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Erinnerungsort im Garten des Bruder-Konrad-Haus der Caritas eingeweiht:Damit niemand vergessen wird

Um Menschen ohne familiären Rückhalt einen sichtbaren Ort des Gedenkens zu schenken, wurde im Garten des Bruder-Konrad-Hauses eine Erinnerungsstele errichtet, an der die Namen der ehemaligen Bewohner angebracht werden.
Acht Personen stehen vor einem Zelt der Caritas für ein Gruppenbild zusammen
Datum:
12. Dez. 2025
Von:
Götz Plettke / red
Ein Pfarrer hebt die Hände zum Segnen über eine Erinnerungsstele und darum stehen mehrere Menschen

Saarbrücken – Im Bruder-Konrad-Haus leben viele Menschen, deren Lebenswege leise und oft ohne familiären Rückhalt verliefen. Manche von ihnen verstarben, ohne dass jemand an ihrer Seite war – kein Grabstein, keine familiäre Erinnerung ist von ihnen geblieben. Dennoch füllten sie das Haus mit Leben: mit ihren Begegnungen, Gesprächen, kleinen Gesten und durch die Beziehungen, die im Alltag entstanden. Um ihnen einen sichtbaren Ort des Gedenkens zu schenken, wurde im Garten des Bruder-Konrad-Hauses eine Erinnerungsstele errichtet, an der die Namen der ehemaligen Bewohner angebracht werden. Die Stele wurde am 11. Dezember von Dekan Dr. Frank Kleinjohann eingesegnet.

„Jeder Mensch, der bei uns gelebt hat, bleibt Teil unserer Gemeinschaft – auch nach seinem Tod. Es ist ein Zeichen dafür, dass niemand vergessen wird. Mit dieser Stele geben wir ihnen einen Ort, an dem ihre Lebenswege nicht im Stillen enden, sondern wahrgenommen und gewürdigt werden“, sagte Caritasdirektor Michael Schley. Finanziert wurde die Stele von der Edgar-Bähr-Stiftung, gestaltet und umgesetzt von Bertwin Schnubel. Die Namensplaketten und die Gedenktafel wurden von Reinhard Austgen entworfen. 

Dekan Kleinjohann betonte den geistlichen Aspekt des neuen Erinnerungsortes: „Wir Christen glauben an das ewige Leben, dass jeder Mensch bei Gott über den Tod hinaus einen Platz hat. Diese Stele erinnert uns daran, dass Würde mit dem Tod nicht endet. Sie steht für Hoffnung, Trost und dafür, dass jedes Leben – unabhängig von Brüchen und schwierigen Zeiten – vor Gott zählt.“ Leiter Fabian Zeimet ergänzte: „Unsere Bewohner haben uns viel von ihrem Leben anvertraut – Schönes, Schweres, Hoffnungen und Verletzlichkeit. Diese Gedenkstätte ist ein Ort, an dem all das seinen Platz behält, und gleichzeitig ist diese ein Zeichen gegen das Vergessen. Jeder Mensch zählt, auch wenn niemand mehr für ihn mittrauert.“

Der neue Erinnerungsplatz lädt dazu ein, kurz stehen zu bleiben, zu beten oder einfach dankbar an jene zu denken, die im Bruder-Konrad-Haus gelebt haben. Er soll ein stiller, tröstender Ort sein – ein Zeichen dafür, dass kein Leben verloren geht und keine Geschichte spurlos bleibt.

Weitere Informationen gibt es auf: www.caritas-saarbruecken.de