Kirchenentwicklung ins Gespräch zu kommen.