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Jury um Weihbischof Brahm zeichnet Buch über das Erwachsenwerden aus:Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2026 verliehen

Zum 37. Mal hat die Deutsche Bischofskonferenz am 7. Mai 2026 den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Die Jury leitet Weihbischof Robert Brahm.
Drei Männer stehen vor einer Skulptur und lächeln in die Kamera
Datum:
8. Mai 2026
Von:
red / Judith Rupp

Paderborn/Trier – Zum 37. Mal hat die Deutsche Bischofskonferenz am 7. Mai 2026 den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Bei einem Festakt in Paderborn übergaben der gastgebende Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und Weihbischof Robert Brahm, Vorsitzender der Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises, den mit 8.000 Euro dotierten Preis und die dazugehörige Statuette an den Autor Nils Mohl für seinen Jugendroman Engel der letzten Nacht.

Die Jury wählte das Werk aus insgesamt 147 Titeln, die von 47 Verlagen eingereicht wurden. In ihrer Begründung hebt sie hervor, dass der Roman sich „kompromisslos den existenziellen Fragen des Erwachsenwerdens“ stellt und dabei formal experimentell sowie psychologisch eindringlich erzählt ist. Im Mittelpunkt des ausgezeichneten Romans steht der Abiturient Kester, der sich in einer existenziellen Krise befindet und in einer einzigen Nacht auf der Suche nach Sinn und Orientierung verschiedenen Menschen begegnet. Das Buch erzählt eindringlich von Ängsten, Unsicherheiten und der schmalen Grenze zwischen Hoffnung und Verzweiflung – und entfaltet gerade darin seine besondere Kraft.

„Ein katholischer Preis für ein Buch drückt ihm kein katholisches Siegel auf. Ihr Roman löst aber Resonanz aus — aus der Perspektive des Glaubens. Unser Glaube nimmt den Menschen ernst — gerade da, wo es dunkel wird“, betonte Erzbischof Bentz in seinem Grußwort. Das Buch nehme das Schwere nicht aus dem Leben junger Menschen heraus. „Aber es gibt den Erfahrungen dieses Alters eine Sprache“, so der Erzbischof. Gerade darin liege die besondere Stärke des Romans: Er eröffne Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, sich mit existenziellen Themen wie Identität, Sinnsuche und Hoffnung auseinanderzusetzen – und dabei zu erfahren, wie wichtig zwischenmenschliche Beziehungen sind. „Wo Sprache entsteht, da entsteht immer auch Beziehung. Da ist ein Mensch nicht mehr allein mit dem, was ihn bedrängt“, sagte er.

Die Preisverleihung wurde von zahlreichen Gästen aus Kirche und Gesellschaft besucht. Unter ihnen waren auch viele Vertreterinnen und Vertreter aus Büchereien des Erzbistums Paderborn. Junge Ehrenamtliche des Projekts U25-Suizidberatung der Caritas, eines Peer-to-Peer-Beratungsangebots für Menschen unter 25 Jahren, machten eindrücklich deutlich, wie wichtig Begleitung in Krisen- und Übergangszeiten ist. Ihre Arbeit verdeutlicht, dass Zuhören, Verstehen und Unterstützung entscheidende Faktoren sind, um Jugendlichen Perspektiven zu eröffnen – ähnlich wie es im Roman jene Menschen tun, denen Kester in der Nacht begegnet.

Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird seit 1979 jährlich verliehen. Er zeichnet Werke aus, die religiöse Erfahrungen vermitteln, Glaubenswissen erschließen und christliche Lebenshaltungen verdeutlichen. Zugleich würdigt er Bücher, die Empathie fördern und junge Leserinnen und Leser dazu ermutigen, sich mit zentralen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen.