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Zweite Synodalversammlung des Pastoralen Raums Saarbrücken:„Jetzt geht es ans konkrete Arbeiten“

Die Synodalversammlung des Pastoralen Raums Saarbrücken wählte weitere Mitglieder in den Rat und trieb die Vernetzung im kirchlichen Leben voran.
Der Rat des Pastoralen Raums Saarbrücken mit den zehn neu gewählten Mitgliedern.
Datum:
1. Juni 2026
Von:
Ute Kirch
Rund 80 Haupt- und Ehrenamtliche nahmen an der zweiten Synodalversammlung des Pastoralen Raums Saarbrücken teil.

Saarbrücken – Gemeinsam Verantwortung übernehmen und Kirche vor Ort weiterentwickeln: Dieses Ziel prägte die zweite Synodalversammlung des Pastoralen Raums Saarbrücken. Rund 80 Haupt- und Ehrenamtliche trafen sich dazu am Samstag, 30. Mai, in der Aula der bischöflichen Willi-Graf-Schulen. „Bei der ersten Synodalversammlung im November 2025 stand das gegenseitige Kennenlernen und der gemeinsame Austausch im Zentrum. Heute wollen wir den nächsten Schritt dahin gehen, wie wir gemeinsam – Haupt- und Ehrenamtliche – in Verantwortung kommen können. Alle Getauften tragen die Verantwortung“, betonte Dekan Dr. Frank Kleinjohann vom Leitungsteam. Im November hatten sich die 13 sogenannten agilen Teams vorgestellt, die Themen wie Tod, Trauer, Glaubenskommunikation und Soziales über Pfarreigrenzen hinaus behandeln. „Die Teams sind sich am Finden oder haben die Arbeit aufgenommen“, berichtete Kleinjohann. Zum Pastoralen Raum Saarbrücken gehören die Pfarreien Friedrichsthal St. Michael, Obere Saar Hl. Franz von Assisi, Quierschied St. Barbara, Alt-Saarbrücken/St. Arnual, St. Johann, Saarbrücken-West Heiliger Christophorus, Burbach St. Eligius, Dudweiler St. Marien, Halberg St. Martin, Malstatt St. Josef, Scheidter Tal St. Remigius und Sulzbach Allerheiligen. Hier leben rund 75.000 Katholikinnen und Katholiken.

Wichtigster Tagespunkt der zweiten Synodalversammlung war die Wahl weiterer Mitglieder in den Rat des Pastoralen Raumes. Diesem gehören bereits die drei Mitglieder des Leitungsteams sowie Vertretungen der zwölf Pfarreien und des Caritasverbandes an. Dieses Gremium wurde nun um Engagierte aus den Orten von Kirche ergänzt. Für die zwölf Plätze kandidierten zehn Personen. Aufgabe des Rates ist die Umsetzung des Rahmenleitbilds, er berät über pastorale Schwerpunkte unter Würdigung der Empfehlungen der Synodalversammlung, er fördert die Zusammenarbeit der Pfarreien und der Orte von Kirche, er fördert das ehrenamtliche Engagement und arbeitet mit dem Verbandsausschuss und der Verbandsvertretung zusammen. Darüber hinaus wirkt er beim Entwurf zum Haushaltsplan des Pastoralen Raumes mit und nimmt bei dessen Beschlussfassung teil.

Vor der Wahl stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten der Versammlung vor. „Als wichtigstes Thema für die Zukunft sehe ich die bessere Vernetzung untereinander“, sagte die bisherige Vorsitzende des Rates, Ursula Spang. Einem Wunsch, dem sich viele Kandidat*innen anschlossen. „Wir haben jetzt genug über Strukturen gesprochen, wir müssen nun zur Pastoral kommen“, sagte Peter Forster von der Pfarrei St. Eligius in Burbach. Er wünsche sich eine Kirche an der Seite der Bedürftigen. „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst von uns als Kirche“, zitierte er aus dem Konzilstext des zweiten Vatikanums. „Ich bin froh, dass es nun ans konkrete Arbeiten geht“, sagte auch Thomas Müller von der Pfarrei Alt-Saarbrücken/St. Arnual, der auch dem agilen Team Glaubenskommunikation angehört. Hedwig Wiesniewska-Willms von der Pfarrei Friedrichsthal St. Michael sprach sich dafür aus, die christliche Identität in der Nachfolge Jesu neu zu entdecken.

