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Sonderausstellung kommt nach Saarbrücken:Fußball in der NS-Zeit

Im Januar 2027 macht die Sonderausstellung "Fußball in der NS-Zeit" Station beim ilf in Saarbrücken. Schulklassen und Mannschaften können sich ab sofort für Führungen anmelden.
Historische Schwarz-Weiß-Fotografie eines Fußballstadions. Eine Reihe von Fußballspielern läuft aus einem Tunnel auf das Spielfeld. Die Person an der Spitze trägt einen Ball unter dem Arm und grüßt mit erhobener Hand. Links und rechts des Weges stehen zahlreiche Menschen dicht gedrängt, darunter auch uniformierte Personen; viele strecken den rechten Arm aus. Die Tribünen im Hintergrund sind bis auf den letzten Platz mit Zuschauern gefüllt. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck eines großen Sportereignisses in einer politisch geprägten Atmosphäre der 1930er- oder 1940er-Jahre.
Datum:
27. Okt. 2026
Von:
red/uk

Saarbrücken - Ab sofort können sich interessierte Schulklassen und Fußballmannschaften beim Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung Saarbrücken (ILF) für einen Besuch der Sonderausstellung „Fußball in der NS-Zeit. Anpassung, Ausgrenzung, Instrumentalisierung.“ anmelden. Vom 18. bis 29. Januar 2027 stehen rund 40 Besuchstermine zur Verfügung. Geschulte Guides führen die Gruppen durch die Ausstellung und stehen anschließend für Gespräche bereit.

Die vom Kreismuseum Wewelsburg konzipierte Wanderausstellung zeigt am Beispiel populärer deutscher Fußballklubs wie Schalke 04, Borussia Dortmund, Bayern München und dem 1. FC Köln, wie sich die Vereine nach 1933 widerspruchslos dem NS-Regime anpassten, wie jüdische Spieler, Trainer und Funktionäre ausgegrenzt wurden und wie der Fußball für Propaganda und Kriegswirtschaft instrumentalisiert wurde. Für die Station in Saarbrücken wird die Ausstellung um vier Tafeln zur Geschichte des Fußballvereins Saarbrücken von 1903, des heutigen 1. FC Saarbrücken, ergänzt.

Die Ausstellung richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren und schlägt den Bogen bis in die Gegenwart: Wie gingen die Vereine nach 1945 mit ihrer Vergangenheit um? Wie engagieren sie sich heute gegen Rassismus, Rechtsextremismus und rechte Fankultur? „Fußball ist für viele Jugendliche ein Ort von Gemeinschaft und Zugehörigkeit“, sagt Thomas Mann, Direktor des ILF. „Gerade deshalb eignet er sich so gut, um über Ausgrenzung, Verantwortung und gesellschaftliches Engagement ins Gespräch zu kommen.“ Damit bietet die Ausstellung vielfältige Anknüpfungspunkte für historisches Lernen, Demokratiebildung und diskriminierungskritische Bildungsarbeit in Schule und Verein.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des ILF Saarbrücken mit dem 1. FC Saarbrücken, den beiden FCS Arbeitskreisen Blau-Schwarze Geschichte und Vielfalt, dem Medienladen Saar sowie dem Kreismuseum Wewelsburg. Die Ausstellung wird am 18. Januar 2027 um 18 Uhr im Johannes Foyer (Ursulinenstraße 67, 66111 Saarbrücken) eröffnet. (Teilnahme nur mit Anmeldung).

Anmeldung und Informationen:
Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung Saarbrücken (ILF)
Ursulinenstraße 67, 66111 Saarbrücken
E-Mail: info@ilf-saarbruecken.de
Ansprechpartner: Dr. Burkhard Jellonnek (AK Blau-Schwarze Geschichte des 1. FC Saarbrücken), Thomas Mann (ILF)