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Rund 120 Jugendliche feiern den Empfang des Sakraments der Firmung im Pastoralen Raum Mayen :Kein Abschluss, sondern ein Aufbruch

Weihbischof em. Gebert spendete rund 120 Jugendlichen im Pastoralen Raum Mayen in zwei Gottesdiensten das Sakrament der Firmung.
Gruppenfoto mit vielen jungen Menschen vor einer Kirche mit dunklen Steinen.
Datum:
16. Juni 2026
Von:
red/Julia Fröder

Mendig/Nachtsheim – Mit der feierlichen Spendung des Firmsakraments durch den emeritierten Weihbischof Franz Josef Gebert am Samstag, 13. Juni in Nachtsheim und am Sonntag, 14. Juni in Mendig, fand die Firmvorbereitung im Pastoralen Raum ihren Abschluss. Im Zentrum des Gottesdienstes stand die Zusage des Heiligen Geistes als Stärkung und Befähigung zum christlichen Leben. Insgesamt haben sich rund 120 Jugendliche aus dem Pastoralen Raum Mayen für diesen wichtigen Schritt ihres Glaubenslebens entschieden.

Er freue sich, hatte der Weihbischof in der Pfarrkirche St. Cyriakus in Mendig betont: „Hier mit euch und alle die euch begleiten, zu feiern. Ihr bringt damit zum Ausdruck, dass die Firmung nicht etwas ist, was jede und jeder für sich isoliert tut. Alle die euch begleiten, bringen zum Ausdruck, dass ihr mit dem Heiligen Geist eine Gemeinschaft bildet, dass ihr aufgenommen seid“, so Gebert. „Wenn wir Firmung feiern, dann feiern wir, dass Gott im Leben junger Menschen einen wichtigen Platz einnehmen möchte. Diesen Platz muss man ihm frei machen und freihalten.“ In seiner Predigt war der Weihbischof auf das Tagesevangelium eingegangen, in dem Jesus Mitleid mit den vielen ermüdeten und erschöpften Menschen hatte und daraufhin zwölf seiner Jünger benannte, „denen er den Auftrag gab, in seinem Namen zu wirken.“ Mitleid habe durchaus unterschiedliche Töne: Es könne ein mitleidiges Lächeln, das nicht echt gemeint ist. Doch in der Bibel stehe es für ein „Mit-Empfinden“. Das stehe dafür, dass Jesus spüre, dass es Menschen in ihrem Inneren oft nicht gut gehe. Es sei daher wichtig, diese Form von Mitleid zu empfinden, um anderen Menschen helfen zu können.

Vergebung, Musik und soziales Engagement als prägende Elemente der Vorbereitung

Die Firmung wurde wie schon in den Jahren zuvor auf Ebene des gesamten Pastoralen Raumes Mayen organisiert. Dekan Jörg Schuh hatte die Jugendlichen bei der Auseinandersetzung mit Umkehr und Versöhnung begleitet und sie auf die Beichte vorbereitet. Bei der Beichtvorbereitung habe er die Jugendlichen hochkonzentriert und aufmerksam erlebt. Die Auseinandersetzung mit eigenen Grenzen und der Frage, wo es mir eben nicht gelungen ist, „die Liebe zu leben“, habe viele zum ernsthaften Nachdenken angeregt. „In der Clemenskirche in Mayen konnten wir dann mit mehreren Priestern den Jugendlichen zusagen, dass Gott vergibt, neuen Anfang schenkt und helfen möchte, das Leben stark und selbstbewusst zu gestalten“, betonte Schuh. 

Musik war ebenfalls ein prägender Baustein der Vorbereitung und des Firmgottesdienstes mit Kantor Volker Kaufung. In einem eigens gebildeten „Team Kirchenmusik“ bereiteten sich Jugendliche musikalisch auf die Firmung vor und gestalteten die Firmgottesdienste in Nachtsheim und Mendig aktiv mit. Auch die Musik wurde so für einige Firmbewerber*innen zu einem eigenen Zugang zum Glauben und zu einem Raum, in dem sie sich persönlich einbringen konnten. Das Team wurde unterstützt durch Sänger*innen aus dem Jugendchor Alzheim. 

Die inhaltliche Verantwortung lag bei Pastoralreferent David Morgenstern. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie offen und engagiert sich viele Jugendliche auf den Weg der Firmvorbereitung eingelassen haben“, berichtet Morgenstern. „Besonders wertvoll war für mich, dass wir nicht nur über Glauben gesprochen haben, sondern ihn in Gemeinschaft, im sozialen Engagement und in der Feier von Gottesdiensten konkret erleben konnten. Die Firmung ist kein Abschluss, sondern ein Aufbruch – und ich hoffe sehr, dass viele diesen Weg in unserer Kirche weitergehen.“ Erstmals gehörte zur Vorbereitung auch die Teilnahme an den Heilig-Rock-Tagen. Das Bistumsfest stellte für viele Jugendliche ein besonderes Erlebnis dar. Die Begegnung mit Weihbischof Jörg Michael Peters sowie der gemeinsame Gottesdienst im Dom gaben dabei wertvolle Impulse für den eigenen Glaubensweg. Ein zentrales Element der Vorbereitung war zudem die Verbindung von Glauben und konkretem Handeln. Im Rahmen einer diakonischen Aktion engagierten sich die Jugendlichen bei einem Spendenprojekt für Bolivien. Und bei Besuchen von Seniorennachmittagen in Bell erlebten die Firmbewerber*innen Begegnungen über Generationen hinweg und übernahmen soziale Verantwortung.