Weihbischof Brahm nimmt an Lichterprozession in Spabrücken teil :Jeder kann Frieden stiften

Spabrücken – „Das gemeinsame Singen und Beten, während man mit Maria durch die Straßen zieht, nimmt einen mit in eine andere Zeit und eine ganz eigene Stimmung. Wunderbar!“. So hat der Eindruck von Daniela Kasper nach der Lichterprozession am 7. September durch Spabrücken gelautet. Vorangegangen war der Prozession ein Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt mit dem Trierer Weihbischof Robert Brahm und dem Konzelebranten Pfarrer Modestus Ukwandu.

In seiner Predigt zog Brahm eine Verbindung von der Lichterprozession zu Maria. „Sie vertraute auf Gott, dieses Vertrauen macht sie heute zu der Frau, die wir verehren in einer Zeit der Verunsicherung, in der sich viele Menschen fragen: Wem vertraue ich? Wem schenke ich Vertrauen?“, so der Weihbischof. „Maria kennt dieses Sehnen nach Sicherheit.“ Im Zusammenhang mit der traditionsreichen Wallfahrt in Spabrücken sagte Brahm: „Wir nehmen unser Leben mit auf diese Prozession, mit allen Hoffnungen, Bitten, Dank und vielleicht Ratlosigkeiten. Wir gehen im Namen des Friedens.“ Während der Wallfahrt machten die Gläubigen sich auf den Weg, „vielleicht nur ein paar Schritte, aber innerlich kann das ein neuer Weg werden. Viele Lichter vertreiben zusammen die Dunkelheit. Jeder kann dort Frieden stiften, wo Gott ihn hingestellt hat, vielleicht nicht für die ganze Welt, aber durch ein Zuhören, einen Anruf nach einem Streit.“
Musikalisch wurde der Gottesdienst durch einen Projektchor unter der Leitung von Andreas Keber und Klaus Evers gestaltet. Neben den Pilger*innen in der vollbesetzten Kirche verfolgten mehr als 100 Personen das Festhochamt per Liveübertragung auf dem Dorfplatz oder über das Studio Nahe.
Lichterprozession durch Spabrücken

„Das Besondere an der Wallfahrt ist für mich der Festcharakter und das Gemeinschaftsgefühl, das entsteht, wenn viele Menschen aus den unterschiedlichsten Beweggründen sich auf den Weg machen, um Maria zu ehren“, erklärte Christina Grabe, die an der Prozession nach dem Gottesdienst teilnahm. Dabei wird die Schwarze Madonna durch den Ort getragen. „Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, wenn ich die Madonna durch den Ort tragen darf. Als Spabrückerin ist das eine Ehre, die man am darauffolgenden Tag auch noch spürt“, berichtete Clara Klemm. Zudem sei es jedes Jahr ein großes Fest, „wo man mit vielen Menschen auch von außerhalb zusammenkommt und seinen Glauben feiert. Für mich persönlich ist es auch schön, weil die vielen kleinen Lichter ein Großes ergeben, wodurch man wieder merkt, dass man Teil einer großen Glaubensgemeinschaft ist.“ Bei der Prozession kreisten die meditativen Texte und Fürbitten um Jesus, der bei seiner Geburt „Fürst des Friedens“ genannt wurde. Doch er bringe den Frieden nicht mit Macht und Stärke, sondern in Armut und Ohnmacht, bis zum Kreuz. „Menschen unterschiedlichen Lebensalters verbinden sich zu diesem Ereignis in einer wunderbaren Atmosphäre zu einer Gemeinschaft“, brachte Kasper den Geist der Prozession abschließend auf den Punkt.