In den Rat gewählt wurden Dr. Rosa Adeline Fehrenbach, Peter Forster, Riccardo Foschia, Dr. Andreas Hoffmann, Trude Langenfeld, Thomas Müller, Diana Niederländer, Ursula Spang, Dorothee Wehlen und Hedwig Wiesniewska-Willms. Der Rat hat die Möglichkeit, weitere Personen zu berufen.

Weitere Vernetzung wünschenswert und notwendig

Sonja Schäfer (Caritas GWA Burbach, links), Schulleiter Christian Dahlke (Zweiter von rechts) und Ursula Spang (kfd, Caritas, rechts) berichten Moderator Dominik Holl (Zweiter von links) über Vernetzungen innerhalb ihrer kirchlichen Gruppen.

Wie Vernetzung von verschiedenen Orten von Kirche funktionieren kann, zeigte die Podiumsdiskussion moderiert von Dominik Holl. Sonja Schäfer von der Caritas Gemeinwesenarbeit in Burbach, Schulleiter Christian Dahlke und Ursula Spang, engagiert in der Katholischen Frauengruppe kfd und der Caritas-Gruppe von Christkönig/St. Arnual, erzählten aus der Praxis und wo bei ihrer Arbeit das Christliche deutlich werde. „Wir begegnen den Leuten, die zu uns kommen, mit Wertschätzung auf Basis des christlichen Menschenbildes. Alle sind willkommen“, sagte Schäfer. In Burbach kooperiere die Caritas mit der Pfarrei, etwa beim wöchentlichen Mittagstisch, der in den Räumen der Pfarrei stattfinde. Die Willi-Graf-Schulen seien gut vernetzt etwa mit der Kirche der Jugend eli.ja und der Pfarrei St. Johann, berichtete der Leiter des Willi-Graf-Gymnasiums, Christian Dahlke. „Bei uns werden Kinder und Jugendliche wieder zur Frage nach Gott herangeführt in einer säkularen Stadt wie Saarbrücken“, nannte er einen Unterschied zu staatlichen Schulen. Ursula Spang berichtete, wie sich das Engagement für Pfarrgemeinde, Caritas und kfd über die Pfarrgrenzen hinweg ausgeweitet habe. „Jetzt werden die Engagierten aller kfd-Gruppen im Pastoralen Raum jährlich mit einem Ausflug geehrt“, sagte sie. Dennoch waren sich alle drei einig, dass weitere Vernetzung und noch engere Zusammenarbeit wünschenswert und notwendig seien.

Glaskunstwerk steht für Erwartungen, Wünsche und Sorgen

Das Glaskunstwerk von Markus Hohlstein stellt den Pastoralen Raum Saarbrücken dar.

Bei der Synodalversammlung wurde auch das neue Kunstwerk des Saarbrücker Glaskünstlers Markus Hohlstein vorgestellt. Vergangenen November waren die Synodalen aufgefordert, ihre Erwartungen und Wünsche, aber auch Sorgen und Enttäuschungen zur Arbeit im Pastoralen Raum aufzuschreiben. Aus diesen Scherben setzte Hohlstein ein Kunstwerk zusammen, das die Umrisse des Pastoralen Raums bildet.

Info: Die Synodalversammlung repräsentiert die Vielfalt des kirchlichen Lebens im Pastoralen Raum. Sie berät über pastorale Fragen und Schwerpunktsetzungen. Sie vernetzt das kirchliche Leben im Pastoralen Raum und ist ein Forum der Meinungs- und Willensbildung. Sie bündelt die Erfahrungen und Anliegen der Pfarreien und Orte von Kirche und gibt dem Rat des Pastoralen Raums Empfehlungen zur weiteren Beratung. Die Synodalversammlung setzt sich aus Mitgliedern des Rates, Vertreter*innen der Verwaltungsgremien und Delegierten der Orte von Kirche zusammen.