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Pfarreileitungskonferenz im Bistum Trier mit vielfältigem Programm:Bei Prozessen auf dem gleichen Stand sein

Ein dichtes Programm hatten die knapp 100 Pfarrer, Pfarrverwalter, Koordinator*innen der Seelsorge und Pfarrbeauftragte bei der sogenannten Pfarreileitungskonferenz mit der Bistumsleitung am 7. November 2025.
Pfarreileitungskonferenz im November 2025
Datum:
11. Nov. 2025
Von:
Judith Rupp

Trier – Ein dichtes Programm hatten die knapp 100 Pfarrer, Pfarrverwalter, Koordinator*innen der Seelsorge und Pfarrbeauftragte bei der sogenannten Pfarreileitungskonferenz mit der Bistumsleitung am 7. November 2025 im Gästehaus der Barmherzigen Brüder in Trier. Am Gedenktag des Heiligen Willibrord, einem der ersten „Pilger der Hoffnung“ (so das Motto des laufenden Heiligen Jahres), den der Bischöfliche Kaplan Florian Dienhart in seinem geistlichen Abschlussimpuls aufgriff, begrüßte Bischof Dr. Stephan Ackermann die Teilnehmenden zu einem „wichtigen Format“. Es diene mit seinen Informationen und der Möglichkeit zu Austausch und Rückfragen dazu, „dass wir auf gleichem Stand sind bei den Projekten und Prozessen in unserem Bistum“. Der Hl. Willibrord, der auch im hohen Alter immer noch von einem „glücklichen Beginnen“ gesprochen habe, voller Energie im Vertrauen auf Gott, könne ein guter Begleiter durch den Tag sein.

Verwaltungsbezogene Themen am Vormittag

Pfarreileitungskonferenz im November 2025

Dass viele der gut 160 Pfarreien (Stand Januar 2026) keinen Pfarrer mehr haben werden – derzeit gibt es 34 Vakanzen und langfristige Pfarrverwaltungen – wird ein dauerhaftes Problem bleiben angesichts des Priestermangels. Der Leitende Priesterreferent Ottmar Dillenburg erklärte, bei der Leitung von Pfarreien brauche es „kreative Lösungen“. Dazu gehöre auch die Leitung durch Laien-Seelsorger*innen. Zu diesem Weg ermutigte Bischof Ackermann; er sei aktiv anzugehen, um bei einem „schrittweisen Vorgehen Erfahrungen zu sammeln“. Die Leiterin des Bereichs Seelsorge und Kirchenentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat, Mechthild Schabo, kündigte an, dazu solle es eine eigene Qualifizierung geben. Katja Bruch, die als Pfarrbeauftragte in der Leitung einer Pfarrei aktiv ist, riet dazu, immer auch zu prüfen, ob die jeweiligen Gemeinden zu solchen Modellen bereit seien. Das unterstrich der Bischof: „Wir müssen sensibel sein für die jeweiligen Situationen vor Ort.“
Ein weiteres Thema bei der von Ute Engelskirchen (Priesterreferentin) und Frank Kilian (Bereich Organisation und Digitalisierung) moderierten Konferenz war die künftige Organisation der Verwaltungsdienstleistungen im Bistum Trier, die derzeit von den Rendanturen erbracht werden: Angedockt an die entsprechenden Fachabteilungen im BGV werden in Zukunft die drei Fachbereiche „Finanzen/Rechnungswesen“, “Immobilien” und „Personal“ mit den Rendant*innen für die Kirchengemeinden zur Unterstützung bereitstehen. Zudem soll den Kirchengemeinden ähnlich dem bisherigen Rendanten-Modell eine unterstützende Beratung oder bei Bedarf auch Verwaltungsleitung zur Verfügung stehen. Die Re-Organisation geht in die Beteiligungsphase mit den Mitarbeitendenvertretungen. Auch über die Schlüsselzuweisungen des Bistums an die Kirchengemeinden tauschten sich die Konferenzteilnehmenden aus: Durch die Zusammenschlüsse der Pfarreien sei ein neues System notwendig geworden, erinnerte Generalvikar Ulrich von Plettenberg die Konferenz. Ab 2026 ist der Kirchengemeindeverband des Pastoralen Raums der Empfänger der Gelder. Dort erfolgt die Verteilung an den Pastoralen Raum und die Kirchengemeinden; diese Verteilung ist auszuhandeln zwischen den Leitungsteams der Pastoralen Räume und den Vertretungen der Kirchengemeinde. Das Bistum lege keine Zweckbindungen auf die Gelder; Mittel etwa für Verwaltung, Seelsorge, Arbeitsschutz, Personal- und Sachkosten seien berücksichtigt. 

Bestattungsdienst, Aufarbeitung und pastorale Aspekte der Immobilienstrategie am Nachmittag

Pfarreileitungskonferenz im November 2025

Ulrich Stinner, Leiter der Abteilung Seelsorge und Lebenswelten, informierte gemeinsam mit Fachreferent Stefan Nober über die Ergänzungen zum Rahmenkonzept Bestattungsdienst. Anlass für die Ergänzungen war unter anderem das seit Oktober geltende Bestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz, das neue Bestattungsformen vorsieht, die teilweise nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar sind. „Das neue Gesetz hat uns herausgefordert, uns zu unseren Rollen als Seelsorg*innen und zu dem, was wir in der Trauerbegleitung anbieten, verhalten“, sagte Stinner. Die Konferenzteilnehmenden tauschten sich über ihre Erfahrungen mit einer sich verändernden Bestattungskultur aus, etwa, wie häufig noch ein Sterbeamt nachgefragt werde. Nober stellte vor, dass bei vielen der neuen in Rheinland-Pfalz möglichen Bestattungsformen es nicht möglich ist, dass die Leitung der Beisetzung von Seelsorger*innen übernommen werde, betonte aber auch: „Was immer möglich ist: die seelsorgliche Begleitung!“ Die Anwesenden äußerten deutlich den Wunsch nach einer Kommunikation unter denen, die Begräbnisse leiten, aber auch mit Angehörigen, Bestattungsunternehmen oder den Partnern in der Ökumene, um aktiv beizutragen zur Meinungsbildung bei der Wahl der geeigneten Bestattungsform. Der Bischof sagte, der Erfahrungsaustausch zeige, dass es fortlaufend Verständigung und Vergewisserung brauche. Er mahnte zur „pastoralen Klugheit“ nötig, die keinen falschen Rigorismus an den Tag lege und dennoch die Grenzen beachte. 
Neben dem Austausch über die Erstellung von Institutionellen Schutzkonzepten war auch die vergangene Woche veröffentlichte Aufarbeitungsstudie zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in den Amtszeiten der Bischöfe Marx und Ackermann Thema. Bischof Ackermann richtete den Blick auf die noch zu erwartenden weiteren Berichte der Unabhängigen Aufarbeitungskommission und die Zeit nach dem Abschluss der Kommissionsarbeit. Er lud ein, daran mitzuwirken, dass es im Bistum Trier eine „aktivierende Erinnerungskultur, die hilft, achtsam zu bleiben“ geben wird. 
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Rolle der Pfarrer und Pfarrverwalter im Prozess der Erarbeitung von Immobilienkonzepten in den Kirchengemeinden, der 2026 beginnt, den Mechthild Schabo und der Bereichsleiter Bau und Immobilien im BGV, Hermann Condné vorstellten.