Koblenzer Projekt bringt Menschen zusammen:Junge Leute kennenlernen

Koblenz – „Ich lerne gerne neue Leute kennen, auf der Arbeit ist das nicht immer so möglich“, sagt Jonathan aus Andernach. Der 26-Jährige nimmt zum ersten Mal bei einem Angebot von „Let’s connect“ teil. Heute wird gemeinsam gekocht, „das hat mich gecatcht“, erklärt er lachend und wiegt Mehl für die Ravioli ab. Fast 20 junge Menschen stehen in der Küche der Katholischen Familienbildungsstätte (FBS) in Koblenz (Thielenstraße 13), die das Projekt finanziert, sodass die Teilnahme für alle kostenlos ist. Koordiniert wird das Programm von den jungen Frauen Alicia Kranz und Anika Zentner.
„Gestartet sind wir mit der Idee, ein Angebot gegen Einsamkeit bei jungen Menschen zu konzipieren, während unseres Studiums der Sozialen Arbeit in Koblenz und dem damit verbundenen Praxisanteil in der FBS“, berichtet Kranz. Seit zwei Jahren bieten sie so jeden dritten Donnerstag im Monat einen Abend gezielt für Menschen im Alter von 18 bis etwa 35 Jahren an, die Lust darauf haben, andere kennenzulernen. „Wir wechseln immer ein bisschen ab: mal gestalten wir etwas Kreatives, machen einen Spieleabend oder kochen eben“, so Kranz. Anmelden muss man sich aber nie, das gefällt auch Benedikt aus Mülheim-Kärlich. „Ich komme seit Oktober 2024 regelmäßig.“ Seit dem vergangenen Herbst ist auch Sina immer wieder bei „Let’s connect“. „Beim ersten Mal war ich auch bei einem Kochabend“, erinnert sich die 31-Jährige. „Im Alltag kommt das Kochen leider oft viel zu kurz“, beteuert Sina, die in Koblenz arbeitet und sich über den Austausch mit neuen Leuten freut. „Der Umgang untereinander ist sehr wertschätzend und respektvoll.“ Beim Schnippeln, Rühren und Kneten kommt die Gruppe schnell und unkompliziert ins Gespräch. „Wir wählen immer Sachen aus, bei denen man sich betätigen kann, das erleichtert den Einstieg“, weiß Kranz. „So kommen hier Leute zusammen, die sich sonst im Alltag nicht begegnen würden: vielfältige Sprachen und Kulturen, verschiedene Arbeitswelten und Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen.“
Vorurteile gegenüber jungen Menschen

„Junge Menschen werden oft mit Vorurteilen und Unverständnis konfrontiert, wenn sie sagen, dass sie einsam sind“, berichtet Kranz. Dies erleben die Sozialarbeiterinnen auch auf dem Instagram-Account ihres Projekts. „Doch es ist unfassbar schwer, Leute kennenzulernen“, so die 27-Jährige Kranz. Die Auswirkungen von Corona seien immer noch zu spüren. „Viele Studien zeigen, dass die Einsamkeitsbelastung bei jungen Menschen hoch ist“, so die Koblenzerin. Kranz und Zentner möchten auf das Thema aufmerksam machen, aufklären, präventiv wirken und durch „Let’s connect“ Begegnungen schaffen, um der Einsamkeit entgegenzuwirken. „Es haben sich noch weitere Veranstaltungen ergeben: „Im vergangenen Jahr haben wir uns regelmäßig am Wochenende zum Frühstück getroffen und in diesem Jahr finden mehrere Lagerfeuerabende statt, die für alle ab 16 Jahren geöffnet sind.“
Der nächste Lagerfeuerabend an der FBS mit Stockbrot und guten Gesprächen findet statt am Samstag, 31. Januar ab 18 Uhr. Die nächste Veranstaltung von „Let’s connect” ist am Donnerstag, 19. Februar um 19 Uhr. Bei diesem Treffen werden Kerzen gestaltet. Weitere Informationen zu “Let‘s connect” gibt es auf dem Instagram-Kanal let.s_connect, per E-Mail an lets_connect@fbs-koblenz.de oder telefonisch bei der Katholischen Familienbildungsstätte Koblenz unter Tel.: 0261-35679.