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3. Fahrrad-Kreuzweg zum Thema "Randbegegnungen":Auf dem Fahrrad die letzten Tage Jesu entdecken

Der dritte Fahrrad-Kreuzweg von Tholey nach St. Wendel rückte wenig beachtete Figuren aus der Passionsgeschichte ins Zentrum.
Mehrere Personen fahren mit Fahrrädern auf einem asphaltierten Weg durch eine baumreiche Landschaft. Der Weg ist von kahlen, frühsaisonalen Bäumen und niedrigem Gebüsch gesäumt. Im Vordergrund fährt eine Person auf einem roten E‑Bike, getragen wird ein blau‑gelber Fahrradhelm und eine passende Jacke. Weiter vorn auf dem Weg radelt eine Gruppe in lockerer Formation. Die Sonne wirft deutliche Schatten der Fahrräder auf den Boden. Rechts und links des Weges liegen trockene Blätter und Grasflächen, die Umgebung wirkt ruhig und ländlich.
Datum:
24. März 2026
Von:
Ute Kirch
Eine Gruppe von mehreren Personen mit Fahrradhelmen steht an einem kleinen Rastplatz im Wald. Um sie herum stehen zahlreiche Fahrräder, darunter auch E‑Bikes, die teils an blauen Metallständern angelehnt sind. Die Personen tragen wetterfeste Kleidung und wirken damit für eine Fahrradtour ausgerüstet. Im Hintergrund stehen dicht gewachsene, laublose Bäume. Auf der linken Seite führt ein schmaler Weg vorbei, daneben befindet sich ein Verkehrszeichen für einen Radweg. Rechts im Hintergrund steht eine Holzbank. Die Szene ist sonnig und klar, mit deutlichen Schatten auf dem Boden. Geben Sie Ihr Feedback zu BizChat ab.

Tholey/St. Wendel – Das Wetter hätte für eine Radtour nicht besser sein können: Bei frühlingshaftem Sonnenschein sind vergangenen Samstag, 21. März, rund zehn Radpilgerinnen und -pilger zum Fahrrad-Kreuzweg gekommen, zu dem die Pastoralen Räume Tholey und St. Wendel gemeinsam mit der Katholischen Erwachsenenbildung Saarbrücken geladen haben. „Randbegegnungen“ lautete das Thema der dritten Auflage dieser besonderen Tour. Dabei nahmen die Teilnehmenden unter Anleitung von Gemeindereferent Peter Holz an sieben Stationen Menschen in den Blick, die in der Leidensgeschichte Jesu von den Autoren der Bibel zwar nur am Rande erwähnt werden, aber dennoch wichtige Positionen vertreten. Darunter etwa die Frau des Pontius Pilatus, die in der orthodoxen Kirche sehr verehrt wird, die Blinden von Jericho oder die Magd, die Jesus salbt. „Sie stehen zwar am Rand, verstehen aber viel und bringen die Dinge auf den Punkt und legen den Finger in die Wunde“, sagt Holz. Auffällig sei, dass diese Rolle vor allem Frauen zukomme. „Die Jünger, die eigentlich am dichtesten an Jesus dran sind, kommen hingegen nicht besonders heroisch daher. Sie scheinen am wenigsten zu verstehen“, sagt der Gemeindereferent.

Stationen eröffneten neue Blickwinkel auch auf Gesellschaft heute

Eine Gruppe von sechs Personen steht mit Fahrrädern und Fahrradhelmen auf einem gepflasterten Platz im Freien. Einige halten Blätter oder Ausdrucke in den Händen. Im Hintergrund befinden sich Bäume, ein großes metallisches Mühlrad sowie eine Infotafel mit einer Karte. Das Wetter wirkt sonnig und klar, und mehrere Fahrräder lehnen am Rand des Platzes.

Die Idee für den Fahrrad-Kreuzweg hatte Holz vor drei Jahren. „In anderen Bistümern bin ich auf solche Radtouren aufmerksam geworden. Da der Landkreis St. Wendel sehr fahrradfreundlich ist, habe ich die Idee, Bewegung und Glauben zu verbinden, übernommen.“ Das Besondere an dieser Tour sei, dass der rund zwölf Kilometer lange Wendelinus-Radweg die Pastoralen Räume Tholey und St. Wendel verbinde. So soll der Fahrrad-Kreuzweg auch eine Gelegenheit sein, die 2023 errichteten Pastoralen Räume zu entdecken. Im ersten Jahr standen jeweils eins der letzten sieben Worte Jesu am Kreuz im Mittelpunkt, im letzten Jahr beschäftigten sich die Radpilger mit den Meditationen von Pater Alfred Delp, dessen 80. Todestag ins Jahr 2025 fiel. „Anders als die Weihnachtskrippe, die wir nur zu bestimmten Zeiten ausstellen, sehen wir den Kreuzweg mit seinen Stationen das ganze Jahr über am Wegesrand. Wenn wir gewohnt sind, etwas jeden Tag zu sehen, übersehen wir es gerne“, sagt Holz. Auch deswegen wolle er verstärkt wieder ein Augenmerk auf die Bedeutung des Kreuzwegs richten.

Los ging es für die sportlichen Pilger – fast ausnahmslos auf E-Bikes – um 11 Uhr am Wareswald in Tholey. Auf der asphaltierten ehemaligen Bahntrasse ging es über Oberthal und Bliesen nach St. Wendel, wo die Gruppe gegen 12.45 Uhr eintraf. In der Kirche St. Anna feierten sie eine Andacht, in der sie für die Menschen beteten, die heute am Rand unserer Gesellschaft stehen. „Viele Teilnehmer haben zurückgemeldet, dass ihnen die Stationen gute und neue Blickwinkel eröffnet haben“, sagt Holz. Viele Teilnehmenden seien auch in den Vorjahren dabei gewesen, manche hätten erst am Morgen in der Zeitung davon erfahren und seien spontan gekommen. „Es war ein gutes Miteinander in der Gruppe und wir hatten nach der Andacht weitere gute Gespräche zum Thema ,Randbegegnungen‘.“