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Lutwinus-Wallfahrt :Eine Einladung an jeden

Die Pfarrei St. Lutwinus und das Katholische Lutwinuswerk haben zum 22. Mal zur traditionellen Lutwinus-Wallfahrt nach Mettlach eingeladen, die von Christi Himmelfahrt bis Pfingstsamstag gefeiert wurde.
Bischof Voderholzer  beim Pontifikalamt. Vor dem Hauptaltar steht der Lutwinusschrein.
Datum:
28. Mai 2026
Von:
Ruth Müller/Paulinus Wochenzeitung im Bistum Trier

Mettlach. Zum Auftakt der Wallfahrt zeigte sich das Wetter zunächst noch wechselhaft-regnerisch, doch am Nachmittag hatte Petrus ein Einsehen: Die ersten Fußpilger der Wallfahrt erreichten an Christi Himmelfahrt gemeinsam mit vielen weiteren Gästen das gut besuchte Pontifikalamt trockenen Fußes. Dieses wurde von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg und dem Echternacher Dechanten Francis Erasmy gefeiert und musikalisch durch Mozarts „Spatzenmesse“ feierlich umrahmt. Während des Pontifikalamtes wurde der Lutwinusschrein, der sich sonst in einer Grabkammer im Hochaltar befindet, für die Pilger sichtbar vor dem Hauptaltar aufgestellt. Bischof Voderholzer, der einst in Trier als Professor für Dogmatik lehrte, zeigte sich erfreut, dass es nach mehreren Einladungen in diesem Jahr geklappt hatte und er die Lutwinus-Wallfahrt mit Begegnungen mit ehemaligen Weggefährten, Kollegen und Studenten verbinden konnte. 

Das Leitwort der diesjährigen Wallfahrt lautete: „Hier bin ich, sende mich“ (Jesaja 6, 8). Es lud dazu ein, den Ruf Gottes anzunehmen – insbesondere auch im Dienst des Priesters. Diesem Ruf folgt aus der Gemeinde Mettlach aktuell Heiko Gaub, dessen Primiz am 12. Juli gefeiert wird. 

„Hier bin ich, sende mich“ ist darüber hinaus ein zentraler Ruf, der alle Menschen dazu einlädt, sich in den Dienst Gottes zu stellen. „Jeden einzelnen Menschen ruft Gott persönlich beim Namen, um eine Beziehung mit ihm einzugehen und ihn in seinem Namen zu senden“, führte Bischof Voderholzer aus.   

Jesus geht fort um zu bleiben

In seiner Predigt ging er auf die besondere Bedeutung von Christi Himmelfahrt ein. Die Heimkehr Jesu zum Vater sei kein Abschied, sondern der Beginn einer neuen Form der Nähe. „Jesus geht fort um zu bleiben“, bedeute, dass er durch seine Erhöhung nicht länger an einen einzigen Ort gebunden sei, sondern vom Himmel aus auf vielfältige Weise präsent bleiben könne. 

Seine Gegenwart entfalte sich auf mehreren Ebenen: Zunächst begegne uns Jesus etwa im Antlitz der Notleidenden. Jede Begegnung mit einem Hungernden, Fremden oder Bedürftigen werde so zu einer Begegnung mit Christus selbst – wie es bereits in Matthäus 25, 40 heißt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ So könne der Einzelne durch seinen Einsatz Jesus begegnen und ihm in seinem Wirken nachfolgen. 

Darüber hinaus sei Jesus in den Sakramenten gegenwärtig, vor allem in der Eucharistie. Auch in der Gemeinschaft der Gläubigen bleibe er erfahrbar, gemäß der Verheißung: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18, 20).  

Neben dem Pontifikalamt gehörten zu den Höhepunkten der Wallfahrt unter anderem die traditionsreiche Lutwinus-Prozession mit dem Schrein zur Lutwinus-Figur am Marktplatz während der Mettlacher Kirmes. Monsignore Jürgen Doetsch von der Apostolischen Nuntiatur Berlin feierte anschließend das Festhochamt. Weitere Akzente setzten ein Jugendgottesdienst mit dem Saarbrücker Jugendpfarrer Thomas Hufschmidt sowie der feierliche Abschluss der Wallfahrt mit einem Pontifikalamt, zelebriert von Weihbischof Jörg Michael Peters aus Trier. 

Lateinische Quellen übersetzt

Die Biografie von Lutwinus ist als illustriertes Heft erschienen und enthält die mehrere Jahrhunderte nach seinem Tod entstandene Lebensbeschreibung in deutscher Sprache. Die lateinischen Quellen wurden vom Mettlacher Pfarrer Hans-Thomas Schmitt übersetzt und kommentiert. Das Heft (ISBN: 978-3-7954-8083-7) kann zum Preis von 4,50 Euro im Pfarrbüro Mettlach, in der Lutwinuskirche und bei Susis Schreibwaren in Mettlach erworben werden. Auf Anfrage ist auch ein Versand vom Pfarrbüro Mettlach möglich, Telefon (0 68 64) 5 12.